Frage von Kai1963, 82

Meine Tochter befindet sich in der Ausbildung und der Vertrag läuft noch bis zum 31.01.16. Sie hat nächste Woche die Prüfung,die Firma hat sie heute gekündigt?

Es wurde kein Kündigungsgrund angegeben. An wen kann man sich wenden und ist das alles so korrekt?

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Antwort
von kim294, 82

Das kann nur dann korrekt sein, wenn deine Tochter sich etwas sehr gravierendes zuschulde kommen lassen hat (Geld geklaut oder so).

Ansonsten sollte sie sich schnellstens an die IHK wenden, denn eigentlich ist man in der Ausbildung nahezu unkündbar.

Antwort
von frodobeutlin100, 30

http://www.w-und-b.com/recht-und-berufsberatung/wann-endet-das-ausbildungsverhae...

Erfolgreiche Prüfung vor Ende der vereinbarten Ausbildungszeit

Bestehen Auszubildende vor Ablauf der Ausbildungszeit die Abschlussprüfung, so endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss (§ 21 Abs. 2 BBiG).

Auch dies ist leicht nachzuvollziehen: Absolviert der Auszubildende erfolgreich die Abschlussprüfung, hat er nachgewiesen, dass er alle für den Beruf erforderlichen Kompetenzen erworben hat. Das Ausbildungsziel ist erreicht, der Ausbildungsbetrieb hat seine Ausbildungspflicht erfüllt. Es besteht daher keine Notwendigkeit mehr, das Ausbildungsverhältnis bis zum vertraglichen Ende fortzusetzen. Entscheidend für den Zeitpunkt der Beendigung ist die offizielle Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses.

Und was passiert, wenn der Auszubildende trotzdem weiter im Betrieb arbeitet? Wenn der Auszubildende mit Kenntnis des ausbildenden Betriebs nach Mitteilung des Bestehens der Prüfung weiterhin für diesen tätig wird, entsteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, sofern Ausbildungsbetrieb und Auszubildender nicht etwas anderes vereinbart haben (§ 24 BBiG).

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Die Kündigung wurde wohl eher "vorsorglich " ausgesprochen, damit der Prüfling weiß, dass es in diesem Betrieb keine Weiterneschäftigung nach der Prüfung (= unbefristetes Arbeitsverhältnis) geben wird ....

obwohl die Rechtsfolge schon durch das BBIG klar ist und das Aussprechen einer Kündigung eigenlich nicht notwendig ist ....

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 30

Das Berufsausbildungsverhältnis endet mit dem Ende der vereinbartenAusbildungszeit.(§ 21 Abs.:(1) BBiG)

Bestehen Auszubildende vor Ablauf der Ausbildungszeit die Abschlussprüfung,so endet das Ausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss.(§ 21Abs.:(2) BBiG)

Es  bedarf demzufolge keiner gesonderten Kündigung.

Wegen der Kündigung könnt ihr euch bei der zuständigen Kammer beschweren.(IHK-HWK o.ä.findet sich im Ausbildungsvertrag auf der Rückseite.)

Antwort
von ich500, 75

Gemäß §22 Berufsbildungsgesetz besteht für Auszubildende besonderer Kündigungsschutz. D.h. die Kündigung ist nur aus einen wichtigen Grund (§22 Abs. 2 BBiG) und unter angabe dieses Grundes zulässig (§22 Abs. 3 BBiG). Somit ist die kündigung rechtswidrig. Gemäß §4 Kündigungsschutzgesetz kann vor dem Arbeitsgericht eine Kündigungsfeststellungklage innerhalb von 3 Wochen erhoben werden. Diese hätte in deinem Fall sehr gute Chancen. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht könnte weiter helfen


Antwort
von Novos, 61

Da der Vertrag mit der bestandene Prüfung (letzter Prüfungstag) so wie so endet, ist die Frage, auf wann (Datum) gekündigt wurde. Desahalb erscheint mir die Kündigung eher ein "Witz"

Antwort
von Luke91Nukem, 69

Eine/n Auszubildende/n einfach so aus dem Unternehmen zu werfen, ist nicht möglich. Nach bestandener Probezeit braucht es da driftige Gründe wie z.B. häufiges zu spät kommen, Diebstahl, Veröffentlichung von Internas, Beleidigungen etc.

Ich würde dagegen vorgehen und dafür sorgen, dass die Tochter zumindest bis zur bestandenen Prüfung in dem Unternehmen bleiben kann. Danach ist der Ausbildungsvertrag hinfällig und sie sollte sich ein neues Unternehmen suchen.

Antwort
von RobertLiebling, 55

Mit welcher Frist bzw. zu welchem Termin soll die Kündigung erfolgen?

Antwort
von FunnyChrissy, 54

Hallo. Der Ausbildungsvertrag endet mit Bestehen der Prüfung. Ist leider so fest verankert.

Leider könnt ihr dagegen nichts tun. Ausser deine Tochter fällt durch die Prüfung. Aber das sollte kein Ziel sein. Sorry aber ist leider korrekt so.

