Frage von hoch10, 128

Meine Mutter zieht meine Krankheiten total ins lächerliche?

Hallo, ich (w/15) leide seit fast einem Jahr an schweren Depressionen, einer Esstörung (Magersucht), verletzte mich selbst, habe Anpassungsstörungen, bin Suizidgefährdet (2 Versuche) und bin leicht Schizophren. Es macht mich total fertig, dass meine Mutter trotz allem meine psychischen Krankheiten ins lächerliche zieht. Zum ersten glaubt sie mir nicht, dass ich depressiv bin. Die Psychiater haben ihr es immer wieder erklärt, doch sie versteht es nicht oder will es nicht verstehen. Sie erwartet jeden Tag von mir, dass ich viel im Haushalt helfe, wirklich immer auf meinen Bruder aufpasse und gut in der Schule bin. Ich bin total überfordert damit. Ich komme nicht mal richtig aus dem Bett, weil ich keine Kraft mehr habe, aber sie meint die ganze Zeit das ich Depressionen als Ausrede für meine Faulheit suche. Sie, mein Stiefvater und mein kleiner Bruder machen sich auch immer wieder über meine Essstörung lustig. Es hat sich heute eine Bekannte erhängt und was macht sie? Genau, sie fragt mich warum ich nicht auch diesem Trend folge. Ich habe wegen dem Gedanken, morgen wieder in die Schule zu gehen, mehrmals gegen die Wand geschlagen (meine Hand hat geblutet). Verdammt, ich habe wirklich null Freiraum. Ich muss immer zuhause bleiben um auf meinen kleinen Bruder aufzupassen. Ich habe eine Freundin und die wohnt 50km von mir. Ich habe sie vorhin freundlich gebeten dort hin zu fahren. Sie meinte nur, dass ich immer so viel verlange. Dabei ist es doch nur ein Besuch bei einer Freundin weil ich in letzter Zeit wieder jeden Tag einen Nervenzusammenbruch habe. Ich bin mit den Nerven komplett am Ende und dem Suizid wieder sehr nah. Wie soll ich meiner Mutter vermitteln, dass sie alles nur schlimmer macht und das ich wirklich Depressionen habe?

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Antwort
von RicVirchow, 27

Egal wie schlimm es ist, egal was du erlebst. Ich weiß, dass das Leben manchmal sehr schwer ist und so schwer, dass man aufgeben will und dass die Vergangenheit oft schrecklich ist und man die Erinnerungen nicht loswerden kann. Aber egal, denn es ändert nichts an einer Sache.

Und die Sache ist, dass du dieses Leben nur ein einziges Mal haben wirst. Es ist deine einzige Chance etwas zu erreichen, was dir wichtig ist, dich zu entfalten und dein Leben aufzubauen, nach dem Tod wirst du diese Chance nicht mehr haben, dann ist dein Leben vorbei und wer weiß, was danach kommt. Aber Selbstmord ist die feigste und schlimmste Art aufzugeben, es ist das einmalige, irreversible Aufgeben.

Schau dir Persönlichkeiten an, die es durch solche Krisen schon geschafft haben. Ich wurde als Kind 2 Jahre für fast jeden Tag gemobbt, hatte damals keinen richtigen Freund, habe oft Nächte geheult, ein anderes Mal hatte mein Bruder einen Unfall, den er mit sehr viel Glück überlebte und es waren harte Zeiten, weil meine Eltern sich dazu damals fast geschieden haben. Aber heute sitze ich hier und besuche die Oberstufe eines Gymnasiums und mache bald mein Abitur und habe schon Pläne für die Zukunft und habe Leidenschaften entdeckt und neue Freunde gefunden. Warum? Weil ich nicht aufgegeben habe, weil ich trotz dieser schlimmen Zeiten an mich selbst festgehalten und geglaubt habe und an bessere Zeiten geglaubt habe. Und das hat sich für mich gelohnt, denn hätte ich aufgegeben, dann wäre nichts so, wie es heute wäre. Meine Familie wäre zerstört, ich hätte viele Entscheidungen nicht getroffen und somit nicht an Veränderungen in der Welt mitgewirkt, meine kleine Schwester hätte mich nicht zum Reden und Spielen, sie wäre ihr ganzes Leben lang von mir als großer Bruder als "Vorbild" erschüttert und dieses traumatische Erlebnis würde sie selbst in Depressionen führen.

Es ist hart, ich weiß. Aber wenn wir ehrlich sind, keiner kann seine Probleme einfach wegzaubern und wenn du aufgibst, dann sind sie noch lange nicht gelöst. Ich glaube an eine Seele und daran, dass der Tod nur das Ende des Körpers ist, aber unser Leid ist in der Seele und wenn du stirbst, dann hat deine Seele immer noch das gleiche Leid und da du im Tod nichts verändern kannst, wirst du dann für immer unglücklich bleiben. Willst du das? Willst du mit dem Gedanken sterben, dass du aufgegeben hast und nichts erreicht hast? Willst du das Leben deiner Familie zerstören und deine zukünftige Familie auslöschen ? (Ja, wenn du weiterlebst, könntest du jemanden kennen lernen und eine Familie gründen und Kinder kriegen, die du besser behandelst als dich deine Mutter), wo wir zu deiner Mutter kommen.

