Frage von indubioproreoo, 182

Meine politischen Ansichten haben sich von "Rechtsaußen" nach "links" entwickelt - ist das normal?

Ich hatte mal eine Phase, in der ich ziemlich national einstellt war und teilweise "rechtsextreme" Ansichten vertreten habe, bei denen die ein oder anderen Gedanken sicherlich verfassungswidrig waren. Dies war während meiner Zeit im Abitur. Ich hatte einfach eine riesige Begeisterung für dieses Gedankengut. Mittlerweile ist es aber irgendwie verschwunden und ich frage mich, wieso ich damals so gedacht habe. Ich war in keiner Gruppierung Mitglied, sondern habe eben nur diese Gedanken geteilt. Es ist jedoch wie gesagt weg und ich habe keinen Hass mehr auf Ausländer oder sonstiges. Ich liebe mein Land noch immer, dieser Aspekt hat sich nicht verändert. Jedoch denke ich heute, dass wenn man gutes für sein eigenes Land und die dort lebenden Menschen erreichen will, international denken und handeln muss. Wir sind nun mal ein Planet und mit innerdeutschem Denken alleine erreicht man nicht viel. Meine Ansichten zur Flüchtlingspolitik und zu ethnischen abstammungen etc. haben sie aber wie gesagt um 180 geändert. Ich weiß allerdings nicht durch was. Es gab kein bestimmtes Ereignis oder so, sondern der Prozess kam so schleichend in meinen Gedanken. Woran kann das liegen? Ich bin echt froh, dass ich nirgends beigetreten bin, da ich kurz davor war.... Allerdings meinte mal jemand zu mir, dass Leute mit sich ändernden politischen Ansichten "gefährlich" sind... Ist da etwas dran? Ist das normal, dass sich meine Meinung diesbezüglich geändert hat?

Antwort
von OlliBjoern, 41

Ja, finde ich durchaus auch normal (und im Wesentlichen auch begrüßenswert, wobei ich nun von "links" ausgehe, und nicht von "linksextrem", was auch wiederum bedenklich wäre; aber das hast du ja nicht geschrieben). Ich denke, du hast dir deine Gedanken gemacht, und bist völlig zu Recht darauf gekommen, dass die ganze Sache mit den "ethnischen Abstammungen" kein sinnvolles Werturteil erlaubt. Das sehe ich ganz genauso.

Antwort
von PeterSchu, 69

Auch wenn man sich mit 18 schon ziemlich "wissend" fühlt, ist das Weltbild in diesem Alter normalerweise noch lange nicht ausgereift. Umso leichter lässt man sich von oberflächlchen Parolen beeinflussen. Und es zeugt eher von Reife, wenn man in der Lage ist, sich selbst und seine Ansichten zu hinterfragen und zu überdenken.

Außerdem ist es im Leben nie gut, nur in Schwarz-Weiß zu denken, also nur rechts oder links zu kennen. Viele Dinge und Sachverhalte sind keineswegs einfach zu beurteilen. Es wird auch niemand behaupten, dass die Situation mit den Flüchtlingen einfach ist. Eine simple Erkenntnis ist aber, dass man noch nie auf dieser Welt irgendein Problem mit Hass oder Hetze gelöst hat.

Selbst bei Problemen - nein, man muss sagen erst recht bei Problemen sind Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt notwendig.

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von AriZona04, 71

Irgendwas hat Dich damals dazu gebracht, Deine politische Meinung zu formen. Ich denke, das geschah eher unterbewusst. Dann hast Du dazu gelernt und jetzt siehst Du die Dinge ganz anders. Super! Ich denke, die "Macher" dieser Musik z. B., die junge Leute besonders anspricht, wissen schon recht gut, was sie tun und Du warst dem erlegen. Wenn man älter wird, revidiert man und reflektiert, was da eigentlich alles mal stattfand. Ist doch super, dass Dein Unterbewusstsein gewachsen ist! Und Dein Bewusstsein auch! Glückwunsch, so schlau ist nicht jeder, der solchen "Vereinen" angehört.

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von uncledolan, 60

Nationalistisches Denken ist einseitig und sieht die Dinge aus einem eingeschränkten Blickwinkel. Es verschafft dem so Denkenden ein Gefühl von Überlegenheit und verbindet ihn emotional mit seinem Land. Diese Überlegenheit resultiert aber aus einem gehässigen Weltbild, das andere Menschen abwertet und vorschnell verurteilt. Dass diese Art zu denken für dich nicht dauerhaft befriedigend ist, zeigt dass du nicht so eingeschränkt denken willst und dir anscheinend die gesellschaftlichen Werte doch wichtig sind. Deshalb ist das Ändern der Meinung in diesem Fall sogar ein Zeichen von geistiger Gesundheit und einem konstruktiven Denken.

