Frage von cerberusk, 99

Meine Stieftochter findet einfach keine Lehrstelle....? ?

Hallo zusammen, wir sind so langsam an einem Punkt an dem wir ihr keine Hoffung machen können. Ich will die Geschichte erst einmal der reihe nach erzählen. Meine Stieftochter ging erfolgreich zur Realschule. Sie hat immer gute Noten nach Hause gebracht und hatte immer Interesse an der Schule. Da sie nun jedoch ein Scheidungskind ist hat sie immer unter der Trennung der Eltern gelitten. Da sie seinerzeit noch minderjährig war musste sie alle zwei Wochen zu ihrem leiblichen Vater was ihr aber nicht gutgetan hat. Sie hat es sich niemals getraut es offen auszusprehcne das sie die ganze Situation sehr belastet hat. Daher hatte sie sich dazu entschieden einen Brief zu schreiben um ihrem Frust und ihren Sorgen Lust zu machen. In Folge dessen wurde sie und auch wir von ihrem Vater und ihrer Oma angefeindet. Das ging dann soweit das sie nicht mehr in die Schule konnte, psychische Probleme bekam und in der Psychiatrie behandelt werden musste. Nach der ersten Behandlung kam sie wieder in die Schule zurück.Sie musste die Abschlussklasse wiederholen. Sie hatte dann aber wieder kurz vor den Prüfungen einen erneuten Rückfall. Ein drittes Mal wurde sie nicht mehr zugelassen zu den Prüfungen. Sie kam dann in die Erwachsenenpsychiatrie weil sie Suizitgefährdet war. Dort war sie dann für drei Tage verschwunden und wir befürchteten das Schlimmste. Sie wurde jedoch gefunden und die nachfolgende Behandlung verlief erfolgreich. Sie machte selbstständig ihren Hauptschulabschluss nach und ging dann in die zweijährige Wirtschaftsschule die sie jetzt sehr erfolgreich abgeschlossen hat. Sie konnte aufgrund ihrer früheren Krankheit auch noch keinen Führerschein. Sie bewirbt sich jetzt schon seit über einem Jahr und bekommt auch Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Doch sie bekommt seither immer nur Absagen obwohl sie sich doch so sehr bemüht hat. Wir wissen schon nicht mehr wie wir ihr Mut machen sollen. Kann uns denn jemand einen Rat geben was wir noch tun können ? Es gibt nämlich nichts schlimmeres für einen Menschen wenn man ihm nicht einmal die Chance gibt sein eigenes Geld zu verdienen.

Antwort
von testwiegehtdas, 17
Ist für mich nicht nachvollziehbar

Hallo,

wenn ihre Krankheitszeit im Lebenslauf steht, dann muss es an etwas anderem liegen. Immerhin laden sie sie zu Vorstellungsgesprächen ein, dann besteht ja trotzdem Interesse. Zudem liegt es dann ja auch nicht in der Bewerbung an sich...

Hab ihr euch schon an das Arbeitsamt gewendet? Eine Bekannte hat ein Bewerbungsgespräch-Training bezahlt bekommen, weil sie auch immer danach aussortiert wurde. Zudem gibt es ein "Berufsvorbereitendes Jahr", dann macht sie immerhin war, bekommt etwas Geld und hat keine erneute "Lücke" im Lebenslauf.

Zudem kann das Arbeitsamt, aber auch die IHK, am Ende Ausbildungsplätze vermitteln, die kurz vor dem Beginn noch nicht besetzt sind. Vielleicht bekommt man sogar so kurzfristig noch was mit Start im September.

Ansonsten ganz viele Bewerbungen schreiben. Meine Schwester war gerade einige Monate arbeitslos, weil sie nach der Ausbildung nur kurz übernommen werden konnte und danach nichts gefunden hat. Sie hat auch endlos viele Bewerbungen geschrieben und dann trotzdem einige Monate in der Luft gehangen...

Gerade als Bürokauffrau sollte es ja genug Stellen geben. Hat sie sich auch mal auf andere Berufe beworben?

Ihr könntet mal kurz nach der Absage dort anrufen oder eine Mail schreiben (möglichst noch am selben Tag/sobald der Brief kommt), damit die Erinnerung der Firma noch frisch ist, und nachfragen warum sie abgelehnt wurde und ob sie einen Tipp für spätere Bewerbungen hätten. Oft wird die erste Antwort sein "ein anderer Bewerber hat besser gepasst", denn wenn sie was falsches sagen könnte man sie wegen Diskriminierung verklagen, aber bei genauerem Nachfragen kann man ja erfragen wobei und was sonst noch gestört haben könnte.

Kommentar von ngdplogistik ,

Steht die Krankheit oder der Psychiatrieaufenthalt denn im Lebenslauf? Eine Krankheit wäre kaum schlimm, der Psychiatrieaufenthalt könnte Folgen haben, allerdings gibt es keine Verpflichtung hierzu, diesen Umstand in den Lebenslauf zu schreiben

 Nur wenn der Arbeitgeber auf evtl. eingetragene Fehlzeiten direkt anspricht - und sie erzählt, könnte dies in der Abwägung zur Einstellung eine Rolle spielen, was jedoch kein Arbeitgeber direkt zuzugeben bereit ist.

Ansonsten ist Deine Antwort  recht ordentlich.

Liebe Grüße

Kommentar von testwiegehtdas ,

er hatte unten geschrieben, dass im Lebenslauf nur steht wie lange sie krank war.

Natürlich kann eine Beantwortung von Rückfragen dazu einen auch raus katapultieren, ich weiß ja nicht was sie dazu sagt. Das habe ich oben vergessen.

Zugeben würde das ein Arbeitgeber natürlich nicht, sonst wäre er wegen Diskriminierung auf Grund von Krankheit dran...

Erwähnen ist evtl. ganz gut im Lebenslauf, immerhin hat sie viele starke Lücken, die sonst schon früh zum Ausschluss führen können. Auf Nachfragen sollte man dann aber vermutlich antworten "das ist persönlich, darüber möchte ich nicht reden, mir geht es jetzt aber wieder besser/gut". (besser ist ehrlicher, kann aber dazu führen, dass sie denken es könnte auch wieder schlimmer werden und sie könnte wieder lange ausfallen) 

Antwort
von NSchuder, 32

Auf die Vorgeschichte will ich an dieser Stelle mal nicht eingehen, denn sie hat mit der Frage warum es mit einem Ausbildungsplatz nicht klappt, nur am Rande zu tun.

Wenn Deine Stieftochter immer bis zum Vorstellungsgespräch kommt und danach "aussortiert" wird, dann muss das Problem an Ihrem Umgang mit den Vorstellungsgesprächen liegen - Ihr Aufenthalt in der Psychatrie und alles andere steht ja sicher im Lebenslauf - was bedeutet, dass der mögliche Arbeitgeber darüber Schon bei der Einladung zum Gespräch wusste und sie, wenn es gestört hätte, gar nicht zum Gespräch geladen hätte.

Was jetzt genau das Problem ist kann ich natürlich nicht sagen, denn ich war ja bei keinem der Gespräche dabei.

Letztlich muss es aber in ihrem Auftreten und / oder an dem Liegen, was - oder wie sie es - dort gesagt hat.

Kommentar von andele321 ,

Oder den Blickwinkel im Bezug auf Lehrstellen ausweiten.

Kommentar von ngdplogistik ,

Was durchaus eine Alternative darstellt,

Liebe Grüße

Antwort
von beangato, 48
Ist für mich nicht nachvollziehbar

Vlt. könnte sie ein BVJ machen. So hat mein Kind (entlassen mit der 6. Klasse) den erweiterten HS-Abschluss erworben und eine Berufsausbildung abgeschlossen.

Kommentar von cerberusk ,

Was ist ein BVJ ?

Kommentar von beangato ,

Berufsvorbereitungsjahr.

Antwort
von ngdplogistik, 20
Finde ich nicht gerecht

Wahrscheinlich erfahren die Arbeitgeber zwar keine näheren Umstände, jedoch irgendwelche Einzelheiten über zugängliche Kanäle. 

Kann auch sein, dass ihre Stieftochter irgendetwas erzählt oder auf gezielte Fragen ehrlich antwortet. Manchmal gelingt es auch Familienteilen/ Eltern durchzudringen, was allerdings kaum besonders vorteilhaft für das weitere Leben der Stieftochter sein kann, man ihr Leben, wie bereits durch Dich angesprochen, gefährdet.

Möglich ist es auch, dass Betriebspsychologen, dies allerdings nur bei größeren Firmen, keine wirkliche Chance erkennen in dem angestrebten Beruf. 

Ich meine, einen Versuch durch den Arbeitgeber, der bereits Interesse zeigt, wäre es wert, zumal dieser evtl. davon weiß.

Es ist immer schwierig, Psychiatrieaufenthalte gänzlich zu ignorieren, jedoch ist die Stieftochter, gemäss Deiner Angaben, durchaus in der Lage mitzuhalten und durchzustehen, was sie angefangen. 

Eventuell hilft ein Wechsel des Wohnortes, weit weg von dem derzeitigem. 

Sie sollte keinesfalls aufgeben und in der Zwischenzeit weitere Kurse besuchen, dem Berufswunsch entsprechend oder das Fachabitur/ normale Abitur machen, um Perspektiven zu haben. Sie kann dann in dieser Zeit auch jobben, und damit Arbeitgebern zeigen, dass hier eine ernstzunehmende Frau mit sehr guten Kenntnissen sich bewirbt.

