Frage von Kyra13, 132

Mieter zahlt Mieterhöhung nicht trotz schriftlicher Zustimmung. Was ist der nächste Schritt?

Ich habe einem Mieter ein Schreiben nach den aktuell geltenden Vorgaben (Fristen, Berechnung etc.) zur Anpassung der monatlichen Kaltmiete im Februar 16 zugestellt. Es handelt sich um eine Mieterhöhung von 20 Euro. Der Mieter hat nach einem kurzen persönlichen Gespräch kurz vor Ende der Frist schriftlich zugestimmt. Nun zahlt er aber weiterhin die alte Miete. Auf mein Nachfragen hieß es, er habe vergessen den Dauerauftrag zu ändern und kümmert sich. Es passiert aber nichts.

Wie kann ich weiter vorgehen? Ich hatte an eine schriftliche Mahnung mit Androhung der Kündigung gedacht. Als nächsten Schritt würde ich dann tatsächlich eher kündigen wollen als vor Gericht zu gehen.

Danke für eure Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 66


  1. Mit erteilter Zustimmung, mahne den aufgelaufenen Mietrückrückstand  zugangssicher schriftlich ab ("trotz ihrer Zustimmung zu dem ab [Datum] verändertem Mietzins von [Betrag] weist ihr Koto bis heute einen Saldo von [EUR] auf"), fordere "innerhalb von 14 Tagen nach dokumentierter Zustellung dieses Schreibens" vollständigen Ausgleich, mahne "zukünftig stets fristgerechte und vollständige Mietzahlungen" an und kündige an, "widrigenfalls n. § 573 II 1 BGB aus berechtigten Gründen das Mietverhältnis durch Kündigung zu beenden".
  2. "Zugangssicher schriftlich" meint, Einwurfeinschreiben mit Einlieferungsbeleg und ausgedruckter Sendungsverfolgung oder bezeugte, offene Übergabe deiner Schreiben

So wird das was - so oder so :-)

G imager761

Antwort
von andie61, 79

Ich habe Dir 2 Links zu dem Thema rausgesucht,wenn Du bei der Mieterhöhung alles richtig gemacht hast dann findest Du im anderen Link wie Du vorgehen kannst.

http://www.gevestor.de/details/mieterhoehung-vermeiden-sie-als-vermieter-diese-f...

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/k1/kuend_zverzug.htm

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 46

Schick ihm eine Abmahnung in der steht das er bis Datum ...  mit xxx € der Miete im Rückstand ist.

Dieser bis zum, sagen wir mal, 25.06.2016, auszugleichen ist.

Kläre ihn gleichzeitig darüber auf das ihm bei einem Rückstand  der eine Monatsmiete nicht unerheblich übersteigt fristlos gekündigt werden kann.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 49

Du hast die schriftliche Zustimmung!

Der Mieter zahlt Kaltmiete + Nebenkosten, oder?

Dann rechne bis zur nächsten Abrechnung so:

Kaltmiete seit Wirksamkeit der Mieterhöhung um 20 € höher, dafür Betriebskostenvorauszahlung 20 € niedriger. Das ergibt dann eine höhere Nachzahlung, die Du dann auch für danach erhöhen wirst. Schon ist die Sache erledigt.

Kommentar von imager761 ,

Hanebüchender Blödsinn. Mal abgesehen davon, dass ein Anpassung der BK-Vorauszahlungen erst durch schriftliche Erklärung nach einer Abrechnung über einen Zwölfmonatszeitraum erfolgen darf, besteht keinerlei Aufrechnungsanspruch mit dem Mietzins.

Tatsächlich kann der M verlangen, dass die mit der Mietzahlung geleisteten Vorauszahlungen vollumfänglich vom Abrechnungsbetrag abgezogen werden können.

Und nach 3 Jahren verjährt der Anspruch des VM auf fehlende Mietzahlungen

Kommentar von bwhoch2 ,

Hanebüchener Blödsinn? Mag sein, rein juristisch gesehen. Aber es wird bei einem Mieter, der lediglich "den Dauerauftrag vergessen hat zu ändern", sehr gut funktionieren.

Mal abgesehen davon, dass ein Anpassung der BK-Vorauszahlungen erst
durch schriftliche Erklärung nach einer Abrechnung über einen
Zwölfmonatszeitraum erfolgen darf,

In dem Fall passte nicht der Vermieter an, sondern der Mieter, indem pro Monat 20 € zu wenig überwies.

besteht keinerlei Aufrechnungsanspruch mit dem Mietzins.

Das wird der Mieter in dem Fall aber nicht einwenden, sondern er wird froh sein, dass sein Versäumnis auf diese Weise bequem aus der Welt geschafft wird.

Tatsächlich kann der M verlangen, dass die mit der Mietzahlung
geleisteten Vorauszahlungen vollumfänglich vom Abrechnungsbetrag
abgezogen werden können.


Wird der Mieter in diesem Fall aber nicht tun.

Und nach 3 Jahren verjährt der Anspruch des VM auf fehlende Mietzahlungen

Solange wird es aber nicht dauern, bis das "Missverständnis" aus der Welt geräumt ist. Die beiden werden sich spätestens nach der Jahresabrechnung schon einig werden. Das dauer nicht, bis die Forderung verjährt ist.

Hanebüchener Blödsinn? Manchmal hilft es mehr, pragmatisch vorzugehen, als sich an juristische Spitzfindigkeiten zu halten.

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