Meine Schäferhündin ist 6 Jahre. Hab sie seit 4 Jahren. Wenn wir draußen Hunden begegnen, dreht sie total durch. Wir vermeiden den Kontakt inzwischen. Was tun?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Die Sache schaukelt sich immer weiter hoch, je unsicherer ihr seid.

Kontaktvermeidung ist erstmal gut. Geht weiter auf Distanz und lenkt sie mit Gehorsamkeitsübungen bei Hundesichtung ab. Bleibt sie ruhig, gibts Leckerlie mit lobenden Worten. Um für euch sicher zu werden, gewöhnt sie an ein Harness Halti und trainiert damit fleißig. Mit diesem Halti ist jeder Hund gut zu halten, ohne ihm Schmerz zuzufügen. Es ist anfangs auch wichtig, den Blickkontakt auf andere Hunde abzulenken. Mit der Bestärkung des gewünschten Verhaltens und der (noch) Abwendung von anderen Hunden, wird der Hund zunehmend sicher. Später wird die Distanz verringert.

Fatal, wenn euer Hund mit seiner Aggression auf andere Hunde, die Sichtung bzw. Kontakt mit Strafe und Schmerz verbindet. Dann wirds noch schlimmer, heißt dann für sie "Hund macht weh und das vermeide ich durch Drohung".

Grundsätzlich dauert eine nachhaltige Korrektur, so lange wie unangepasstes Verhalten sich entwickelt hat. Es kommt also viel Stehvermögen mit liebevoller, konsequenter Arbeit auf euch zu, die sich lohnt.

Habe vor 3,5 jahren eine total verkorkste Dogge mit höchster Aggression auf alle Hunde übernommen. 75 kg an der Leine sind kaum zu halten, weshalb ich auf Kopfhalti gekommen bin. Damit, um selber sicherer zu werden, konnte ich mit dem Distanztraining und Umkonditionierung beginnen. Später kam der Aufbau des Geschirrgriffes dazu. 2 Jahre hat`s gebraucht um an fremden Hunden ruhig vorbei zu kommen und um einige Hundefreundschaften aufzubauen. Mittlerweile kann sie sich angeleint neben "Erzfeinden" arrangieren. Sie braucht immer noch viel Zeit zur gegenseitigen Annäherung, dann aber klappts. Unmöglich und nie ganz rauszubekommen ist ihre Unsicherheit, wenn ein fremder, unangeleinter Hund auf sie zustürmt. Dann würde es dem anderen schlecht gehen, falls er sich nicht zurückzieht. Aber um ganau diese Aktionen zu verhindern, bin ich auf das Harness Halti umgestiegen, was sie bei jedem Spaziergang trägt. Resrisiko beim Freilauf gibt es, weshalb ich nur an übersichtlichen Stellen ableine. Abrufbarkeit ist oberstes Gebot und gehört zum Grundgehorsam.

Nach meiner Ansicht ist es egal warum ein Hund so ist wie er übernommen wurde. Man geht vom Ist- Zustand aus und erkennt seine Probleme an denen man arbeiten muss. Tipps, wie hart durchgreifen, maßregeln, die Hunde es untereinander selbst klären lassen usw. , stammen aus veralteten Zeiten. Den Hund zu begreifen, sich in seine Lage zuversetzen, an sich und den Kenntnissen zu arbeiten, ist der bessere Weg. Der Mensch muss zuerst erzogen sein um seinen Hund erziehen zu können. Erziehung ist Liebe!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von douschka
13.11.2016, 01:42

Danke Dir für den Stern und wünsche Dir und Deiner Schäfimaus ein langes glückliches Zusammenleben.

0

Hallo,

da hilft jetzt erst einmal nur Zeit und Geduld.

Sie ist sich scheinbar nicht wirklich sicher sein, dass du ein kompetenter und starker "Rudelchef" bist und so hat sie in Situationen, die ihr Angst machen, noch nicht das Gefühl, dass du die Situation alleine klären kannst - also muss sie das machen.

Ob diese Vermutung tatsächlich zutrifft, kann man aus der Entfernung und nur aus deiner Beschreibung allerdings nicht wirklich beurteilen.

Und weil du wahrscheinlich mittlerweile auch schon Panik bekommst, wenn euch ein Hund begegnet, überträgt sich diese Unruhe auch auf deinen Hund - und die Situation wird nur noch schlimmer.

Bei einem so großen und alten Hund, der u.U. schon viele nicht so schöne Dinge erlebt hat, u.U. auch nicht wirklich gut erzogen wurde, vllt. gar nicht erlebt hat, dass ein Mensch ein kompetenter Führer sein kann, dem sie voll vertrauen kann - wäre es die wahrscheinlich beste Lösung, mit dem Hund mal für einige Zeit bei einer Hundeschule vorbeizuschauen.

