Frage von lb007, 33

Mieterrechte bei ggf. gesundheitsgefährdenden Arbeiten an Altbau-Küchenboden?

Hallo zusammen,

nehmen wir an, ein Vermieter plant in seinem Mehrfamilien-Mietshaus eine Bohrung durch alle Küchenböden (5 Etagen, komplett durch bis jeweils in die Küche darunter). Das Haus sei ein klassischer Altbau ca. von 1920 und der betreffende Boden aktuell (jedoch unbekannt, seit wann), laut Aussage des Vermieters "Steinholzestrich". Bei Wikipedia finden wir:

https://de.wikipedia.org/wiki/Steinholz_(Belag)#Gefahren

"Steinholz kann Asbest enthalten [...] Bohrungen und andere Beschädigungen müssen ... vermieden werden. Asbesthaltiger Steinholzestrich darf nur von Fachunternehmen mit Befähigungsnachweis ausgebaut werden und erfordert umfangreiche Schutzmaßnahmen. [...] überwachungsbedürftiger Abfall".

D.h., es besteht bei "Steinholz" die Möglichkeit, dass Asbest enthalten ist. Nehmen wir außerdem an, dass der oberste Belag aktuell zwar Laminat ist, es aber unbekannt/unklar ist, ob weitere ältere Bodenbeläge darunter noch vorhanden sind. Vorstellbar wären, gerade in einer Altbau-Küche, weitere Asbest-haltige Bodenschichten (Cushion-Vinyl, ..) aus den vergangenen Jahrzehnten.

Selbst wenn die Maßnahme, zu der diese Bohrung gehört, durch die Mieter zu dulden ist - welche Möglichkeiten hätten die Mieter, den Vermieter zu "zwingen", jegliche Gesundheitsschäden abzuwenden? Es bestehe kein Grund zu der Annahme, dass der Vermieter freiwillig Bodenbestandteile genauer untersucht oder überhaupt zeitliche Verzögerungen hinnimmt; er sei vielmehr dafür bekannt, Fakten zu schaffen und "Hau-Ruck" einfach "zu machen", oft unter Einsatz nicht fachkundiger Hilfskräfte. Müssten sich die Mieter damit abfinden, wenn der Vermieter einfach sagt "das ist alles unbedenklich", und unbeeindruckt weitermacht?

Und selbst wenn alles einwandfrei durchgeführt würde - was würde das konkret bedeuten? Bohrstaub könnte sich ja in/auf allem, was während der Arbeiten noch in der Küche verbleibt, absetzen - d.h. die Küche müsste vollständig leergeräumt werden? Der Abstellraum sei nur durch eine sehr einfache Tür, der Flur ganz ohne Tür(!) angeschlossen. Dürfte überhaupt gebohrt werden, oder müsste, wenn man unbedingt durch diesen Boden wollte, er komplett asbestsaniert werden? Bekäme die Küche so eine "Reißverschluss-Tür"? Wie "dicht" ist sowas - immerhin laufen die Arbeiter ja auch immer wieder durch den Wohnungsflur! Mit welcher Dauer solcher Arbeiten wäre jeweils zu rechnen?

Danke und viele Grüße!

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Antwort
von ASRvw, 19

Moin.

Rein technisch wäre hier die BGI 664, die BT 23 und die TRGS 519 zu beachten:

http://www.dguv.de/medien/ifa/de/pra/asbest/bt\_23.pdf

Daran muss sich das ausführende Unternehmen halten. Im Falle von Durchgangslöchern, ist der vorgeschriebene Entstauber auf beiden Seiten einzusetzen.

- -
ASRvw de André

Expertenantwort
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 15

Wende Dich an den Mieterschutzbund und frage dort nach. Die können Dir Deine Frage mit Sicherheit beantworten.

Vielleicht ist es möglich, dass die Mieter für die Zeit der Baumaßnahmen in einem Hotel oder einer Pension untergebracht werden können, so dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann.

Mehr kann ich Dir nicht dazu raten. Sorry.

Alles Gute

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