Frage von TheophilSchnitl, 199

Merkel in der DDR?

Ich bin ja ein Österreicher und habe damit nur einen Aussenseiterstandpunkt, aber wie kann es in Deutschland sein, das eine Angela Merkel, die *nachweislich* bis zu ihrem 35 Lebensjahr in der DDR zugebracht hat, heute die Geschicke des Landes leiten darf? Wie wird das gerechtfertigt?

Antwort
von PeVau, 72

Es gibt viele Gründe, aus denen Angela Merkel nie diese führende
Position hätte einnehmen dürfen. Die Tatsache aber, dass sie in der DDR
aufgewachsen ist und ausgebildet wurde, gehört nicht zu diesen Gründen.

Es gab und gibt es einflussreiche Kräfte in diesem Land, die Ossis gerne ausgeschlossen hätten und haben. Eigens zu diesem Zweck wurde schließlich die Gauck-Behörde geschaffen, mit deren Hilfe man jeden unliebsamen Ossi abschießen konnte und auch viele abgeschossen hat.

Andererseits musste man natürlich auch den Schein wahren. Zu diesem Zweck brauchte man Quoten-Ossis. Die hatten sich durch besondere Anpassungsleistung auszuzeichnen. Und wie das bei Konvertiten immer ist, so zeichnen diese sich durch besonderen Eifer aus, was durchaus auch zu höheren Weihen berechtigt.

Da sind wir bei Angela Merkel, die sich nicht nur durch ein außergewöhnlich biegsames Rückgrat auszeichnet, sondern auch noch einen sicheren Instinkt für machtpolitische Erfordernisse mitbringt. Solche Eigenschaften bezeichnet man gemeinhin als politisches Talent.

So hat Angela Merkel, in Hamburg geboren, in der Uckermark aufgewachsen, zwar geografisch einen ostdeutschen Hintergrund, mehr aber auch nicht.

Antwort
von JBEZorg, 33

Nette Vorstellung von Demokratie und Gleichberechtigung scheint's zu geben in Österreich. Genauso kann ich den Österreichern nationalsozialistische Wurzeln vorwerfen. Österreicher waren ja "nachweislch" überdurchschnittlch eifrige NS-Aktivisten damals.

Menschen aufgrund ihrer Herkunft abzuurteilen ist gelinde gesagt sehr falsch.

Einer der grössten Merkel-Antifans.

Antwort
von andreasolar, 40

Durch ihre deutsche Staatsangehörigkeit waren Bürger der DDR nach bundesdeutscher Rechtsauffassung zugleich Bundesbürger. So konnten sie jederzeit – auch ohne dauerhafte Übersiedlung, z. B. anlässlich einer Besuchsreise im Bundesgebiet – einen bundesdeutschen Reisepass erhalten und damit in Drittstaaten weiterreisen, für die ihr DDR-Reisepass nicht gültig war oder deren Grenzkontrollstempel im Reisepass ihnen bei der Rückkehr in die DDR Nachteile hätten bereiten können. Während der Nutzung des bundesdeutschen Passes wurde der DDR-Pass bei bundesdeutschen Stellen hinterlegt."

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Staatsangeh%C3%B6rigkeit

Übrigens hat Bundespräsident Joachim Gauck sogar 49 Jahre seines Lebens in der DDR zugebracht.

Antwort
von Huckebein, 75


Wie wird das gerechtfertigt?

Man kann zu A. Merkel stehen wie man will, aber ehemaligen DDR-Bürgeren abzusprechen, im neuen Staat Verantwortung übernehmen zu dürfen, ist wohl völlig daneben.
Es ist Normalität, dass viele ehemalige DDR-Bürger, die alle Annehmlichkeiten des DDR-Systems genutzt haben und auch nutzen durften, sich nach der Wende dem neuen Staat zur Verfügung gestellt haben und heute hohe Positionen bekleiden.
Dagegen ist nichts einzuwenden, denn ein Mensch ist entwicklungsfähig und darf seine Postion auch ändern, wenn es neue Einsichten gebieten und er keine "Leichen im Keller" hat.

Schwierigkeiten habe ich nur mit solchen, die in der SED waren (nicht nur MItläufer) und nun CDU-Mitglieder sind oder sich im TV und anderen Medien präsentieren, als seien sie schon immer verhinderte Widerstandskämpfer gewesen. Dazu gibt es haarsträubende Beispiele. Aber das würde jetzt zu weit führen.
Bei Frau Merkel liegt die Sache dennoch etwas anders, denn sie kommt aus einer Pastorenfamilie und wurde christlich erzogen, was zwar kein Grund war, nicht aktiv in der FDJ tätig zu sein, trotz christlicher Erziehung nicht ein Studium in der SU aufnehmen zu können, aber immerhin nach der Wende endlich sich dazu bekennen durfte, was sie ohnehin schon immer gewollt und angestrebt hat.

