Merkwürdige Situation beim Erstgespräch für Therapie - Waren diese Fragen normal?

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7 Antworten

  • Nun, Gespräche über Sexualität sind normal und sehr viele junge, depressive Patientinnen haben leider auch Sexualprobleme -- willfährige Kontakte, lassen sich ausnutzen, haben Orgasmusschwierigkeiten, lassen sich für SM missbrauchen und so weiter. Da macht es schon Sinn, dass ein Therapeut auch diese Aspekte einbezieht und der jungen Frau zu einer selbstbestimmten, erfüllten Sexualität verhilft und sie erkennen lässt, was eigentlich gut für sie ist, was sie wirklich will und genießt und wo sie sich ausnutzen oder missbrauchen lässt.
  • Auf der anderen Seite sollte ein Therapeut natürlich das Feingefühl haben, erst Vertrauen aufzubauen und dann solche intimen Themen anzusprechen. Zudem sollte er spüren, ob du dich bei solchen Themen wohlfühlst oder abblockst. In diesem Falle hätte er vorsichtiger vorgehen sollen und nicht so stark nachhaken müssen. Es wäre ohnehin besser gewesen, erst einmal mit einigen konstruktiven, hilfreichen Sitzungen Vertrauen aufzubauen und dich dann selbst über Sexualität sprechen zu lassen.
  • Dir muss aber nichts davon peinlich sein. Sei ehrlich und offen, nur so kannst du dir helfen lassen. Und ja, bitte erkenne, dass offensichtlich auch deine Sexualität in Mitleidenschaft von deinen psychischen Problemen gezogen ist. Wenn das so stimmt, was du schreibst, dann hast du auch da erhebliche Probleme mit Selbstbestimmung und Kontrolle.
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Nein, das ist nicht normal.

Erstens sollte das Erstgespräch zum Beziehungsaufbau und Anamnese Erhebung und erster Entlastung dienen, zweitens am Problem orientiert sein und am wichtigsten: Empathie und Einhaltung der Grenzen (auch nicht offen kommunizierter) sind die Basis einer guten Therapie.

Du solltest dich an die Frau wenden und/oder dich bei der Krankenkasse und/oder der kassenärztlichen Vereinigung melden, damit sowas nicht auch anderen passiert. Man wird auch nicht mit dem Therapeuten konfrontiert sondern bleibt anonym.

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sehr merkwürdig. Normalerweise stellt man im Erstgespräch solche Fragen nicht, da der Patient/Klient dafür gar nicht offen ist. Das wäre eine massive Grenzüberschreitung.

Ich kann mir keinen Grund vorstellen, der solche Fragen rechtfertigt. Sonderbar!!!! Gut, dass du da nicht hingehst.

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Mich wundert schon, dass das alles in einem Erstgespräch angelaufen sein soll.... Suche dir jemanden, zu dem du Vertrauen haben kannst, und vielleicht ist es für dich gut, wenn du eine Therapie bei einer Frau machst. Ob eine Gruppentherapie das Richtige zum jetzigen Zeitüunkt für dich wäre, frage ich mich auch. Fange langsam an..... Vertrauen muss wachsen.

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Kommentar von calisira
29.10.2015, 23:15

Ja , mich auch aber das war echt das Erstgespräch ...so komisch es sich anhört .. War selber schockiert ..

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Das klingt unprofessionell. Solche Fragen sind generell erst zulässig, wenn eine entsprechende Vertrauensbasis zwischen Therapeut und Patient aufgebaut werden konnte. Du als Patient darfst selbst bestimmen, worüber du reden möchtest und kannst. Natürlich ist es aber wenig hilfreich, wenn du dem Therapeuten wichtige Inhalte vorenthälst. Ich würde an deiner Stelle einen anderen Therapeuten aufsuchen. Mein Therapeut hat mich erst nach einigen Sitzungen zu intimeren Themen befragt, worauf ich mich im ersten Moment relativ peinlich gerührt fühlte, er dies aber registrierte und er fragte, ob ich mich nun beschämt fühle. Kompetenz in der Psychotherapie bedeutet auch, empathisch zu sein bzw. Einfühlungsvermögen/Gespür für den Patienten zu haben, der ihm gegenüber sitzt. Trotz der häufigen Asynchronität der Beziehung darf der Therapeut seine "Macht" niemals zu ungunsten des Patientens missbrauchen.

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Ich kenn mich da nicht aus aber da das nichts mit deiner Situation zu tun hat wundert es mich sehr..!
Entweder du fragst warum er das fragt oder Nächstesmal sagst du laut und bestimmt: ich möchte das nicht beantworten !

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Das kommt darauf an: User Kajo schreibt ja auch etwas dazu.... 

Man darf nicht unterschätzen, wieviel sexuelle Frustration (sei es aus einer falsch verstandenen Freizügigkeit oder aus einer unterdrückten Sexualität heraus) Depressionen entstehen

Dass der Therapeut mit einer Frau zusammen diese Fragen vorbereitet hat lässt auf ein konzeptionelles Vorgehen schließen.

Zudem darf man nie vergessen, dass Du in der Vorgeschichte oder in den ersten Gesprächsminuten vielleicht selbst Signale zu diesem Thema ausgesandt hast: Unbewusst,--- aber für einen guten Therapeuten deutlich lesbar (was wiederum eher für den Therapeuten spräche)

Aber alles was wir hier tun, ist gerade Kaffesatzleserei: Wir wissen nicht was den Therapeuten antrieb, was die Auslöser waren, wie Du Dich verhalten hast... die Vorgeschichte die Dich zu dieser Praxis geführt hat... und - last not least - was der Therapeut an Vorinformationen über Dich schon hatte (einen Arztbrief der letzten Klinik oder Deines Hausarztes zum Beispiel)

Das einfachst ist - Frag beim nächsten Mal nach: Auch dass Dir das unangenehm war und Du keinen Zusammenhang erkennen kannst, der mit den grundsätzlichen Problematiken Deines Lebens zusammenhängt.

Wenn er Dir darauf eine Antwort geben kann... o.k. - wenn nicht... ist klar, ´ne?


Sincerely, Norbert

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