Mieterhöhung über den Mietspiegel hinaus zulässig?

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4 Antworten

Eine gewisse Überschreitung ist erlaubt. Im Grunde hast Du zwei Möglichkeiten:

1. Du sprichst mit dem Vermieter und bietest im die höchste Miete lt. Mietspiegel an und stimmst ansonsten der Mieterhöhung sofort zu. Dabei kannst Du ihm auch mitteilen, dass Du andernfalls der Erhöhung nicht zustimmen wirst.

2. Hilft 1. nichts, dann zahlst Du zum Erhöhungstermin einfach die jetzige Miete weiter. Der Vermieter hat dann keine andere Möglichkeit, als seine gewünschte Erhöhung gerichtlich einzuklagen. Vor Gericht wird der Richter sich den Mietspiegel zur Hand nehmen und dem Vermieter vorschlagen, doch damit einverstanden zu sein. Legt dieser sich quer, bekommt der Richter zunächst einmal schlechte Laune und wird vorschlagen, ein Sachverständigengutachten einzuholen über die maximal mögliche Miete für Deine Wohnung im Vergleich zu anderen Wohnungen in Deiner Umgebung, wobei dieser dann ausdrücklich nicht nur die anderen Wohnungen Deines Vermieters zu Grunde legen wird.

Es ist äußerst unsicher, wie das Gutachten ausfallen wird. Das weiß auch der Vermieter. Was er aber sicher weiß ist, dass ein solches Gutachten auch sehr teuer ist und wenn er am Ende auch nur teilweise verliert, fressen die anteiligen Prozesskosten incl. Gutachterkosten die Mieterhöhung wieder komplett oder zu einem großen Teil auf. Ich denke, spätestens zu diesem Zeitpunkt wird er einlenken und mit einer geringeren Erhöhung einverstanden sein.

Inwieweit Du den Mut aufbringst, dieses Risiko einzugehen, hängt u. a. davon ab, ob Du eine Rechtsschutzversicherung für solche Fälle hast.

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Ich bitte nur um fachkundigen und juristisch fundierten Rat

diesen erhältst Du bei einem Juristen gegen Bezahlung oder auch als Mitglied in einem Mieterverein.

Soweit mir bekannt ist, darf die Mieterhöhung einen bestimmten Prozentsatz (15%?) über dem Mietspiegel liegen.

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Kommentar von Gerhart
21.04.2016, 12:42

Die "Mietpreisbremse" liegt in ausgewiesenen Metropolen bei 15%, außerhalb bei 20% und gilt bei Neuvermietungen, nicht bei Mieterhöhungen.

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Theoretisch ist das auch im gewissen Umfang möglich. Kommt immer drauf an.

Normalerweise heißt es in § 558 BGB "bis" zur ortsüblichen Vergleichsmiete.

Bei Modernisierungsmieterhöhung siehts dann wieder anders aus.

Du kannst entweder die Mieterhöhung annehmen oder eben nicht. Etwas dazwischen dürfte nicht gehen.

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Kommentar von martnbonnie
21.04.2016, 12:54

Warum soll ich der Mieterhöhung nicht nur bis zur ortsüblichen Miete zustimmen können?

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Ich habe im Netz oft die Aussage gefunden, dass die vier Möglichkeiten des Vermieters die ortsübliche Miete nachzuweisen, nicht gleichwertig sind, und dass bei Vorliegen eines qualifizierten Mietspiegels dieser Vorrang vor den Vergleichsmieten hat! 

Nur leider habe ich keine entsprechende Rechtsprechung gefunden. Diese würde ich schon gerne zitieren, wenn ich dem Vermieter schreibe. Soll ja Hand und Fuß haben.

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