Frage von ladymilli0n, 81

Methoden/Strategien um konsequenter in der Erziehung zu sein?

Hi,

kennt jemand vielleicht Methoden oder Strategien, wie man konsequenter in der Erziehung von Kindern sein kann?

Danke im Voraus :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Freiheit04, 43

- nichts androhen, was man nicht auf durchziehen kann, darf und will

- möglichst starker Zusammenhang zwischen "Vergehen" und "Sanktion", aber nicht auf eine "künstliche" Art

- keine dritten, vierten, fünften, 227ten Chancen gewähren (so lernt Dein Kind nur, dass es erst beim 228ten Mal ernst gemeint ist)

- kein Verhandeln, Konsequenz einfach mal durchziehen, es sei denn, man merkt, dass man zu viel angedroht hat

- im Bewusstsein haben, dass einen Kinder dafür LIEBEN können, wen man konsequent (und dabei fair und respektvoll) ist, denn Kinder LIEBEN und BRAUCHEN es zu wissen, woran sie bei einem sind

Willst Du sonst aber mal ein Beispiel geben für eine schwierige Situation? Und frag nach, wenn etwas nicht klar ist.

Kommentar von ladymilli0n ,

Hey :) 

Herzlichen Dank, alles super! 😊

Kommentar von Freiheit04 ,

Kann Dir übrigens noch das Buch "Das Geheimnis glücklicher Kinder" von Steve Biddulph empfehlen. Sehr interessant geschrieben, verständlich, mit guten Zusatzinfos, absolut alltagstauglich und komplett ideologiefrei.

Kommentar von kiniro ,

Ich halte es ja mehr mit "Zeit für Kinder" von Ekkehard von Braunmühl.

Kommentar von Freiheit04 ,

Habe ich nicht gelesen. Hast Du denn das von mir empfohlene Buch gelesen?

Kommentar von Freiheit04 ,

Danke für die Auszeichnung! 

Anmerkung zu meiner Antwort und meiner Person: 

Zumindest bei einer anderen Nutzerin habe ich mit meiner Antwort und/oder meiner Buchempfehlung einen schlechten Eindruck hinterlassen. Und meine Nachforschungen zu ihrem diesbezüglichen Kommentar haben mich darauf aufmersam gemacht, dass tatsächlich auch Leute mit ganz anderen Erziehungsstilen als ich sie favorisiere, Dir sehr ähnliche Tipps gegeben hätten. Ich möchte Dich daher darauf aufmerksam machen, dass ich Verfechterin eines sogenannt "autoritativen" (nicht "autoriären") Erziehungsstils bin. Und da dieser je nach - nennen wir es mal so - "Unterkategorie des Erziehungsstils" auch Erziehungsmethoden beinhaltet, welche ich klar ablehne, liste ich hier ein paar Dinge auf, die (meiner Meinung nach, ich bin allerdings überzeugt davon, damit Recht zu haben) in der Erziehung unterlassen werden sollten (die harmloseren Dinge) bzw. unterlassen werden müssen (die schlimmeren Dinge:

- Kind "zusammens*cheissen"

- Kind (richtig) anschreien

- Kind fertigmachen

- Kind demütigen

- Kind sich lästig fühlen lassen

- Kind nicht ernst nehmen

- Kind schlagen, prügeln, schubsen, schütteln, "klapsen", an den Haaren ziehen, durch die Gegend zerren und so weiter

- Kind ver*arschen bzw. sich auf Kosten des Kindes amüsieren

- Kind gegenüber grössere Körperstärke ausnutzen (z. B. Kind wegtragen, wenn es nicht von selber wo weggeht bzw. wohin mitkommt)

- Kind sich selbst überlassen 

- Kind überfordern

- Kind "kleinhalten"

- Kindes Autonomie nicht fördern bzw. deren Entwicklung (gezielt) verhindern

- Kind unnötig und ohne guten Grund kontrollieren

- Kind Desinteresse entgegenbringen

- Kind bösen Willen unterstellen

- Kind nicht Kind sein lassen

Kommentar von ladymilli0n ,

DANKESCHÖN, wirklich. Die hilfreichste Antwort, die ich seit meiner Anmeldung hier erhalten habe :)

Stehe auch zu dem autoritativen (= demokratischen) Erziehungsstil :) 

Und ganz genau: der ist nicht mit dem autoritären Erziehungsstil zu verwechseln! 

