Frage von Ania123, 180

Meine pubertierende Tochter macht mir Vorwürfe wegen meiner psychischen Erkrankung. Darf ich trotzdem eine Reha machen?

Vor einer Woche hatte ich ein Gespräch mit meiner 13-jährigen Tochter. Sie hat in dem Gespräch deutlich gemacht, wie schrecklich sie meine Erkrankung findet. Als sie 5 war, bin ich zum ersten mal stationär aufggenommen worden. Ich war 9 Wochen im Krankenhaus. Mein Partner hat auf sie aufgepasst. In den nächsten Jahren folgten noch 3 andere Krankenhausaufenthalte. Jedes mal mindestens 8 Wochen lang. Vor einem Jahr hat sie meinen epileptischen Anfall mitbekommen, sie war alleine mit mir, sie dachte, ich würde sterben. In dem Gespräch sagte sie, dass sie sehr oft diesen epileptischen Anfall vor Augen hat und dass sie sehr unter meinen Krankenhausaufenthalten und meiner Erkrankung leiden würde. Sie hätte sich eine gesunde Mutter gewünscht!

Ich habe, noch vor unserem Gespräch, eine Reha beantragt, weil ich schon wieder unter Depressionen leide. Jetzt hab ich natürlich ein schlechtes Gewissen und habe Angst, dass ich mein Kind kaputt mache!!!

Wie soll ich mich auf die Reha konzentrieren, wenn ich weiß, dass mein Kind darunter leidet?! Was soll ich jetzt tun??? Soll ich die Reha absagen???

Ich danke Euch für Eure Anregungen!

Gruß Anna

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Antwort
von Rosalielife, 72

wichtig für dein Kind ist eine Mutter, die an sich arbeitet und ihre Gesundheit aufbaut.

Du warst krank, aber du hast immer an das Wohl deines Kindes gedacht, es behüten und versorgen lassen und nie aufgegeben, ihm deine Liebe zu zeigen.

Die Pubertät rührt Menschen auf, sie stellen Fragen, verlangen Antworten, machen Vorwürfe und wollen Recht haben, ernst genommen werden, sich auseinandersetzen.

Rede mit deiner Tochter. Lass sie sagen, wie sie sich fühlt, schildere aber auch dein Empfinden ihr gegenüber.

Einen epileptischen Anfall mitzuerleben löst Angst aus. Deine Tochter hat immer noch damit zu kämpfen und die leise Sorge, es könnte wieder geschehen, nagt an ihr.

Du bist sicher medikamentös eingestellt und kannst ihr da Mut machen, dass die Wahrscheinlichkeit gering sein wird.

Jetzt geht es dir erneut schlecht und du musst in die ärztliche Versorgung. Tu das, es ist notwendig, auch im Sinne deiner Tochter.

Bezieh dazu Stellung, aber entschuldige dich nicht! Niemand kann etwas für Krankheiten, im Gegenteil, der der nichts unternimmt, um sie zu heilen oder zu bessern macht sich schuldig.

Deine Mutterpflicht ist genauso wichtig wie die Sorge um deine Gesundheit.

du kannst nur eine belastbare fröhliche Mutter sein, wenn du dich entsprechend fühlst.

Und das will deine Tochter doch sicher auch!

Antwort
von Schuhu, 46

Jeder wünscht sich, dass seine Mutter gesund ist. Du bist es aber nicht. Was du für deine Tochter tun kannst, ist, für sie eine Gesprächpartnerin zu sein, die offen über die Krankheit spricht und auch bedauert, dass deine Tochter es in ihren jungen Jahren schon so schwer hat.

Vielleicht hilft deiner Tochter eine Art Gesprächstherapie bei einem Psychologen. Sie trägt für ihr Alter viel Verantwortung, was aber leider nicht zu ändern ist. Würdest du die Reha absagen, wäre deiner Tochter auch nicht geholfen. Also, du gehst in die Reha, deine Tochter kann sich beim Psychologen Rat und Hilfe holen und sich im Gespräch entlasten.

Antwort
von CeliBeee, 64

Ich bin im Alter deiner Tochter. Was bringt es ihr denn, wenn du krank bist und bei ihr? Ist es nicht besser wenn du ein wenig weg bist und sie dafür eine gesunde und liebevolle mutter haben kann? Lieber du fehlst noch für eine weile und bist dann für immer bei dir, als wenn du immer wieder da und wieder weg bist! Alles gute und mache diese Reha! Evt, könntest du eine Mutter Tochter Kur machen!

Kommentar von Ania123 ,

Danke Dir für Deine Antwort. Es ist schön zu sehen, dass auch junge Menschen sich für die Probleme der anderen interessieren. Du bist so jung und schon so weit. 

