Frage von TheTrueSherlock, 72

Meine psychischen Probleme sind untereinander vernetzt, beeinflussen sich - Teufelskreis - Wie verarbeite ich diese Erkenntnis?

Ich (w) sitze vor den Scherben meines Lebens (etwas überdramatisiert ja). Ich habe heute ein Buch über Onlinesucht gelesen und auf einmal habe ich die ganzen Vernetzungen gesehen. Mir war zwar schon vorher klar, dass sich psychische Störungen teilweise etwas überlappen, aber trotzdem ist die neue Erkenntnis hart:

Hauptsächlich durch meinen Vater entstand meine Depression. Ich habe mich hilflos und erniedrigt gefühlt. Dann wurde ich in der Schule auch noch gemobbt. Habe mich i-wann immer mehr zurückgezogen, habe mich dem PC zugewendet. Schließlich habe ich über das Internet positive Erfahrungen und positives Feedback gesammelt. Ich war früher auf einem anderen Frageportal angemeldet und habe dort Likes, Kommentare, etc. gekriegt. Außerdem habe ich Internetbekanntschaften kennengelernt und habe mich bestätigt gefühlt. Wow, schönes Gefühl.

Ich habe i-wann auch angefangen PC-Games zu zocken und ja, wo bin ich dann gelandet? Ich wurde PC-süchtig, bzw. Onlinesüchtig (dazu gehört Internetsucht und PC-Sucht). I-wann war die Spalte zwischen virtueller und realer Welt zu groß und ich kam im sozialen Bereich nicht mehr klar. Wo bin ich dann gelandet? Bei einer Sozialphobie.

Ist natürlich sehr verkürzt dargestellt, aber das sind die Fakten. Die Erkenntnis ist hart, weil das eine zum anderen geführt hat. Und ich nicht mal schuld daran bin.. zumindest nicht an der Depression. Andere lösen das in einem aus und man selber muss es jahrelang aufarbeiten und jahrelang damit leben. Ich bin bereits wegen meiner Depression hauptsächlich in Therapie und auch wegen der Sozialphobie. Die PC-Sucht habe ich selbst in den Griff gekriegt, aber nun wird es schon schlimmer. Aber das habe ich schon in der Therapie angesprochen.

Ja, man sitzt da also vor den Scherben des Lebens und fragt sich: Was war zuerst da? Was hat zu was geführt? Wäre ich anders geworden, wenn ich einen anderen Vater gehabt hätte und nicht gemobbt worden wäre? Ja, diese was-wäre-wann-Fragen sind gefährlich.. aber die kommen trotzdem ins Gedächtnis! Man fragt sich, was ist Ursache und was ist Folge gewesen? Bei einer Onlinesucht kann eine Depression beides sein und auch eine Sozialphobie ist eine Begleiterscheinung.

Man hinterfragt sein ganzes Sein und vermisst die Jugend, die i-wie verloren ist, weil man so viele psychische Probleme hatte. Ja, man soll nicht der Vergangenheit hinterher trauern. Ich versuche auch schon positiver zu denken, allerdings kommen die Gedanken halt..

Und dann will man mehr Bestätigung und sich nicht so einsam fühlen wegen der Depression und geht an den PC und gibt seiner Onlinesucht einen größeren Nährboden. Das ist ein viel größerer Teufelskreis, als ich zuvor annahm. Nicht die psychischen Probleme sind unter sich ein Teufelskreis, sondern all das wird zu einem großen Teufelskreis.

Antwort
von lottiiie, 21

Hey 

Ich selbst habe keine Erfahrung und weis auch nicht ob ich dir Helfen kann, aber ich würde damit anfangen dir zu sagen das Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Verbesserung ist. Deine typischen wenn Fragen die du für gefährlich hältst( und sie eventuell auch sind) sind normal, ich glaube die hat fast jeder ( jedenfalls viele die ich kenne, zuzweifel und zu hinterfragen ist menschlich).Zur deiner eigentlichen Frage wie man diese Erkenntnisse verarbeiten soll würde ich  dir raten mit einer Person deines Vertrauens darüber zu sprechen. Du hattest viele schwierige Zeiten und es werden wahrscheinlich noch ein paar kommen aber alleine das du dein Problem erkannt hast zeigt das du einen Weg finden wirst damit umzugehen. Ich bin keine Therapeutin und kann dir daher nur das raten was ich für richtig halte und reden und um Hilfe zu bitten ist ein guter Anfang. Manche Erkenntnisse sind hart und schwierig zu akzeptieren aber sie erst mal zu erkennen ist genau so schwierig. Du hast bereits die erste Hürde überwunden. 

Ich drücke dir die Daumen und hoffe du wirst einen Weg finden um mit deinen Erkenntnissen umzugehen und zu verarbeiten. Wie du sie verarbeiten sollst kann dir glaube ich keiner sagen, nur du selbst kannst einen Weg finden. 

Viel Glück 

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Vielen Dank für die aufmunternden Worte! Der erste Schritt ist der schwerste, hoffe es wird leichter.

