Frage von Lilatsch, 221

Merkt mein Pferd eigentlich wie viel ich für es mache!?

Hallo! Ich (14) lebe seit ich denken kann, auf dem Land. Das ist herrlich und ich hatte eine unbeschwerte Kindheit. Allerdings habe ich eine Frage: ich habe ein Pferd vom Nachbarn geschenkt gekriegt als ich 10 Jahre alt war. Ich weiß nicht, was sich dieser Mann dabei gedacht hat, damals fand ih es cool, aber heute... Naja, ich hab den Wallach sofort liebgewonnen und könnte mir ein

 Leben ohne ihn nicht vorstellen. Wie gesagt, ich lebe auf dem Land und es gibt kaum Kontakt zur Außenwelt. Ich habe mich für Pferde immer interessiert, und bin früher auch in einem Ponyreitstall geritten, ganz in der Nähe von hier. Der hat leider zu gemacht, weshalb ich die Pferde dort nicht mehr reiten kann und seit zwei Jahren keinen Unterricht mehr nehme. Früher stand mein Haflinger-Araber dort in dem Stall, doch dann hat der geschlossen. Nur ein einziger Mann in diesem Kaff hat ein Pferd. Ein Oldenburger, den er mal für seine Nichte gekauft hat, doch seit die die Intresse fürs Reiten verloren hat, steht er bei ihm nur noch rum. Ich habe ihn eines Tages gefragt ob ich mein Pferd nicht einfach dazu stellen kann. Jetzt Teil er sich mit ihm die Koppel. Außerdem hat der Mann auch noch einen Stall mit zwei Boxen. Das ist gut, den jetz hat mein Pferd wenigstens einen Weidekumpel und einend Unterstand, dich trotzdem hat sich seit dem Schließen des Ponystalls einiges verändert... Also er noch dort stand, hatte er eine Box mit Vollpension, täglichem Weidegang und ich kam nachmittags hin, um Unterricht auf ihm zu nehmen. Mittlerweile muss ich alles selber machen. Ich steh um halb fünf auf um um Fünf bei der Weide zu seien. Dort gebe ich Heu, überprüfe die Selbsttränke und miste die Koppel ab. Nachdem die Pferde gegessen haben, lasse ich sie raus und miste die Boxen aus. Mittlerweile ist es sieben Uhr, also gehe ich nach Hause, frühstücke, und fahre zur Schule. Nach der Schule gehe ich sofort zum Stall und füttere Wiese Heu. Dann putze ich beide Pferde und reite maximal 20 Minuten auf meinem Pferd. Danach stelle ich ihn wieder auf die Weide und mache mich daran, Futter für den Abend einzuweichen und zu mixen. Beide kriegen total aufwändiges Futter mit dem man gut zwei Stunden dauert. Wenn ich damit fertig bin gebe ich Rapunzel ( dem Weidekumpel) sein Medikament und meinem pferd seine täglichen Kräuter. Jetzt ist es halb acht und ich bringe die beiden rein. Dort füttere ich nochmal und bereite das Heu für morgen vor. Um halb neun bin ich schließlich zu Hause und kann essen. Hausaufgaben und so verschiebe ich auf die tägliche Bahnfart zu Schule. Ich setze mich nochmal an den PC um nach Reitställen in der Nähe zu suchen, wo ich Rapunzel und mein Pferd einstellen könnte. Bis jetzt noch nicht gefunden. Ich gehe dann um halb zehn ins Bett um um elf endlich schlafen zu Können. Der Wecker klingelt schließlich um halb fünf....

