Das fällt einem immer wieder auf. Wenn einer den Test abgibt, stehen auf einmal mehrere auf. Wenn vor dem Bus einer zur Seite geht, machen es die anderen nach. Wenn einer im Unterricht was trinkt, fällt es den anderen auch auf einmal ein.
Wo bleibt das rationale Denken? Warum immer ein Vorreiter? Was meint ihr?

Super! Fällt mir auch immer wieder auf. Das ist das Rudelverhalten. Anscheinend glaubt man, das der erste der was tut, auch die ganze Strafe bekommt. Nur mit Prinzipien und rationalem Denken macht man nicht mit.

Äpfel 3
wolle59 am 6. Februar 2009 02:17 loool

Man kann die Menschen in sozialpsychologische Kategorien einteilen: Anführer, Mitläufer, Aussenseiter. Das stammt wohl aus der Frühgeschichte der Menschheit - einige Menschenaffen machen es ähnlich.
Das ist natürlich sehr vereinfacht. Mir sind die Außenseiter am sympathischten.

Hi Tabakov. Zum Einen ist es das 'Herdenverhalten' des Menschen. Zum Anderen darf man die Angst nicht vergessen, und zwar als Ursache - nicht als Symptom.
Denk mal an all die Firmen, die ihre Angestellten in Angst versetzen (das ist gezielt so gewollt). Wenn du nicht still bist und tust, was ich will dann..... wirst du versetzt, bekommst weniger Lohn, wird dir gekündigt, wirst du gemoppt etc.. Dann noch diese tollen Vorbilder - die da ganz oben, die soooo viel Geld haben, die können die 'Kleinen' fertig machen..... Also wartet man, bis einer den Beginn macht, dann kann man dem ja folgen. Dann gibt es die, die nach dem streben, unter dem Motto, da kann mir dann keiner mehr was anhaben. Diese tiefe Angst sitzt in den meisten Menschen drin (am stärksten in den schwachen), ohne dass es ihnen bewusst ist. Schau dir die Welt an .... Angst regiert die Welt .... dabei wurde sie künstlich gemacht. Nur merkt das leider kaum einer. LG!

Der Mensch ist ein Herdentier...aber das wissen wir doch schon längst...und auch der Onkel Adol. wusste es:-)

Viele denken einfach nicht mehr, wollen alles vorgekaut haben und passend in Schubladen. Gerade die, die nicht auffallen wollen, die fallen gerade deswegen auf... Immer als Letzter in einer Gruppe gehen wollen, immer das stille Mäuschen, immer der/die zu sein die alles richtig macht um ja nicht aus der reihe zu fallen, all das und vieles mehr schüchtert die Gesellschaft ein und sie mutiert zum Einheitsbrei mit 2-3 Klecksen am Tellerrand. Dadurch haben viele "verlernt" zu aggieren und brauchen einen "Antrieb", eine Schiene in der sie (möglichst) geradlinig durch den Tag, durch die Woche, durch die Jahre kommen... Das schürt unbewusst und schleichend Unzufriedenheit, die sie irgendwann (bei einigen) geballt entläd, sei es durch Gewalt an sich oder anderen... SO oder so werden wir heut morgen aufstehen unseren Kaffee trinken, die Zähne putzen und unserem Alltag nachhängen um am Abend zu denken, man bald ist wieder Montag...
Lg
Weil der Mensch ein Herdentier ist, das wurde hier ja bereits geschrieben. Eine Herde oder ein Rudel bieten wesentlich mehr Schutz, soviel hat sich selbst in unseren ach so fortschrittlichen Köpfen noch verankert gehalten. Darum können wir kaum etwas dagegen tun: wir müssen einfach mit der Gesellschaft. Mit der Umgebung. Mit den Leuten, die mit uns an der Bushaltestelle oder im Unterricht sind.
Was passiert, wenn mal jemand nicht mit zieht, hat unsere Gesellschaft aber auch schon gezeigt: soziale und gesellschaftliche Ausgrenzung bis hin zur direkten Aggression aufgrund ihrer Andersartigkeiten.
Ausländer, psychisch Kranke und Randgruppen wie Punks, etc sind gute und jedem bekannte Beispiele hierfür. Ergo: immer schön mitschwimmen... :/
fragebogen am 6. Februar 2009 02:32 DH!
der letzte Satz is so wahr, immer schön mitschwimmen, doch witzigerweise wird das mitschwimmen direkt als Schwäche ausgelegt, wenn man das direkt so behauptet:D
Erstmal: Super Frage für die Diskussion. Die Spannweite der Anpassungsbereitschaft reicht ja von unbewussten Vorgängen wie dem Greifen nach dem Glas bis zu dem Punkt, wo die Massen "gleichgeschaltet" denken, also auch auch ihre Bewusstseinsebene anpassen. Bei den Erklärungen kann man nur spekulieren. "Rudelverhalten" ist keine Erklärung, sondern nur der Begriff. Die Vemutung von Noona, dass es eines Anpassungsbereitschaft aus Angst gibt, halte ich auch für richtig, ist aber möglicherweise noch nicht die ganze Erklärung. Die psychologische und soziologische Forschung beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Phänomen. Ich weiß nicht, ob da schon "letztgültige" Erklärungen gefunden wurden auf den Kern deiner Frage: "Wo bleibt das rationale Denken?" Ich glaube nicht. Man hat nur die Fakten, dass Menschen sich leicht beeinflussen lassen. Tritt einer bestimmter als andere auf, hat er mehr Beeinflussungskraft als ein zögerlicher Mensch. Wir Menschen scheinen es regelrecht zu brauchen, dass wir uns an anderen orientieren können. In allen Gruppen scheinen sich relativ schnell "Chefs" herauszubilden, und die müssen noch nicht einmal unbedingt selbst nach dieser Rolle streben. "Häuptlinge" sind merkwürdigerweise auch ein kulturübergreifendes Phänomen. Was ich damit sagen will: Die Angst des Menschen vor der Meinung ihrer Umgebung ist sicherlich mtientscheidend. Andererseits sind alle Menschen in der einen oder anderen Situation dankbar, wenn ihnen andere sagen, was sie von einer Sache zu halten haben. Es kann sich am Ende jeder nur an die eigene Nase fassen und überlegen, wo er Meinungen oder Verhaltenweisen übernimmt, die gar nicht wirklich ihm selbst entsprechen. Ich bin sicher, da wird auch der geistig unabhängigste und angstfreieste Menschen irgendetwas bei sich finden...

Viele Leute wollen mit Nachdruck "nicht auffallen". Vor allem in einer anonymen Gesellschaft passt man sich gerne an. Selbst die Initiative ergreifen oder sich anders verhalten als alle anderen könnte peinlich werden. Das passiert aber meist unbewußt.

Der mensch ist nunmal ein Rudeltier. Schau dir mal diverse Rudel oder Schwärme an. Ändert ein Tier die Richtung, machen alle anderen es nach um nicht den Anschluss zu verlieren.

Da gibt's nen passendes Zitat: „Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur.” oder treffender: „Geboren sind alle gleich, jedoch sterben die meisten Menschen als Kopie.”