Frage von CatvanB, 107

Mieterhöhung weist andere m2 Zahl auf als Mietvertrag -zulässig?

Hallo. Wir haben eine Mieterhöhung bekommen, doch diese weist eine höhere qm2 Zahlen auf, als unser Mietvertrag. Ist diese dann überhaupt aus formellen Fehlern rechtskräftig? Sollten wir darauf reagieren oder nicht? Den Fehler quasi melden? Und wenn wir ihn melden und es wird korrigiert - verschiebt sich dann auch der Beginn der Mieterhöhung?

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Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 19

Und welche Wohnfläche steht denn nun im Mietvertrag? Ich finde keine Angabe, wie soll denn eine Differenz ohne diese festzustellen sein?

Selbstverständlich darf das Mieterhöhungsverlangen nur auf der Basis der Flächenangabe im Mietvertrag erfolgen. Wäre sie jedoch im Mietvertrag höher beziffert als tatsächlich gegeben, wäre bei einer Differenz bis zu 10% der Vermieter berechtigt, auf Basis dieser (falschen) WF die Miete zu erhöhen.

Kommentar von CatvanB ,

Im MV stehen 132 und nun gibt er 149 an 

Kommentar von albatros ,

Als Basis gilt die im Mietvertrag stehende Wohnfläche, also lediglich 132 m² und nicht 149 m². Lege wegen dieses Fehlers Widerspruch gegen das Mieterhöhungsverlangen ein. Dieser sollte bis spätestens Ablauf der Zustimmungsfrist (30. Juni) nachweisbar (als Einwurfeinschreiben) dem Vermieter zugestellt sein. Lass dir also noch Zeit und  richte es ein, dass dein Widerspruch ca. am 27. Juni sicher zugestelt ist. Also Einlieferng am Postschalter am Freitag, dem 24. Juni. Dadurch gewinnst du Zeit bis zum  notwendigerweise erforderlichen neuen Mieterhöhungsverlangen.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 58

Es gibt Modernisierungsmieterhöhung und normale Mieterhöhung (Marktanpassung).

Wenn es um eine Marktanpassung geht, bekommt man keine Mieterhöhung, sondern allenfalls ein Mieterhöhungsverlangen, dem man nicht zustimmen muss.

Ob eine Mieterhöhung formell richtig ist, entscheidet sich nicht nach der richtigen oder falschen m² Zahl, sondern danach ob die Frist eingehalten wurde, auf Mietspiegel oder Vergleichsmieten verwiesen wurde u. ä.

Wenn Du einer Mieterhöhung nicht zustimmen willst, brauchst Du nichts weiter zu tun, als einfach die bisherige Miete weiter zahlen. Wenn Du aber prinzipiell auch der Meinung bist, dass eine Mieterhöhung angebracht sein könnte, könntest Du immer noch den Vermieter bitten, die Fläche und dann den davon evtl. abhängigen Betrag zu korrigieren.

Handelt es sich um eine Modernisierungsmieterhöhung ist die Fläche dagegen sehr wichtig. Die sollte dann schon passen. Hier solltest Du auf jeden Fall aktiv werden.

Kommentar von CatvanB ,

Ok demnach handelt es sich um eine Marktanpassung....

Kommentar von anitari ,

Um was es sich "demnach" handelt ist wurscht, es muß im Mieterhöhungsverlangen stehen um welche Art Mieterhöhung es genau geht. Hast Du die Möglichkeit das Schreiben als Bild, persönliche Daten unkenntlich gemacht, hier zu posten?

Wenn ja tu das in einer Antwort zu Deiner Frage. Bild nicht zu klein, aber auch nicht größer als 2 MB.

Ansonsten mach Dir die Mühe und Tipp den Inhalt genau ab.

Kommentar von anitari ,

Wenn Du einer Mieterhöhung nicht zustimmen willst, brauchst Du nichts weiter zu tun, als einfach die bisherige Miete weiter zahlen.

Und auf die Klage zur Zustimmung warten oder vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Kommentar von CatwomanMini ,

Habe Fotos beigefügt 

Kommentar von bwhoch2 ,

Formell gibt es bei dem Mieterhöhungsverlangen absolut nichts zu beanstanden. Nichtzustimmung wird wohl auf jeden Fall eine Klage nach sich ziehen. Wenn dann das Argument mit dem m² kommt, wird Richter oder Richterin schon fragen, warum man das nicht gleich vorgebracht hat und jetzt das Gericht damit beschäftigt.

Nun ist die Frage:

Wieviele m² hat das Haus oder die Wohnung tatsächlich (Balkone, Terrassen, Dachschrägen korrekt berücksichtigt)?

Wieviel steht im Plan, nach dem der Vermieter wohl die Erhöhung verlangt?

Wieviel steht im Mietvertrag, nach dem Du bisher bezahlt hast?

Wie groß ist letztlich Deiner Meinung nach der Unterschied zwischen der Miete, die Du aufgrund der Erhöhung des m²-Preises bezahlen müßtest und dem Betrag, der nach Deiner Meinung aufgrund der echten m² tatsächlich zu zahlen wäre. Lohnt es sich, dafür Zoff zu machen?