Diese ganze Arbeit ist für mich Alltag geworden. es mach mir Spaß, doch es ist anstrengend. Ich habe aber das Gefüh, das mein Pferd nicht merkt, wieviel Mühe

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 83

hi,

natürlich merkt das pferd nicht den aufwand, den du jeden tag hast.

wenn man für ein tier die verantwortung übernimmt, ist das tier deinem verantwortungsbewusstsein ausgeliefert. wenn wir tiere in gefangenschaft halten, sind wir dafür verantwortlich, dass es ihnen gut geht. die tiere haben einen anspruch darauf.

einen selbstverständlichen anspruch.

ich finde es klasse, mit welcher selbstberständlichkeit du deinen tagesablauf nach den pferden richtest.

ich würde eigentlich sagen, du könntest etwas "straffen", indem das abendfutter weniger aufwendig gemacht wird. ich weiss ja nicht, was du da zubereitest - aber ich bin sicher, dass brauchen die pferde nicht. eine handvoll hafer mit mineralfutter genügt. und ansonsten brauchen sie heu.

aber danken tut dein pferd dir das schon.

ich wette, wenn du hier manche problemchen liest, mit denen gleichaltrige mit ihren pferden zu kämpfen haben oder diese "wie kann ich meine eltern zu einem pferd überreden", , kannst du innerlich nur darüber grinsen.

du wirst mit deinem pferd mit sehr viel selbstverständlichkeit umgehen. zum verhätscheln und verzärteln bleibt keine zeit. und genau das ist es, was dein pferd dir dankt. es dankt es dir, indem es unproblematisch im umgang sein dürfte. es dankt es dir, indem es dich leise anbrummelt wenn du kommst und indem es zufrieden ins stroh schnaubt,  wenn du mit dem saubermachen fertig bist.

und - erwarte bitte nicht zuviel, wenn du wieder einen stall gefunden hast.

du wirst oft verständnislos den kopf schütteln. du bist den andern in deinem alter und vielen erwachsenen pferdebesitzern um lichtjahre voraus.

du bist gut für diese beiden pferde - denn du bist für sie da.

Kommentar von Lilatsch ,

Danke für die liebe Antwort! Ja, es stimmt, den Abend-aufwand habe ich mittlerweile gestrichen :) Und über manche fragen hier kann mn echt nur den kopf schütteln :)

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 85

Nein - wie auch.

Ein Pferd lebt sein leben und du lebst dein leben - ihr verbringt nur eine sehr kurze Zeit am Tag zusammen, die meiste Zeit ist es auf die Sicherheitsgebung des anderen Pferdes angewiesen.

Weder Tiere noch Kinder werden Dankbarkeit zeigen für etwas das jemand für sie getan hat. Sie bemerken es nicht mal.

Such weiter nach einem Einstellerstall - irgendwo in eurer Nähe muß es ja etwas geben.

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 34

Nein, dein Pferd wird von dem ganzen Aufwand den du betreibst kaum bzw nichts mit bekommen.

Ich finde es vorbildlich dass du dich so intensiv kümmerst und eine gute Versorgung der Tiere sicher stellst. Allerdings bist du erst 14 und hast deine ganze Zukunft noch vor dir. Schule ist wichtig und sollte auf jeden Fall vorgehen.

Sollte dir die Versorgung zu viel werden, dann solltest du unbedingt das Gespräch mit deinen Eltern suchen. (Eine Lösung findet sich immer). Vielleicht findest du ja tatsächlich einen passenden Stall in deiner Nähe wo die beiden Pferde unter kommen könnten.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 22

Ach Mädel - das geht so nicht weiter! Du hast das Pferd mit Einverständnis Deiner Eltern annehmen dürfen und sie haben es Dir anfangs auf ihre Kosten in Vollpension stehen lassen - richtig?

Dann sprich jetzt noch mal mit ihnen! Oder hast Du Angst, sie würden Deinen Schatz dann verkaufen wollen?

Das ist auf Dauer alles zu viel für einen Teenager, auch wenn die Freude jetzt noch überwiegt. 

- Dankbarkeit im eigentlichen Sinne kennt kein Tier. Und der Besitzer des Oldenburgers offensichtlich auch nicht. Der nutzt Dich total aus! ( auch wenn es ihm vielleicht  so wenig wie den Pferden bewusst ist, was Du alles machst)

Du machst Dich so kaputt und hast nachher keine ordentliche Ausbildung!

