Frage von Xnxcxhxm, 205

Meine Mutter starrt meine SVV-Narben immer an?

Hallo erstmal

Ich habe mich vor etwa 3 Monaten dazu entschieden, meine SVV- Narben offen zu zeigen.( In der Schule/ beim Sport/ Zuhause) Jedoch ist letzteres(Zuhause) ein Problem für mich. Wenn ich mich mit meiner Mutter unterhalte, dann starrt sie immer auf meine Narben. Mich setzt das noch mehr unter Druck, wass ich echt nicht brauchen kann. Ich will mich aber wohl fühlen und sie nicht immer verdecken müssen...
Was soll ich machen? Danke im Voraus für jede Antwort!
Ps: Solche Antworten wie: "Tja dein Problem, du wolltest dich ritzen", usw. bringen auch nichts.

Antwort
von Schuhu, 83

Für deine Mutter ist der offenen Umgang mit deinen Narben noch ungewohnt. Menschen schauen nun mal auf Dinge, die ihnen neu erscheinen.

Außerdem denke ich, dass auch für dich der offenen Umgang noch ungewohnt ist, so dass du Blicke auf deine Narben irritierender empfindest als Blicke auf deine Beine, deinen Bauch, dein Gesicht. Darum fallen dir die blicke auf deine Narben auch besonders auf.

bitte deine Mutter doch einfach, zu vermeiden, deine Narben anzustarren oder den Eindruck zu erwecken. Du bist nun schon so mutig, deine Narben zu zeigen, jetzt fass den Mut, darüber zu sprechen.

Antwort
von Stellwerk, 75

Du musst Dir mal klarmachen, was diese Narben für Außenstehende bedeuten - es ist so, als ob Du jemanden triffst, der sich das Ohr mit einer Schere abgeschnitten hat, weil es ihm nicht gutging. Diesem Menschen würdest Du wahrscheinlich auch immer wieder auf das fehlende Ohr schauen, einfach, weil die Stelle irritiert. 

Dazu der besondere Aspekt, dass es Deine MUTTER ist - sie sieht nur, dass ihr Kind sich selbst verletzt und wehgetan hat. Alleine das Konzept der SVV ist für Menschen, die nie in der Situation waren, extrem schwer nachzuvollziehen. Dazu sieht sie: ihrem Kind geht es schlecht. Und sie konnte nichts dagegen tun. Sie knabbert wahrscheinlich an Fragen wie: warum hat sie nicht bemerkt, dass es Dir schlechtgeht? Warum hattest Du nicht das Vertrauen, sie um Hilfe zu bitten, ihr alles zu erzählen? War/ist sie eine schlechte Mutter? Geht es dem Kind jetzt wirklich besser oder nicht? Und nicht zuletzt wird sie sich vorstellen, was passiert wäre, wenn Du noch tiefer geschnitten hättest und verblutet wärst oder tatsächlich einen Selbstmordversuch begangen hättest?

Es setzt Dich unter Druck, dass Deine Mutter auf die Narben starrt ? Dieser Druck ist keinen Deut geringer als das, was Deine Mutter durchmacht!

Geh nicht nur offen mit den Narben um, sondern auch damit, warum sie entstanden sind - nur, wenn Deine Mutter versteht, was in ihr Dir vorgegangen ist, wird auch damit umgehen können.

Kommentar von Xnxcxhxm ,

Zuerst mal danke für die ausführliche Antwort! Als ich mich entschieden habe, die Narben offen zu zeigen, schloss ich persönlich mich all dem ab. Ich will die ganzen Gedanken dahinter vergessen und nicht mehr darüber sprechen. Während der Zeit als ich mich geritzt habe, habe ich oft genu mit Psychologen, Therapeuten und anderen Leuten darüber gesprochen. Meine Mutter war teilweise auch dabei und ich dachte eigenlich auch für sie ist es nun abgeschlossen...

Kommentar von Stellwerk ,

Du hast also eine Therapie etc. hinter Dir, sehr gut! Nimm Dir eine ruhige Minute, sprich Deine Mutter mal darauf an, wie sehr es Dich irritiert. Mach ihr klar, dass Du über den Berg bist - dass Du ja in Behandlung warst und dementsprechend auch HIlfe bekommen hast und es Dir besser geht. Und dass die Offenheit ein Zeichen von Vertrauen ihr gegenüber ist - für den Fall, dass Du "rückfällig" wirst , kann sie es ja viel schneller sehen und gegebenenfalls eingreifen. 

Vielleicht hilft ihr das ein wenig, dass sie das Gefühl bekommt , etwas mehr "Kontrolle" zu haben, was in Dir vorgeht.

