Frage von Christina9122, 34

Meine Oma ist an Demenz erkrankt, was soll ich tun?

Hallo, mein Name ist Christina und ich bin 25 Jahre alt und ich lebe in Österreich ( In Wien). Ich weiß, dass das das hier eigentlich ein Forum für Deutschland ist aber vielleicht kann mir trotzdem bitte jemand Ratschläge geben.

Meine Oma ist jetzt 87 Jahre alt und circa 1 Jahr bereits an Demenz erkrankt. Seit dem Jahr 2011 wohne ich bei ihr in der Wohnung und kümmere mich um sie. Sie war bis eben vor einem Jahr ziemlich selbstständig und konnte viel alleine aber es wird leider alles schlechter. Meine Eltern kommen jeden Tag am Abend zum gemeinsamen Essen und leider eskaliert die Situation dann sehr oft. Meine Oma ist leider immer wieder sehr aggressiv und geht ziemlich verbal aber auch leider manchmal körperlich auf meine Mutter los. Aber auch auf meinen Vater ( Der Sohn meiner Oma) ist meine Oma schon losgegangen. ( Sie nahm ein Glas, welches ein Getränk enthielt in die Hand und schüttete den Inhalt über meinen Vater) Überhaupt die letzten Wochen waren sehr schlimm. Auf der einen Seite will meine Oma Hilfe bei etwas aber wenn man das dann erledigt hört man wieder: Na ich darf ja gar nichts mehr machen, ihr lasst mich gar nichts mehr arbeiten. Heimhilfe oder Besuchsdienst will meine Oma nicht und wir haben sie halt trotzdem gerne und wollen sie eigentlich nicht in ein Pflegeheim geben aber ich weiß einfach nicht mehr was wir tun solllen mit der Oma. Meine Eltern haben bereits gesundheitliche Probleme weil sie es nervlich nicht mehr schaffen und ich habe Angst, meine Eltern zu verlieren. Auch ich bin meistens dann leicht überfordert weil meine Oma, sobald ich nicht zu Hause bin, zu Nachbarn oder Bekannten geht und jammert wie schlecht es ihr geht. Ich versuche eh so gut es geht für meine Oma dazusein aber ich bin leider seit fast 3 Jahren arbeitslos und muss mir eine Arbeit suchen. Außerdem bin ich momentan in der Sanitäter Ausbildung beim roten Kreuz und brauche momentan viel Zeit und Kraft für diese Ausbildung. Aber die Ausbildung ist momentan ziemlich blockiert weil meine Oma mich viel Kraft und Energie kostet und ich dann einfach zu müde und ausgelaugt bin. Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll. Ich will auch meine Oma nicht zu viel alleine lassen weil sie auch schon des öfteren mit Selbstmord gedroht hat und ich halt die Angst habe dass sie es dann wirklich tut.

Ich bin wirklich für jeden Ratschlag dankbar. Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dotter1981, 33

Eigentlich wäre es Aufagabe deines Vater bzw. deiner Eltern sich zu kümmern. So sehr ich dein Engagement bewundere, aber du musst dich auch um dich kümmern. Denn in zwanzig Jahre wirst du vielleicht deine Eltern pflegen müssen. Und wenn du jetzt die nächsten zehn Jahre nur für deine Oma da bist, wann willst du dann für deine Rente vorsorgen? Zumal du jetzt in der Phase bist, in der du Berufserfahrung sammeln solltest. Wenn deine Eltern, oder andere Verwandte, die schon fest im Leben stehen (mit Haus/Wohnung und geregeltem Einkommen), sich nicht kümmern können, dann wird es über kurz oderlang nicht anders gehen, als sie im Pflegeheim oder in betreutem Wohnen unterzubringen. So hart das ist, aber du musst auch an dich denken. Trotzdem ist es bewundernswert was du da machst!

Kommentar von Layup23 ,

Gute, realistische Antwort. Stimme vollkommen zu.

