Frage von VielFragerin84, 102

Menstruationstasse?Jungfernhäutchen?kürzen?

Ich wollte gerade meine Menstruationstasse (größe s) ausprobieren. Es hat fast geklappt aber beim letzten Stück hatte ich ziemliche schmerzen. EA ging auch einfach nicht weiter rein! Ist mein Jungfernhäutchen da im weg? Soll ich einfach trotzdem weiter schieben damit es reist? Oder muss ich gar zum Gyn?😢 Ich bin wirklich verzweifelt!

Antwort
von HelpfulMasked, 68

Hallo VielFragerin84,

der Gang zum Frauenarzt ist ja nun auch nichts schlimmes. Ich würde dir aufjedenfall dazu raten bevor du dich ernsthaft verletzt wenn du mit Gewalt deine Menstasse in dich rein "presst".

Ich bin selbst keine Jungfrau mehr und habe daher keine derartigen Probleme mit meiner Menstruationstassen. Ich kann daher nur berichten was ich auf den Herstellerseiten lese und was ich von Gynäkologen bestätigt bekommen.

Fakt ist das die Menstruationstasse auch für Jungfrauen in Frage kommt.

In deinem speziellen Fall und gerade auch was die Schmerzen angeht würde ich aber zunächst einen Gynäkologen aufsuchen. Tu es zu deiner eigenen Sicherheit. Du solltest dich nicht verletzen.

Bevor du den Termin ausmachst würde ich dir auch raten gleich am Telefon zu erwähen um was es geht. Meine Frauenärztin kannte die Menstruationstasse z.B. damals gar nicht. Dann kann sie dir ja in dem Fall auch nicht recht weiterhelfen.

Nun zum Frauenarztbesuch:

Was passiert beim Frauenarzt?

Zunächst sollte ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patientin stattfinden. Es werden Fragen zur Krankengeschichte gestellt bzw. zu vorangegangenen Operationen und Erkrankungen.
Wichtig sind auch Angaben über den Zeitpunkt der ersten Periode (Menarche), das Datum der letzten Blutung bzw. zur Zyklusdauer und Blutungsstärke. Mitunter wird auch nach der Art der Monatshygiene gefragt, ob Tampons oder Binden verwendet werden.

Der Gesprächsverlauf ist sicher individuell unterschiedlich und abhängig vom Arzt, der Patientin und auch von der Situation. Damit sich der Arzt ein umfassendes Bild machen kann, sind auch Angaben zum sexuellen Verhalten notwendig. Sehr junge Mädchen brauchen davor keine Angst haben, denn das Gespräch kann auf Wunsch selbstverständlich ohne Beisein der Mutter geführt werden. Nicht vergessen: Der Arzt steht unter Schweigepflicht!

Erste Untersuchung beim Frauenarzt

Wichtig ist, dass beim ersten Besuch der Arzt vor der Untersuchung erklärt, was gemacht wird. Falls der Arzt dies unterlässt, kann die Patientin ihn darauf ansprechen und ihn bitten, ihr die Untersuchungsschritte zu erklären. Zusätzlich zu den Erklärungen zeigen manche Ärzte auch an Hand von anatomischen Zeichnungen oder Modellen, wie die Schritte ablaufen. Damit hat man eine bessere Vorstellung von dem, was während des Untersuchungsvorgangs passiert.

Da für die Patientin ein direktes Zuschauen nicht möglich ist, - was unter Umständen manchen Frauen die Angst nehmen könnte - besteht auf Wunsch eventuell die Möglichkeit, dass der Arzt der Patientin den Muttermund mit einem Spiegel zeigt.

Zunächst betrachtet der Arzt das äußere Genitale, um eventuell bestehende Hautveränderungen, äußere Infektionen oder Ähnliches festzustellen. Anschließend werden die Scheide und der Muttermund untersucht. Dazu muss die Scheide mit zwei Instrumenten (Spekula) - diese ähneln gebogenen Löffeln - entfaltet werden. Dieser Vorgang ist etwas unangenehm, vor allem wenn man sich sehr verkrampft und die Luft anhält.

Um diese Untersuchung für sich einfacher zu gestalten, ist es wichtig, den Po "fallen zu lassen", schwer zu machen und gleichzeitig tief ein- und auszuatmen. Die Instrumente können auch etwas kalt sein. In manchen Praxen werden sie daher leicht angewärmt.