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von Vienna1000, 28

Ja, nun. Unnormal ist das sicherlich nicht. Unnormal ist es in Deutschland sicherlich, wenn Richter des Bundesverfassungsgerichts auf Parteienempfehlungen hin ins Amt kommen und aus den eigenen Reihen heraus durch Ihre Aussagen und Handlungen das Grundsystem der BRD.. Gelinde gesagt.. Anzweifeln. Es ist heutztage auch etwas schwierig "in der Realität" noch etwas zu differnzieren. Das übergeordnete Problem: Diese Gloalisierer und Neoliberalisten tun gerade etwas, dass zu absehbaren Folgen führt, die irreparabel sind und die kaum jemand haben will. Egal nun ob "menschlich rechts" oder "eher links". Um das "zu verstehen" müsste man komplett umdenken. Hängt mit davon ab, womit man.. Sein Geld verdient. Sicher ist es richtig - menschlich - in größerem Rahmen zu denken. Wirtschaftlich wirds halt.. Ziemlich "fatal" wenn man sein Geld aus der "100%igen Gewinnmarge" zieht und existenziell davon abhängig ist. Jetzt gibts halt nichts mehr zu holen rsp. nicht mehr viel und das weltweit. Das sind dann die "Internationalen" die nur und ausschliesslich daran denken, wie man die Welt noch weiter "ausschlachten" kann. Diese leicht gegenteiligen Ansichten führen natürlich zu der Frage, ob man Flüchtlinge in etwas hineinknuddeln soll, dass maximal nur dazu führt, dass se wirklich als hochproduktive BILLIGSTLÖHNER sonstwo am Fliessband landen.. Irgendein Zukunftsdenken "nach unseren Ansichten" ist da nicht da. Ein Exportland wird dann "verlassen" wenn es am Boden liegt. Der Geldumlauf weg ist und die Produktivität ausgelutscht ist. Beispiel: Wenn im Vorstand des VW Konzerns Typen aus Erdölexportierenden Ländern mit Ministern aus der BRD zusammensitzen  wirds schon bei der Frage: Elektroautos gelinde gesagt schwer. Politik wird dort gemacht und nirgends anders mehr. In sofern kann man solche Zustände als brandgefährlich einstufen, aber nicht die Fähgikeit zur objektiven Meinungsbildung. In sofern wähle ich in Deutschland Links und hier in Österreich "bin ich eher bei den Blauen", weil ich zumindest "irgendeine" Zukunft haben möchte rsp. eine positive Grundstimmung. Über Kleinigkeiten ( rechts / links ) kann man sich dann wieder die Köpfe einschlagen.  

Antwort
von BTyker99, 35

Ich finde das schon aussergewöhnlich, da ich der Ansicht bin, dass man im Allgemeinen eher in der Kindheit links eingestellt ist und erst mit dem Erwachsenwerden erkennt, dass man um eine Welt, in der alle die gleiche Lebensqulität haben, zu erschaffen, sich selbst (bzw. zumindest die eigene Lebensweise) aufgeben muss. Mich würde wirklich interessieren, wie deine konkreten Gedanken zu den von dir genannten Themen sind.

Antwort
von Jawafred14, 76

Das ist total normal. Manchmal nimmt man auch unterbewusst Sachen war, die dann die Ansichten ändern. Gefährlich ist es nur, wenn es in ein Extrem geht. Aber jeder ändert seine Meinung und Ansichten von Zeit zu Zeit immer mal wieder. Und das ist auch sehr gut, sonst würden wir als Gesellschaft stehen bleiben..

Antwort
von alexklusiv, 39

Völlig normal, das ist das älter werden;)

Antwort
von SOClALlSTrussia, 58

Warum nicht?  Wer sagt denn das rechts und links immer nur durch Ozeane getrennt sein müssen?    

Antwort
von LienusMan, 48

Google mal nach Horst Mahler.
Vom RAF Unterstützter zum Neo-Nazi

Antwort
von lupoklick, 26

ein Schritt weiter, und du bist schon wieder "rechts"....

so schließt sich der Ring der Extremisten hinter dem Rücken der Demokraten....

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