Kommentar von Freiheit04 ,

GERN GESCHEHEN, wirklich. :) Nur so in Kurzform geschildert zumindest würde es mich weiterhin interessieren, was denn Dein Beweggrund für die Ratsuche war. 

Kommentar von Freiheit04 ,

"Muss" jetzt doch noch etwas klarstellen.

Ich finde diese Bezeichnung "demokratischer Erziehungsstil" für einen autoritativen Erziehungsstil als irreführend, denn mein "fiktives Kind" und ich sind nicht gleichberechtigt, was zum Beispiel Entscheidungen betrifft. Ich habe als Erwachsene das letzte Wort, nachdem ich im Idealfall das Kind ernsthaft angehört habe. Ausserdem ist für mich "mein" Kind nur ein Kind:

- Nein, Du kannst nicht selber entscheiden, ab sofort erst um 22.30 ins Bett zu gehen. Du bist nur ein Kind (11 Jahre alt) und brauchst daher ausreichend Schlaf. Du bist nur ein Kind und kannst nicht abschätzen, welche Folgen zu wenig Schlaf auf Dich hat.

- Nein, Du musst nicht vier Tage lang die Verantwortung für Deinen zehnjährigen Bruder übernehmen. Du bist nur ein Kind (15 Jahre alt).

Dieser kleine Text fasst den autoritativen Erziehungsstil wie ich ihn würde leben wollen, gut zusammen:

"Das Kind wird mehr geachtet

Eine abgemilderte und positive Variante der autoritären Methode ist der sogenannte autoritative Stil. Hier wird ebenfalls starke Lenkung und Kontrolle ausgeübt und klare Regeln zugrunde gelegt, allerdings bei höherer Akzeptanz des Kindes. Das heißt: Eine offene Kommunikation ist möglich, bei der auch die Meinung des Kindes eine Rolle spielt, wenn auch das letzte Wort bei der erziehenden Person liegt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich diese Pädagogik im Gegensatz zu seiner strengen Form förderlicher auf die kindliche Entwicklung auswirken: Die Kinder genießen ein relativ hohes Maß an Sicherheit, besitzen soziale und intellektuelle Kompetenz und ein hohes Maß an Eigenkontrolle."

Antwort
von NicoleU, 29

Stimme Freiheit04 voll zu.

Zusätzlich noch:

-Konsequenz zeitnah oder bei kleinen Kindern immer direkt folgen lassen

-ganz wichtig aber auch - das Loben nicht vergessen. Wenn etwas das sonst nicht klappt einmal funktioniert oder eine im Vorfeld getroffene Abmachung eingehalten wird.

Richtiges loben: inhaltlich loben. Mit einem "toll" oder "das hast du gut gemacht" kann das Kind noch nichts anfangen. Sag was toll ist und wie du dich fühlst oder wie das Kind sich fühlt. "Ich freue mich richtig doll dass du dich an die Abmachung gehalten hast und den Fernseher nach dem Film ausgemacht hast."
"Jetzt bist du bestimmt auch froh dass du dein Zimmer so sorgfältig aufgeräumt hast. So kannst du hier gleich mit deiner Freundin tanzen ohne dass euch das Spielzeug im Weg liegt"
Hört sich im ersten Moment viel zu lang und umständlich an aber wird schnell zur normalen Sprache und für das Kind ist es wertiger und bringt auch was in seinem Verhalten.

Antwort
von Allexandra0809, 38

Zuerst brauchst Du viel Liebe, dann viel Geduld und zu guter Letzt noch starke Nerven.

Je nach Alter des Kindes kannst Du irgendwas androhen, wenn es nicht so macht, wie Du willst. Sollte sich aber immer im Rahmen halten. Vor allem sollte die "Strafe" auf dem Fuße folgen und nicht Stunden oder Tage später.

Wenn Du sagst "nein", dann muss es ein "nein" bleiben. Das Kind muss merken, auch wenn es noch so bittelt und bettelt oder tobt, es bleibt nein.

Ziehst Du das nicht durch, hast Du auf der ganzen Linie verloren.

Antwort
von kiniro, 18

Erziehung und Konsequenz = Dinge, die dem respektvollen Miteinander zwischen Erwachsenen und Kindern zerstörerisch im Weg stehen.

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