Kommentar von Xnxcxhxm ,

Was ich dazu vielleicht noch erwähnen muss... Ich habe mich auch schon unter anderem, wegen meiner Mutter geritzt. Ich habe extreme Probleme damit mich jemandem anzuvertrauen, vor allem in diesem Fall meiner Mutter. Ich versuche ihr zu vertrauen aber mit jedem Blick von ihr auf die Narben, stehe ich beim Versuch ihr zu vertrauen bei null.

Antwort
von Maerchensarg, 89

Hast du denn schonmal mit ihr darüber geredet?
Wusste sie es überhaupt vorher?
Wenn nicht, kannst du sie ja mal fragen, ob sie über deine Narben sprechen möchte. Und dann sei am Besten so offen zu ihr wie möglich.
Und am Ende kannst du sie darum bitten nicht so oft die Narben anzuschauen.
Du willst ja wahrscheinlich, dass deine Mutter dich als Tochter sieht und nicht als Narben. Und dass sie nicht deine Vergangenheit anschaut anstelle der Gegenwart und Zukunft.
Oder fügst du dir auch immer noch ähnliches zu?

Kommentar von Xnxcxhxm ,

Nein etwas mehr als einen Monat bin ich jetzt clean... Sie war teilweise bei all den Psychologen, Therapeuten usw. dabei. Sie wusste vom ersten mal als ich es getan habe davon. Ich habe extreme probleme mich jemandem anzuvertrauen( auch meiner Mutter) und immer wenn sie auf die Narben schaut, verliere ich wieder an Vertrauen zu ihr...

Kommentar von Maerchensarg ,

Ja, wenn du aber so ein gutes Vertrauensverhältnis hast/hattest, dann müsste es ja nicht allzu schwer sein, sie zu fragen.
Dann nicht unbedingt, ob sie über die Narben sprechen möchte, sondern eher, dass dir aufgefallen ist, dass sie sehr oft deine Narben anschaut, ob es einen bestimmten Grund dafür gibt und dass du dich dafür entschieden hast sie offen zu zeigen (was ich übrigens sehr bewundernswert finde) und sie dich in dem selbstbewussten Umgang  auch unterstützen kann.
Evtl wird sie ja auch von Bekannten darauf angesprochen und ihr könnt dann auch darüber reden, wie sie dann reagieren kann.

Kommentar von Xnxcxhxm ,

Vielen Dank!

Antwort
von SPN4eva, 70

Lass es offen. Am Anfang starren die Leute immer. Das wird mit der Zeit weniger. Bleib dabei einfach ruhig und versuch es zu ignorieren.Am besten: Clean bleiben und Anti-Narben-Salbe verwenden.

Antwort
von afrozenheart, 80

Erstmal Respekt dass du dich traust!! Ich verdeck sie noch zuhause und in der Schule.
Sprich sie drauf an und sag ihr dass dir das unangenehm ist. (:

Antwort
von latricolore, 54

Ps: Solche Antworten wie: "Tja dein Problem, du wolltest dich ritzen", usw. bringen auch nichts.

Stimmt, da hast du völlig Recht.
Denn wer ist schon gern so verzweifelt, dass er sich selbst wehtut.

Versuch trotzdem mal, dich in deine Mutter zu versetzen - falls dich nicht gerade dein Zuhause dazu gebracht hatte, dich zu ritzen.
Wie schlimm muss es für eine Mutter sein zu sehen, dass sie ihrem Kind nicht helfen konnte, dass es stattdessen zu solchen MItteln greift... Ich könnte mir vorstellen, dass das der Grund ist, warum sie nicht wegschauen kann.

Kommentar von latricolore ,

Es ist schwierig, dir das Richtige zu raten, da wir die Hintergünde nicht kennen - wir können also nur "stochern".
Aber wenn ich in deinen Kommentaren u.a. lese

Ich habe extreme Probleme damit mich jemandem anzuvertrauen

dann wäre das mMn ein wesentlicher Punkt, den du aufarbeiten solltest, falls du noch in einer Therapie bist. Und wenn nicht, dann würde ich eine neue beginnen.
Ich bin zwar nur Laie, aber man kommt sehr schwer durchs Leben, wenn man kein Grundvertrauen hat.

Antwort
von Majasoon, 41

Meine mutter schaut auch immer drauf dann schreiich sie einfach immer an;)

Kommentar von Xnxcxhxm ,

Dass könnte ich in diesen Momenten auch machen aber sie würde es warscheinlich falsch verstehen..

Kommentar von Majasoon ,

Dann sag ihr das du das nicht magst und sie es lassen soll;)

Kommentar von Xnxcxhxm ,

Ich weiss nicht aber immer wenn ich mir dass vornehem dann schaffe ich es nicht.. Ich weiss ich bin ein hoffnungsloser Fall..

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