Frage von LeonArdoni, 133

Meinem Vater das Sorgerecht entziehen (Kein Missbrauch)?

Hey

Meine Eltern sind getrennt haben aber beide Sorgerecht. Ich wohne bei meiner Mutter, die unterstützt mich auch bei dem was ich machen will, mein Vater legt mir aber bei absolut allem Steine in den Weg.

Es passt ihm nie was ich machen will und er funkt so weit er mit seinem Sorgerecht kann dazwischen.

Könnte ich da beantragen das ihm das Sorgerecht entzogen wird, damit ich eben machen kann was ich will ohne das er da was zu melden hat?

Er verhält sich sonst mehr oder weniger normal, ich bin 16.

Antwort
von putzfee1, 97

Nein, das ist kein Grund für den Entzug des Sorgerechts.

Manchmal ist es ganz gut, wenn ein Elternteil dazwischen funkt, nämlich dann, wenn der andere Elternteil allzu nachgiebig ist und keine Grenzen setzt. Dein Vater will dir ganz sicher nichts, er will nur, dass was Gescheites aus dir wird.

Kommentar von LeonArdoni ,

Nun ist es ja nicht so das meine Mutter mir keine Grenzen aufweist und mich wilde sau spielen lässt. Mir geht es hier besonders darum das er mir den Eintritt in die Bundeswehr verwehren will.

Kommentar von passaufdichauf ,
das er mir den Eintritt in die Bundeswehr verwehren will.

Dein Vater ist ein kluger Mensch!

Kommentar von putzfee1 ,

Dass dein Vater nicht erfreut ist, dass du zur Bundeswehr möchtest, ist aber kein Grund, ihm das Sorgerecht zu entziehen. Und verbieten kann er es dir letztendlich auch nicht, wenn du erst volljährig bist. Aber er ist durchaus berechtigt, seine Meinung dazu zu äußern. Ich finde das überhaupt nicht schlimm.

Kann es sein, dass du nicht konfliktfähig bist? 

Kommentar von LeonArdoni ,

jaja danke Mr Pazifismus, niemand hat nach deiner Meinung gefragt.

Kommentar von LeonArdoni ,

Es geht doch garnicht um seine Meinung. Es geht darum das er es gezwungenermaßen ein Jahr rauszögert. Das ist nicht nur nervig, sondern sieht auch auf dem Lebenslauf beschissen aus. So werde ich nämlich gezwungen irgendwas zur überbrückung zu machen, was ich vermutlich nicht beenden werde. Und wie die Vermutung ich sei nicht Konfliktfähig zustande kommt würde mich auch mal interessieren.

Kommentar von putzfee1 ,

Wenn du deine "Bundeswehrkarriere" wegen deines Vaters notgedrungen um ein Jahr verschieben musst, mach doch einfach ein freiwilliges soziales Jahr. Das macht sich in jedem Lebenslauf gut und kann eine sehr wertvolle Erfahrung sein. 

Ich kann aber ehrlich gesagt deinen Vater auch verstehen. Wenn du heutzutage bei der Bundeswehr Karriere machen willst, wirst du es sehr wahrscheinlich auch mit Auslandseinsätzen zu tun bekommen, und das ist alles andere als ungefährlich. Ich würde mir als Mutter da auch Sorgen machen, da bin ich ganz ehrlich.

Kommentar von LeonArdoni ,

Das FSJ muss ich sowieso machen da ich die schule mit 16 verlassen werde. Und zwei hintereinander wirken eher wie "der will keinen richtigen Job machen" vorausgesetzt das ist überhaupt möglich. Und sich sorgen machen ist die eine Sache, der Versuch es zu verhindern bzw. raus zu zögern aber eine andere. Vorallem weil er es ja sowieso nicht verhindern kann.

Kommentar von passaufdichauf ,
da ich die schule mit 16 verlassen werde

Ohne Abschluss? Kein Wunder, dass sich dein Vater da quer stellt! Er scheint sich deutlich mehr Gedanken um dich zu machen als deine Mutter!

Kommentar von LeonArdoni ,

Nein mit 16 und der Mittleren Reife in der Tasche!

Antwort
von autmsen, 38

Den Berufswunsch darf Dir Dein Vater nicht verwehren. So steht es im Grundgesetz. 

Nun willst Du zum Bund, lernen ein Mörder zu werden. Heute passender Massenmörder. Ist es unter dem Strich. Egal welche Worte da als Rechtfertigung angeführt werden. 

Es gibt Menschen die stehen auf der Seite der angeführten Worte die dafür sprechen. Es gibt Menschen die stehen auf der anderen Seite. Verbote greifen hier nicht sondern Argumente. Wenn schon. Verbote werden eingesetzt wenn keine Argumente vorhanden sind oder angenommen werden. Werden sie nicht angenommen steht die Frage im Raum warum. Die Antwort könnte dann eine längere Geschichte werden. 

Natürlich kann Dein Vater Dir eine benötigte Unterschrift verweigern - wollen. Dann gehst Du also zum Familiengericht und holst Dir da den richterlichen Beschluss dass die Erlaubnis zu erteilen ist. 

Gehst Du zu einer Behörde oder einem Amt nimmst Du bestenfalls Zeugen mit. Denn das gesprochene Wort zählt nicht. Es zählt das bezeugte Wort und das geschriebene. 

Du kannst selbstverständlich auch den Antrag schriftlich aufsetzen. Dann gibst Du das Schreiben entweder direkt beim Familiengericht ab - gehört zum Amtsgericht in der Regel - , lässt Dir die Abgabe mit Datum, Stempel und Unterschrift auf einer Kopie bestätigen. Oder Du schickst per Einwurfeinschreiben hin. 