Kommentar von Christina9122 ,

Ja meine Eltern kümmern sich eh so gut wie es geht um die Oma aber die sind beide berufstätig und haben natürlich auch nicht immer Zeit um die Oma zu betreuen. Und momentan da ich arbeitslos bin, bin ich halt haupt verantwortlich für die Betreuung aber ich will natürlich auch ein wenig Zeit für mich haben obwohl ich natürlich die Oma auch nicht ganz in Stich lassen will. Es ist alles nicht leicht und ich bin einfach überfordert und bin wirklich dankbar für jede Art von Hilfe oder Ratschlag. Lg 

Kommentar von Dotter1981 ,

Wie gesagt, du musst dich um dein eigenes Leben kümmern. Solange du rund um die Uhr für deine Oma da bist, kannst du dich gar nicht selbst weiterentwickeln. Oder hast du noch die Kraft ständig diverse Bewerbungen zu schreiben? Aber damit du weiterhin helfen kannst, musst du erstmal dein eigenes Leben in den Griff kriegen. Das kann ansonsten auch noch gut zehn Jahre so weitergehen. Dann ist deine Oma irgendwann tot, du bist kurz vor vierzig, hast seit der Ausbildung oder Studium nicht gearbeitet, nicht in die Rentenkasse eingezahlt.

Du kannst nur helfen, wenn du selbst sicher dastehst. Im Moment kannst du dich nicht so um deine Oma kümmern, weil dein Leben jetzt Vorrang haben muss. Du musst dir jetzt Arbeit suchen. Deine Eltern müssen eine Lösung für die Sache mit deiner Oma finden. Du bist überfordert. Du kannst dich nicht um deine Oma kümmern, und gleichzeitig nach Arbeit suchen. Du musst selbstständig werden. Such dir eine eigene Wohnung, fang erstmal dein eigenes Leben an. Und wenn du dann Arbeit und Sicherheit hast, dann kannst du dich auch um deine Oma kümmern. Aber nicht rund um die Uhr, das kannst du in deiner Situation nicht leisten.

Antwort
von wilees, 34

Schau einmal ob Du z.B. hier nicht kompetente Beratung erhältst.


Servicestelle für Angehörige und Demenz: - Caritas Pflege

www.caritas-pflege.at/pflegebeduerftig.../servicestelle-fuer-angehoerige-und-demenz/

Unter dem Suchbegriff:  "Demenzberatung Wien" findest Du diverse Informationsmöglichkeiten ( auch für Angehörige / Pflegende ).
Kommentar von Christina9122 ,

Danke, ich schaue mir die Seite gleich mal an.

Antwort
von SaVer79, 32

Man muss irgendwann für sich selbst entscheiden, ob man die Situation zu hause noch handhaben kann oder ob man sich und die Familie damit kaputt macht! Es ist nicht verwerflich, wenn man dann den Schritt geht und für Oma ein gutes Pflegeheim sucht! Bedenke auch immer : irgendwann wirst du sie nicht mal mehr für 5 Minuten alleine lassen können

Kommentar von Christina9122 ,

Ja das ist meine größte Sorge. Ich gehe momentan kaum mehr fort damit ihr nichts passiert.

Antwort
von Caila, 15

Über kurz oder lang werdet ihr sie vermutlich wirklich in ein Pflegeheim geben müßen.  So wie du es schilderst scheint die Situation auf lange Sicht nicht tragbar für euch.

Ich verstehe ihre Wut, weil sie sich so hilflos fühlt. Niemand ist gern auf andere angewiesen, man tut sich immer schwer damit, wenn man nicht mehr so selbstständig ist.  Aber die Aggressionen können irgendwann mal ausarten

Ich habe ein paar Jahre in einem Haus gewohnt, wo 99% alte leute waren die großteils betreut wurden durch einen Sozialdienst. 

Unter den Bewohnern war auch ein Demenzkranker Herr der recht aggresiv war.  Er beschimpfte die Leute, schmiss Müll vom Balkon und drohte mit seinem Stock. 
Irgendwann ist es eskaliert und er hat eine Pflegerin mit dem Stock geschlagen. 

Seine Familie hat ihn daraufhin schweren Herzens ins Pflegeheim gegeben. 

Kommentar von Christina9122 ,

Ja, wahrscheinlich hast du recht und wenn  wir keine andere Lösung finden, ist wahrscheinlich ein Pflegeheim der letzte Ausweg. Danke für deinen Rat. Lg 

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