Frage von Jasmin1191, 21

Meiose gleich Mitose?

Ist die Aussage richtig:

Die Meiose besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Mitosen?

Antwort
von hydrahydra, 21

Nein, denn dann würden ja auch wieder diploide Zellen dabei entstehen.

Antwort
von PolluxHH, 15

Die Meiose findet in den Keimzellen statt und es bilden sich unter intrachromosomaler Rekombinmation in der Prophase I mittels zwei aufeinanderfolgenden Teilungen

Meiose I -> Prophase 1, Metaphase 1, Anaphase 1, Telophase 1
Meiose II -> Prophase 2, Metaphase 2, Anaphase 2, Telophase 2

des Erbguts vier Zellen mit haploiden Chromosomensatz.

Die Mitose ist die "normale" Zellteilung unter normaler Zellteilung (Prophase, Metaphase, Anaphase, Telophase) ohne intrachromosomaler Rekombination unter Bildung von zwei Zellen mit diploiden Chromosomensatz.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Mitosen gibt es auch bei Lebensabschnitten mit haploiden Chromosomensatz.

Dass sich Eizellen und Spermien (beim Menschen) nicht teilen, ist eher eine Besonderheit.
Ursprünglich ist eher ein Generationswechsel, bei dem sich haploide und diploide Stadien sehr wohl nurch Mitose vermehren.

Ganz deutlich kannst du das bei Moosen und Farnen sehen.

Bei Moosen ist das halpoide Stadium die "eigentliche" Moospflanze.
Die kann dann ohne Meiose Gameten erzeugen, sie ist ja schon haploid.
Die Gameten verschmelzen dann zu einem Gebilde, was eigentlich eine dipoide Pflanze ist, aber meist an einer der Elternpflanzen verbleibt, und dann durch Meiose (haploide) Sporen erzeugt, die dann irgendwo wieder "keimen", zu einer Mosspflanze.
Daher nennt man dieses Anhängsel "Sporangium", weil es wie ein Auswuchs aussieht. Es ist aber eigentlich eine neue Generation im Generationswechsel, oder ein Sporophyt.

Bei Farnen ist das diploide Stadium die eigentliche Farnpflanze. Die erzeugt (meist an der Unterseite der Blätter) dann durch Meiose haploide Sporen.
Die "keimen" dann und bilden Zellgeflechte oder Gebilde, die wohl nicht ganz zufällig Lebermoosen ähnlich ehen.
Und die erzeugen durch Mitose (haploid sind sie ja schon) Gameten, die einander befruchten.
Und die Gameten bilden dann (nach Vermelzung) eine neue (diploide) Farnpflanze.
Die zwischenzeitlichen Gebilde nennen sich auch Gametophyt.

Die Samenpflanzen stammen von den Farnen ab, und bei ihnen wurde das Verfahren optimiert, ist aber im Prinzip das selbe.
Im Fruchtknoten ist keine Eizelle, sondern ein kleiner Gametophyt.
Und ein Pollenkorn ist keine Samenzelle, sondern auch ein kleiner Gametophyt.
Selbst wenn die Gametophyten nur aus 2 bis 5 Zellen bestehen, sind es doch keine Ei- oder Samenzellen, wie beim Menschen.

Der Mensch hat es also nur auf die Spitze getrieben, die halpoide Generation total wegzuoptimieren.
Ei- und Samenzellen teilen sich nicht, und sind auch kaum als eigenständige Lebewesen oder Generation zu bezeichnen.

Aber das hat sich so entwickelt, vermute ich.
Soll heißen, Stadien aus dem frühen Tierreich kenne ich nicht.

Kommentar von PolluxHH ,

Ursprünglich - da streiten sich noch die Gelehrten, was denn ursprünglich gewesen sei, also vor dem Stadium der Einzeller - gab es auf Einzellerebene zunächst keinen Generationenwechsel ( eukaryotische Lebewesen) und damit auch keine Vermehrung über haploide Chromosomensätze. Farne, Polypen etc. entwickelten sich erst später. Damit aber sollte die Entwicklung haploider Chromosomensätze zwar schon vor der Teilung von Fauna und Flora stattgefunden haben, aber ist keinesfalls als ursprünglich zu bezeichnen (ggf. aber als ursprüngliche Form der generativen Vermehrung)).

Noch zu den Gametophyten. Was im Kontext der Fragestellung von Interesse sein dürfte wäre, daß bei Gametophyten auch wieder haploide Chromosomensätze vorliegen.

Dennoch - soviel Mühe wollte ich mir nicht gemacht haben, Respekt!

Antwort
von ThomasJNewton, 4

Die Meiose war eine ganz neue und wichtige "Erfindung" des Lebens, und ist natürlich was völlig anderes als die Mitose.

Zusammen mit der Verschmelzung von Gameten zur Zygote ist sie die Grundlage der Sexualität, und des Generationswechsels.

Die Sexualität ist sozusagen der Turbo der Evolution, ohne sie gäbe es uns nicht.

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