Frage von Michel89, 93

Mieterhöhung um 40%. Ist das rechtens?

Ich wohne seit 6 Jahren in meiner Wohnung. Die Miete wurde nie erhöht und befand sich seit je unter dem Mietspiegel. Der neue Vermieter möchte jetzt die Miete um 40% erhöhen und an den Mietspiegel anpassen. Laut Kappungsgrenze darf der Vermieter innerhalb von 3 Jahren die Miete maximal um 20% erhöhen. Jetzt die Frage: Darf der Vermieter weil bereits 6 Jahre ohne Mieterhöhung vergangen sind, um 40% erhöhen oder muss er die Kappungsgrenze mit 20% beachten?

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 57

Wann das letzte mal die erhöht wurde ist unwichtig.

Mehr als 20 bzw. 15 % darf der Vermieter, wenn Mieterhöhung nach § 558 BGB, nicht erhöhen,

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 28

Die Kappungsgrenze für die Erhöhung der Nettomiete innerhalb drei Jahren beträgt gesetzlich 20%. Seit vorigem Jahr sogar 15%, allerdings nur in solchen Ländern bzw. Kommunen, in denen das gesetzlich so festgeschrieben ist.

Bei dir währe also, unabhängig davon, wie lang keine ME erfolgte, die Obergrenze 20 bzw. 15% ((bei Google schaun, ob evtl. die 15% in d. BL bzw. Kommune bereits Gesetz sind).

Du hättest dann drei Jahre Ruhe, bevor wieder ein Mieterhöhungsverlangen zugestellt werden darf.

Da 40% gesetzeswidrig sind, ist das MEV unwirksam. Zahle die alte Miete weiter und schweige. Keinessfalls Widerspruch einlegen - es ist nicht deine Aufgabe den Verm. zu befähigen, ein korrektes MEV zu tätigen.

Selbstverständlich sind auch noch andere Vorgaben einzuhalten (Aufforderung zur Zustimmung fehlt >>>>MEV unwirksam u. a. m.).

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Mietrecht, Vermieter, ..., 33

Darf der Vermieter weil bereits 6 Jahre ohne Mieterhöhung vergangen sind, um 40% erhöhen oder muss er die Kappungsgrenze mit 20% beachten?

Es ist immer die Kappungsgrenze zu beachten; maximal 20% und in begehrten Gegenden sogar nur 15%.

Dabei ist es egal, wie lange der Vermieter die Miete nicht erhöht hat, er muss den §, 558 BGB Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete beachten.

LG

johnnymcmuff

Antwort
von LaurentSonny, 62

Ob vor 12 Jahren oder vor 4 Jahren das letzte Mal die Miete erhöht wurde, ist völlig irrelevant. Es gilt eben diese eine 3-Jahres-Regelung. Wenn dein Vermieter dies vor 3 Jahren versäumt hat, kann er dennoch die Zeit nicht einfach einholen und die Miete um 40% erhöhen.

Antwort
von imager761, 35
  1. Der neue Vermieter tritt in den alten MV ein.

  2. Den Mietzins darf er nur um max. 20% erhöhen, in drei Jahren erneut bis zum Mietpreisspiegel.
  3. Eine versäumte Modernisierungserhöhung natürlich zusätzlich geltend machen.
  4. Und nicht berechnete, aber umlagefähige Betriebskosten über Erhöhung der Pauchalen oder Vorauszahlungen ebenfalls, sofern sich zuletzt ein Nachzahlung ergab..
  5. Und nun liest man nach, wofür er 40% mehr verlangt als sein Vorgänger oder weist sein Verlangen zurück.

G imager761

Antwort
von deKlaus, 31

Der Vermieter muss selbstverständlich alle gesetzlichen Regelungen zur Mieterhöhung beachten. Und das klingt für mich als würde er das nicht tun. Formal gesehen musst Du einfach nur schriftlich widersprechen. Am Besten per Einschreiben.

Dein Vermieter muss dann theoretisch auf Mieterhöhung klagen. Und die Klage wird er kaum begründen können.

Hier ein Beitrag in dem Du alle Aspekte mit den gesetzlichen Regelungen findest: http://www.immo-magazin.de/mieterhohung-wohn-und-gewerberaum-mietrecht/

Kommentar von albatros ,

Bitte nicht widersprechen, nur schweigen und alte Miete weiter zahlen!

Kommentar von deKlaus ,

das klingt interessant, ich kenne das nur anders. Kannst Du erläutern, was der rechtliche Hintergrund ist, nicht zu reagieren?

Antwort
von Infomercial, 40

Scheinbar alles Mietrechtsexperten hier... frag einen Anwalt für Mietrecht. Wenn deine bisherige Miete so deutlich unterm dem Niveau des örtlichen Mietspiegels liegt (wobei "Mietspiegel" auch so ne Sache für sich ist) und es zudem einen Eigentümerwechsel gab, würde ich nicht drauf wetten, daß er es nicht doch kann.

Zwar tritt der neue Eigentümer als neuer Vermieter in einen bestehenden Vertrag ein, aber auch dafür gibt es Regelungen. Die genannte "3-Jahres-Regel" gibt es zwar, hat aber in diesem Fall eine untergeordnete Bedeutung.

Kommentar von anitari ,

Wenn deine bisherige Miete so deutlich unterm dem Niveau des örtlichen Mietspiegels liegt (wobei "Mietspiegel" auch so ne Sache für sich ist) und es zudem einen Eigentümerwechsel gab, würde ich nicht drauf wetten, daß er es nicht doch kann.

Wette verloren. Außer Fragesteller war so blond einen neuen Mietvertrag anzunehmen.

Kommentar von BS3BM ,

@Infomercial  - an deiner Antwort stimmt eigentlich nur, dass der neue Eigentümer den bestehenden Vertrag übernehmen muss.

Alles andere entbehrt jeder rechtlichen Grundlage. Ich frage mich immer wieder mal, warum Leute hier antworten, wenn sie sich so wenig auskennen

Antwort
von noname68, 50

ja was glaubst du, wozu der gesetzgeber so eine grenze gesetzt hat?

oder glaubst du auch, dass z.b. ausnahmslos jeder autofahrer sich an geschwindigkeitsbeschränkungen hält,, nur weil sie vorhanden sind?

solange du ihm kein lastschrifts-mandat erteilt hat, kann er die miete um 100% erhöhen, wenn es ihm spaß macht. die frage ist, ob du es bezahlst.

Kommentar von anitari ,

Dummfug hoch 3, diese Antwort.

Kommentar von johnnymcmuff ,

noantworten wäre ein zutreffender Nickname, denn wer so ein Blödsinn schreibt, sollte sich mit anderen Themen beschäftigen.

Du hast schon viele Fragen gestellt und möchtest gute und richtige Antworten. Andere Fragesteller wollen das auch.

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