Frage von Empylice, 65

Meint ihr, dass man ein Leben gegen mehrere aufwiegen kann?

Hallo Leute,

Ich schreibe an einem Fantasyroman und bin nun an einer Szene angekommen, in der sich genau diese Frage stellt, folgende Situation:

Jemand hat einen Verrat begangen, will sich nun einem feindlichen Volk anschließen, um sich vor dem Kriegstod bzw. dem Untergang des eigenen Volkes zu schützen, frei nach dem Motto: Wenn du den Feind nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihm. Zuvor hat er versucht, die eigenen Leute zu töten. Dafür soll er belangt werden, Tod durch das Schwert. Jedoch ist jemand anders der Meinung, dass man sich auf das Niveau des "Angeklagten" begibt, wenn man ihn zum Tode verurteilt.

Zum Verräter: Er ist der Anführer einer Gilde, also sozusagen eines Clans, der eine äußerst paranoide Denkweise aufweist. Er ist gefährlich genug, um mit seinem Vorhaben mehrere Völker auszulöschen, ist jedoch nicht vollständig böse, sondern eher geisteskrank.

Würdet ihr sagen, dass man jemanden umbringen darf, wenn man damit viele hunderttausend Leben rettet? Gibt es hier ein Richtig oder Falsch?

Danke für alle Antworten =)

Antwort
von MaxMuller, 17

Hallo Empylice!

Dieser "jemand anders" ist ein moralischer Feigling, dem sein Volk anscheind vollkommen egal ist und es lieber opfern würde als seinen  eigenen  moralischen Anschein von Gerechtigkeit  und moralischer Überlegenheit aufzugeben.  Er hat nicht die Courage das zutun was notwendig ist und versteckt sich hinter leeren moralischen Phrasen um seine eigene Feigheit zu verdecken.

Der Verräter verdient den Tod. Vollkommen egal ob er geisteskrank ist oder böse oder sonst was, er hat sein Volk verraten, seine Landsmänner und will sie dem Feind überführen, dafür verdient er ohne jeden Zweifel den Tod.

Der Clan gehört genauso ausgelöscht bis auf den letzten Mann sollten sie ihn  und seine Ansichten unterstützt haben. 

Das Szenario was du beschreibst und das Land bzw. Volk von dem du redest ist in einem  Krieg auf Leben und Tod, da ist keine Zeit für Zimperlichkeiten, moralische Spitzfindigkeiten, Gnade oder Nachsichtigkeit. Es ist eine Zeit voller Blut, Gedärme, Gemetzel, heroische  Schlachten, glorreiche Enden, große Verräter und noch größere Helden.  Es geht um das letzte Gefecht eines sterbenden Volkes. Es ist eine Zeit in der man nicht mehr redet, sondern handelt. In der Verräter das bekommen was sie verdienen, den Tod, und Feinde bis zum letzten Atemzug bekämpft werden.

Wenn da  noch einer sagt  "Wir dürfen uns nicht auf sein Niveau begeben". Dann ist er einfach nur feige, er  will nicht kämpfen und sich die Hände schmutzig machen, er will den Anschein von Zivilisiertheit waren und  überleben ohne ihn aufzugeben. Überhaupt ist alles was ihn interessiert er selbst, dass er gut dasteht, dass er sich nicht die Hände schmutzig machen muss, dass er nicht sein Leben für irgendwas risikieren muss. 

Doch die Realität ist eine andere und Helden werden erscheinen die bereit sind zu töten, zu morden und alles zutun um das überleben des eigenen Volkes zu sichern und dabei auch nicht zögern ihr eigenes Leben in die Waagschale zu werfen und sie werden diesen Feigling beiseite stoßen in das dunkel der Geschichte, denn als der Feigling der war, ist er es nicht würdig das man sich an ihn erinnert. Denn als sein Volk ihn brauchte, war er nicht bereit alles zu opfern, war er nicht bereit alles zu geben. Er stand daneben und fürchtete sich zu sterben und alles zu verlieren, während richtige Männer kämpften, starben und bereit waren alles zu geben für das  woran sie glaubten und für das was sie liebten, ihr Volk, ihre Art zu Leben, ihre Familien, ihre Götter und die Kameraden die an ihrer Seite in die letzte Schlacht für ihr Volk zogen.