Antwort
von glofaxa, 114

Da musst du leider durch bis du einen Ersatz Stall gefunden hast :/ , aber was mich eher wundert warum du für das andere Pferd auch so viel tust?
Naja Aufjedenfall musst du schauen dass du irgendwie klarkommst bis du einen anderen Stall findest , viel Glück dabei :D

Kommentar von Lilatsch ,

Danke schön für die Antwort. Naja, ich darf ja die Koppel und das Heu umsonst benutzen, da kümmer ich mich natürlich auch um das andere Pferd. Allerdings: 2 Pferde = mehr Arbeit...

Antwort
von Lynnfee, 26

Ich glaube nicht dass das Pferd merkt was du für es tust...

Du hast ganz schön viel Arbeit jeden tag. Warum suchst du nicht übers Internet eine Pflegebeteiligung für das andere Pferd ( also für das von dem Mann ), die dir bei der Stallarbeit hilft.. Und eben das Pferd putzt, und vielleicht mit ihm spazieren geht. Eben für ein paar Tage in der Woche :) 

Antwort
von pipepipepip, 102

Was erwartest du denn von dem Pferd? Dass es vor dir steht und ,,danke" sagt?

Kommentar von Lilatsch ,

Natürlich nicht, aber manchmal ein bisschen Anerkennung. Ich stehe so früh auf und das jeden Tag für die beiden. Und ich habe einfach das Gefühl das ihm das voll egal ist. Er interessiert sich nicht für mich, hat kaum Lust am arbeiten, rempelt mich an, und so weiter. Als wir in dem anderen Stall waren, war das komplett anders! Er hatte immer Lust zum arbeiten, wieherte mir zu, ließ sich freiwillig von der Weide holen und was ein Freund! Heute vergeht keine Stunde ohne runterfliegen, ohne Bocken. Du weißt gar nicht, was für ein schlimmes Gefühl es ist wenn dein eigenes Oferd vor die wegläuft und fremde Leute es dir zurückbringen! Für ihn bin ich von der Freundinn und treue Besitzerin zum Futter-Mädchen geworden, das sich nur um ihn kümmert. Er behandelt mich echt doof. Ich werde auch nicht sauer auf ihn, weil das nichts bringt, aber ein kurzes ,,danke" fand ich echt nett. Merkt er denn überhaupt wieviel ich mich um ihn kümmer und sorge?

Kommentar von friesennarr ,

Mädl - das ist ein Pferd - kein Mensch.

Er hat sein leben und du deines - so wie du in deiner Story erzählst, machst du viel zu viel (wenn du tatsächlich so viel machst) weil nicht mal als ich meine Pferde in einem Selbstversorgerstall hatte hatte ich so viel Arbeit mit ihnen wie du hier beschreibst.

Ist es nicht vielmehr so, das du vor lauter Arbeit ums Pferd nicht mehr zum reiten kommst, und dich das eher stört und das Pferd eher das bemerkt?

Und das die Probleme mit der Rittigkeit des Pferdes daher kommen, das du keinen Unterricht mehr mit ihm nimmst?

Irgendwo in eurer Nähe muß es doch einen Stall geben, indem du ihn unterbringen kannst.

Kommentar von Urlewas ,

Er merkt nichts davon, wie viel Du dich um ihn kümmerst.

Er würde es merken, wenn Du Dich viel in Ruhe einfach MIT ihm abgibst. Aber dafür hast Du ja vor lauter Arbeit keine Zeit mehr. Und dass er Dcih anrempelt, zeigt, dass er den Respekt vor Dir verloren hat. Womöglich genau deshalb, weil er spürt, dass Du überfordert bist. Du sagst, es macht Dir nichts aus - Jugendliche merken selber oft nicht, wenn sie zu wenig schlafen. Aber Zuerst merken es die Lehrer, als nächstes die Eltern und ganz gewiss auch das Pferd...

20 Minuten reiten ist auch zu wenig für das Pferd, selbst, wenn es auf der Koppel steht. Da laufen die von allein nämlich auch nicht sehr viel. 20 Minuten sollte man zu Beginn ja Schritt reiten - danach geht es erst richtig los mit der notwendigen Bewegung...

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