Frage von zezezeze, 53

Meinungen zu einer Einführung eines Politikprojekts an Schulen (Umfrage)?

Es gibt immer mehrere Nichtwähler. Dies liegt laut Umfragen oftmals an dem Desinteresse an Politik und der Frustration über die scheinbare Ferne der Politik. Das Projekt soll in Form eines Projekttages oder einer Projektwoche durchgeführt werden. Da es möglichst die erstwöhler erreichen soll, wird es möglichst vor dem 16. Lebensjahr, also in den Stufen 9 oder 10 durchgeführt werden. Was haltet ihr davon? Meinungen und Argumente bitte:) Vielen Dank im Voraus!

Antwort
von Unsinkable2, 4

Dies liegt laut Umfragen oftmals an dem Desinteresse an Politik und der Frustration über die scheinbare Ferne der Politik. 

Das ist der Grund, warum die SPD immer weiter abstürzt. Sie liest auch nur die Studien, die ihr gefallen. ;)

Der Grund für das zunehmende Desinteresse ist nicht die Politik an und für sich, sondern die "diktatorische Alternativlosigkeit" in der sie präsentiert wird.

Es gibt nichts, was es "übers Essen" zu diskutieren gäbe, denn alles - absolut alles - ist längst von der Küche festgelegt. Es gibt nur ein einziges Gericht auf der Speisekarte. Und es ändert auch nichts, dass es dieses Gericht bei der einen Partei mit etwas mehr Zwiebeln und bei der anderen Partei mit etwas mehr Speck gibt. Denn die einzige echte "Wahl-Entscheidung" bei diesem ewig gleichen "alternativlosen Fraß", die dem Wähler überhaupt noch bleibt, ist, ob man gern Deko-Petersilie auf dem Gericht hätte, oder ob die wegbleiben soll.

Und wenn man erst mal 3, 4 Mal wählen war und - ganz egal, wie man gewählt hat - nach jeder Wahl immer und immer wieder die gleichen Gesichter, nur mit vertauschten Posten, sieht, dann fragt man sich irgendwann, wozu man sich das eigentlich antut. ... Das ist doch ganz offensichtlich ein "Selbstläufer".

Und Gauck, unser Bundespräsident, der in einem Interview zur Abschaffung des Majestätsbeleidigungs-Paragrafen im Strafgesetzbuch sagte, dass ihm als Bundespräsident doch mindestens die gleiche Ehrerbietung zustehe, wie einem gekrönten Haupt, setzt dem Ganzen im wahrsten Sinne des Wortes eine Krone auf und verfestigt ebenjene Erfahrung quasi von oben.

Da es möglichst die erstwöhler erreichen soll, wird es möglichst vor dem 16. Lebensjahr, also in den Stufen 9 oder 10 durchgeführt werden.

Wenn es gut durchdacht angelegt ist, kann es förderlich wirken. Wenn nicht, wird es den (späteren) Frust nur noch mehr verstärken helfen.

Denn ein Grund für den zunehmenden Frust ist eben jene Täuschung, man hätte bei einer Wahl eine Wahl; und die darauf folgende Ent-Täuschung, wenn man feststellt, dass das alles nur eine wohlfeile Lüge jener Eliten, die sich damit wunderbar eingerichtet haben, ist. Allein die Listen, mit denen sich die Parteieliten absichern, schließen das bereits genauso aus, wie der Fraktionszwang, der eigentlich grundgesetzwidrig ist, und deshalb als Fraktionsdisziplin verkauft wird.

Nur ein einziges Beispiel aus einer schier endlosen Liste an "Frustrationspunkten" in dieser "Demokratie": 

Voraussetzung: Angenommen, die Mehrzahl der deutschen Wähler, sagen wir der besonders plakativen Einfachheit halber 95% der deutschen Wähler, sind mit der Arbeit von Frau Merkel hochgradig unzufrieden, findet aber dennoch, dass die CDU ansonsten einen halbwegs passablen Job macht. 

