Frage von Maria33322, 199

Merkt meine Psychologin / Therapeutin dass ich Gefühle für sie habe?

Hey :) hab bereits eine ähnliche Frage gestellt aber die ist jetzt ein bisschen konkreter..
Ich bin mir ziemlich sicher dass ich diese Gefühle habe.. Sie ist perfekt.. Und das macht mir auch Angst.. Sie beschäftigt sich in letzter Zeit sehr stark mit mir wegen eines Projektes..
Deshalb meine Frage.. Merkt sie es, dass ich total verrückt nach ihr bin? 🙈
Dankbar für jede Antwort!

Antwort
von Seanna, 53

Vermutlich. Ansprechen Word sie es aber von sich aus nicht, solang es die Therapie nicht behindert, um dich nicht bloßzustellen.

Es ist völlig normal, positive Gefühle für den Therapeuten zu entwickeln.

Sie ist für dich da, hört zu, ihr redet über all deine Probleme, sie gibt dir Bestätigung, Anerkennung, Verlässlichkeit, emotionale Wärme und Nähe, nimmt dich ernst und wichtig, respektiert dich und deine Grenzen, ist super-verständnisvoll und toleriert alle deine Macken. Das macht - mehr oder weniger - jeder gute Therapeut so und nennt sich therapeutische Beziehungsgestaltung.

Diese Gefühle, die Verliebtheit sehr ähneln, helfen Vertrauen aufzubauen und sich zu öffnen, so dass Probleme bearbeitet werden können. Das wissen Therapeuten und das wird auch positiv gesehen und genutzt.

Zu unterscheiden ist davon reales Verlieben, also nicht nur das positive Gefühl, sondern echtes reales Interesse an der Therapeutin als Frau, als Privat-Mensch, mit allen Macken und Fehlern. Denn privat sind die natürlich nicht 24/7 verständnisvoll und loving caring... sondern ganz normale Menschen, die auch Bedürfnisse haben, die auch erfüllt werden wollen, Macken, die man uu hasst und Vorlieben oder Abneigungen, die evtl nicht zu einem passen, Andere Interessen, Sympathien usw. Man lernt den privaten Menschen ja gar nicht kennen in der Therapie, auch wenn jemand "viel von sich erzählt".

Zurück zum verliebt sein: auch "echte" Liebesgefühle bedeuten nicht das Ende der Therapie. Jedenfalls nicht zwangsläufig. Sollten sie jedoch behindern zb indem das nur noch Thema ist, der Patient sich nicht mehr auf die Themen konzentriert oder der Patient nichts mehr anspricht, um sich attraktiv zu machen indem er nur noch seine Schokoladenseite zeigt, dann muss es thematisiert werden.

Auch das ist nicht schlimm und nicht absolut selten. Jedoch sollte es dann schon so aufgelöst werden. Ist das unmöglich - und ERST DANN - wird sie mit dir reden und dich an einen Kollegen überweisen. Aber 100% nicht ohne es zu thematisieren und drüber zu reden.

Heikel wird es auch, wenn der Therapeut sich selbst verliebt (was aber so gut wie nie passiert, da professionell und ein hilfsbedürftiger und problembeladener Patient idr nicht ins "Beuteschema" eines Therapeuten fallen) und damit nicht mehr umgehen kann. Aber auch dann spricht er/sie das an bevor was passiert.

Was zu 100% NICHT passieren darf, ist sexuelle oder über das Professionelle hinaus gehende körperliche Kontakte sowie private Treffen. Das würde das Ende der Therapie bedeuten und wäre hochgradig übergriffig und unprofessionell. Es würde dir auch schaden, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht so siehst.

Generell aber solltest DU deine Gefühle ansprechen. Das kommt bei jedem 4. Patienten vor, dass Gefühle ähnlich Verliebtheit vorübergehend oder länger auftauchen. Therapeuten sind den Umgang damit gewohnt, und es entlastet beide sehr, wenn es nicht mehr unausgesprochen im Raum hängt. Vor allem aber entlastet es DICH.

Auch wenn du lesbisch oder bi bist, verhält sich das nicht anders und kann ebenso angesprochen werden. Das macht keinen Unterschied.

