Frage von Vagabondyouth, 146

Mentale misshandlung?

Hallo, ich bin seit 2 einhalb jahren mit meinem Freund zusammen der gerade 17 Jahre alt ist. Ich leide seit 2 Jahren unter einer Bipolaren Störung und nehme Antidepressiva. Zuerst kam mein Freund ziemlich gut damit aus er war ziemlich hilfsbereit und hat mich in allem unterstützt. Ich habe ihn damit trotzdem nicht oft konfrontiert und habe darüber lieber mit meinem Psychologen geredet. Nach ungefähr 1,5 Jahren fing er an immer abwesender zu werden, er fing an zu sagen ich solle meine Tabletten nehmen, wenn ich mal einen schlechten Tag habe, wie jeder Mensch so einen schlechten Tag nunmal hat. Er fing an zu sagen dass ich simuliere und dass es mir nicht schlecht geht obwohl er jedes Mal gesehen hat wie oft ich vor ihm geheult habe und ihm versucht habe zu erklären dass es normal ist dass man Stimmungsschwankungen hat wenn man eine Bipolare Störung hat. Er sagte er möchte damit nichts mehr zu tun haben, dann habe ich mich mit einem jungen angefreundet der auch an dieser psychischen Krankheit leidet und habe versucht das gemeinsam mit ihm durch reden wie in einer Selbsthilfegruppe zu verarbeiten, zufälligerweise ist er auch mein Nachbar, als mein Freund das mitbekommen hatte, fing er an mich als fremdgängerin zu beleidigen, mich anzuschreien, mich zu schucken, er führte sich auf wie ein Psychopath. Ich hatte nie wirklich viele Freunde wegen meiner Krankheit, und ich war auch immer ziemlich introvertiert. Er hat mir verboten mit meinem Nachbarn etwas zu unternehmen obwohl ich nie etwas getan habe, es war immer nur der Sinn dahinter dass wir uns gegenseitig helfen und durch diese schwere Zeit kommen. Mein Freund fängt jetzt an mir jeden Tag zu sagen ich habe niemanden ich habe keine Freunde ohne ihn bin ich nichts. Er ignoriert mich völlig vor seinen Freunden in der Schule aber wenn er etwas von mir braucht bin ich die beste. Ich komme mir vor wie in einer mentalen misshandlung und ich weiss nicht mehr was ich tun soll weil ich ihn trotzallem noch liebe.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dahika, 61

Du liebst ihn noch? Wen liebst du? Dein Freund nützt dich aus, dein Freund behandelt sich schlecht und abfällig. Und den liebst du?

Das glaube ich nicht. Ich glaube eher, dass du das Wunschbild von deinem Freund liebst. Du liebst den, den du gerne hättest. Und den wirst du nicht bekommen.

Du fragst, was du tun sollst. Bei den Fragen läuft es immer darauf hinaus: wie kann ich ihn ändern, damit er dem Bild entspricht, was ich gerne hätte. Oder damit er so wird, wie er früher mal war.

Leider funktioniert das nicht. Ändern kannst du dich nur selbst. Und du weißt vermutlich, was zu tun ist!

Rede bitte unbedingt mit deinem Therapeuten über dieses Thema! Letztlich ist dein Thema deine Schwierigkeit, dich  abzugrenzen, dir nichts gefallen zu lassen, Grenzen zu setzen. "So nicht mit mir." Gerade depressive Menschen haben ganz große Probleme, Abstand zu ertragen.

Dein "Freund" jedenfalls ändert sich nicht. Du musst es tun.

Antwort
von gnampfi, 66

Das tut mir total leid für dich, aber er hat gemerkt dass er praktisch alles mit dir machen kann und er dich total in der Hand hat. Du bist ihm untergeordnet und das weiß er. Es ist dein Leben und deine Entscheidung aber wenn es dir dadurch schlechter geht wäre es vielleicht schlauer das ganze zu beenden damit es dir auf Dauer besser geht. Alles gute für dich :)

Antwort
von Berlinfee15, 42

Guten Tag,

eine böse Geschichte.

