Frage von Judith257, 39

Mein.Vater hat seit über ein Jahr Depression & will sich umbringen?

Mein Vater hat seit über 1-2 Jahren Depression. Er kommt damit nicht klar das seine Lebensgefährtin in verlassen hat. Dazu kommt noch das ich vor einem Jahr ausgezogen bin zwecks Ausbildung. Er war schon in Therapie aber sonderlich geholfen hat es nicht! Um sich abzulenken macht er Sport aber er hat schon über 50 Kilo abgenommen. Es kommt auch dazu das er nichts essen will. Er äußerte öfters mal Selbstmordgedanken, ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.

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Antwort
von LiselotteHerz, 10

Wenn jemand so starke Depressionen hat, dass er nichts mehr isst und das ständig äußert, dass er sich umbringen will, muss man das ernst nehmen!!

Hilf ihm einen guten Therapeuten zu finden, zum Beispiel hier auf Jameda

https://www.jameda.de/jameda/

Gib ihm ersten Feld Psychotherapeut ein und im zweiten Feld den Wohnort und dann muss er alle der Reihe nach anrufen oder Du übernimmst das für ihn. Er wird es wahrscheinlich nicht selbst machen.

Sag gleich am Telefon - Du hast ohnehin nur Anrufbeantworter dran - dass Du das für ihn übernimmst, weil er aufgrund seiner starken Depressionen nicht in der Lage dazu ist.

Therapeuten sind da etwas seltsam, so nach dem Motto: Wer sich nicht selbst bei mir meldet, der will nicht geholfen bekommen. Ist meine Erfahrung, als ich aus Gefälligkeit für meinen Mann einen Psychotherapeuten herausgesucht habe. Da hat genau einer zurückgerufen und sofort gefragt: Warum hat ihre Frau hier angerufen? Sie brauchen Hilfe.

Alles Gute. lg Lilo

Kommentar von LiselotteHerz ,

Anmerkung: Es kann durchaus sein, dass ihr mit dem ersten Psychotherapeuten auch nicht weiterkommt. Bei meinem Mann war das so - er hat sich nicht ernst genommen gefühlt, bekam irgendwelchen allgemeinen Sprüche zu hören und ist dann zu einem Kollegen gegangen.

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 3

Dein Vater braucht dringend professionelle Hilfe. Depressionen können behandelt werden. Einerseits mittels Psychotherapie, andererseits mittels Medikamenten (z.B. Antidepressiva).

Eine Psychotherapie muss jedoch richtig durchgeführt werden. Was ich damit meine ist, dass das Gespräch beim Arzt welcher einfach Medikamente verordnet alleine nicht als Psychotherapie anzusehen ist. Eine Psychotherapie ist eine intensive Angelegenheit (1-3x die Woche). Bis sich eine Veränderung manifestiert dauert es oft Monate, wenn nicht Jahre. Dazu ist Geduld nötig in einer Situation, in welcher man eigentlich keine Geduld hat.

Medikamente können ebenfalls helfen. Allen voran Antidepressiva. Diese wirken schneller als die Psychotherapie (nach ca. 2-4 Wochen). Das Problem der Medikamente ist, dass sie täglich eingenommen werden müssen und viele Nebenwirkungen haben. Dennoch sollte man Medikamente nicht verteufeln wenn der Zustand einem im Alltag so stark beeinträchtigt das es einfach nicht anders geht.

Unter http://www.depressionen-verstehen.de/angehoerige/ratschlaege_fuer_angehoerige/in... findest du Tipps für Angehörige. Teile deinem Vater mit, dass du die Einschätzung hast, dass er Hilfe braucht. Offeriere Ihm, ihn zu seiner ersten Therapiestunde zu begleiten und für ihn da zu sein.

Ansonsten ist die Lage ziemlich verzwickt, denn an einer Depression ist man nicht nur als Betroffener sondern auch als Angehöriger ausgeliefert. Man sitzt neben einem geliebten Menschen der unvorstellbar leidet und kann einfach nichts tun. Besuche ihn regelmässig wenn es geht und eben: unbedingt professionelle Hilfe beiziehen.

Antwort
von Kitharea, 9

Er ist ein erwachsener Mann und wenn die Therapie nichts geholfen hat, war da wohl noch viel offen. Ich weiß, dass das schwer zu nehmen ist - aber du als Kind bist nicht für ihn zuständig und solltest auch nicht die Partnerrolle übernehmen und dich um ihn kümmern. Es gibt 2 Wege: Entweder du kümmerst dich jetzt um ihn und leidest darunter oder du kümmerst dich nicht und leidest unter Selbstvorwürfen. An ihm kannst du nichts ändern außer ihm zu sagen er soll weiter daran arbeiten. Versuch, kein Mitleid mit ihm zu haben. Mitgefühl ist gut - du darfst traurig sein, dass es ihm so schlecht geht. Aber kein Mitleid - er ist erwachsen - es wird Zeit, dass er sich um sich selbst kümmert.
So als .. Vergleich - meine Mum war früher IMMER depressiv und fertig und hat auch oft davon gesprochen. Ich habe darunter gelitten und ihr zugehört. Jahrelang. Irgendwann war es mir zu viel. Ich bin in Therapie und habe sie fallenlassen. Innerhalb kürzester Zeit ist sie von den Toten auferstanden und war zwar wütend auf mich weil ich sie ja im Stich gelassen habe, aber sie ist daran gewachsen. Ich KANN also nur aus meiner Erfahrung sprechen und ich weiß wie schwer das ist. Ich würde sagen - wenn es dich sehr belastet und er nichts mehr tun will - geh selbst in Therapie. Das hilft dir erstmal und vielleicht irgendwann auch ihm.

Antwort
von beangato, 13

Mein Vater verstarb mit 52 Jahren. Ich habe bestimmt 1 Jahr lang viel mit meiner Mutter unternommen.

Vlt. kannst Du das auch einrichten. Das lenkt enorm ab. Und evt. lernt er so nebenbei eine nette Frau kennen.

Antwort
von Kathyli88, 6

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen dass sowas von nur dem verlust eines partners kommt. Da stecken doch bestimmt noch andere sachen dahinter. Andere sind gelähmt, haben schwere krankheiten, verlieren dadurch die arbeit und den partner und wollen trotzdem weiter leben. 

50 kg abgenommen ist ja richtig krass, wieviel ausgangsgewicht hatte er denn circa?

Zum psychologen kannst du niemanden zwingen, und leute die selbstmordgedanken äußern wollen sich eigdntlich gar nicht umbringen, es ist nur eine art hilferuf, sie drücken damit aus in einer situation zu sein die sie überfordert. Jemand der sich wirklich umbringen will, der macht es einfach, weil er nicht will dass ihm irgendjemand seine pläne durchkreuzt. 

Wenn es wirklich nur die einsamkeit ist, dann unternimm du hin und wieder was mit ihm. Oder dating webseiten ausprobieren. Es gibt nicht nur diese eine frau auf der welt, es gibt noch genug andere.

Antwort
von Wonnepoppen, 11

Welche Therapie?

Stationär, oder ambulant?

was wiegt er denn noch, wenn er so viel abgenommen hat?

Antwort
von Andreaas, 8

Sei einfach der traumsohn/ Tochter für ihn und unterstütze ihn voll.  Durch Worte z.B. dass er bestimmt bald eine neue Freundin findet.

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