Frage von 0Ichputzhiernur, 174

Meine Mutter rastet aus und ich weiß einfach nicht mehr weiter?

Alle Anzeichen sprechen für eine Borderlinestörung. Sie war früher mal in Behandlung, doch das ist jetzt schon 10 Jahre oder so her. Inzwischen bin ich 12. Früher wurde sie gewalttätig und einmal hat sie mich (damals 3) mit einem Schaukelpferd abgeworfen. Zwei Mal ist Weihnachten ausgefallen und insgesamt kommen schwere  "Anfälle" etwa 5 Mal jährlich vor. Als ich 9 war meine zwei (ich habe drei) Geschwister waren damals 11 hat sie uns einfach rausgeworfen, es war Herbst und ziemlich kalt. Wir haben dann ohne Decken im Garten übernachtet, bis unser Vater uns rein geholt hat (etwa 3 Uhr nachts). Dann haben wir im Keller geschlafen, wobei ich panische Angst vor Spinnen habe und die dort unten sind wirklich ziemlich groß. Unser Vater kann sich nicht durchsetzten, auch wenn es seltsam klingt aber auch er kommt mit meiner Mutter nicht klar. Inzwischen hat die Physische Gewalt nachgelassen, doch jetzt haben wir unter Psychischer Belastung zu leiden. Sie hatte erst gestern wieder einen Anfall und sie hat mich als dumm, hässlich, fett und unfähig bezeichnet. Das ist eigentlich nicht schlimm, gegen derartige Dinge bin ich ziemlich abgehärtet da ich damit aufgewachsen bin. Meistens Fahre ich ein Baumhaus das nahe am Waldrand liegt und lese dort. Ich denke die Leute halten mich für ziemlich seltsam, da ich etwa 5 mal im Jahr zu diesem Baumhaus fahre mich gegen die Wand lehne und in Büchern lese gestern habe ich mir Hamlet geschnappt und bin wieder dort hin. Jetzt will sie mich auf ein Internat schicken, weil ich mir jetzt verdammt noch mal nicht mehr den Mund verbieten lasse. Ich habe ihr gesagt sie sei ein schlechter Mensch und das sie verdammt noch mal Psychische Störungen hat. Ich komme langsam aber nicht mehr mit der Situation klar. Es macht mich nicht fertig jedenfalls denke ich das, sondern einfach nur unglaublich wütend. Ich hatte Suizidgedanken, aber ich kann das meiner Familie nicht antun. Es ist nicht so das ich einen Sinn in meinem Leben sehe, aber das ist kein Grund das Leben der Leute zu zerstören die ich liebe. Was würdet ihr mir raten? Ich bin Hochbegabt und beschäftige mich mir vielen Leicht ungewöhnlichen Dingen, meine Geschwister ebenfalls. Ich möchte kein Jugendamt und keine Polizei einschalten. Ich möchte einfach nur einen Tipp wie ich ohne psychisch zu Gründe zu gehen mit der Situation klar zu kommen...
Vielen Dank ich bin langsam am verzweifeln....

Antwort
von hertajess, 19

Die Idee mit dem Internat finde ich absolut gut. Auch für Deine Geschwister. Schaue doch einfach mal online nach welche Internate es in welchem Bundesland so gibt. Empfehlenswert ist dann zusätzlich das Archiv des dradio zu nutzen. Einige wurden dort namentlich behandelt. Du wirst aber wohl frühestens im Jahr 2014 fündig werden für Deinen Bedarf. 

In einem Internat könnt Ihr Kinder Euch auf die Entwicklung Eurer eigenen Persönlichkeit unbeeinflusst von der Störung Eurer Mutter konzentrieren während Eure Eltern mehr Freiraum haben sich den Ursachen zu stellen - wenn sie denn wollen. 

Deine Schilderung hat in mir ein Wort ausgelöst: 

Kriegsfolgen

Es ist nach einem Krieg nie damit getan dass die Waffen ruhen. Wenn die Waffen ruhen geht es zunächst mal darum die reine Existenz abzusichern, denn in der Regel fehlt es selbst am Nötigsten. Für ein Minimum an elterlicher Fürsorge bleibt da seltenst Zeit. Vor allen Dingen wenn mitgedacht wird dass ja ein Großteil der Männer sich gegenseitig abgeschlachtet hat. Krieg eben. 

In dem Gebiet welches wir heute unter Deutschland verstehen gab es in den letzten 2.000 Jahren durchschnittlich alle 50 Jahre einen solchen Krieg. Entsprechende soziale Defekte haben sich in unserer Gesellschaft manifestiert. 

Was nun unseren letzten Blutrausch angeht so kommt mir der Begriff Desozialisierung als Teil der bereits vorbereitenden Propaganda in den Sinn. Desozialisierung hier im Sinne von Zerstörung vorhandener sozialer Strukturen. 

Tatsächlich sind die Folgen heute behandelbar. Allerdings werden sie nach meiner Kenntnis nur in NRW als Therapie durch Krankenkassen bezahlt und entsprechend auch vor Ort angeboten. Therapie behandelt hier nicht nur die direkte Nachkriegsgeneration sondern alle davon betroffenen Personen.