Frage: Wie können diese Wähler so wählen, dass Frau Merkel "abgewählt" wird? Nicht nur als Bundeskanzlerin, sondern auch als Abgeordnete. 

Na?! ... Findest du eine Lösung? ... Oh?! ... Das geht nicht?! ... Na sowas aber auch! Dabei heißt es doch "Wahl", oder?! 

... und 95% der Wähler in Deutschland fragen sich frustriert: "Was kann ich denn 'wählen', wenn ich gar nicht 'wählen' kann?" Nochmals: Gegen den Willen von 95 - in Worten: F-Ü-N-F-U-N-D-N-E-U-N-Z-I-G - Prozent. Wenn das kein Armutszeugnis für eine "Demokratie" ist....

Zweifellos, dieses Beispiel ist besonders plakativ gemacht; doch es zeigt eines der Probleme. ... und die Liste ist, wie gesagt, schier endlos lang...

Antwort
von ju2tgirlythi5gs, 17

Also ich finde den Versuch die Politik wieder 'bürgernäher' - wenn man das bei unter 16-Jährigen so nennen kann- zu machen sehr lobenswert. Ich selbst habe mich vor meinem Politik LK am Gymnasium in der Oberstufe kaum für Politik interessiert, aber genau durch diesen wurde mein Interesse an zum Beispiel dem Gesetzgebungsprozess am Beispiel eines Sozialgesetzes (Hartz IV) und die Einflussmöglichkeiten von Lobbyisten auf diesen geweckt. 
Ich denke zu versuchen dieses Interesse bei Schülern noch früher als bei mir zu wecken wäre sehr hilfreich für die politische Lage des Desinteresses in Deutschland. 
Das Projekt müsste nur spannend aufgebaut sein um Kontroversen und Debatten anzustoßen -die haben mir immer besonders Spaß gemacht-  und die Aufmerksamkeit der SchülerInnen zu erlangen. Auch der Bezug auf tagesaktuelle Themen und der Lebensweltbezug hat bei mir immer das Interesse geweckt.
Es müsste den Schülern auch klar gemacht werden, dass man doch etwas mit seiner Stimme verändern kann und das man mit gutem Beispiel voran gehen sollte. Liebe Grüße und ich hoffe die Antwort ergibt Sinn :)

Antwort
von ceevee, 19

Ich halte davon gar nichts, weil es unglaublich schwer ist, über die Parteilandschaft neutral und unabhängig zu unterrichten, ohne, dass die Meinung des Lehrpersonals mit durchkommt. Im schlimmsten Fall melden sich Parteien (gleich welcher Richtung) dort mit an und machen Wahlkampf. Das würde sich ja anbieten... oder sie stellen sich mit ihrem Stand zufällig irgendwo in der Nähe auf.

Es ist mMn. das Recht eines jeden Menschen, sich nicht für Politik zu interessieren und er sollte es dann auch nicht aufgezwungen kriegen. Wahlwerbeveranstaltungen haben an einer Schule genauso wenig zu suchen wie z.B. Werbung für Religionen oder Veganer.

Antwort
von esenz342, 30

Ansich finde ich das ja gut, aber man sollte eher die Wurzel des Problems packen. Das ist nunmal die jetzige realitätsferne Politik. Und die ist nicht nur scheinbar die ist ganz offensichtlich. Also denken sich viele klarerweise wieso Wählen wenn am Ende sich sowieso nichts ändert.

Antwort
von Kxschelpxschel, 26

Ich bin selbst in diesem Alter und muss zugeben dass alle diese Dinge zutreffen. Ich glaube aber dass das eine sehr gute Idee ist da ich nicht glaube, dass sicher meisten  Schüler sich auf eigene Faust Informationen dazu holen oder sich sehr dafür interessieren. Wenn es solche Projekte gibt merken bestimmt viele, dass dieses Thema garnicht so langweilig ist, wie sie vielleicht denken.

Antwort
von meisab, 16

Finde die Idee echt gut:) ich finde das Thema ist wichtig und es ist gut Leute in unserem Alter darüber aufzuklären weil nicht alle das gleiche Wissen haben :)

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