Die Trainer können sich euch in Aktion anschauen und mit Sicherheit eine zutreffende Diagnose geben können - und auch Ratschläge für das richtige, gezielte Training haben.

Ja, okay, das kostet Geld - aber schließlich willst du sicher noch viele viele Jahre Freude an deinem Hund und dem Zusammensein haben.

Gutes Gelingen

Daniela


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von spikecoco
09.11.2016, 17:35

die Schäferhündin ist seit 4 Jahren bei ihr.

0

Ich würde anfangen das Tier mit anderen Hunden kontakt haben zu lassen unter kontrollierten Bedingungen.

Ganz oft ist gerade diese Vermeidungshaltung das, was zu diesen Eskalationen führt.

Guter Trainer, gut sozialisierte Hunde können deiner Hündin helfen wieder einen normaleren Umgang mit anderen Hunden zu haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,wir machen das so mit unseren ,wenn uns welche entgegen kommen und ist schon für mich abzusehen ,dann lenke ich die hunde sofort auf mich und lenke sie mit ansprechen ,oder spielzeug ab ,die sind dabei so auf mich fixiert,das sie den hund gar nicht mehr sehen und reagieren auch nicht auf den anderen hund ,solange ich sie ablenke und wenn man das immer so macht,kommt es igrendwann von alleine so .  Meine müssen nur beschäftigt werden und denke es ist einen versuch wert ,entweder mit leckerlies ablenken ,oder spielzeug und bevor der andere da ist,schon damit anfangen deinen zu beschäftigen und natürlich dabei anleinen ,ich denke das könnte klappen und erziehe unsere hunde im spiel und mit viel liebe ,das sie auch spass daran haben ,damit ist schon viel geholfen. Auch ein älterer hund kann noch dazu lernen und macht er es falsch ,mit erhobener stimme etwas schimpfen und leine kurz halten ,eine weile lang und ist wie eine starfe für sie ,macht er alles richtig ,belohnen und muss nicht immer mit futter sein ,geht auch mit streicheleinheiten und beschäftigung . Ich hoffe es hilft dir und hatte einen schäferhund ,auf dem hundeplatz war ich auch und war auch auf ausstellung gemeldet,aber wollte das nicht mehr und gefiehl mir so,wie sie war und muss anderen nicht gefallen ,ist nur stress für die hunde ,meine meinung . Also alles gute und hoffe du hast erfolg .

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

gehe ruhig und besonnen damit um, wenn dein Hund ausrastet sprichst du nicht auf sie ein, weil du das Verhalten nur verschlimmerst. Gehe wortlos an deinem Gegenüber vorbei, egal wie sehr sich dein Hund auch aufregt. Durch dein ruhiges Verhalten, was sich auf deinen Hund überträgt wird es sich bald wieder geben. 

Sollte er auf Leinenspannung gehen, hälst du dagegen, sofort wenn der Druck deines Hundes locker wird, löst du die Anspannung der Leine.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Um so mehr ihr den Kontakt vermeidet, um so aggressiver wird sie auf Artgenossen reagieren.

Dreht sie nur an der Leine durch ?? Auf einer großen Wiese, und ohne das sich die Menschen in normales Hundeverhalten einmischen, ist das oft ganz anders.

Sonst hilft nur suveränes energisches Aufteten vom Hundeführer.

Kein rumgeeier, Schritt verzögern, Staßenseite wechseln und Ängstlich tun.

Das ist es meißt was den Hund so reagieren lässt, nicht der Artgenosse an sich, sondern die Unsicherheit vom Herrchen.

Sitz machen lassen, am Halsband packen, laut, konsequent, Nein, Aus sagen, sobalt das erste Knurren und Zucken kommt, zur not das Halsband verdrehen, um den Hund im "Sitz" zu halten. Und selber keine Angst, Kein Zögern zeigen.

Dann einfach weitergehen. Beim Nächsten Hund in Sicht, an den Rand gehen, Hund setzen lassen, am Halsband packen, und konsequent und Laut beim ersten Anzeichen vom Aggession zurecht weisen.

Irgendwann begteift das Tier das er weder sein Ängstliches Herrchen verteidigen muß, noch sich ungestraft aufspielen darf. Und ich denke das wird nicht zu lange dauern.

Wichtig, gleich beim ersten Aggroverhalten reagieren, wie steifmachen, knurren, nicht warten bis das Tier durchdreht.

Und wenn möglich mit gleichgroßen Hunden auf der Wiese laufen lassen, ohne sich einzumischen. Es ist extrem selten, das es zu beißereien kommt.

Meißt sieht es für Menschen nur gefährlich aus, wenn Hunde die Rangordnung klären.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

aus der Ferne kann man keine Ratschläge geben, denn man kennt weder euch noch den Hund noch den Umgang mit ihm. Da gehört ein verantwortungsbewusstes Training mit einem kompetenten Trainer her.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung