Frage von yougotananswer, 39

Mensch als Vorstufe von etwas Grandiosem?

Guten Abend zusammen!
Mich interessieren Eure Meinungen dazu, ob der heutige Mensch nur die Vorstufe eines noch besser entwickelten Menschen ist, der zukünftige Mensch also noch "perfekter" würde.
Ich freue mich über jede Antwort!

Antwort
von uteausmuenchen, 10

Hallo yougotananswer,

so sieht sich "der Mensch" gerne.

Wirklich Grund zu der Annahme oder gar Anzeichen dafür gibt es nicht.

Erst einmal: "Evolution" bedeutet Entwicklung. Nicht mehr und eben NICHT "gerichtete Entwicklung zu etwas "Höherem"". Lebewesen passen sich im Laufe der Evolution lediglich besser an ihre Umwelt an. Merkmalausprägungen werden komplexer, so dass auch kleinere, ökologische Nischen durch "Spezialisten" besetzt werden können.

Komplexere Form und Spezialisierung ist etwas, das wir gerne als "höhere Lebensform" sehen. De facto birgt jede Komplexität oder Spezialisierung aber auch Risiken: Komplexer ist oft auch störanfälliger und der Spezialist schaut in die Röhre, wenn sich "seine" ökologische Nische als Sackgasse erweist.

Die Stärke der Menschheit ist ihre Anpassungsfähigkeit und ihre Vielseitigkeit. Ihre Schwäche ist ihr mangelnder generationenübergreifender Weitblick und... so überraschend das sein mag: Unser Entschluss, sesshaft zu werden und "Besitz" anzureichern. Besitz macht abhängig, auch und gerade von langfristiger und maßvoller Planung. Und gerade die fällt uns schwer, wenn es über etwa ein Menschenleben hinaus sein soll. (De facto fällt es aus Interessenskonflikten den Regierungen ja schon schwer, über einzelne Legislaturperioden hinaus zu planen.)

Wir unterschätzen einfach, wie unheimlich zerbrechlich unser Habitat ist, von dem wir essentiell abhängen. Wir prägen das gegenwärtige Erdzeitalter und sind verantwortlich für das sechste große Massenaussterben auf diesem Planeten. Wo immer Resourcen knapp werden, fällt der angeblich so kultivierte Mensch zurück in primitivstes, reflexartig emotionsgeladene Reaktion - aus ist's mit der Rationalität. Wir unterschätzen, dass unser kulturelles Erbe, unsere humanen Gedanken, unsere sozialen Strukturen gerade einmal wenige 10 000 Jahre alt sind, während sich die Urinstinkte Jahrmillionen verfestigen konnten.

Im SciFi haben die "weisen Außerirdischen" oft einen Weg gefunden, sich mental und emotional auf eine höhere Ebene zu schwingen. Man sollte an dieser Stelle bedenken, dass eine mögliche Lösung des Fermi-Paradoxons ist, dass sich höhere Kulturen beizeiten wieder selbst auslöschen. (Falls nicht bekannt: Fermi-Paradoxon: In der Milchstraße gibt es so viele Sterne, dass anderes Leben prinzipiell nicht unwahrscheinlich ist. Am Alter der Milchstraße betrachtet, ist auch genug Zeit da gewesen, Signale abzusetzen und sich bemerkbar zu machen. Trotzdem macht sich niemand bemerkbar... https://de.wikipedia.org/wiki/Fermi-Paradoxon). Ich persönlich halte diese Erklärung für sehr plausibel.

Insofern wäre der Mensch weniger als Vorstufe zu etwas "Grandiosem" zu sehen, sondern im Idealfall als Form, die nicht ausstirbt und somit als Vorform von etwas, das (zumindest erst Mal) noch überlebt. Grandios ist das Universum bereits ohne uns.

Sorry für die etwas ernüchternden Gedanken... ;-)

Grüße

Kommentar von yougotananswer ,

Super interessant, deine Antwort. Vielen Dank! Wenn ich fragen darf - wie bist du auf meine Frage gestoßen? Ich benutze nämlich die App, und bei der werden immer nur die aktuellsten Fragen vorgeschlagen und zum Zeitpunkt deiner Antwort war meine Frage ja schon nicht mehr aktuell. Hast du explizit nach so einer Frage gesucht oder war das Zufall? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich viele für so Themen interessieren ;)

Antwort
von Andrastor, 29

Natürlich entwickelt sich der Mensch weiter, was uns zu Vorstufen künftiger Menschen macht. Jedoch haben wir die Richtung der Entwicklung verändert, sodass natürliche Auslese nicht mehr auf Menschen zutrifft und durch eine gesellschaftliche Selektion ausgetauscht wurde.

Kommentar von yougotananswer ,

Ich danke dir!

Kommentar von Andrastor ,

Ich hab zwar Rückfragen erwartet, aber gern geschehen.

Antwort
von PrimeExpert, 18

Hallo,

Interessante Frage! Die Macher der Mini-Fernsehserie Die ZUKUNFT ist WILD aus dem Jahre 2002 haben versucht, mit Hilfe von Biologen, Zoologen und Geologen eine Antwort darauf zu finden. Sie zeigen in Form einer fiktiven Naturdokumentation, welche seltsamen Tiere und Pflanzen in 5, 100 und 200 Millionen Jahren auf der Erde leben könnten. Dank der
Tricktechnik und der kompetenten wissenschaftlichen Begleitung wirken selbst Tiere wie die riesenhaften Dinoschildkröten verblüffend realistisch. Die Serie lief im Discovery Channel, in der BBC und im ZDF. Es ist aber bestimmt online auch verfügbar. Kann ich dir nur ans Herz legen!

MFG

Kommentar von yougotananswer ,

Hab vielen lieben Dank! Werde ich mir ansehen!

Antwort
von maxim65, 12

Wenn man mal unterstellt das die Menschheit überlebt und sich die Lebensbedingungen sich für mehr oder weniger alle Menschen angleichen dann....
Naja ich denke wir werden sicher unsere Behaarung komplett verlieren. Desweiteren könnte ich mir vorstellen das wir unsere Muskelkraft auch deutlich reduzieren da es keine Anforderung mehr daran gibt. Wenn wir es geschafft haben Flora und Fauna endgültig zu killen verlieren wir vielleicht auch unsere Immunität gegen Krankheiten usw. Ob das alles grandios ist sei dahingestellt.

Kommentar von yougotananswer ,

Ich glaube auch, dass das, was du da beschreibst, nichts Gutes sein wird.
Hab vielen Dank für deine Antwort!

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