Frage von RubiconTrail, 49

Mieterhöhung aufgrund viel zu niedriger ortsüblicher Miete?

Habe letztes Jahr eine Lagerhalle gekauft. Diese wurde vom Vorbesitzer Vermietet. Nach dem Kauf habe ich dem Mieter sofort aufgrund Eigenbedarfs gekündigt, mit einer Frist von 6 Monaten, wie es im Mietvertrag steht. Daraufhin meinte der Mieter das ihm eine viel längere Kündigungsfrist zusteht da er die Halle schon seit über 15 Jahren gemietet hat. Habe mich etwas schlau gemacht und herausgefunden das ihm 9 Monate zustehen, diese habe ich ihm auch gewährt, nur sind diese 9 Monate jetzt schon seit 2 Monaten verstrichen und der Mieter macht keine anstalten die Halle leer zu räumen. Er zahlt eine viel zu geringe Miete (ca. €0,23 m²) ortsüblich sind hier €1,50 m² Jetzt meine Frage: wenn er schon nicht auszieht, kann ich von ihm dann wenigstens die ortsübliche Miete verlangen?

Antwort
von anitari, 21

Es ist ein Mietvertrag über Gewerberaum.

Da gilt Vertrag vor Gesetz.

Die Kündigung hättest Du nicht mal begründen müssen.

Sind vertraglich 6 Monate Kündigungsfrist vereinbart, gilt diese.

Ist die Kündigungsfrist abgelaufen, der Mieter aber nicht ausgezogen und es hat auch niemand der Fortsetzung des Mietverhältnisses widersprochen, hast Du 2 Möglichkeiten.

1. Erneut Kündigen. Mit der 6monatige Kündigungsfrist.

2. Die Miete saftig erhöhen. Die Kappungsgrenze gilt nur für Wohnraummietverträge.

Oder Räumungsklage einreichen. Das kann aber lange dauern und viel Geld kosten.


Kommentar von RubiconTrail ,

es ist zwar eine Lagerhalle, ab der Mieter nutzt die Halle als Privatperson um seine privaten Sachen einzulagern.

Deswegen auch Mietvertrag und nicht Pachtvertrag

Kommentar von anitari ,

Ob Privatperson oder nicht ist egal. Entscheidend ist der Vertragsgegenstand. Und das ist hier kein Wohnraum. Folglich gelten die meisten Bestimmungen zum Mietrecht nicht.

Zum Beispiel muß hier der Vermieter keinen Grund haben/nennen um den Vertrag zu kündigen, es gilt für beide Vertragsparteien die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist und eine Mieterhöhung unterliegt auch nicht den strengen gesetzlichen Bestimmungen.

Antwort
von Glueckskeks01, 29

Da gibt es doch eine Klausel, wieviel Prozent die Miete erhöht werden darf, oder? Aber ich würde ihm doch lieber eine Mahnung schicken, sonst bleibt der ewig da. Eine Mieterhöhung hört sich doch an, als ob er bleiben dürfte. Das wäre ja das falsche Signal.

Kommentar von anitari ,

Da gibt es doch eine Klausel, wieviel Prozent die Miete erhöht werden darf,

Nur für Wohnraummietverträge.

Kommentar von frodobeutlin100 ,

Es geht offenbar um eine Gewerbeimmobilie da gelten diese Sätze nicht .. außerdem will er den Meiter raushaben ...

Kommentar von Glueckskeks01 ,

Ach wirklich? Da kann man soviel erhöhen wie man will? Interessant. Aber auch irgendwie ungerecht, oder? Gut, man lernt nie aus. DANKE! Ja, er will den Mieter raus haben. Deshalb schrieb ich ja, dass eine Mieterhöhung nicht das richtige Singal wäre und er lieber eine Mahnung schicken solle.

Kommentar von frodobeutlin100 ,

was ist daran ungerecht ... besonderen Schutz haben nur Wohnungsmietverträge - damit die Leute ihr Dach über dem kopf nicht verlieren ... bei Gewerbemietveträgen sind beide Beteiligten Geschäftsleute ... da kann man etwas andere Ansüpürche stellen ...

Antwort
von Teeliesel, 32

auf jeden Fall und ihm eine Mahnung schicken, zwecks Räumung der Halle, da er die Frist schon überzogen hat.

Antwort
von berlina76, 24

Geh zum Anwalt. lass dich beraten.

Normalerweise gibt es nämlich nach Vermieterwechsel eine Sperrfrist von einem Jahr in der der neue Vermieter nicht kündigen darf.

Sollte diese nicht bestehen könntest du jetzt Räumen lassen, da die Kündigungsfrist von 9 Monaten vorbei ist.

Aber- hattest du Ihm die Fristverlängerung schriftlich gegeben? Denn ansonsten steht ja die sechsmonatige im Raum, die so nicht gültig war und ohne die schriftliche Abänderung ungültig. Somit hättest du noch gar nicht gekündigt.

Geh deine Unterlagen mit einem Anwalt durch.


Mehr Miete kannst du nur im Ramen einer normalen Mieterhöhung verlangen- glaube 3-10 %

Kommentar von RubiconTrail ,

die Fristverlängerung von 6 auf 9 Monate habe ich mit dem Mieter nur mündlich vereinbart

Kommentar von anitari ,

Normalerweise gibt es nämlich nach Vermieterwechsel eine Sperrfrist von einem Jahr in der der neue Vermieter nicht kündigen darf.

Wo steht das?

Mehr Miete kannst du nur im Ramen einer normalen Mieterhöhung verlangen- glaube 3-10 %

Normal darf die Miete um 15 bzw. 20 % erhöht werden. Bei Mietverträgen über Wohnraum.

Hier ist aber kein Wohnraum vermietet. Folglich gelten die meisten Bestimmungen zum Mietrecht nicht.

Denn ansonsten steht ja die sechsmonatige im Raum, die so nicht gültig war

Natürlich war/ist die gültig. Wurde ja schließlich vertraglich vereinbart.

Antwort
von HPG66, 35

Kauf bricht Miete nicht!

Im Klartext, egal was im ALTEN Mietvertrag steht, ist für Dich bindend

Kommentar von Goodgamer30 ,

Er hat sich an den Vertrag gehalten und ihm eine Frist gegeben

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