Du kannst bei Bedarf dann auch rechtlichen Beistand einfordern der Dir gut begründet zu gewähren ist. Dann suchst Du Dir einen Rechtsanwalt der ausschließlich Deine Interessen zu vertreten hat. 

Wie Du liest geht es hier nicht um das Sorgerecht insgesamt sondern um eine Teilfrage die gerichtlich abgeklärt werden kann. 

Du kannst Deinem Vater über die Seite des Deutschen Bundestages ein Grundgesetz kostenlos zusenden lassen. Wenn es da ist kannst Du es nutzen um ihm meine Ausführungen ansatzweise auf der Grundlage unserer Verfassung darzulegen. An diese darf sich auch ein Pazifist halten. 

Mir fällt jetzt nicht eine passende Suchabfrage ein die mich zu den entsprechenden Urteilen führt welche von juro-forum oder einer anderen kompetenten Seite online gestellt sind. Gelesen habe ich sie schon. Vielleicht bist Du selbst bezüglich Suchabfrage kreativ und wirst dann fündig? In dem Fall kannst Du mit den Fakten kommen. Und das Theater mag sich auf diese Weise in Luft auflösen. 

Antwort
von kiniro, 37

Nein - auch deine Mutter wird unter diesen Voraussetzungen keinen Erfolg haben.

Da müssen schon echt dicke Klöpse (neben Straffälligkeiten, Drohungen, Gewalt dir gegenüber) passieren.
Dazu zählen unter anderem

deine Mutter muss gefühlt ständig sich die benötigten Unterschriften beim Familiengericht abholen
dein Vater verweigert wichtige ärztliche Behandlungen.

Pures Desinteresse oder Meinungsverschiedenheiten zählen nicht dazu.

Ich halte ja dieses (nach der Scheidung) erzwungene gemeinsame Sorgerecht für reine Schikane seitens ein paar Leutchen, die sich damit nie auseinander setzen mussten.

Antwort
von djcore, 51

Hi LeonArdoni,

Sorgerecht nein. Aber ich kann dich gut verstehen. Meine Eltern haben alles dafür getan, dass ich nicht Erzieher werde. Mir hat die Kriegsdienstverweigerung letztendlich doch dazu verholfen. Tja, bei dir geht es nun darum Soldat zu werden. Ich finde das vollkommen in Ordnung. Ich habe Verwandtschaft, bekannte und sogar Arbeitskollegen, die beim Bund waren oder sind. Natürlich vllt. ein gefährlicher Beruf, aber das trifft z.B. auch auf Polizisten zu. Kein Grund Steine in den Weg zu legen! Der casus knacksus scheint eher darin zu liegen, das Du die Schule nach Klasse 9 beenden willst! Ich vermute, du hast keinen Bock mehr hast, vielleicht auch Schwierigkeiten und denkst, für den Bund reicht das. Aber das solltest du dir genau überlegen! Es wird wohl besser sein, die Schule länger zu besuchen. Zum Einstieg beim Bund egal, aber um höher der Abschluss, desto besser werden die Möglichkeiten nach der Grundausbildung.

Kommentar von LeonArdoni ,

Ich bin zurzeit in der 10 Klasse und plane auch diese zu beenden.

Antwort
von passaufdichauf, 71
Könnte ich da beantragen das ihm das Sorgerecht entzogen wird, damit ich eben machen kann was ich will ohne das er da was zu melden hat?

Nein, zum Glück kann man deinem Vater deswegen NICHT das Sorgerecht entziehen. Was dein Vater macht, hat übrigens auch einen Namen: es nennt sich Erziehung!

Kommentar von LeonArdoni ,

In diesem Fall hat es mit Erziehung nichts zu tun. Aber danke für die Antwort.

Kommentar von passaufdichauf ,

Meinst du denn, mit deinen (hier angegebene) Interessen Bier-Alkohol-Drogen-Sex-Partyspiele...ist die Bundeswehr das Richtige für dich?

Kommentar von LeonArdoni ,

Ist mein Troll Profil.

Antwort
von webya, 83

nein, das geht zum Glück nicht.

Auch wenn Eltern nicht getrennt sind, funkt ein Elternteil schon mal dazwischen.

Kommentar von kiniro ,

Zum Glück?
Wenn ich an all die Betroffenen denke, denen damit mehr geschadet als geholfen wird...

Kommentar von webya ,

Das sagen auch die Kinder, die mit beiden Elternteilen zusammen wohnen. "Wenn mein Vater nicht wäre, dann ginge es mir viel besser. Der verbietet mir immer alles. Mama ist es ja egal." 

Von daher finde ich schon gut, wenn man einem Elternteil nicht einfach das Sorgerecht entziehen kann (außer natürlich bei misshandlung, Vernachlässigung etc.) nur weil einem die Meinung nicht passt...

Antwort
von DerAlien, 82

Wenn das geht wäre es ziemlich blöd, da er bestimmt der meinung ist das beste für dich zu tun:)
Ich persönlich würde einklagen an der stelle deines vaters falls man da irgendwie mit durch kommt.
Aber worum geht es denn genau?
Lässt er dich nicht feiert gehn, bestimmte sachen anziehen oder ähnliches?

Kommentar von LeonArdoni ,

Das beginnt bei Kleinigkeiten wie Sport Arten ausüben und ähnliches und hört halt damit auf das er mir verbietet der Bundeswehr beizutreten bis ich 18 bin.

Kommentar von DerAlien ,

Das ist ganz gut so glaube ich

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