Liebe Grüße und alles Gute fur den weiteren Lebensweg

Kommentar von andele321 ,

Ein Wohnortswechsel hebt doch nicht den Krankenhausaufhenthalt auf!

Zudem: Wenn der Arbeitgeber Sie aufgrund der Krankheit nicht einstellt, ist das nicht rechtens.

Andere Sache: Ich würde einfach mal bei den verschiedenen Unternehmen anrufen und fragen warum man die Tochter abgesagt hat. Was Sie verbessern kann und woran Sie arbeiten muss...

Kommentar von ngdplogistik ,

Ist hier kein Wort drüber gefallen, wenn Du ehrlich bist. 

1.Den Wohnortwechsel wegen des Vaters, wenn dort ansässig, der für das Dilemma verantwortlich war.

2.Welcher Arbeitgeber formuliert solch einen Grund? Ware gut, wenn Du meine Argumente richtig lesen würdest, weil zum GRÖSSTEN Teil Annahmen und Spekulationen.

3. Das wäre eine Möglichkeit und wenn sie oder der Stifvater Glück haben, bekommen sie k e i n e Floskel zu hören.

Liebe Grüße und danke für Deinen Komnentar

Kommentar von andele321 ,

"
Es ist immer schwierig, Psychiatrieaufenthalte gänzlich zu ignorieren"

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, das bei der Einstellung NICHT zu berücksichtigen.

Kommentar von ngdplogistik ,

adelele, adelele, was hab ich getan, dass Du immer wieder an meinen Antworten vorbeiliest? ..."Es ist immer s c h w  i e r i g, Psychiatrieaufenthalte 

g ä n z l i c h 

zu ignorieren" ... 

Wenn Du um einen Umstand weißt, diesen Umstand, mit bestem Willen diesen unberücksichtigt lässt, bleibt im Unbewussten - du hast schliesslich das Wissen um den Umstand dorthin verdrängt, dieses Wissen erhalten.

Bei der Auswahl, unter Berücksichtigung der Auswahlkriterien, ( hier werden v e r s c h i e d e n e  Kriterien berücksichtigt), die dann zu einer Entscheidung führen und der Arbeitgeber entscheidet sich für eine andere Bewerberin, die den Anforderungen des jeweiligen Betriebes besser gerecht wird...Z.B. durch höhere Qualifikationen, durch deren bisherige Tätigkeiten über Praktika, vielleicht auch weil er die Eltern kennt(Vitamin B) usw.u sw.usw

Du erkennst vielleicht nun die realistische Seite der Arbeitswelt, die manchmal einfach bestehende Gesetze umgeht, wohl kaum missachtet. Kein Arbeitgeber, schrieb ich, wird Gründe nennen, die den gesetzlichen Rahmen missachten. 

Was sich in dessen Kopf abspielt, bleibt dessen Geheimnis und dort haben Gesetze n o c h keinen Zugriff. 

Er kommt im Gremium, so es eines gibt, lediglich zu dem Schluss, dass eine andere Bewerberin und dies unter Berücksichtigung mehrerer Gründe, besser geeignet zu sein scheint. 

Was sich dann zu einem späteren Zeitpunkt daraus ergibt und ob die ausgewählte Bewerberin tatsächlich besser geeignet war, ist eine andere Angelegenheit. 

Liebe Grüße

Antwort
von newbie80, 52
Ist für mich nicht nachvollziehbar

Weitermachen und nicht aufgeben - eines Tages wird Sie einen Arbeitgeber finden der den Menschen schätzt und nicht aufgrund einer Diagnose die Einstellung verweigert!

Alles Gute!

Kommentar von andele321 ,

Wenn der Arbeitgeber aufgrund der Diagnose den Arbeitsantritt verweigert macht er sich strafbar!

Kommentar von ngdplogistik ,

Weshalb sollte ein Arbeitgeber dies schriftlich so formulieren, zumal keine Rede von Diagnosen, die dem Arbeitgeber über den Lebenslauf bekannt gegeben werden müssten, Bestandteil der Frage ist.

Heutzutage ist es dem Arbeitgeber durchaus möglich, uber andere Kanäle etwas herauszufinden, was keinesfalls bedeutet, dass er entsprechende Gründe formulieren würde um sich, obwohl er um den Umstand weiß, wissentlich strafbar zu machen. 

Von newbie80 wird lediglich eine Schlussfolgerung aus der Frage, für diesen scheinbar ersichtlich, generiert, was dann als Annahme zu werten ist.

Liebe Grüße

Kommentar von andele321 ,

Ich weiß schon was gemeint war. Fakt ist aber auch, dass du nicht aufgrund einer Krankheit abgelehnt werden darfst.

Ich wollte eher sagen, dass der Grund wahrscheinlich oftmals der gleiche sein wird aber ihr etwas anderes gesagt wird eben weil es nicht rechtens ist.

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