Die Abstrichentnahme an sich merkt man fast nicht. Es kann etwas ziehen, was aber nicht weiter problematisch ist.

Bimanuelle Untersuchung

Die bimanuelle Untersuchung ist die typische Untersuchung des Frauenarztes, bei der Größe, Lage, Druckempfindlichkeit und Beweglichkeit der Gebärmutter beurteilt werden. Zusätzlich gibt sie Aufschluss über die Eierstöcke, welche jedoch besser durch den Ultraschall beurteilt werden.
Neben den Geschlechtsorganen wird dann noch der Aufhängeapparat der Gebärmutter untersucht, der z. B. bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen verändert erscheint.

Bei der bimanuellen Untersuchung führt der Arzt einen oder zwei Finger der rechten Hand in die Scheide ein, die Gebärmutter wird auf denFinger geladen und nach oben gedrückt. Die linke Hand liegt auf dem Unterbauch und drückt gegen die Bauchdecke. Dadurch kann man die Gebärmutter tasten, beziehungsweise schieben sich die Eierstöcke und die Gebärmutter in eine Position, in der sie beurteilt werden können.

Ein sehr wichtiger Befund ist z. B. der Portioschiebeschmerz. Das istein Schmerz, der durch das Wackeln am Gebärmutterhals hervorgerufen werden kann und einen Hinweis auf eine Infektion darstellt. Diese Untersuchung ist etwas unangenehm, aber einfach zu überstehen, wenn man sich entsprechend entspannt. Zudem sollte die Harnblase leer sein. Wichtig ist es wiederum, den Po "fallen zu lassen" und tief ein- und auszuatmen.

Ultraschalluntersuchung

Oft erfolgt auch eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide.Sie ergänzt die vorangegangene Untersuchung. Durch den Ultraschall kann man die Struktur der Gebärmutter, die Schleimhaut, die Zyklusphase oder auch andere Strukturen erkennen. Wichtig ist die Beurteilung der Eierstöcke, die mit Ultraschall genauer möglich ist.

Brustuntersuchung

Die Brustuntersuchung findet entweder vor oder nach der gynäkologischen Untersuchung statt. Das bedeutet, man braucht nicht völlig nackt vor dem Arzt stehen, sondern es kann zuerst die Brust und dann das Genitale entblößt werden. Wenn man nicht komplett nackt ist, fühlt man sich auch nicht ganz so ausgeliefert.

Abschließendes Gespräch

Nach der Untersuchung sollte in einem Gespräch eine Befundbeurteilungerfolgen. Je nachdem was die Untersuchung ergeben hat, wird die notwendige Therapie besprochen bzw. das entsprechende Verhütungsmittel (Pille, Dreimonatsspritze etc.) verordnet, falls die Verhütung der Grund für den Arztbesuch war.

Generell sollte sich der Frauenarzt für seine Patientin beim ersten Besuch viel Zeit nehmen, um einen guten Kontakt zu gewährleisten, so dass sich die jungen Mädchen/Frauen wohl fühlen. Das kann man als Patientin vom Arzt auch einfordern. Hilfreich ist es, wenn man sich vor dem Besuch überlegt, was man den Arzt fragen möchte.

Q: netdoktor.at/untersuchung/der-erste-frauenarztbesuch-8229

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

Lg

Helpful Masked

Kommentar von VielFragerin84 ,

Ich danke dir! Ich hab irgendwie ziemlich Bammel vor dem Frauenarzt😅 Auch möchte ich das nicht unbedingt mit meiner Mama besprechen. Ich habe überlegt ob es eine alternative wäre eine kleiner tasse wie zum Beispiel von Meluna Shorty zu kaufen?

Kommentar von HelpfulMasked ,

Ja das ist aufjedenfall eine Alternative. Die Meluna S shorty ist ja auch speziell für Jungfrauen wie dich geeignet. So beschreibt es zumindest der Hersteller.

Ich selbst nutze MeLuna jedenfalls und bin sehr zufrieden - vorallem aufgrund der großen Auswahl. Aber da hat jeder Hersteller so seine Vorteile schätze ich.

Antwort
von VielFragerin84, 68

Ach ja: Und kann ich die tasse oben ein bisschen kürzen oder besteht dann verletzungsgefahr?

Kommentar von HelpfulMasked ,

Den Stiel kannst du kürzen. Ansonsten solltest du deine Tasse nicht zerschneiden. Frage hier aber am besten beim Hersteller deiner Tasse nach.

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