Deinen Freund verabschieden ist das beste Hilfsmittel was es z.Zt. gibt. Bevormundung, Verbote usw. sind keine Hilfestellung sondern sollen Dich nur darauf aufmerksam machen, was ER doch für ein toller Hecht ist. Hier tritt allerdings das Gegenteil hervor.

Dein Nachbar scheint da andere Qualitäten zu haben. Ein Mensch, der Dir gut tut.

Ein FREUND ist Dein Freund jedenfalls nicht (mehr)!!!!!

Good bye sollten nicht nur Deine Lippen formen. Taten sind gefragt!

Viel Glück!

Antwort
von WelleErdball, 26

Ich finde, eine bipolare Störung ist in einer Partnerschaft nicht einfach zu ertragen, egal wie groß die Liebe ist. Kommunikation ist in jeder Beziehung das A und O und erst recht wenn man eine Erkrankung hat die auch die Beziehung entsprechend beeinflusst. Zudem muss man sagen, dein Partner ist nicht dein Therapeut und viele wissen oft gar nicht wie sie damit umgehen sollen und schlagen eben irgendwann aus, aus einer Hilflosigkeit heraus.

Das du dich mit dem anderen angefreundet hast dadurch wird sich dein Freund sicherlich ausgeschlossen und nutzlos gefühlt haben. Nicht jeder kann mit psychischen Erkrankungen umgehen, muss man auch nicht und dein Freund der ist/war einfach heillos überfordert. Wenn das so derart belastet solltest du dich trennen oder dich mit ihm zusammen setzen und offene, klare Worte sprechen.

Antwort
von Manja1707, 46

Das ist absolut mies, was dein Freund mit dir da treibt und das ist dir auch bewusst. So hart es auch klingen mag, aber es ist besser wenn du einen Schlussstrich unter diese Beziehung ziehst.

Anstatt dir zu helfen, zieht er dich mit seinem Benehmen noch weiter runter. Die Idee mit dem Jungen aus der Nachbarschaft ist gut, ihr könnt euch gegenseitig unterstützen, Tipps geben und helfen. Dass das dein Freund nicht einsieht ist traurig. Es scheint, als wolle er dich abschotten vor allem anderen, damit du praktisch ihm gehörst und gleichzeitig kann er dich dadurch kurz halten, weil du dann von ihm abhängig bist. Dass er dich dann vor seinen Freunden noch ignoriert - das ist so gemein! Bitte lass dir das nicht länger gefallen. Du wirst jemand anderen kennenlernen, der dich zu schätzen weiß. Auch mit deiner Krankheit.

Antwort
von Wonnepoppen, 40

wie alt bist "du?"

Er war 14 1/2, wenn ich das richtig verstanden habe, als das mit euch anfing!

Es gibt eigentlich nur eins, was du tun kannst!

Trenn dich von ihm, möglich, daß du ihn liebst, er dich jedenfalls nicht!

Hab weiter Kontakt mit deinem "Nachbarn, ich denke, der tut dir gut, dein Freund jedenfalls nicht!

Kommentar von Vagabondyouth ,

Ich bin 16 1/2 

Kommentar von Wonnepoppen ,

OK! Danke!

Antwort
von Simaprima, 29

Ich kenne das und kann dich sehr gut verstehen. Ich habe 30 Jahre gebraucht, mich von so einem enschen zu trennen. Heute weiß ich, ich hätte damals gehen sollen. Mein Verstand hat es mir gesagt, aber mein Herz hat gesagt bleibe.

Ich kann dir nur raten, verlasse ihn jetzt, bevor es für dich zu spät ist!

Irgendwann ist man ein gebrochener Mensch, und schafft es fast nicht mehr zu gehen, obwohl man soviel Leid ertragen muss.

Ich spreche aus eigener Erfahrung. Bin jetzt seit fast einem Jahr getrennt von meinem Mann, der mich auch so behandelt hat. Mir geht es viel besser, und trotz allem habe ich mich noch immer nicht ganz gelöst von ihm.

Dir bleibt viel Leid erspart, wenn du den Schritt jetzt gehst.