Kommentar von lottiiie ,

Bestimmt, ich bin davon überzeugt das du das schaffst 

Antwort
von FelinasDemons, 20

Ich erkenne einiges von mir in deinem Text wieder.
Erstmal: Dieses "was-wäre-wenn" musst du so stark wie möglich aus deinem Kopf entfernen. Ich kenne das nur allzugut. Nach einer bestimmten Zeit fängt es an einen komplett zu zerstören. Vergangen ist vergangen. Wichtig ist nur die Gegenwart. Die Zukunft zeigt sich ja von selbst.

Für manche ist es leichter für andere schwerer mit bestimmten Aspekten ihres Lebens klarzukommen. Ich lebe mehr oder weniger damit. Frag mich nicht wie...Einfach ist es nicht. Aber möglich. Man muss nur selbst herausfinden wie man das anstellt.

Tut mir Leid, ich konnte dir da nicht wirklich helfen. Ich wollte eigentlich nur eine ernstgemeinte Antwort geben, da die ersten beiden ziemlich sinnfrei sind...

Alles Gute.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ohja.. der nächste Kommentar auf einer Antwort hat sogar noch alles davor übertroffen. Danke für deine ernstgemeinte Antwort. Ja, du hast leider recht, sehr hilfreich war es nicht. Dennoch hat es mich etwas aufgemuntert und es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine dasteht :) Danke dafür :)

Auch alles Gute für dich!

Kommentar von FelinasDemons ,

Bitte:) und Danke.

Antwort
von veitmelo, 26

Hallo,

ich habe eine gute Freunden die selber unter starken psychosen und sozialen Störungen leidet, die seit einem halben Jahr zur Therapie geht und auf dem Weg der Besserung ist. Und auch ich selbst hatte oft diese Probleme, aber habe sie nie meine Psyche antasten lassen (war Abweisend gegenüber allem was mich schlecht denken ließ).
Ich nehme an du bist in einem Stadium, wo es keine super tolle und einfache Lösung gibt, also wirst du so schnell ohne Therapie nicht aus diesen Teufelskreis rauskommen. Ich nehme mal einfach an du bist 20 Jahre alt oder Jünger, da es Probleme aus der Jugend/Kindheit sind, von denen du sprichst.

Was mir immer geholfen hat, war mich abzulenken. Ich ging ins Internet, genauso wie du, ich spielte sehr viele Spiele, lernte neue Freunde kennen...alles war wirklich sehr gut, fast schon perfekt, zumindest wenn ich an der Tastatur und nicht in RL war. Als ich von Familie und Freunde darauf aufmerksam gemacht wurde, ließ mich das nicht los und ich habe nicht gewartet um was zu ändern. Ich suchte mir erneut eine Ablenkung, aber nicht vom RL, es macht keinen Sinn zu versuchen vom echten Leben zu fliehen, man muss sich schon stellen. Ich habe angefangen Sport zu machen, zu Kochen, auf meine Ernährung zu achten, Feiern zu gehen (ja, dazu gehört auch mal sie die Rübe voll zu schlagen und ich hoffe du bist über 18 :) ).

Es ist nicht leicht Gewohnheiten von Jetzt auf Gleich zu ändern. Das ist eigentlich das größte Problem, erfolgreich was zu ändern. Nimm dir eine Freundin oder Freund der/dem du wirklich vertraust und rede mit ihr. Stell dich deinen Problemen, auch schriftlich wenn´s dir hilft. Halte fest was dich stört und wie du es verändern kannst. Beginne Schritt für Schritt (und es wird lange dauern) 1 Sache zu verändern, sodass du ihre Auswirkung auch wirklich spürst. Bleib positiv, egal wie... wenn du nicht genug lachst, fühlt sich nicht nur dein Verstand traurig, dein Körper wird genauso traurig, also lüg wenigstens dein Körper vor das es dir gut geht (guck Comedy-shows oder so).

Viel viel Glück. Halte durch, es wird auch wieder bessere Tage geben. 
Und was bereits passiert ist, lässt sich nicht ungeschehen machen, also sch**ß auf das was passiert ist und guck nach Vorn!  

;)  du packst das!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, beim Thema Psyche gibt es leider nicht die schnelle Lösung, wo man einfach mal einen Verband/Gips um etwas macht, sechs Wochen ruhig stellt und dann ist alles wieder okay. Das gibt es beim Thema Psychische Störungen nicht und ist mir klar.

Wie gesagt bin ich auch bereits in Therapie.