LG Christine

Kommentar von Familiengerd ,

Sorry aber ist leider korrekt so.

Ist es eben nicht!

Du schreibst doch selbst: "Der Ausbildungsvertrag endet mit Bestehen der Prüfung." (daran gibt es übrigens kein "leider"!), also bedarf es keiner Kündigung!

Hier wäre also die Frage, was die Kündigung (und zu wann?) überhaupt soll!

Kommentar von FunnyChrissy ,

Das leider bezog sich nicht auf bestehen der Prüfung. Sondern auf die Verankerung im Gesetz. Bitte nicht immer jeden Satz zerlegen. Das hilft niemanden. Und dennoch hab ich recht. Google ist dein bester Freund. Die Tochter hat nächste Woche die Prüfung. Wenn Sie besteht endet der Vertrag sofort. Ist das so vom Betrieb berücksichtigt worden ist die Kündigung LEIDER rechtens. Und ja - für mich leider. Also..... Kündigung passt da der Vertrag damit erfüllt ist.

Kommentar von Familiengerd ,

Das leider bezog sich nicht auf bestehen der Prüfung.

Das weiß ich, dass Du das "leider" nicht auf das Bestehen der Prüfung bezogen hast, sondern auf das Ende des Ausbildungsvertrags mit Bestehen der Prüfung.

Da der Ausbildungsvertrag bei Bestehen mit Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse durch den Prüfungsausschuss endet ( BBiG § 21 Abs. 2) - und dazu gibt es Dein "leider" eben nicht: es ist ganz einfach so -, bedarf es keiner Kündigung!

Ich verstehe Deine Argumentation auch nicht: Auf der einen Seite stellst Du - richtig - fest, dass der Vertrag mit Bestehen der Prüfung endet, auf der anderen Seite sagst Du, dass die Kündigung "leider" rechtens sei - obwohl hier überhaupt keine Kündigung ausgesprochen werden muss, um den Ausbildungsvertrag bei bestandener Prüfung zu beenden.

Und auch wenn die Prüfung nicht bestanden wurde, kann der Vertrag nicht vom Arbeitgeber gekündigt werden, weil er sich dann auf Verlangen des Auszubildenden verlängert (Abs. 3).

Es stellt sich hier also die Frage, warum und zu wann (dazu sagt der Fragesteller allerdings nichts - leider) hier dann eine Kündigung ausgesprochen wurde!

Bitte nicht immer jeden Satz zerlegen.

Das muss man schon, wenn es in der Argumentation ziemlich kraus zugeht!

Kommentar von FunnyChrissy ,

Ich denk wir drehen uns im Kreis. Auch deine Argumente lassen noch viel Spielraum. Es muss keine Kündigung ausgesprochen werden. Aber viele Betriebe tun das eben aus Form Gründen trotzdem. Ich habe solche und ähnliche Schreiben schon selbst verfasst. Das gehört dazu. Auch diese Tatsache hab ich angesprochen. Bei nicht bestehen ist der Fall anders und das sollte kein Ziel sein. Oben schon von mir angesprochen. Wenn ich mich irgendwie missverständlich ausdrücke bitte nachfragen und mir nicht so einen Mist unterstellen. Mein leider bezog sich nur auf die Kündigung welche so nicht rückgängig gemacht werden kann. Du interpretierst da was rein was ich so nie sagen wollte. Wir wollen beide helfen. Darum ging es. Der Fragestellerin wünsche ich von Herzen das beste für ihre Tochter. Zur Not das Gespräch mit dem Betrieb suchen. Viel gibt es dennoch einen Weg. Alles Gute. LG Christine

Kommentar von Familiengerd ,

Okay!

Antwort
von Branko1000, 52

In der Schule nach Hilfe fragen oder ggf. bei der Kammer melden

Antwort
von derhandkuss, 44

Deine Fragen beantwortet Dir ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Antwort
von Engelsteffi, 44

Melde dich bei der IHK das ist nicht korrekt

Kommentar von FunnyChrissy ,

Sollte zum Bestehen der Prüfung gekündigt worden sein ist das Recht auf Seiten des Betriebes. Vertrag endet immer mit Bestehen der Prüfung.

Kommentar von RobertLiebling ,

Dafür wäre aber keine Kündigung notwendig. Außerdem könnte es ja passieren, dass die Prüfung nicht bestanden würde - dann geht auch das Ausbildungsverhältnis in die Verlängerung.

Wie man es dreht und wendet: Irgendwie hat der Betrieb mit dieser Kündigung einen ziemlichen Bock geschossen.

Kommentar von Familiengerd ,

@ FunnyChrissy:

Vertrag endet immer mit Bestehen der Prüfung.

Und eben darum gibt es keine Kündigung!

Kommentar von Engelsteffi ,

Bin selber gerade in der Ausbildung und haben das letze Woche im Unterricht durchgenommen

Antwort
von alphonso, 41

Die Firma kann sie nicht kündigen und schon gar nicht ohne Angabe von Gründen. Sie soll in der Firma nachfragen.

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