Achte gut auf deine innere Stimme, die sagt dir genau das Richtige.

Ich wünsche dir viel Kraft und Mut zu dir selber zu stehen, und der wichtigste Mensch in deinem Leben zu sein!!!!

Antwort
von NoRealist, 45

Ich würde mit dem Schluss machen..wie dein Freund sich aufführt finde ich nicht so toll.Meiner Meinung nach kontrolliert er dich und ist eifersüchtig.

Du darfst mit dem befreundet sein mit den du willst und dies hat gar nichts mit fremd gehen zutun..wie dein Freund behauptet.

Möchtest du von einem so behandelt werden der so mit dir umgeht ? Es bleibt aber deine Entscheidung wie du dein Leben genießen willst.

Antwort
von Klaymaman, 37

Stimme meine vorrednern zu.

Trennung wäre am besten, da er dich völlig in der Hand hat, oder du versuchst mit ihm drüber zureden das es so nicht weitergehen kann.

Viel Glück!

Antwort
von Grimwulf78, 31

Die Bipolaren die ich kenne neigen leider dazu, sich erst durch Schmerz so richtig lebendig zu fühlen. Entsprechend suchen sie sich häufig Partner die sie mies behandeln. 

Ist das bei Dir auch so?  

Kommentar von Vagabondyouth ,

Das könnte durchaus sein. 

Kommentar von Grimwulf78 ,

Das Schwierige ist, Deinen Selbstwert nicht aus Dingen von außen zu beziehen. Eine Beziehung kann Dich nicht glücklich MACHEN. Nichts auf der Welt kann Dich von außen glücklich MACHEN aber Du kannst einfach glücklich SEIN. Das ist eine innere Entscheidung und hat viel mit zulassen und akzeptieren zu tun.  

Dein Freund scheint sich ganz wohl zu fühlen, solange Du "schwach und hilflos" bist. Wenn Du anfängst, so wie jetzt, Dir Wege aus dem Leid zu suchen, dann bedrohst Du sein Lebensmodell. Seinem Verhalten nach scheint er Dich als Besitz zu empfinden. In einer gesunden Beziehung muss man den Partner jeden Tag ein wenig neu erobern, weil nichts auf der Welt sicher ist. Eine (nicht-abhängige, also selbstbewusste) Beziehung lebt von Loslassen und Vertrauen.

Ihr seid scheinbar in einer unausgeglichenen Beziehung gefangen, was ihn aber nicht zu stören scheint. Wenn Du jetzt Selbstbewusstsein aufbaust, dann wird das mit diesem Partner in dieser Form nicht mehr funktionieren. Er wird auch versuchen Dir das Selbstbewusstsein das Du aufbaust wieder zu zerstören (tut er ja schon: "ohne mich bist Du nix") damit alles so bleibt wie es ist. Er WILL offenbar nicht dass es Dir gut geht! Das macht ihn nicht zum schlechten Menschen. Es würde nur einfach vieles für ihn verändern. Möglicherweise steht auch die Angst dahinter: "Wenn sie erst mal vergleichen kann, dann merkt sie bestimmt dass sie zu gut für mich ist." oder ähnliche Ängste.

Durch Dein Elend muss er sich mit seinem eigenen Elend nicht beschäftigen. Du bist die Droge die ihm erlaubt nicht in den Spiegel blicken zu müssen und er gibt Dir Deine Droge, nämlich das Wechselbad aus begehrt werden und erniedrigt werden.

Unterm Strich schadet es Euch Beiden. ER wird das aber vermutlich nicht so sehen :/

Antwort
von martin0815100, 42

Das kommt darauf an wie leidensfähig Du bist.

Vermutlich wäre es besser sich zu trennen da Du jemanden bräuchtest der mit Deiner Situation klar kommt. Er schafft es nicht.

Die Frage ist ob Du eine Trennung schaffst oder nicht. Wie auch immer, Du hast da keine leichte Aufgabe!

Antwort
von SeelenOnkel, 7

Angst vor Ich-Werdung. Les mal Riemann, Die Grundformen der Angst.

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