Liebe Grüße

Kommentar von CeliBeee ,

Dankeschön, aber ich finde das es doch egal ist wie alt man ist, man kann immer helfen auch über das Internet! Das ist wenigstens etwas nützliches was das Internet uns bereit hält! (: alles Gute, und ich bete und hoffe für dich, dass du aus diesem Tiefen Loch wieder heraus kommen kannst!

Kommentar von Ania123 ,

Vielen Dank CeliBeee! 

Du bist wirklich toll!!! 

Antwort
von Menuett, 35

Teenies können echt fies sein.

Nein, du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Das schadet Deiner Tochter nicht.

Deiner Tochter würde es schaden, wenn sie erleben müßte, dass ihr Vorbild sich nicht ärztlich behandeln lässt, weil eine Halbstarke schimpft.

Wenn Du keine Krankheit hättest, dann würde sie etwas anderes suchen, was sie stört und "zerstört".

Das ist alterstypisch und schon für gesunde Mütter schwer auszuhalten.

Fühl dich mal gedrückt.

Antwort
von staircasse, 66

Auf gar keinen Fall. Was nützt es Deiner Tochter wenn Du irgenwann schlapp machst. Dann lieber jetzt eine Auszeit als später nicht wieder auf die Beine zu kommen. Natürlich ist es schwierig für Deine Tochter mit all dem zurecht zu kommen, vor allem da sie ja jetzt wohl in der Pubertät ist. Besteht denn nicht die Möglichkeit sie in die Therapie mit einzubeziehen? Könnte mir vorstellen das auch sie Hilfe brauchen könnte. Ich wünsche euch beiden viel Kraft und alles Gute für die Zukunft.

Antwort
von Peterwefer, 67

Reha absagen auf keinen Fall. Das dient ja gerade Deiner Gesundung. Ansonsten - schwierig ist die Situation im sofernen, dass auch Deine Tochter darunter leidet. Natürlich muss die Sache mit der Epilepsie ein schreckliches Erlebnis für sie gewesen sein. Ich weiß nicht, wie weit es angebracht ist, dass auch eure Tochter mal irgendwo hinkommt, wo sie diese schrecklichen Dinge verarbeiten könnte. Das wäre auch für Dich eine Erleichterung, denn dann könntest Du Dich wirklich auf die Reha konzentrieren, euch Beiden würde ja geholfen. Würde darüber mit den Ärzten sprechen. Denn diese Erlebnisse sind ja an der Tochter nicht spurlos vorüber gegangen.

Antwort
von bikerin99, 52

Die Reha ist ja dazu da, dass es dir besser geht.
Es gibt schon Gruppen für Kinder, deren Elternteil psychisch erkrankt ist. Vielleicht gibt es so ein Angebot in deiner Nähe. Einerseits geht es um Aufklärung, andererseits auch entlastende Gespräche für die Kinder.

Kommentar von Ania123 ,

Die AKISIA zum Beispiel, von der ich in einem Kommentar geschrieben habe. Da geht meine Tochter schon hin. Das ist eine wunderbare Sache. 

Kommentar von Stellwerk ,

Ah, sehr gut, das ist schon mal viel wert :)

Antwort
von Sanja2, 67

das ist ein typisches Verhalten einer pubertären Jugendlichen. Klar, der Zustand ist hoch belastend für deine Tochter, jeder Krankenhausaufenthalt und Anfälle sind schrecklich. Aber der Alltag mit einer depressiven Mutter ist auch schrecklich. Da ist es aber schwieriger das als Vorwurf zu formulieren. Du versuchst aktiv etwas gegen deine Erkrankung zu machen und das auch für deine Tochter. Halte dir immer vor Augen, die Reha ist eine Chance, dass es danach für deine Tochter leichter ist im Alltag mit dir. Wichtig ist, dass du versuchst sie gut unterzubringen während du weg bist.

Antwort
von Caila, 67

Versuch doch mal eine Mutter-Kind Kur zu bekommen.

 Klar ist das für sie schrecklich, Gerade Kinder fühlen sich total hilflos in solchen Situationen. Egal ob sie gerade dabei sind wenn was passiert oder Eltern im Krankenhaus sind.

Sie muß die Chance haben es verarbeiten zu können

Antwort
von Stellwerk, 51

Nein, Du sagst die Reha NICHT ab.

Aber: auch Deine Tochter braucht psychologische Unterstützung. Es ist nicht einfach, eine depressive Mutter zu haben und zu erleben, dass die eigene Mutter schwach ist und einem nicht helfen kann. Ich habe das erste Mal einen epileptischen Anfall mit Anfang 20 bei einem Freund erlebt und will mir gar nicht vorstellen, wie verstörend dieses Erlebnis auf Deine Tochter gewirkt haben muss.

Du brauchst Behandlung. Sie aber auch. Und da helfen keine Vorwürfe und Schuldgefühle oder Gewissensbisse, Du hast Dir Deine Krankheit ja nicht mutwillig ausgesucht. Hilf ihr, einen Therapeuten zu finden, damit auch sie eine Chance hat, mit der schwierigen Situation umzugehen.