Betrachte es nochmal von der anderen Seite: Bisher bezahlst Du 650 € Kaltmiete und diese wird nun um 13 % erhöht auf 736,06 €. Lt. Mietspiegel wurde der Rahmen noch längst nicht ausgeschöpft.
Mal angenommen, Du willst die Erhöhung nur für 140 m² bezahlen, weil das so vielleicht im Mietvertrag steht. Dann beträgt die derzeitige Miete je m² € 4,64. Darauf würde nun der Vermieter die 58 Cent Erhöhung aufschlagen. Dann wären es € 5,22 / m² und die Miethöhe demnach "nur" € 730,80. Somit hättest Du rund 5 € pro Monat gespart. (Je größer die m²-Differenz, umso größer jedoch auch die Ersparnis nach dieser Rechnung.) Soweit die Theorie.

In der Praxis kann es aber leicht so aussehen, dass der Vermieter wegen dieser "Kleinigkeit" etwas verärgert ist und er deswegen ein neues Mieterhöhungsverlangen stellt, das sich dann nicht mehr auf den Preis je m² bezieht, sondern nur noch auf die monatliche Gesamtmiete und dass er diese dann nicht mehr nur um 13 % erhöhen will, sondern um bis zu 20 %, was dann womöglich immer noch im Rahmen wäre.

Den Aufwand und der Ärger und am Ende das Einsehen, dass es nicht wirklich was gebracht hat, wegen 5 oder 10 € einen Aufstand zu machen, weil man nun nicht nur 86 sondern bis zu 130 € mehr bezahlt, möchtest Du nicht wirklich erleben.

Mein Vorschlag: Ruf Deinen Vermieter an und erkläre ihm, dass du grundsätzlich mit der Erhöhung einverstanden bist, aber dass die Flächenangabe nicht stimmen würde und man möge doch bitte auch für die Zukunft sich auf den Wert beziehen, der im Mietvertrag steht. Dann kannst Du immer noch vorsichtig fragen, ob er dann mit dem entsprechend reduzierten Wert von vielleicht 730 oder 725 € je Monat einverstanden wäre.

Ist er das nicht, gestehe ihm die 736,- € zu. Immerhin hast Du eine sehr große Wohnung oder ein Haus gemietet, das Dir offenbar sehr gut gefällt und in dem Du noch möglichst lange zufrieden wohnen willst. Verbunden mit einem guten Verhältnis zu einem Vermieter, der seine Möglichkeiten bei weitem nicht ausreizt.

Und vielleicht hilft auch der Gedanke daran, dass in anderen Regionen, wo zudem noch der Lebensunterhalt deutlich teurer ist, m²-Mieten von über 10 € ganz normal sind und woanders wiederum 8 € je m² noch als sehr günstig angesehen werden. In diesem Sinne...

Antwort
von berlina76, 69

Das kommt jetzt drauf an. Ist die Mieterhöhung eine Pauschale oder ist sie je Quadratmeter?

Wenn sie je qm ist würd ich sie anfechten. erst recht wenn die Mietwohnung als Größer dargestellt ist.

Kommentar von CatvanB ,

Nach qm und wird dort deutlich höher dargestellt 

Kommentar von berlina76 ,

Dann mit Kopie des Mietvertrages ein schreiben zurück an die Hausverwaltung

Hiermit fechte ich die Wert der Mieterhöhung an, da die qm zahl nicht mit der im Mietvertrag übereinstimmt und bitte um Neuberechnung auf Grundlage des Mietvertrages. Solange keine Neuberechnung erfolgt zahle ich weiterhin die alte Miete.

Antwort
von BS3BM, 36

Andere haben ja schon geantwortet.

Was ich mich frage, wie wurden denn die Nebenkosten abgerechnet. Wurde dort eine qm-Zahl angegeben? Ist diese dann mit der qm-Zahl der Mieterhöhung identisch. Wurde nach Einzug irgendwann mal die Wohnung exakt vermessen?

Kommentar von CatwomanMini ,

Ist ein Haus. Daher tragen wir die NK allein 

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 46

Um was für eine Mieterhöhung geht es denn?

Kommentar von CatvanB ,

Wie genau ist es gemeint? 

Kommentar von anitari ,

In dem Schreiben vom Vermieter muß doch stehen warum die Miete erhöht werden soll.

Es gibt nämlich mehrere Arten der Mieterhöhung. Auf Grund des Mietspiegels/Vergleichsmieten oder wegen Modernisierung.

Oder wurden lediglich die Nebenkostenvorauszahlungen und damit die Gesamtmiete auf Grund einer Nachzahlung erhöht? Das wäre keine Mieterhöhung im Sinne des Gesetzes.

Antwort
von Lord2k14, 60

Ja, das solltest du auf jeden Fall deinem Vermieter melden.

Antwort
von CatwomanMini, 24

Hier das Schreiben 

Antwort
von Wohlfuehlerin, 62

an eurer stelle würde ich erst mal die wohnung nachmessen,, ob die qm da stimmen.

Antwort
von CatwomanMini, 19

Seite 2

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