MfG Müller

Kommentar von Empylice ,

Danke, habe ich aus dieser Sicht noch gar nicht betrachtet.

Antwort
von Zoroastres, 7

Es gibt niemals richtig und falsch. Und du bist Autor! Lass doch die Leute entscheiden ob sie es nun gut finden oder nicht.

Und wenn du nur einen Funken auf Realismus hälts dann lass sie ihn um die Ecke bringen, denn in einer solchen Krisensituation denkt niemand darüber nach, ob es nun ethisch ganz vertrebar ist. Es sind tausende Leute in Gefahr, es herrscht Krieg, ...

Wegen was Leute früher während Kriegen hingerichtet worden sind... Außerdem solltest du als guter Autor nicht immer versuchen alles so moralisch wie möglich zu machen. Noch dazu bei Fantasy. Zieh dir ein paar Folgen von game of thrones rein und schau mal was de Leute da machen. Nicht umsonst ist es ein Bestsller und die Serie noch erfolgreicher

Dein hauptchrarkter kann sich natürlich Gedanken dazu machen, aber es geht einfach auf die Berven wenn die Hauptperson immer so hypermoralisch und unecht und übertrieben 'gut' ist.

Antwort
von LadyOfCornwell, 26

Nun für die Frage gibt es keine allgemein klar Antwort. Es wird immer eine Gruppe geben die sich gegen die Meinung der Allgemeinheit auf lehnt.

In deinem Fall ist der Verräter geisteskrank - das macht die Situation nochmal spannender. Und eben moralisch kompliziert.
Man muss bedenken geisteskranke Menschen sind unberechenbar - ein Faktor den niemand eingerechnen kann. Ein Faktor der eine Kettenreaktion los stoßen kann, die ein Feuer startet das so viele Leben mit sich reißen würde das man sich davon vielleicht nicht mehr erholen kann

Ich persönlich denke daher, dass man ein leben gegen mehrere aufwiegen kann.

Antwort
von MrBurner107, 20

Ich würde ihn bis an sein Lebensende im Kerker verrotten lassen. In strenger Einzelhaft, ohne Tageslicht, bei Wasser und Brot. Das ist eine viel grausamere Strafe als ihn zu köpfen. Da würde seine Qual nur Sekunden dauern, aber im Kerker müsste er 30-40 Jahre über seine Taten nachdenken und sich mit den Dämonen in seinem Kopf auseinandersetzen.

Antwort
von grossbaer, 26

Du bist der Autor und damit entscheidest du ganz allein was für deinen Fantasyroman richtig oder falsch ist. Es ist eine Geschichte, ein Roman und nicht die Wirklichkeit. Hier gibt es deshalb kein Richtig oder Falsch. Außer es gibt Fehler in den Abläufen, also Logikfehler.

Du solltest dir einfach überlegen ob das Verhalten dieser fiktiven Person Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Geschichte hat. Wenn ja, dann solltest du dir Gedanken machen, die Geschichte einfach mal zu Ende denken und dich dann für die Version entscheiden die dir besser gefällt. Wenn das Verhalten keine Auswirkung auf den weiteren Verlauf hat, dann solltest du dir darüber keine weiteren Gedanken machen.

Antwort
von tinalisatina, 33

Ja, das gibt es. Aber das muss jeder für sich entscheiden. (Da gabs doch erst vor kurzem diesen Fernsehfilm mit dem abgeschossenen Flugzeug.)

In einem Roman entscheidet einzig der Autor, was passiert. (Gut, ich schreibe gerade eine interaktive Geschichte, wo die Leser mitbestimmen dürfen, wie es weitergeht, aber das ist wieder eine andere Geschichte.)

