Frage von Bitology, 56

Meine Selbstwahrnehmung schwankt zwischen voller Zuversicht und absoluter Hoffnungslosigkeit, ich selbst bewerte mich absichtlich negativ?

Abend,

ich gehe in die Achte Klasse und habe wahrscheinlich starke Minderwertigkeitskomplexe und mache mich bei kleinsten Sachen fertig. Meine Leidenschaft widme ich der Mathematik und der Logik, ich bin fasziniert von der Natur. Manchmal komme ich mir sehr ausgeglichen vor, es fühlt sich an wie eine Wechselwirkung zwischen Herz und Verstand. Manchmal verfalle ich aber in einen Zustand wo ich weder sagen kann der ist rational, noch emotional.

Wenn ich ein Rätsel sehr schnell löse, dann fühle ich für kurze Zeit ein Erfolgserlebnis. Danach bewerte ich mich selbst sehr negativ, ich rede mir ein das dass nichts Besonderes ist und das dies jeder lösen kann, schließlich bin ich innerhalb von (beispielsweise) ein paar Minuten darauf gekommen. Gebe ich meine Aufmerksamkeit ein Rätsel hin wo ich nicht innerhalb von 5 Minuten eine Idee habe, rede ich mir wieder ein wie dumm ich bin u.s.w.

Ich leide im Moment an beinahe dauerhaften Stress, woher der Stress kommt weiß ich und Probleme sind da um sie zu lösen, das heißt ich versuche derzeit auch das Problem zu lösen.

Bewerte ich mich selbst sehr negativ, dann weiß ich das dass unlogisch ist und nutze das dann auch wieder aus um mich fertig zu machen.

Ich bin sehr davon überzeugt das dies irrational ist, aber ich kann im Moment da gegen wenig tun.

In der Schule bin ich ein passiver Schulverweigerer, ich würde manchmal gar nicht gehen, weil ich quasi meine Zeit absitze. Ich gehe aber hin, um den Flüchtling in unserer Klasse zu helfen (versuche ihn den Schulstoff zu erklären).

Im Unterricht beschäftige ich mich mit anderen Dingen, ich schreibe mir manchmal ein paar Nachkommastellen von der Kreiszahl PI aus und lerne die dann auswendig oder lese mir vor der Schule Rätsel durch und beschäftige mich damit im Unterricht. Leider werde ich durch die sozialen Situationen so sehr überfordert, das ich manchmal einfach abschalte.

Außerdem hasse ich es wenn man immer wieder Aufgaben wiederholt, das ist reine Zeitverschwendung und man könnte sich einen neuen Thema widmen.

Die Mitschüler, wie auch manche Lehrer halten mich für frech, faul und teilweise dumm. Klassenkameraden fragen mich manchmal ob ich gestört wäre, wahrscheinlich weil ich auf Körperkontakt sensibel reagiere und andere Eigenarten habe.

Es gibt auch Verdacht auf Hochbegabung, die Sprachentwicklung begann mit 9 Monaten, ich konnte vor der Einschulung flüssig lesen, ein bisschen rechnen und schreiben. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, das ich mich unterfordert gefühlt habe.

Ich war immer sehr verträumt oder ein sehr schlechter Schüler (wurde auch stark gemobbt, ging bis zu Selbstmordversuchen mit 9 Jahren)

So mache ich mich auch manchmal fertig und rede mir sämtliches ein.

Zudem gefällt mir die Art und Weise des Schulsystems teilweise nicht, ich kann das Verhalten meiner Mitschüler nicht logisch nachvollziehen und vieles verwirrt mich.

Habt ihr denn ähnliche Erfahrungen gemacht und könnt mir Tipps geben?

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Antwort
von einfachichseinn, 10

Das Ganze kenne ich nur zu gut. Vor ein paar Jahren ging es mir ähnlich. Allerdings fühlte ich mich zwischen zeitig auch noch krank und richtig gestört, da ich ganz viele Diagnostiken mit machen musste, aber leider in einem SPZ gelandet bin, wo die Mitarbeiter von den eigenen Tests nur wenig Ahnung hatten (was ich oder meine Eltern da noch nicht wussten) und ich daher keine richtige Diagnose bekam.   In der Schule wurde ich sooft als dumm betitelt, dass ich es irgendwann wirklich geglaubt habe. Auch meine Probleme in der Schule sprachen ja dafür, dass ich doof sei. 

