Frage von rena101955, 84

Mieterhöhung nach Wechsel des Eigentümers?

Der Vermieter meines Sohnes hat gewechselt. Nun hat dieser die Miete um 20 % erhöht.. Da der bisherige Vermieter in den letzten 4 Jahren keine Mieterhöhung vorgenommen hat, ist dieses wohl rechtens! Allerdings hatte mein Sohn durch außen eingedrungenes Regenwasser einen Wasserschaden in seiner Wohnung, der dem Vorvermieter auch bekannt war. Diesen hat er jetzt auf eigene Kosten beheben lassen (Malerarbeiten). Wer ist nun verpflichtet, diese Kosten zu erstatten? Weiterhin hat der neue Vermieter angekündigt, dass er die Kosten für einen neu eingestellten Hausmeister ebenfalls auf die Mieter umlegen werde! Kann er das, obwohl schon eine Mieterhöhung von 20 % erfolgt ist?

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von albatros, 13

Betriebskosten und deren Erhöhung sind keine Miete bzw. Mieterhöhung.

Die Erhöhung der Grundmiete (Nettomiete) um 20% wäre rechtens, wenn sie danach  nicht über der örtlichen Vergleichsmiete läge.

Nun sollte dein Sohn mal schaun, ob das Mietehöhungsverlangen überhaupt rechtswirksam ist. So muss u. a. zwingend im MEV der Mieter aufgefordert werden, der ME zuzustimmen. Fehlt diese, ist das MEV unwirksam. Er bräuchte dann nur zu schweigen und die alte Miete weiterzahlen.

Auch sind andere Kriterien einzuhalten (drei Vergleichswohnungen konkret zu benennen für die die höhere Miete bereits gilt u. a.) Kannst du im BGB dazu  nachlesen.

Bezüglich des Wasserschadens: Hat dein Sohn dem Vermieter den Schaden gemeldet und mit Fristsetzung aufgefordert, diesen zu beseitigen? Bei Verfristung durfte er selbst eine Firma beauftragen und deren Kosten mit der Miete ab übernächstem Monat aufrechnen. Hat er aber von sich aus ohne Info und Fristsetzung bzw. Auftrag des Vermieters selbst repariert oder reparieren lassen, muss der Vermieter ihm die Kosten nicht erstatten.

Antwort
von anitari, 38

Allerdings hatte mein Sohn durch außen eingedrungenes Regenwasser einen Wasserschaden in seiner Wohnung, der dem Vorvermieter auch bekannt war. Diesen hat er jetzt auf eigene Kosten beheben lassen (Malerarbeiten). Wer ist nun verpflichtet, diese Kosten zu erstatten?

Keiner. Außer hat er hat eine nachweisbare Zusicherung der Kostenübernahme.

Weiterhin hat der neue Vermieter angekündigt, dass er die Kosten für
einen neu eingestellten Hausmeister ebenfalls auf die Mieter umlegen
werde! Kann er das, obwohl schon eine Mieterhöhung von 20 % erfolgt ist?

Betriebskosten, wozu u. a. die Kosten des Hausmeisters zählen, und Miete bzw. Mieterhöhung haben nichts miteinander zu tun.

Ist die Umlage der Hausmeisterkosten vertraglich vereinbart, kann/darf der neue Vermieter das.

Antwort
von Yuurie, 41

Der neue Vermieter kann die Miete erhöhen. Das war bei uns auch so. Letztendlich sind wir notgedrungen in dem selben Haus in eine kleinere, freie Wohnung gezogen, da wir die Miete nicht mehr tragen konnten. Da wir insgesamt aber über 10 Jahre in dem Mehrfamilienhaus Leben, könnte der Vermieter die Miete nicht so weit erhöhen wie bei anderen Mietern, wo der Vermieter die 'staffelmiete' angeordert hat.

Allerdings gibt es auch da Grenzen, mein Vermieter hat es bis oben an seine schmerzgrenze getrieben, was er von uns an Miete verlangen darf + zusätzliche Kosten für die reimigungskraft im Treppenhaus.

Antwort
von ErsterSchnee, 50

Auf den Kosten für den Maler bleibt dein Sohn vermutlich sitzen. Ob die Kosten für den Hausmeister umgelegt werden können, hängt davon ab, ob das im Mietvertrag bei den Nebenkosten mit aufgelistet ist. 

