Frage von absoluterfreak, 59

Miete kündigen anders als im Vertrag, ist es gültig wenn der Vermieter zustimmt?

Hallo,

ich werde vermutlich morgen einen neuen Mietvertrag unterschreiben. Nun ist es so, dass ich laut meinem jetzigen Vertrag nur zum Ende des Monats und mit Einwurf-Einschreiben kündigen kann. Aber falls ich morgen kündige, wird das Einschreiben den Vermieter ja nicht mehr rechtzeitig erreichen, sodass ich für den November noch mitbezahlen müsste. Wenn ich nun mich mit dem Vermieter darauf einigen kann, dass ich trotzdem zu Ende Oktober oder Mitte November kündige und er das bestätigt mit Unterschrift, ist das dann rechtlich ok oder nicht, da es dem Vertrag widerspricht?

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Mietrecht, Mietvertrag, ..., 28

ich werde vermutlich morgen einen neuen Mietvertrag unterschreiben. Nun ist es so, dass ich laut meinem jetzigen Vertrag nur zum Ende des Monats und mit Einwurf-Einschreiben kündigen kann. Aber falls ich morgen kündige, wird das Einschreiben den Vermieter ja nicht mehr rechtzeitig erreichen,

Für mich ist das eine unwirksame Klausel.

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass es schriftlich sein muss. mit eigenhändiger Unterschrift und dass die Kündigung am dritten Werktag eines Monats beim Vermieter sein muss um zum Ende des übernächsten Monats wirksam kündigen zu können.

Ob man die Kündigung als Einwurfeinschreiben ( wird von Rechtsanwälten empfohlen), als normalen Brief oder durch persönliche Übergabe  bzw. Einwurf in den Briefkasten des Vermieters unter Zeuggen macht, kann der Vermieter nicht vorschreiben.

Wenn ich nun mich mit dem Vermieter darauf einigen kann, dass ich trotzdem zu Ende Oktober oder Mitte November kündige und er das bestätigt mit Unterschrift, ist das dann rechtlich ok oder nicht, da es dem Vertrag widerspricht?

Nicht nötig, da bei einer unwirksamen Klausel die gesetzlichen Bestimmungen gelten. Der Mietvertrag ist trotz unwirksamer Klauseln wirksam.

Also nicht unnötig Stress vor Vertragsabschluss machen, sonst wird vielleicht nichts mit dem Mietvertrag.

LG

johnnymcmuff

Kommentar von absoluterfreak ,

Hi, danke. Das ist schonmal gut, weißt du evtl ob ich auch per E-Mail oder Fax kündigen kann? Es ist halt das Problem, dass meine Wohnung von einer zweiköpfigen Erbengemeinschaft ist - Bruder und Schwester - die Schwester wohnt über mir, aber der Bruder wohnt sonstwo. Er steht aber als Vermieter im Vertrag. Daher gehe ich davon aus, dass es nicht gültig ist, wenn die Schwester die Kündigung bestätigt. Und wenn ich es einfach per Brief schicke, ist das Datum ja nicht wirklich bestätigt? 

Kommentar von anitari ,

Mietverträge müssen in Schriftform gekündigt werden. Das heißt auf Papier gedruckt/geschrieben und mit eigenhändiger Unterschrift. E-Mail oder Fax erfüllen die Bedingung nicht.

Ist nur der Bruder Vermieter muß sie auch an ihn gerichtet sein und an die Adresse geschickt die im Mietvertrag steht.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Fax oder mail reicht nicht:

§ 568 BGB
Form und Inhalt der Kündigung

(1) Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf der schriftlichen Form.

(2) Der Vermieter soll den Mieter auf die Möglichkeit, die Form und die Frist des Widerspruchs nach den §§ 574 bis 574b rechtzeitig hinweisen.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 29

Die Vorschrift einer bestimmten Zustellungsart ist unwirksam.

Du kannst dem Vermieter Morgen auch persönlich die Kündigung übergeben, persönlich in seinen Briefkasten werfen oder von einem Boten einwerfen lassen.

Dann ist die Kündigung noch zum 31.10.2016 wirksam.

Antwort
von imager761, 12

Handelt es sich um einen Formular- oder individuellen Mietvertrag?

Im ersten Fall känntest du das Kündigungschreiben mit deiner eigenhändiger Unterschrift zu üblichen Geschäftszeiten heute noch bezeugt offen übergeben.  Eine Übermittlung per Fax, E-Mail, whats app usw. wäre hingegen unzulässig, § 568 BGB.

Im zweiten Fall hat man sich an die ausgehandelten Vereinbarungen auch zu zu halten und eine fristschädliche Kündigung hinzunehmen, wenn man nicht rechtzeitig kündigen wollte.

In beiden Fällen kann man einen übereinstimmenden Aufhebungsvertrag zu beliebigen Datum schliessen. Was vermieterseits voraussetzt, zu dem Wunschtermin einen Nachmietvertrag geschlossen zu haben.

G imager761


Antwort
von DerHans, 31

Du musst dem Vermieter die SCHRIFTLICHE Kündigung bis zum 3. Werktag aushändigen. WIE du das machst, kann dir niemand vorschreiben.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 17

Selbstverständlich darfst du und dein Vermieter einen sog. Aufhebungsvertrag schließen, der ermöglicht, zu einem frühren Zeitpunkt als dem des Ablaufes der Kündigungsfrist wirksam wird.

Antwort
von tuedelbuex, 25

Der Vermieter ist Dein Vertragspartner. Sofern Ihr Euch einig seid, könnt Ihr abmachen, was Ihr wollt! Geschieht diese Kündigung im gegenseitigem Einvernehmen, ist sie durchaus rechtsgültig. Aber Du solltest Dir das schriftlich bestätigen lassen, um einer evtl. Meinungsänderung seitens des Vermieters vorzubeugen (was natürlich andersherum ebenso gilt, falls Du Deine Meinung änderst, er aber bereits mit einem Nachmieter einen Vertrag geschlossen hat)

Antwort
von Kathy1601, 25

Da musst du mit dem Vermieter reden

Kommentar von anitari ,

Ne, ihm die schriftliche Kündigung fristgerecht zukommen lassen. Das reicht.

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