8 Antworten

Die haben miteinander eigentlich gar nichts zu tun, kommen sich (eigentlich) nicht in die Quere.

Bei der Meinungsfreiheit ist gemeint, dass man seine Meinung ausdrücken darf.

Bei der sogenannten Religionsfreiheit ist gemeint, dass man jede Religion annehmen darf, die man will. Mehr nicht.

Der Autor Deines Artikels will nicht auf eine Interaktion der beiden Grundrechte hinweisen, sondern das Grundrecht der Religionsausübung eingehender beschreiben.

Er hätte gerne, dass klarer ausgearbeitet wird, dass die Verfassung über der Religion steht.

Ich pflichte diesem hierbei ein bischen bei, denn einige Mitmenschen meinen, sich aufgrund ihrer Religion anders verhalten zu dürfen.

Auch halte ich, wie der Autor auch, die Beschneidung aus religiösen Gründen, die ja in Deutschland nach einem Urteil dagegen eiligst in einem eigenen Gesetz erlaubt wurde, für bestenfalls fragwürdig, wenn nicht  Verfassungswidrig

Religionsfreiheit steht (zumindest in Deutschland) über der Meinungsfreiheit.

Beispiel 1:
Wenn jemand der Meinung ist, man müsse kleinen Kindern ohne medizinische Notwendigkeit am Dödel rum schneiden und ihnen daraufhin am Dödel rum schneiden lässt, hat er eine Straftat begangen.

Glaubt die gleiche Person dass ein Gott will, dass kleinen Kindern am Dödel rum geschnitten werden soll, ist es auf einmal legal

Beispiel 2:
Wenn ich in den frühen Morgenstunden der Meinung bin, dass Glockengebimmel zur Abwechslung mal schön wäre und dann draußen eine große Glocke läute, ist das Lärmbelästigung.

Wenn die Kirchenglocken läuten ist es keine Lärmbelästigung.

In Frankreich ist das in gewisser Weise so (Freiheit des Gewissens, „liberté de conscience”) vs. Freiheit des Denkens („liberté de penser”), in Deutschland jedoch nicht.

In Deutschland ist die Religionsfreiheit sogar sehr umfassend geschützt, da sie nicht unter einem Gesetzesvorbehalt steht, sie kann also nicht durch einfache Gesetzgebung eingeschränkt werden (anders in Frankreich und auch nach der Europäischen Menschenrechtskonvention).

In Deutschland sind Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit ansonsten zwei Grundrechte, von denen keines höher steht als das andere. Sie gelten auch für unterschiedliche Schutzbereiche, auch wenn es Überschneidungen gibt: Das Tragen religiöser Kleidung wie z.B. Hidschab oder Nikab steht sowohl unter dem Schutz der Religionsfreiheit als auch der Meinungsfreiheit, wobei in diesem Fall die Schutzwirkung der Religionsfreiheit eine größere ist (weil es da eben keinen Gesetzesvorbehalt gibt).

Nein, Meinungsfreiheit und die sogenannte Religionsfreiheit stehen auf einer Ebene. In beiden Fällen ist die Formulation des Textes so, dass eine Einschränkung nicht auszuschliessen ist. Ausserdem sehe ich nicht ein inwiefern sich Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit überschneiden und es zu einer Konfliktsituation beider Rechte kommen könnte. Ich kann also dem Autor dieses Textes leider nicht Recht geben.

Es kommt auf den jeweiligen Staat an. In Deutschland ist beides ein hohes Gut und gleichwertig. Beides ist im Grundgesetz festgeschrieben.

Kommentar von Zoroastres
15.11.2016, 23:41

Hast du dir den Link angesehen? Der sagt da was anderes.

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Ohne Meinungsfreiheit, keine Religionsfreiheit.

Allerdings verstehe ich nicht ganz, inwiefern sich da ein versus ergibt, da die Meinungsfreiheit im Prinzip eine Religionsfreiheit impliziert. Inwiefern steht die Meinungsfreiheit also gegen die Religionsfreiheit?

Solche Grundrechte stehen nicht in Konkurrenz zu einander.

Aber weder Meinungs- noch Religionsfreiheit sind mit Narrenfreiheit gleich zu setzen.
Es kann sein, dass beiden aufgrund weiterer Grundrechte Grenzen gesetzt sind. Das ist immer im Einzelfall zu bewerten.

Es gibt kein Land, wo es Meinungsfreiheit aber keine Religionsfreiheit gibt. Aber grundsätzlich hat du Recht.

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