Und ein paar persönliche Erfahrungen: ich habe einige Therapien hinter mir und für jeden meiner Therapeuten in irgendeiner Art und Weise positive Gefühle entwickelt, vorübergehend oder auch dauerhaft. Und es hat sich fast jedes mal (zumindest zeitweise) angefühlt wie Verliebtsein, egal ob Mann oder Frau und egal welchen Alters. Aber es hat die Therapie nie behindert.

In einigen Therapien habe ich es angesprochen (wir reden sogar oft darüber, im Sinne des Therapieziels, nicht als Selbstzweck oder Problem), in manchen nicht, aber es war trotzdem mehr als offensichtlich.

Peinlich war mir das nie. Allerdings hätte ich auch mit keinem privat etwas anfangen wollen. Bin sogar sicher, niemand von denen hätte privat zu mir gepasst. Aber arbeiten konnten (können) wir gut zusammen, und darum geht es ja.

Keiner kam übrigens auf die Idee, mich wegen der Gefühle an jemand anderes zu verweisen.

Ich gehe damit so um, dass ich mir diese Gefühle einfach lasse und mich darüber freue. Ist doch was schönes, grade wenn man sich mit Vertrauen und Nähe sowieso schwer tut. Und die, bei denen das ein "offenes Geheimnis" ist, lassen mir das ebenso und behandeln mich deshalb nicht anders oder reden mir das aus.

Antwort
von Dahika, 71

Klar merkt sie das. Da das aber ein sehr häufiges Phänomen während einer Therapie ist, kann sie das einordnen und nimmt es nicht persönlich.

Rede ruhig mit ihr darüber.

Antwort
von Smartypants1, 53

Als Psychologe merkt man meistens, wenn der Patient Gefühle für einen entwickelt. Das ist ein nachvollziehbares Phänomen (Therapeuten begegnen dem Patienten tolerant, einfühlsam, hilfreich etc.). Wenn du offen darüber redest, kann man das sehr gut als therapeutisches Thema bearbeiten. Teilthemen wären beispielsweise: Warum fühlst du dich zu ihr hingezogen? Liegt das wirklich an ihr als Person, oder daran, wie sie sich dir gegenüber verhält? Darüber kannst du einiges über dich selbst lernen.

Dir sollte klar sein, dass ein Therapeut im Umgang mit Patienten anders ist, als privat. Es ist Teil des Berufs, empathisch, tolerant, hilfsbereit, ein guter Zuhörer etc. zu sein. Das ist im privaten Bereich nicht zwingend so, das heißt, du hast von vorneherein ein verzerrtes Bild der Therapeutin. Außerdem wird ein Therapeut niemals eine unprofessionelle Beziehung zu einem Patienten eingehen, weder auf freundschaftlicher noch auf romantischer Basis.

Kommentar von Maria33322 ,

Danke ja ich weiß dass das nie passieren wird, aber ich fühle mich als würde ich sie kennen.. Sie erzählt auch mal von sich etwas und sieht in mir sich selber als sie in meinem Alter war..

Kommentar von Smartypants1 ,

Eine Therapie ist FÜR DICH gedacht. Das heißt, alles, was deine Therapeutin dir sagt, dir in irgendeiner Art und Weise helfen soll. Das verbinden mit dem Leben des Therapeuten ist häufig ein Mittel, um dem Patienten zu zeigen, dass er nicht alleine ist und nicht als einziger Mensch die Probleme hat, die ihn zu einer Therapie bewegen. Du solltest diese Anekdoten dazu nutzen, zu realisieren, dass nicht nur du Probleme hast, sondern, dass die auch andere Menschen kennen. Außerdem kannst du es als Ansporn nehmen, dass jemand, der dir früher ähnlich war, jetzt so toll ist, dass du sie so bewunderst. Allerdings ist eine Therapie wie gesagt für dich da, die Erzählungen des Therapeuten sollten also nicht überhand nehmen.

Antwort
von JZG22061954, 48

Wenn es sich hierbei um eine erfahrene Psychologin handelt bei der Du in Behandlung bist, wovon ich eigentlich auch ausgehe, so vermute ich durchaus auch, das sie es früher oder später auch sozusagen spitz bekommen wird, was Du für sie empfindest. Dabei stellt sich dann natürlich die Frage, wie deine Psychologin mit diesem Wissen respektive mit dieser Vermutung um deine Gefühle für sie letztendlich umgehen wird und sicherlich hat sie dafür auch mehrere Optionen zur Verfügung.