Antwort
von Evoluzzer213, 27

Ist eine philosophische Frage. Es gibt darauf den Utilitarismus.
Ich denke dass das von mehreren Faktoren abhängt, aber man kann durchaus aufwiegen

Antwort
von BayriseHD, 30

Es gibt kein richtig oder falsch!

Das ist ganz ansichtssache, Gewissenssache halt.

Antwort
von Destranix, 29

Der Verräter sollte sich für das Volk entscheiden. Stattdessen sollte irgendeiner der Protagonisten, irgendein misteriöser Typ, oder jemand der leicht beeinflussbar ist, in der Schlussszene des Romans zum Feind überlaufen!

Kommentar von Empylice ,

Das ist keine Antwort auf die Frage.

Kommentar von Destranix ,

Aber trotzdem eine Antwort!(Wie bei den Politikern)

Aus der rationalen Sicht her, ist es sinnvoll ein Menschenleben gegen ein anderes auf zu wiegen.

Aus der wissenschaftlichen Sicht ist das egal, ein Mensch ist nur eine chemische Verbindung.

Aus ethischer Sicht ist ein Menschenleben nicht gegen mehrere auf zu wiegen.

Aus philosophischer Sicht ist diese Frage nicht zu beantworten!

Aus sozialer Sicht ist es fair nicht nur an sich zu denken und sich zu opfern.

Auspolitischer Sicht kommt es auf den politischen Wert der Person an.

Aus wirtschaftlicher Sicht sind viele Menschen bessere Käufer als einer, außer der eine ist Milliadär.

Aus literarischer Sicht wäre es am sinnvollsten das zu tun, was niemand erwartet oder was neue Fragen oder neue Probleme aufwirft, um die Spannung zu steigern oder den Leser emotional zu berühren!

Kommentar von Empylice ,

Glaub mir, dieser Roman quillt über vor Emotionen.

Kommentar von Destranix ,

Hoffentlich ist er nicht überladen!

Evtl. könnte ein überlaufen oder sterben eines der Protagonisten zu einer Steigerung der Spannung ins nahezu unendliche führen!

Das würde die Basis für einen Zweiten teil sin!

Außerdem:

Wie würdest du den Roman fortsetzen, wenn es zum nicht zum Genuzid(oder zumindest zum Versuch dazu) kommt?

Du bräuchtest eine andere spannende Nebenhandlung, die im Epilog Spannung aufbaut und den Leser dazu bringt, den nächsten Teil zu lesen.(Oder zu verzwifeln falls es keinen zweiten Teil gibt!)

Kommentar von Empylice ,

Da war zumindest genügend Spannung, um die ersten 6 Testleser zu fesseln.

Kommentar von Destranix ,

Dann sollte das am Schluss erst abflachen(Happy End) und dann im Epilog wieder Spannung aufbauen oder es sollte an besagter Stelle der spannendere Weg gewählt werden, sodass die Geschichte fortgesetzt werden kann!

Kommentar von Zoroastres ,

Sei dir wegen den Emotionen nicht so sicher. Das habe ich mi auch schon mal gedacht. Außerdem müssen es die richtigen Emotionen sein, sonst ist es einfach platt.

Antwort
von Lichtpflicht, 22

Das ist ein klassisches ethisches Dilemma. Googel mal danach (oder auch nach "Trolley-Problem", "Flugzeugabschuss + Ehtik" oder "Marc Hauser"), dann wirst du darauf so irre viele Antworten bekommen, dass du hier gar nicht mehr fragen musst, weil das niemand hier mal schnell runter schreiben kann.

Antwort
von lillyjana14, 23

Ich habe keine Antwort ich wollte nur sagen toll das du schreibst nicht mehr viele lesen büch (ich schon. Ich schreibe auch)

Kommentar von Empylice ,

Cool, darf ich fragen, was du schreibst?

Antwort
von josef050153, 2

Vor genau diesem Problem steht die Polizei, wenn sie einen Angreifer erschießt, bevor er seine Sprengstoffweste zünden kann. Oder würdest du lieber mit explodieren?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten