Frage von neuerprimat, 83

Mieter einer Eigentumswohnung (nicht umgewandelt) wird wegen Eigenbedarf gekündigt, wie kann er die Wohnugsräumung maximal verzögern?

Was kann man sich als Mieter ausdenken um den Prozess maximal zu verzögern und eventuell einen optimalen Vergleich zu erzielen?

Die Grenzen der Legalität dürfen hier ausgereizt aber bitte nicht gesprengt werden!

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von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 49

Ausdenken gar nichts.

Entweder es bestehen Gründe der Kündigung wegen besonderer Härte zu widersprechen oder die Kündigung ist unwirksam.

Grundlose Verzögerungstaktik kostet nur Nerven und jede Menge Geld. Dein Geld.

Kommentar von neuerprimat ,

Was wären denn Gründe besonderer Härte? Examensarbeiten?

Kommentar von anitari ,

Vielleicht.

Aber was machst Du Dir da jetzt schon Gedanken?

Aus Deiner anderen Frage entnehme ich das die Wohnung noch nicht mal verkauft ist.

Das kann Monate dauern. Bis dahin hast Du das Examen in der Tasche.

Antwort
von TrudiMeier, 50

Ist die Eigenbedarfskündigung rechtswirksam, dann hast du keine Chance. Zumindest keine, die dich nicht eine Menge Geld kosten wird. Die einzige Chance wäre, sich mit dem Vermieter in Verbindung zu setzen und eine einvernehmliche Lösung zu finden. Das funktioniert natürlich nur, wenn du ein angenehmer und pünktlich zahlender Mieter warst.

Antwort
von DarthMario72, 35

Ausdenken? Gar nichts. Wenn du einen Vergleich willst, finde etwas, womit du dem Vermieter entgegen kommen kannst. Ansonsten dürfte kein Vermieter der Welt bereit sein, dir irgendwelches Entgegenkommen zu zeigen.

Das was du vorhast, ist Abzocke. Darauf reagiert jeder zurecht allergisch.

Kommentar von neuerprimat ,

Also Abzocke ist das ja wohl nicht.

Es ist eher eine Form der Gerechtigkeit, denn der Mieterschutz ist gerade bei den Eigentumswohnungen unter aller Sau. Es geht auch eher in die Richtung, dass ich schadlos bleiben will, als dass ich hier vorhabe einen gewaltigen Schnitt zu machen.

Was passiert mit meiner Kaution, welche Rechte habe ich bei Auszug, wenn der Vertrag vom Vermieter gekündigt wurde? Eben. Keine besonderen. Ich muss die Wohnung genauso besenrein hinterlassen, genauso mit meiner Kaution erst mal für etwaige noch zu findende "Mängel" einstehen, etc ... als wenn ich von mir aus ausziehen würde.

Und von daher denke ich ist eine Abfindung nicht nur fair sondern dringend notwendig. Wo soll man denn, wenn die Kündigung kommt, in DREI MONATEN!!, eine vergleichbare Wohnung mit ähnlich guten Rahmenbedingungen und vergleichbarer Miete finden?

Wenn das ginge, dann ginge das doch NUR mit einem erheblichen Zeitaufwand für die Suche und Besichtigungen. Und wenn man das neben der Arbeit machen muss, dann geht es fast überhaupt nicht. Dazu die Umzugskosten, zeitlicher Aufwand des Eingewöhnens etc ...

Also ich denke dass muss fairer gehen. Das kann einfach nicht richtig sein.

Kommentar von DarthMario72 ,

Aus deiner anderen Frage entnehme ich, dass die Wohnung noch gar nicht verkauft ist. Wenn du vermutest, dass der neue Eigentümer dir wegen Eigenbedarf kündigen will, ist es doch sinnvoll, jetzt schon auf die Suche zu gehen.

Und von daher denke ich ist eine Abfindung nicht nur fair sondern dringend notwendig.

Nochmal: Zeig dem Vermieter dein Entgegenkommen. Wenn du dich stur stellst, wird niemand auf die Idee kommen, dir eine Abfindung zu zahlen oder dir sonst irgendwie entgegen zu kommen.

Kommentar von Mignon2 ,

Aus deiner anderen Frage entnehme ich, dass die Wohnung noch gar nicht verkauft ist.

Verkauf der Eigentumswohnung ist kein Grund für eine Eigenbedarfskündigung! In diesem Falle wäre die Kündigung rechtsunwirksam.

Der Käufer ist Rechtsnachfolger des ehemaligen Eigentümers/Vermieters und tritt somit in den Mietervertrag als neuer Vermieter mit allen Rechten und Pflichten ein. Der alte Mietvertrag ist und bleibt vollständig rechtswirksam. Es ändert sich lediglich der Name des Vermieters.

Kommentar von neuerprimat ,

Ja richtig. Der Verkauf nimmt sozusagen gerade an Fahrt auf.

Kommentar von Genesis82 ,

Ich kann deinen Gedankengang nachvollziehen, aber sei dir sicher: Die Rechte der Mieter sind weitaus besser als die des Eigentümers. Auch eine Eigenbedarfskündigung ist nicht mal eben so ausgesprochen, da müssen eine Menge Dinge beachtet werden, damit sie wirksam ist. Je nach Mietdauer gelten auch längere Kündigungsfristen als 3 Monate. Wenn du bereits in eine Eigentumswohnung gezogen bist, dann hat man dich auf den Umstand hingewiesen und du wusstest von Anfang an, dass es zu einer Eigenbedarfskündigung kommen könnte. Wenn die Wohnung erst jetzt in Eigentumswohnungen umgewandelt wurde, dann weißt du auch rechtzeitig davon, denn bei erstmaligem Verkauf steht dir ein Vorkaufsrecht zu. Selbst wenn du dieses nicht nutzt, hast du damit schon vor der Kündigung Kenntnis von einem Verkauf und kannst eine neue Wohnung suchen.

Ich selbst sehe es aus moralischer Sicht dennoch genau wie du und mir käme nicht in den Sinn, meine Mieter wegen Eigenbedarfs zu kündigen. Nicht nur aus den von dir geschilderten Gründen, sondern auch, weil ich mich in dem Haus dann nicht wohlfühlen würde. Wenn die Nachbarn den Mieter mochten und ich ihn aus der Gemeinschaft unfreiwillig "entfernt" habe, um selbst einzuziehen, dann wird man mich aus Prinzip schon nicht mögen. Keine schöne Vorstellung einer guten Nachbarschaft...

Antwort
von Mignon2, 45

Wenn die Kündigung rechtens ist, dann hast du keine Chance. Du kannst zwar gegen die Kündigung durch alle Instanzen klagen, wirst aber alle Prozesse verlieren. Du trägst die Kosten sämtlicher Prozesse, also Gerichtskosten und Anwaltsgebühren, auch die Anwaltsgebühren des Vermieters. Das wird sehr teuer!

Es wäre also ziemlich dumm, irgendetwas "ausreizen" zu wollen, das schon von Anbeginn an zum Scheitern verurteilt ist.

Wie gesagt, das alles unter der Prämisse, dass die Kündigung wegen Eigenbedarfs rechtens ist. Für das Kündigungsschreiben gibt es bestimmte gesetzliche Vorgaben, die du ergooglen und danach Inhalt und Formulierung des Kündigungsschreibens prüfen kannst.

Es wäre viel sinnvoller, wenn du dich mit dem Vermieter darauf einigst, den Auszugstermin etwas zu verschieben bzw. die Kündigungsfrist zu verlängern.

Ansonsten lasse dich beim Mieterschutzbund beraten.

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