Frage von peace1287, 126

Messer mit Feststehender Klinge tragen?

Ich hab mir ein neues Outdoormesser gekauft. (Das Puma Catamount 2) Die Klinge wird vom Hersteller mit einer Länge von 11,9 cm angegeben. (Beim nachmessen kommt die Klinge sogar nur auf 11,7 cm) Darf ich das Messer am Gürtel tragen oder kann ich Probleme bekommen? Eigentlich sagt das Waffengesetz doch, dass feststehende Messer mit einer Klingenlänge unter 12 cm nicht unter das Waffengesetz fallen. Bin aber trotzdem unsicher, da es eine feststehende Klinge ist und die Klinge auch verhältnismäßig Breit ist. Bitte nur Antworten wenn ihr es sicher wisst. Danke.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DanielLR, 66

Ja, Du darfst das Messer führen, da die Klingenlänge unter 12cm ist. Die Klingenbreite spielt keine Rolle.

Kommentar von peace1287 ,

Also kann ich es theoretisch jederzeit am Gürtel tragen? (Das auf Großveranstaltungen etc das tragen verboten ist, weis ich natürlich) 

Und das die Klinge feststehend ist, spielt auch wirklich keine Rolle?

Kommentar von DanielLR ,

Das ist richtig. Da die Klinge unter 12cm ist und das Messer keine Waffeneigenschaften besitzt sollte es beim Führen keine Probleme geben.

Kommentar von peace1287 ,

Ok danke ;-)

Und noch eine Frage hätte ich an dich. Du sagst ja, dass es keine Waffeneigenschaften besitzt. Nach welchen Kriterien richtet sich das, ob ein Messer Waffeneigenschaften besitzt oder nicht??

Kommentar von DanielLR ,

Es gibt Waffeneigenschaften die eindeutig sind d.h dass messer mit dieser/ diesen Eigenschaften definitiv als Waffe zählen und es gibt andere Waffeneigenschaften be denen dann erst das Gericht oder ein bka bescheid entscheidet ob es sich bei einem Messer um eine Waffe handelt.

Zu den eindeutigen Waffeneigenschaften zählen:

-Tanto Klinge

- beidseitig geschliffene Klinge ( Dolch)

-Springmesser die nicht verboten sind ( Springmesser deren Klinge seitlich aus dem Griff springt, maxmal 8,5 cm lang sind und nich beidseitig geschliffen sind)

- Karambitmesser

- Bajonette

Die anderen Waffeneigenschaften sind:

- Gute Sticheigenschaften aufgrund der Klingenform und geringe eignung als Schneidwerkzeug

- Beschaffenheit des Griffs geht über der eines üblichen Schneidwerkzeugs hinaus

- besonders großes parrierelement ( Stück zwischen Griff und Klinge, dass die eigene Hand vor gegnerischen klingen schützen soll [ häufig an Schwertern])

- Gesamterscheinungsbild ist Waffentypisch

- Reflexionsschutz ( geschwärtzte Klinge)

- Hohlkehle

-Waffentypischer Name oder Hinweis des Herstellers ( wörter wie tac, tactical, military etc.) 

Ich bin mir sicher, dass es noch ein paar mehr Eigenschaften gibt, falls jemand noch welche weiss kann er die gerne in den Kommentaren ergänzen.

Kommentar von peace1287 ,

Sehr hilfreiche und informative Antwort. Danke dir.. ;-)

Kommentar von Laestigter ,

@DanielLR

Wo kann man das von den "eindeutigen" Waffeneigenschaften nachlesen? - Ich komme damit nicht ganz zurecht

Bisher dachte Ich immer, dass diese Eigenschaften bei einer "Bemusterung" nach WaffG §2 Abs. 5 "eher" eine Waffeneigenschft bejahen würden, aber sicherlich nicht so ein Messer als Waffe "Brandmarken"

Aber das was du schreibst bedeutet, daß Messer mit einer dieser Eigenschaften "eindeutig"  als Waffe gelten.

Ich finde das aber nirgendwo in einem Gesetzestext oder eine Verordnung dazu. Wo muss ich suchen? 

Beispiele, warum Ich frage:

Das Obere und Untere ist eine Waffe, das Mittlere nicht? - Nur weil das mittlere keine geschwärzte Klinge hat? (alles Real Steel 77)

http://i.ebayimg.com/images/g/UN0AAMXQlgtS4QfP/s-l400.jpg

Hier  Benchmade 275 mit Hohlklinge - (Hohlklinge= eindeutig Waffe?)

https://propaghandiblog.files.wordpress.com/2012/10/comp_s1055155.jpg

Und dann noch ein wunderschönes Survivalmasser,  ein TOPS Wilderness Guide 4.0 (mit SCHWARZER 10,8 cm Klinge)

https://propaghandiblog.files.wordpress.com/2012/10/comp_s10552391.jpg

Kommentar von DanielLR ,

Es kann sein, dass Du dich verlesen hast. Zu den eindeutigen Waffeneigenschaften zählen nur Tantoklinge, Dolch, Springmesser die nicht zu den verbotenen Gegenständen gehören, Karambits und Bajonette. Die anderen gehören zu den Waffeneigenschaften bei denen man beim führen Schwierigkeiten bekommen kann aber nicht muss.

Kommentar von Laestigter ,

Ok - also nicht jede schwarze Klinge, jede Blutrinne, jede dunkle Beschichtung bedeutet gleich "Waffe".

