Frage von liquorcabinet, 59

Wie funktioniert das Meselson-Stahl-Experiment?

Hey Leute.

Aaalso mir fällt es schwer dieses Experiment zu checken. Egal wie oft ich mir Kram dazu durchlese, ich rall es nicht..

Bei dem ersten Versuch/bei der ersten Generation kam ja beim semikonservativen und beim dispersiven dasselbe Ergebnis raus. Bei beiden Banden hatte sich die DNA in der Mitte angesammelt. Konservative Replikation wurde ausgeschlossen, weil sich dort die DNA unten und oben ansammelte. Wieso wurde es deswegen überhaupt ausgeschlossen? Und wieso ging man davon aus, dass es nur semi oder dispersiv sein kann, weil die DNA da in der Mitte lag? Kann mir das vielleicht irgendwer in verständlich beantworten? (

Liebe Grüße

Antwort
von Wunnewuwu, 50

Schau dir nochmal die Cäsiumchlorid Dichtegradientenzentrifugation an. Bei dieser wandern schwere DNA-Fragmente weiter als leichte. 

Beim Meselson-Stahl-Experiment trat eine Bande "in der Mitte" auf, was einer halbschweren/ halbleichten DNA zugeordnet werden kann. Dieses Ergebnis kann nur damit begründet werden, dass bei der (semikonservativen) Replikation ein neuer (leichter) Strang an einen alten (schweren) gebunden wird.

Sollte die Replikation konservativ ablaufen, so ist ein sowohl eine schwere, als auch eine leichte Bande in der Säule zu erwarten. Was aber nicht beobachtet wurde.

Das dispersive Modell konnte auch nicht beobachtet werden. 

LG

(leichte und schwere DNA unterscheiden sich im Einbau von 14N oder 15N).

Kommentar von Wunnewuwu ,
Kommentar von liquorcabinet ,

Vielen lieben Dank für deine Antwort :)

Was wurde denn bei der konservativen Replikation beobachtet? Ich dachte da ergaben sich zwei Banden - die eine unten und die andere oben? 

Lag dann etwa nur eine schwere DNA (Bande?!) unten? Und wieso wurde das dann ausgeschlossen? Ich verstehe es einfach nicht :( Wenn bei der konserativen Geschichte davon ausgegangen wird, dass der Elternstrang als ganzes kopiert wird, dann können sich diese beiden Kopien doch ruhig unten anlagern?

Und wenn bei der semikonservativen eine Bande in der Mitte auftaucht, wieso weiß man da, dass es sich um den Elternstrang und einen neu synthetisierten handelt?

Und wieso wird dispersativ ausgeschlossen, nur weil die Bande sich fortwährend in der Mitte befindet?

Ich glaube mir fehlt komplett jegliches biologisches Verständnis :(

Existierten diese Ergebnisse eigentlich überhaupt? Weil in tierischen Mechanismen gibt es ja die konservative und dispertative Replikation gar nicht - wie kann die dann da mit dem Nährboden aus Bakterien funktioniert haben?

Und was wäre das bei dispersativ für eine Aussage? Man kann die dispersative Replikation ausschließen, weil...? Woher wollte man wissen, ob das nicht richtig war, dass die DNA sich immer so komplett vermischt?! :((((

Kommentar von Wunnewuwu ,

Vorneweg: Das Experiment ist ein Nachweis, dass die Replikation semikonservativ stattfindet. D.h., die theoretischen Ergebnisse der anderen Modelle hat man NIE beobachtet, sodass man sie daher ausgeschlossen hat. Die Durchführung des Experiments führt immer wieder zum gleichen Ergebnis, dass nur mit dem semikonservativen Modell übereinstimmt.

Man hat schwere Elternstränge (15N) und die Töchterstränge können nur mit 14N Nucleotiden synthetisiert werden (sind also leicht).

Die beobachtete Bande befindet sich in der "Mitte". Das heißt, Eltern-Einzelstrang (15N) und 14N-Einzelstrang stellen den neuen Tochterstrang dar. Das heißt die Replikation findet semikonservativ statt.

Wenn sie nicht so ablaufen würde, würde man andere Ergebnisse beobachten, was man aber nicht getan hat!

LG


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