Kommentar von Wyatt ,

Ein Mensch kann durchaus seinen Standpunkt überdenken und sich auf Grund neuer Fakten anders positionieren, aber nach der Übernahme der DDR durch die BRD gab es einfach zu viele "Wendehälse", welche in der DDR führende Positionen inne hatten und massiv gegen den Gegner im Westen herzogen. Ab 1990 waren sie angeblich schon immer gegen die DDR und den Sozialismus, schwangen sich nicht selten zu großen Propagandisten auf, meist geht bzw. ging es um die Ergatterung gut bezahlter Posten in Politik und Behörden. Ich habe persönlich viel derartiges miterleben müssen, davon kann einem echt übel werden. Und ich habe die Achtung vor solchen Personen verloren.

Und Frau Merkel ist ein gutes Beispiel dafür. Richtig ist, sie mußte mit ihrem kirchlichen Hintergrund Mitglied in staatlichen Organisationen wie der FDJ werden, um studieren und beruflich weiterkommen zu können. Das war falsch in der DDR. Aber niemand brauchte dafür führende Ämter in den Organisationen bekleiden.

Antwort
von HannesRe, 56

Nur weil jemand aus dem osten kommt ist er minderwertig? Bist du etwas zzrückgeblieben?

Antwort
von PatrickLassan, 79

Was spricht dagegen? Bundeskanzler kann jeder werden, der das passive Wahlrecht besitzt.

Antwort
von 666Phoenix, 68

Wie konnte es denn sein, dass einer Deiner Mitbürger aus Braunau mal zum "Gröfaz" wurde und Deutschland in ein historisches Desaster getrieben hat?

Antwort
von Meandor, 41

Sie ist Bundeskanzlerin weil sie gewählt wurde. Das ist alles was dafür nötig ist.

Es ist doch egal wo sie herkommt.

Antwort
von MariaMitchell, 53

Frag mal wie ein Österreicher wie Hitler es geschafft hat, die Geschicke von Deutschland zu lenken... manchmal hat man hier den Eindruck, dass die Deutschen einfach gerne sehenden Auges in den Abgrund rennen...

Und Merkel (Kasner) ist ja nicht der einzige Top-DDR-Import, von Gauck, Gysi, Tillich, Stolpe, Krause, Althaus, etc. und Schäuble wollte auch gerne Beweismaterial (Stasiakten) vernichten...

Die CDU war auch nach WK2 ein super Sammelbecken für ehemalige NSDAP Mitglieder, wer sich da mal informieren möchte...

Kommentar von Parabrot ,

Die Deutschen rennen tatsächlich gerne sehenden Auges in den Abgrund. Aber dieser Abgrund klafft nicht bei etablierten Parteien oder Politikern auf, sondern er bei sehr jungen, rechtspopulistischen. Wie du selber gesagt hat sogar geschichtlich bewiesen.

Kommentar von MariaMitchell ,

Die CDU ist eine etablierte Partei und hat mit den Notstandsgesetzen 1968 und der Wiedervereinigung unter Kohl 1989 sowie den massiven Grundgesetzänderungen zusammen mit der SPD die Grundlage dafür geschaffen, dass Merkel heutzutage, wenn sie nur einmal den Notstand ausruft, die Befehlsgewalt über das Militär hat. Warum ist denn die Von-der-Leyen Verteidigungsministerin und wieso sorgt man denn gerade massiv für Spannungen im Inland? Die Überwachung der Bevölkerung wird massiv vorangetrieben, man will, dass die Leute nach "Sicherheit" schreien, um ihnen auch das letzte bisschen Freiheit zu nehmen. Hier geht es einfach um die Etablierung einer neuen Diktatur, so viele und massive Verstöße gegen das Grundgesetz gab es in Deutschland noch nie, wie sie unter Merkel passieren und passiert sind.

Da kann mir keiner erzählen, dass jetzt alles die "sehr jungen rechtspopulistischen Parteien" schuld sein sollen... das ist eine seit ca. 50 Jahren zielstrebig verfolgte Politik, die sich sogar in Papieren der UN wieder findet und auch in der derzeitigen EZB Politik.

Abgesehen mal davon, ein pdf bzgl. der Migration nach Deutschland, Szenario V entspräche der aktuellen Situation:

http://www.un.org/esa/population/publications/migration/migration.htm

http://www.un.org/esa/population/publications/ReplMigED/Germany.pdf

Kommentar von Wyatt ,

@MariaMitchell, hervorragender Kommentar, der den Nagel auf den Kopf trifft! Danke!

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