Kam etwas seltsam, rüber, aber trotzdem muss es doch dafür eine quelle gaben, also wo stand mal , dass diese "Merkmale" einem in Schwierigkeiten bringen können - das muss doch mal jemand als erster herausposaunt haben und die Quelle war sicherlich nicht die "Klotür", sonst würdest du es nicht ab und an als wirklich guten Kommentar bringen, denn deine Argumente und ausführungen sind eigentlichimmer für mich vorbildlich gewesen - nur bei dem Thema lese ich das immer nur, aber es kommt keine Quelle.

Wieso kann ein Messer mit einer Clip Point Klinge ein Werkzeug sein und das selbe Messer mit einer American Tanto Klinge ist evtl. eine Waffe (KaBar beispielsweise) - mit dem American Tanto kann Ich die selben Dinge machen wie mit der "üblichen" Klinge, der hintere Teil eignet sich genau so gut zum Draufschlagen um Feuerholz zu spalten und so weiter."

Es gibt sogar extra Survival Messer mit Tantoklinge..

Irgend ein Hinweis auf die Quelle wäre also gut, ansonsten sollte man eher auf den WaffG §2, Abs 5 verweisen, statt damit Leute abzuschrecken sich ein Messer mit einer schwarzen klinge zu kaufen, weil das "evtl" eine Waffe sein könnte. 

Nur so ein Vorschlag, aber vielleicht kommt ja noch eine Quelle, würde mich freuen.

Bis jetzt ist für mich alles an Messern, was nicht als Waffe eingestuft ist auch keine Waffe - und wie man weis, kann ein Bescheid auch abgeändert oder widerrufen werden..

Kommentar von DanielLR ,

Eigentlich alle meiner Beiträge sind aus dem Kopf geschrieben und nicht von irgendwelchen Seiten abgepinselt. Falls eine Frage auftauch, die ich nicht so direkt beantworten kann lese ich mich meist erst eine zeit lang in das Thema ein bevor ich die Frage beantworte.Warscheinlich meinst Du aber, dass ich die Gesetzesangaben machen soll, darum werde ich dann auch in zukunft bemühen. 

_________________________________________________

WffG §1

(2) Waffen sind

1.
Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände und
2.
tragbare Gegenstände,
a)
die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;
b)
die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, und die in diesem Gesetz genannt sind.

Meiner Meinung nach zählt die Tantoklinge definitv dazu.  Schon das tantō ( warscheinlich der vorgänger der tantoklinge) war / ist ein Kampfmesser. Ob etwas über tantoklingen explizit im WffG steht glaube ich nicht

Kommentar von Laestigter ,

American Tanto, wie es z.B. das KaBar hat ist eine ganz andere Klinge als ein Tanto.. Ich habe zumindest nichts im WaffG gefunden..

Was den Auszug aus dem WaffG betrifft - 08/15 Standard -  dananch ist auch meine Tischlampe (Bankers-Lamp) vor mir ein "tragbarer Gegenstand, der mit Sicherheit die Abwehrfähigkeit dessen herabsetzt, demn Ich die über die Rübe ziehe" - trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, die nachher (oder gar vorher)  als Waffe zu bezeichnen..

So sehe Ich das auch mit Messern mit Tantoklinge - wenn, dann müsste es doch mitlerweile einige Urteile dazu geben, daß solche Klingenschwarzen, Parierstangenstarken, Tantoklingen aufweisenden, ect..Messer in irgendeiner!! Verhandlung als Waffe eingestuft worden wären. Unwahrscheinlich, daß es immer nur Verhandlungen und Urteile wegen Butterflys gibt und nie! jemand mit einer Tantoklinge erwischt wird.

Das selbe gilt natürlich auch für die "Parierstangen" - wie groß, wie breit, keine Urteile, daß sowas eine Waffe "kennzeichnet" . Auch die meist abweisende dunkle Beschichtung vieler Survival-Messer als Waffeneigenschaft kann Ich in keinen Urteilen finden.

Zumindest weis Ich bis jewtzt nichts davon, und solange ist für mich beispielsweise ein Messer mit einer Klingenlänge bis 12cm und einer Tanto Klinge (american oder original) erst mal nur ein Messer, also ein Werkzeug, mit dem Ich Sachen zerschneiden oder das ich auch zum Heringe anspitzen oder holzhacken nutzen kann.

Ist mir halt aufgefallen, daß immer mehr in den Antworten so argumentiert wird (ohne jedwede Quelle dafür) daß z.b. eine "reflektionsarme Beschichtung" auf einer Klinge schon auf ein mögliches  "böses" Messer, sprich Waffe hinweist, was viele dann vom Kauf abhält. und das ist schade!

Kommentar von FloTheBrain ,

Haste aber gut abgeschrieben ;-)

Kommentar von DanielLR ,

Da diese frage  auftauchte und ich die Waffenmerkmale/ eigenschaften nicht alle auswendig weiss, habe ich mich teilweise an einem alten beitrag von Dir bedient.

Um die Frage von Laestiger zu klären habe ich das Bka kontaktiert. Laut Bka werden Messer mit Tantoklinge grundsätzlich als Waffe eingestuft. Zu den nicht eindeutigen Waffeneigenschaften wurde mir gesagt, dass z.B eine Hohlkehle ein Anhaltspunkt sei, das Messer als Waffe einzustufen, es aber auch auf die Gesamterscheinung des Messers ankomme und eine Hohlklinge also nicht zwingend alleine verantwortlich für eine Einstufung als Waffe wäre. Beim Parrierelement kommt es auf die Ausgestaltung ob das Parrierelement als Waffeneihenschaft gilt.

Kommentar von FloTheBrain ,

War auch nicht böse gemeint :-)

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