Es gibt zwei Wege, wie du deine Mutter auf dich einwirken lassen kannst: Entweder du lässt dich durch sie unnötig fertig machen und noch mehr unter Druck setzen, als du ohne hin schon erleidest und somit nocht mehr deiner Lebensenergie rauben lassen

ODER

Du lernst aus ihren Fehlern und setzt es dir zum Ziel es später bei deinen eigenen Kindern mal besser zu machen

Ziele im Leben sind wie ein Antrieb. Sie hindern uns vor dem Aufgeben, da wir es wünschen sie zu erreichen und diese solltest du dir setzen.

Klar deine Depressionen sind psychische Abdrücke und Wunden, die nicht so einfach von selbst verheilen, aber du darfst nicht denken, dass du ihnen ausgeliefert bist und dass du an ihnen nichts verändern kannst. DOCH kannst du. Wie? Indem du all deine Vergangenheit hinter  dich lässt und einsiehst, dass man nicht verändern kann, was schon passiert ist und dass man nur aus der Vergangenheit lernen kann, um es später besser zu machen. Indem du aktiv versuchst etwas daran zu ändern. Niemand sagt dir, dass du die Sprüche deiner Mutter so auf dich einwirken lassen musst. Wörter sind nur Wörter, wir geben ihnen die Bedeutung und die Macht und du gibst den Worten deiner Familie sehr viel Macht und deswegen lässt du dich sehr leicht davon provozieren. 

So solltest du an die Dinge rangehen. Entwickle einen neuen Blickwinkel, denn Albert Einstein hat man gesagt:

"We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them"

- Wir können unsere Probleme nicht mit der selben Denkweise lösen, welche wir nutzten, als wir sie ausgelöst haben 

Stempel dich nicht als unheilbar ab. Klar gibt es eine Lösung. Wenn es eine Lösung für Kriegsopfer in unterdrückten Dörfern gibt und die Menschen es schaffen mit Frauen und Kindern tausende Kilometer über das Meer hier her zu gelangen und ein Leben hier aufzubauen, obwohl sie vielleicht sogar Menschen vor ihren Augen verloren haben, die sie liebten, dann schaffst du das auch. Du musst nur an dich selbst glauben und darfst nicht aufgeben und musst dir Ziele setzen.

Falls du Englisch gut verstehst, habe ich hier noch ein Video für dich, dass dich motivieren könnte:

Ich wünsche dir viel Glück in deinem Leben und vergiss nicht: Dein einziges Leben.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
von h3nnnn3, 54

wenn du ein attest von einem arzt hast und deine mutter nichts unternimmt, erstatte anzeige beim jugendamt!!

Kommentar von hoch10 ,

Also es wurde alles diagnostiziert. Ich habe morgen aber auch einen Besichtigungstermin in einer Klinik. Ich würde sogar lieber dahin, als "zuhause" zu sein (falls man es noch so nennen kann).

Kommentar von h3nnnn3 ,

dann musst du dich jetzt durchsetzen!

Kommentar von hoch10 ,

Wie?

Antwort
von Ailxxn, 30

Willst du denn überhaupt noch zuhause wohnen? Oder viel Kontakt zu deiner Mutter, deinem Bruder und deinem Stiefvater?

Kommentar von hoch10 ,

Der Kontakt zu meinem Bruder ist mir wichtig und der zu meiner Mutter nur halb. Ich habe ein viel zu großes Herz und verzeihe leider zu schnell Dinge die eigentlich unverzeihlich sind. Ich wäre komplett alleine, wenn ich sie nicht hätte. Deshalb habe ich wahrscheinlich auch noch nicht das Jugendamt informiert.

Kommentar von Ailxxn ,

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe, aber hast du einen Psychologen oderso jetzt gerade?
Ansonsten würde ich mir an deiner Stelle wirklich nochmal überlegen ob ein gewisser Abstand dir selbst vielleicht gut tun würde. Es gibt doch diese Wohngruppen für Jugendliche dies das ich kenne mich da nicht ganz so gut aus. Ich würde sonst vorschlagen, dass du das wirklich beim Jugendamt ansprichst und wirklich deutlich machst, dass schon alles probiert wurde und du deinen Freiraum einfach nicht bekommst und dich auch nicht so wohl fühlst.:/

Antwort
von Ille1811, 7

Hallo!

Es gibt leider viele Menschen, die seelische Erkrankungen ihrer Angehörigen nicht wahr haben wollen und so krank wie deine Mutter reagieren.

Du schaust dir heute eine Klinik an: Sprich dort an, was du mit deiner Mutter erleben musst. Die Menschen dort wissen am besten, wie du - auch wenn deine Mutter das nicht will - in die Klinik kannst.

Bei seelischen und auch bei Suchterkrankungen frage ich mich, wer denn kränker ist: Der seelisch Kranke bzw. der Suchtkranke oder seine Angehörigen, die gar nicht sehen wollen, wie krank sie sich verhalten!

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