Alles Gute!

Kommentar von Ania123 ,

Haben die Bilder von dem epileptischen Anfall Dich lange begleitet? 

Als sie 6 war, lag ich mit Nierenbeckenentzündung im Krankenhaus. Sie erzählt mir bis heute davon, wie furchtbar ich damals ausgesehen habe und dass sie schon da Angst um mein Leben hatte. 

Kommentar von Stellwerk ,

Weniger die Bilder als das Phänomen. Aber ich denke, das kann man nicht vergleichen. Das war "nur" ein Freund, nicht meine Mutter. Und ich war schon Anfang 20 und hatte ganz andere Voraussetzungen, um das zu verarbeiten.

Und wie Du schon schreibst: das ist ja nicht das erste Mal, dass sie mit solchen Situationen konfrontiert wird. Eine 6jährige, die Angst hat, dass ihre Mutter stirbt- das ist eines der schlimmsten Gefühle, das ein Kind erleben kann. Wie gut Kinder sowas wegstecken, hängt von vielen Faktoren ab; wie sehr das Kind aufgefangen und auch informiert wird, wie stark das Kind ist etc.

Wiederholen sich solche Situationen und Abwesenheiten, kann das zu einer Verstärkung dieses Gefühls führen.

Dass Deine Tochter jetzt, in der Pubertät, so "aufbegehrt", zeigt, dass sie all diese belastenden Gefühle noch nicht verarbeitet hat. Und es ist gut, dass sie sich jetzt auch entsprechend äußert - nutz die Chance, das Ganze jetzt aufzuarbeiten.

Antwort
von Kasumix, 28

Bitte?

Also die Reha dient dazu, dass du eben wieder genug Kraft sammelst, damit du noch lange für deine Tochter da sein kannst.

Natürlich ist sie sauer und sagt so etwas.

Meine Mutter war auch arg krank als ich klein war, aber das zählt nicht mehr, wenn du aus der Pubertät raus bist...

Ist doch verständlich, dass sie Angst hatte, als sie das gesehen hat, nicht?

Bitte, rede doch noch mal mit ihr oder schrieb ihr ein paar ehrliche Worte und dann schau, dass es dir wieder besser geht. Da habt ihr alle mehr von als wenn du irgendwas absagst, glaub mir ;)

Guuute Besserung!!!

Antwort
von AWeekAgo, 6

Ich bin zwar ein Junge aber auch 13
Ich würde sagen mach diese Reha da deine Tochter sich wahrscheinlich lieber eine gesunde Mutter wünscht als eine kranke . Wenn deine Tochter doch Zeit mit dir verbringen will kann sie das ja nach der Reha machen weil sie weiß das sie keinen Gedanken mehr an deine Erkranken verschwenden muss . Ich hoffe du machst diese Reha und ihr beide führt noch ein langes Leben miteinander .

Antwort
von derhandkuss, 37

Spreche nochmals mit Deiner Tochter. Frage sie, wie Du als Mutter ihrer Meinung nach reagieren solltest, wenn sie als Tochter eine psychische Erkrankung hätte und auf entsprechende Therapien angewiesen wäre. Würde sie sich dann ebenfalls wünschen, wenn Du Dich als Mutter dann ebenfalls von ihr distanzieren würdest?

Kommentar von Stellwerk ,

Was soll denn bitte diese Frage? Das ist doch eine völlige Verkennung der Situation. Ein Mädchen wird von kleinauf mit Krankheiten der Mutter konfrontiert, die Mutter ist oft abwesend und das Kind trägt ständig die Angst mit sich, dass die Mutter stirbt.

Ein Kind, dass sich von der Mutter alleingelassen fühlt und mit 13 dagegen aufbegehrt und mit den Belastungen nicht klarkommt, dem kannst Du doch nicht vorwerfen, dass es sich einfach nur eine "gesunde" Mutter gewünscht hat.

Antwort
von Harald2000, 6

Vielleicht kann die Tochter in der  Reha-Klinik mitaufgenommen werden oder das Kind derweil eine eigene Kur absolvieren; ansonsten gibt es regelrechte Mutter-Kind-Kuren. Als Angehörige kann die Tochter auch eine eigene Psychotherapie in Anspruch nehmen.

Antwort
von Ania123, 29

Meine Tochter hat seit drei Monaten psychologische Betreuung und sie ist auch bei AKISIA (Auch Kinder Sind Angehörigen), wo sie Jugendlichen mit ähnlichen Problemen trifft und wo sie sich austauschen kann. 

Antwort
von elisabetha0000, 31

Eine kranke Mutter zu haben, ist für ein Kind sehr schwer zu verstehen, und auch zu ertragen. Natürlich mußt du alles tun um gesund zu werden, aber deine Tochter braucht auch ganz dringend psychologische Hilfe, damit sie lernt mit deiner Krankheit umzugehen.

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