Frage von calimerotito, 78

Melderecht: Was passiert/Welche Konsequenzen hat es, wenn ein Urlaubsgast länger als 3 Monate, weniger als 6 Monate eine Ferienunterkunft bucht?

Ich hätte eine Frage, die das Umsatzsteuerrecht und Melderecht betrifft, im Zusammenhang mit der Vermietung von Ferienwohnungen.

Ein Freund vermietet ein Ferienhaus-Haus, das er vor 3 Jahren erbaut hat und bei dessen Bau er die Umsatzsteuer gezogen hat.

Das Haus umfasst 3 voll ausgestattete Ferien-Wohnungen, die bisher wochenweise an Feriengäste vermietet wurden. Mit den Gästen geht er keinen Mietvertrag ein, sondern bestätigt deren "Aufenthalt" mit einer Buchungsbestätigung. Die Umsatzsteuer hat er bisher abgeführt und die Kurbeiträge des Ortes bezahlt.

Nun will er seine Wohnungen künftig für kurzen Zeitraum (bis max. 6 Monate) monatsweise vermieten, um mehr Sicherheit und weniger Ausfälle bei seiner Ferienhaus-Auslastung zu haben.

Daher würden mich folgende Fragen interessieren:

  1. Kann er kurzfristig (bis max. 6 Monate) monatsweise vermieten, ohne steuerrechtlich oder melderechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, in Form dessen, dass er damit z. B. die eingezogene Vorsteuer zurück bezahlen muss?
  1. Soweit ich weiß, kann ein Gast laut Melderecht bis zu 3 Monaten "Urlaub" machen - anschließend müsste er sich fest anmelden - ist das so korrekt? Welche Konsequenzen ergeben sich für eine Person bei der Ummeldung? Wohl nur die GEZ Gebühren - oder? Welche Konseqeuenzen ergeben sich für den Vermieter, wenn sein Gast länger als 3 Monate, aber weniger als 6 Monate bleibt?

Zu guter Letzt noch eine Frage:

  1. Falls ein Gast im 6ten Buchungsmonat meint, dass er noch 2 Monate verlängern will bzw. aufstocken will: Darf der Vermieter dann seine Wohnung an diesen Gast weitervermieten/verlängern, wenn er Umsatzsteuer optiert? Muss er steuerrechtlich bzw. melderechtlich irgendwelche Konsequenzen fürchten?

Selbstverständlich will er weiterhin gewerblich vermieten!

Danke für Eure Hilfe.

Antwort
von MenschMitPlan, 51

Wenn sich der Gast bis max. 12 Monate für Urlaubszwecke einmietet, bleiben die Umsätze umsatzsteuerpflichtig. 

Und natürlich geht dein Freund Mietverträge ein, auch wenn er sie nicht schriftlich abschließt.

Kommentar von calimerotito ,

herzlichen Dank. Darf ich noch fragen, wo die 12 Monate hervorgehen? Aus welchem Gesetz bzw Paragraph? herzlichen Dank vorab

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 40

Wunderbarer Sachverhalt! Hat nur in der Selbsthilfe nichts zu suchen.

Was Du hier abfragst, dass ist eine Rechtsberatung. Die kann man hier nicht bringen. Weil es dafür eine Abmahnung geben kann. Die Steuerberaterkammern freuen sich richtig über solche Anzeigen und gehen denen auch nach. In einem solchen Fall - und das Geld dürfte vorhanden sein, sonst könnte mein Haus bauen - auf zum Steuerberater!

Mit ein wenig Verständnis für die Lage sucht man sich einen Steuerberater. Bezahlt da eben für eine halbe Stunde oder zwei und hat eine korrekte ausdiskutierte Antwort.

Viel Erfolg.

Kommentar von calimerotito ,

Warum kann es eine Abmahnung geben?

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Also ganz allgemein spricht man von einer Rechtsberatung, wenn man in einem konkreten Sachverhalt einem Betroffenen die Lage und Sichtweise erklärt. Oder das Vorgehen darin erläutert.

Hintergründe dafür gibt es einige, dass diese Regelung mal getroffen wurde. Die wichtigste ist die: Man soll nicht wegen falscher oder halbgarer Informationen Probleme bekommen. Deshalb ist sogar die inhaltlich richtige Beantwortung der Frage verboten.

Das alles ist schön gesetzlich geregelt. An den unterschiedlichsten Stellen, da habe ich auch nur ein Halbwissen, dass reicht aber für so eine allgemeine Erläuterung. Es geht so weit, dass eine Steuererklärung, die von einer nicht berechtigten Person erstellt wurde als nichtig anzusehen ist. Auch wenn sie faktisch und rechtlich vollkommen richtig war.

Die Abmahnungen erfolgen in solchen Fällen durch die Steuerberaterkammern oder die Kammern der Rechtsanwälte. Ein minder schwerer Verstoß fängt meines Wissens nach bei 5.000 Euro an. Steigerungen sind da wohl noch möglich. Und die beziehen sich dann klassisch auf jeden einzelnen Fall.

Würden die Kammern sich auch noch absprechen, weil man immer nur einmal abgemahnt werden darf, würden sich die Themen aufteilen. Hier Meldepflicht und da Umsatzsteuerprobleme, dann sind also gleich mal 10.000 Euro im Raum. Kommt dann noch ein anderer Bekannter und hat die gleichen Fragen, dann ist für den extra zu bezahlen. Eigene Einnahmen brauchst Du dabei gar nicht zu bekommen. Die aber nicht zu versteuern wäre auch wieder eine schöne Sache, hat aber nichts mit Abmahnungen zu tun.

Also Tipp für die Lebensführung: Dinge anhören. Meinung sagen ja, wie das ist aber kompliziert, gemein, ungerecht oder so. Danach könnte das Eis für einen Kommentator schon dünn und brüchig werden. Weil wie legt man aus, dass man sich allgemein dazu äußern darf? Klar - Nicht auf den Fall bezogen. Auf eine Gesamtheit. Aber ist dann bereits der Hinweis auf kritische Vorschriften im UStG eine Rechtsberatung? Da würde ich sagen, es käme auf den Gesamtzusammenhang an.

Aus eigener Praxis - ich mache Unternehmensberatung - es ist gar nicht einfach immer im richtigen Moment einen Steuerberater oder Anwalt zu beauftragen. Wobei ich schon den Sachverhalt dem Anwalt nur bedingt schildern darf, nämlich nur wenn Kunde und Anwalt zusammen sitzen und ich vielleicht dabei bin. Was ohne Rechtsverstoß nicht immer einfach ist. Schließlich ergibt sich Beratungsbedarf ja aus Lösungsvorschlägen (wenn auch nicht auf rechtliche Probleme, sondern auf wirtschaftliche Fragen/Analysen).

Antwort
von brido, 51

Keine, ab 6 Monate wird es erst als gewerblich angesehen. Mit der MWSteuer weiß ich aber nicht genau. Derjenige der für 3 Monate was mietet hat doch gar keine schuld. 

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