Antwort
von WelleErdball, 78

Ein Therapeut ist kein Hellseher. Wenn es keine erkennbaren Anzeichen gibt wird sie das natürlich nicht merken. Dennoch würde ich dir empfehlen das zu thematisieren. Es gibt viele Klienten die sich in den Therapeuten verlieben. Für sie wäre es ein wichtiger Anhaltspunkt um mit dir therapeutisch weiterzuarbeiten.

Antwort
von WanderIgelchen, 86

Sowas kann man schon an Blicken erkennen. Ich sehe schon oft von Blicken her, ob die Frau mir gegenüber ebenfalls auf Frauen steht :D Aber ich denke nicht, dass sich ihre Vermutung, die sie vielleicht hat auch bestätigt, weil ihr NUR über deine Psyche redet und du ihr ja keine Komplimente machst oder flirtest^^

Antwort
von Phantom15, 68

Du kannst ihr auch direkt sagen wie es um dich steht. Auch weil du sicher nicht die erste wärst die sich in ihre Therapeutin verliebt. Wenn Du es ihr sagst, dann besteht die Möglichkeit das sie dir vorschlägt eine andere Therapeutin zu nehmen oder einen Therapeuten. Vor allem dann, wenn es deiner Therapie hinderlich wird.

Antwort
von needhelp1212, 63

Psychologen merken das sicher. Sieh's als Ansporn für die Therapie.

Antwort
von MrBurner107, 78

Wenn ja, dann ist es sehr unprofessionell und verantwortungslos von ihr, weiterhin mit dir zu arbeiten. Solche Gefühle dem Therapeuten gegenüber bedeuten normalerweise den sofortigen Abbruch der Therapie, weil keine klare Grundlage mehr vorhanden ist, auf der man sich begegnet.

Kommentar von Maria33322 ,

Genau davor habe ich panische Angst.. Stehe dann komplett alleine da.. Deshalb ja die Frage.. 🙈 sie darf es niemals merken sonst weiß ich einfach nicht mehr was ich machen soll :(

Kommentar von MrBurner107 ,

Wäre es dann nicht vielleicht sogar klüger, wenn du dir jemand anderen suchen würdest? Deine Gefühle erschweren die Zusammenarbeit für dich ja am meisten.

Kommentar von Dahika ,

Im Gegenteil. Diese Übertragungsgefühle sind sehr wertvoll in der Therapie.

Kommentar von Dahika ,

Du musst dir deswegen keine Sorgen machen. Das führt nicht zum Therapieabbruch. So ein Quatsch. Es ist wichtig, mit ihr darüber zu reden. Sie wird sich auch nicht erschrecken oder zurückweichen, sondern damit arbeiten können. Sie weiß nämlich, dass das unglaublich oft vorkommt und völlig normal ist. Wie gesagt, es gibt für dieses normale Phänomen auch einen Fachbegriff: "Übertragung."

Kommentar von Maria33322 ,

Halleluja nein 😱 ich war schon mal für ein paar Gespräche bei einer Anderen aber das war einfach kein Vergleich und ich konnte mich kein bisschen öffnen, hab auch nie die Aufgaben gemacht oder so..

Kommentar von Dahika ,

So ein gequirlter Quatsch. Den Abbruch der Therapie würde es bedeuten, wenn der/die Therapeutin solche Gefühle entwickeln und nicht mehr kontrollieren könnte. Der/die Patient/in darf fühlen, was er/sie will.
Dass sich ein/e Patient/in in den/die Therapeut/in verliebt, ist die normalste Sache von der Welt. Man nennt es mit Fachbegriff "Übertragung." Kein fähiger Therapeut nimmt das übrigens persönlich. Erst wenn er/sie selbst nicht damit umgehen kann und sich ebenfalls verliebt, wird die Therapie beendet.

Aber die Verliebtheit des Klienten in den/die Therapeutin ist völlig normal. Gegen Ende der Therapie löst sich das übrigens wieder auf.

Kommentar von Maria33322 ,

Dankeschön :) das muntert mich schon mal ein bisschen auf. 🙈 da sie noch sehr jung ist, weiß ich aber nicht ob sie schon so viel Erfahrung gemacht hat um damit umzugehen..

Antwort
von Schewi, 69

Woher sollen wir das wissen? Das kannst nur du beurteilen

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