Dinge, die ich gut gemacht habe, habe ich irgendwie selber gar nicht so wahrgenommen. Mit der Zeit gab es dann Leute, die mir wirklich das Gefühl gaben nicht auf den Kopf gefallen zu sein, aber wirklich intelligent habe ich mich nur äußerst selten gefühlt.

Irgendwann habe ich nochmal eine Diagnostik gewagt und habe unter anderem einen IQ-Test gemacht, laut dem ich hochbegabt bin. Ich glaube volle drei Wochen habe ich mich prima gefühlt. Bis ich dann schließlich feststellen musste, dass der IQ-Test alleine nichts ändert. Es gab auch immer noch eine Menge Leute, die meinten ich sei total dumm. 

Ich habe schnell gemerkt, dass der IQ nichtssagend ist. Ich war in der Schule immer noch schlecht und würde niemals ein Hochleister werden.

Irgendwann habe ich dann aufgehört darüber nachzudenken, ob ich oder sonst wer in irgendeiner Form intelligent ist oder nicht. Ich kann mit Sicherheit eine Menge sehr gut, die andere Menschen nicht gut können, dafür kann ich überhaupt nicht zeichnen oder gut Fußball spielen.

So ist das Leben. In der Schule habe ich mich arrangiert. Ich bekomme mittlerweile sehr gute Noten und muss kaum etwas dafür tun. Mein Schulleben spielt sich ausschließlich am Vormittag ab. Hausaufgaben und co erledige ich in Freistunden oder anderen Unterrichtsfächern. Mit Langeweile kann ich mittlerweile auch ziemlich gut umgehen, weil ich es schaffe mich mit anderen Dingen zu beschäftigen und trotzdem auf Zack zu bleiben, um mich am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen. 

So habe ich jeden Nachmittag zu meiner freien Verfügung und es ist eigentlich jeder Nachmittag gefüllt. Ich mache eine Menge Sport, leiste ehrenamtliche Jugendarbeit, gebe Nachhilfe und hin und wieder beschäftige ich mich mit vielen Dingen, die mich interessieren. 

Was mir nun am allermeisten geholfen hat, war keine Diagnose oder Therapie, sondern das ich angefangen habe mein Leben so zu Leben, wie ich es für richtig halte. Es ist doch total egal, ob ich doof oder intelligent bin oder irgendwas dazwischen, wichtig ist lediglich, dass es mir gut geht und das ich das machen kann, was mir gefällt!

Antwort
von Nora987, 22

Sei doch so wie du bist? verstell dich nicht denn sowas macht die Situation nur noch viel schlimmer und ja ok es gibt halt Menschen so wie du die einfach schlau sind begabt denn sowas ist ein gottes Geschenk ein Freund von mir war auch sehr Hochbegabt es hat ihn auch teilweise an ihm selbst genervt und er war gelangweilt Unterrichtsstunden mitzumachen . Mann braucht sich nicht fertig machen wenn man was falsch macht jeder Mensch ist nicht ohne Fehler denn bringt dich irgendetwas weiter wenn du dich selber fertig machst nein es verschlimmert die Lage nur noch mehr . Tipps werde. Mal lockerer und seh nicht alle Dinge so problematisch denn wir leben nur einmal ! 

Kommentar von Bitology ,

Wie ich bereits sagte, ich bin mir einerseits völlig bewusst wie irrational und unlogisch die eine Seite ist. Aber dann ist dort die andere Seite, es sind wie zwei Seiten die gegeneinander argumentieren.

Verstellen tue ich mich nur teilweise, ich will immer so aussehen als wäre ich vollkommen motiviert und schon damals wollte ich meine sozialen Probleme immer verstecken.

Es ist wie mit einem Luftballon, drückt man die Probleme weg, so kommen sie an einer anderen Stelle umso stärker hoch.

Antwort
von oXicDeViL, 25

Ich denke für dich ist die einzige lösung mit einem Psychologen darüber zu reden....hört sich zwar immer extrem an aber jeder braucht/muss seinen eigenen weg finden..da kann es dir schon passieren wenn dir 100 Leute hier tipps geben das keiner funktionieren wird.

Kommentar von Bitology ,

Abend nochmal,

wie ich bereits schon sagte bin ich daran das Problem zu lösen. Ich selbst will mit einem Psychologen sprechen, da ich mich hoffentlich ihn gegenüber öffnen kann.

Kommentar von oXicDeViL ,

Wie gesagt die einzige Person die dir dabei helfen kann bist nur "du"

Antwort
von kernschmelze5, 28

Nabend. Bist du ein Junge oder ein Mädchen?

Kommentar von Bitology ,

Junge

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