Kommentar von anitari ,

Ob die Kosten für den Hausmeister umgelegt werden können, hängt davon ab, ob das im Mietvertrag bei den Nebenkosten mit aufgelistet ist.

Die Betriebskostenarten müssen nicht aufgelistet sein. Der Verweis auf § 2 der Betriebskostenverordnung oder (neuerdings) allein der Begriff Betriebskosten im Mietvertrag reicht.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Echt? *staun*

Antwort
von erobine, 33

Gehe davon aus daß der Vermieter auch der der Eigentümer der Wohnung ist??? Nach 4 Jahren ist durchaus eine Mieterhöhung in dieser Höhe möglich....überall gibt es aber "Mietspiegel" um sich zu orientieren.....(Ausstattung, Grösse, Lage usw. der Wohnungen) Für vorhandene Schäden hat vor Einzug eines neuen Mieters der Eigentümer für die Behebung zu sorgen. Ein eingestellter Hausmeister hat mit der Miete nichts zu tun, hierbei handelt es sich um Betriebs- Nebenkosten!

Antwort
von Guekeller, 35

Eine Mieterhöhung um 20 Prozent ist wegen der Deckelungsregelung nicht erlaubt. Durch den Wechsel des Vermieters ändert sich der Mietvertrag inhaltlich ja nicht. Bei den Malerarbeiten kommt laut Deiner Beschreibung nur der Vermieter als Kostenträger infrage. Den Hausmeister kann er allerdings tatsächlich umlegen. Das hat nichts mit der Miete zu tun, sondern gehört zu den Betriebskosten. Es muss allerdings im Mietvertrag geregelt sein.

Kommentar von anitari ,

Eine Mieterhöhung um 20 Prozent ist wegen der Deckelungsregelung nicht erlaubt. 

Du meinst die Kappungsgrenze. Die ist nicht überall auf 15 % herabgesetzt worden.

Durch den Wechsel des Vermieters ändert sich der Mietvertrag inhaltlich ja nicht.

Trotzdem kann der neue Vermieter die Miete erhöhen.

Bei den Malerarbeiten kommt laut Deiner Beschreibung nur der Vermieter als Kostenträger infrage. 

Warum? Der hat den Maler ja nicht beauftragt.

Kommentar von Guekeller ,

"Warum? Der hat den Maler ja nicht beauftragt."

Aber ich hoffe mal, den Eigentümer vorher informiert und die Reparatur angemahnt. Sonst bleibt er tatsächlich auf den Kosten sitzen.
Die Kappungsgrenze von 15 % gilt, glaub' ich, in elf von 16 Bundesländern. In vielen Städten gibt es außerdem eine Deckelung.

Kommentar von anitari ,

Die Kappungsgrenze von 15 % gilt, glaub' ich, in elf von 16 Bundesländern. 

Aber nicht flächendeckend, sondern nur für bestimmte Landkreise oder Orte. In meinem Landkreis z. B. nur für 2 Orte.

Diese Deckelung (sog. Mietpreisbremse)  spielt nur bei Neuvermietung eine Rolle, nicht bei bestehenden Mietverträgen.

Kommentar von albatros ,

Eine Mieterhöhung um 20 Prozent ist wegen der Deckelungsregelung nicht erlaubt. 

Wie kommst du drauf?

Antwort
von lavey242, 20

20% ist zuviel. Ich glaube die maximale Erhöhung darf 11% betragen. Ich würde mal beim Mieterbund nachfragen, wie man da genau verfährt und wie man eine gütliche Änderung erzielen könnte.

Kommentar von anitari ,

20% ist zuviel. Ich glaube die maximale Erhöhung darf 11% betragen.

Du verwechselst 2 Mieterhöhungsarten. Die 11 % gelten für Mieterhöhung wegen Modernisierung. Sonst sind es 20 % bzw. 15 % binnen 3 Jahren.

Kommentar von albatros ,

glauben heißt nichts wissen. das trifft hier zu.

11% der bereinigten kosten einer modernisierung dürfen pro anno als mieterhöhung geltend gemach werden. darum geht es hier aber nicht.

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