Und du hast recht, ich bin 19 ;)

Naja, so einfach "sch.. auf das was passiert ist" geht nicht. Ich habe schon 1,5 Jahre Therapie hinter mir. In der Zeit habe ich die Erlebnisse verarbeitet und an mir gearbeitet. Verletzende Dinge muss man leider erst auf- und verarbeiten, bevor man vielleicht so etwas wie "sch.. drauf" sagen kann ^^

Danke dir :) Sollte echt mehr Comedy schauen, ist schon lang her. Danke für die Tipps :)

Antwort
von jogibaer, 6

Komisch finde ich, dass die Menschen heute bei Depressionen zu Therapeuten oder Psychologen laufen. Früher ging jeder in die Kirche, wenn er nicht mehr weiter wusste. Auch zum Pfarrer gehen war oft nicht schlecht. Oder sonntags zur Kirche, das war sozusagen die Ueberlebens- Strategie.

Dort hörte man Dinge wie Gott liebt alle Menschen Gott ist überall, also auch bei dir. Du sollst ihm vertrauen..........................

Bei vielen haben diese Sätze wieder Mut und Zuversicht gegeben. Zu denken, dass noch wer da ist der es gut mit mir meint, trotzdem man nichts sieht oder fühlt, hat meistens geholfen.

Andere glauben an Engel die uns bewachen und beschützen, --  kann auch sehr gut helfen.

Es gibt nun mal Situtionen, wo wir selber überfordert sind. Auch Momente, wo dir andere Menschen auch nicht mehr weiter helfen können.

Darum gibt es den Glauben an eine höhere Macht, und schon findet man wieder etwas Halt im Leben.


Kommentar von TheTrueSherlock ,

Und ich finde deine Antwort "witzig", weil du das Thema Depression anscheinend nicht verstehst. Entweder bist du selbst nicht depressiv oder wenn doch, dann hilft dir vielleicht der Glaube, aber das gilt doch nicht für jeden!

Ich bin froh darüber, dass es Therapeuten und Psychologen gibt. Du kannst das anscheinend gar nicht nachvollziehen.

Außerdem ging ich als Kind jeden Sonntag alleine mit meinem Bruder in die Kirche. Wir mussten dahin und das hat nicht dazu geführt, dass ich die Kirche als total schön empfand.

Eine Depression ist nicht einfach etwas, was man in einem Gespräch mit einem (nicht dafür ausgebildeten) Pfarrer bespricht oder mit paar Kirchgängen wieder aus der Welt schaffen kann. Eine Depression hat meist eine Ursache, die man aufarbeiten muss. Es ist nicht einfach ein "ich fühle mich alleine" - Gefühl und nach einem "Wir sind die Kinder Gottes" ist das für immer weg. Diese Ansicht ist sehr naiv, Tschuldigung.

Außerdem hat sich mein Glaube durch die Depression erst recht verändert. Dann habe ich nämlich angefangen zu glauben, dass ich erst recht alleine bin. Welcher Gott will, dass seine Kinder so leiden? Warum ging es mir so lange und immer noch schlecht? Wo ist er, wenn man ihn braucht? Ich will darauf von dir keine Belehrung haben. Die Gedanken waren da, ich wusste keine Antwort darauf und Punkt.

Also es tut mir leid, wenn ich einen Therapeuten vor einem Kirchenbesuch vorziehe, weil mir dieser einfach mehr hilft.

Antwort
von einfachichseinn, 10

Joa so ist das. Da bist du allerdings nicht die einzige. Du solltest dich allerdings von diesen, was wäre wenn Fragen lösen. Die bringen dich nicht weiter.

Am besten machst du mit deiner Therapie weiter und arbeitest das alles auf, so wie alle anderen Betroffenen von psychischen Krankheiten es auch tun.

Es ist übrigens niemand schuld daran, dass er eine Depression oder ähnliches bekommt!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ich weiß.
Von dir will ich eh keinen Rat.

Kommentar von einfachichseinn ,

cool.

Antwort
von sonders, 8

Moin. Hab am Anfang ne Frage: Brauchste den Computer für die Arbeit???! Markenzeichenvonmir. Ich beantworte die Frage mit ja. Nach getaner Arbeit, den Computer, AUSSTELLEN. Zuhause den, der irgend wo sich befindet, befindet er sich gut. Tätige irgendetwas und dabei schauste beiläufig zum Computer und

sagst: Schön daste da steht's, wode stehst. Vielleicht, später nach dem was ich noch tätigen möchte und durchführen werde, aber nur vielleicht. Also mitteilen meinen geschriebenen Worte, möchte ich nur aufzeigen, wie's vielleicht, wenn man sich NICHT verrückt macht, klappt. SIE, sagen der Maschine, wo's langgeht. Die Maschine läuft nicht weg. In diesem Sinne sonders

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ich fange erst meine Lehre an und dann werde ich den PC auch beruflich brauchen. Hm, viel Wirrwarr, aber eigentlich nicht schlecht, wenn man langsam die Macht der Maachine runterschraubt und immer mehr fühlt wie man selbst die Kontrolle bewährt.

Antwort
von tassentee, 20

Ist normal in dem alter. Das haben fast alle

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Witzigerweise habe ich mein Alter gar nicht angegeben?

Kommentar von einfachichseinn ,

Vielleicht kennt der User dein Profil, aus dem dein alter entnommen werden kann?

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