Wir haben heute den Begriff Borderline. Ob er dazu genutzt wird die beschriebene Störung zu übertünchen oder nicht kann ich nicht beurteilen. In manchen Fällen handelt es sich deutlich bei den Betroffenen um Grenzgänger. In vielen Fällen aber eben auch um Menschen mit ganz anderen Lebensaufgaben. 

Dass Du Deine Familie nicht im Stich lassen willst ist ehrenhaft. Zu überlegen aber ist auf jeden Fall wie die beste Hilfestellung geleistet werden kann. 

Tatsächlich - ich bitte eindringlich mich hier nicht misszuverstehen - stellen Kinder eine Herausforderung und Belastung dar. Sind sie weg wird eine Menge Raum und Zeit frei die anders genutzt werden können. 

Auch von Deinem Vater. 

Nach meiner doch reichlichen Lebenserfahrung sind Männer eher unfähig sich der von ihnen geliebten Person zu widersetzen als wir Frauen. Ihre Leidensfähigkeit ist dann durchweg sehr erstaunlich. 

Sind aber noch zusätzlich geliebte Kinder da ist es für solche Männer in der Regel unmöglich auf sich selbst zu achten. 

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Denke mal in Ruhe über meine Ausführungen nach. Denn Eines steht fest: 

Du kannst einen anderen Menschen nicht tragen. 

Antwort
von Spuky7, 75

Du solltest dein Zimmer abschließen können. Als Rückzugsort für dich. Rede noch mal mit deinem Vater, er soll sich für euch Kinder einsetzen. Da ein Internat sehr kostspielig ist, wird es dazu nicht kommen. Sie versucht nur, ihre Macht zu demonstrieren. Ein Internat wäre ja super, dann wärst du weit weg von allem. Aber die kosten nunmal sehr viel Geld. Halte möglichst Distanz zu ihr, Borderline ist nicht ohne. Hast sie einen Anfall, verlass die Wohnung und geh nach draußen. Aber bitte nicht nachts. Suizid ist keine Option für dich, früher oder später kommst du aus dieser Situation raus. Borderline-Mütter haben schwer mit sich selbst zu kämpfen. Sie soll mal zum Therapeuten gehen.

Kommentar von 0Ichputzhiernur ,

Meine Mutter ist selbst Psychotherapeutin, was ein Wiederspruch in sich selbst ist. Eine psychisch Kranke die psychisch Kranken helfen soll?! Und obwohl sie ihre eigenen Probleme nicht in den Griff bekommt ist sie eine gute Psychotherapeutin. Ich könnte sie nicht dazu bringen das sie zu einem Psychiater geht. Das Jugendamt kommt nicht in Frage, weil ich das meinem Vater nicht antun kann und will. Es ist mir gleich wie schlecht es mir geht; egal was ich tue, es darf nicht den Leuten schaden die ich liebe. Damit käme ich einfach nicht klar.
Mein Zimmer kann ich nicht abschließen irgendwann hat sie mir mal den Schlüssel abgenommen, wiederbekommen habe ich ihn nicht. Früher habe ich dann alle meine Bücher aufgestapelt und die Türklinke so befestigt das niemand sie mehr herunterdrücken konnte. Im folgenden hat sie mir Teile meiner Bücher abgenommen, dann habe ich eine Konstruktion aus Schnüren und Gewichten aufgebaut, damit könnte ich die Tür einfach verschließen, aber daraufhin hat sie mir die nötigen Dinge angenommen. Ich war ziemlich einfallsreich was verrammlungsmethoden für meine Tür anging, aber ich kann mich nicht ewig in meinem Zimmer einsperren und ich habe nicht mehr viele Möglichkeiten damit niemand mehr mein Zimmer betreten kann. Manchmal gehe ich auch Abends, Nachts oder früh morgens in das Baumhaus oder gehe stundenlang Fahrrad fahren. Hauptsache ich komme raus und irgendwo hin weg. Als ich klein war wollte ich weglaufen, aber ich bin nicht dumm. Ich könnte es weder meiner Familie antuen noch gehe ich davon aus das ich sonderlich weit kommen würde und dann käme ich in irgendeine Jugendpsychiatrie müsste mit Menschen reden denen ich nichts zu sagen habe. Ich kann keinem Meine Probleme anvertrauen, außer hier im Netz...

Kommentar von Spuky7 ,

Du weisst schon, dass sie dich mit Borderline sozusagen infizieren kann. Das ist auch eine soziale Krankheit, die auf dich abfärbt. Sich selbst die Gesundheit zu bewahren, in einer so verknacksten Familie, geht fast gar nicht. Du wirst auch davon beeinflusst werden. Wenn du dir nicht Hilfe von außen suchst, bleibt nur das Aushalten. Das kann aber noch lange gehen, da du zum Ausziehen Geld brauchst und ein Einkommen. Das Jugendamt wäre ein Ansprechpartner, droh ihr mal damit, dass du da hingehst. Das wird ihr dann peinlich, vielleicht hilft dir das was, falls sie sich bessert.

Kommentar von 0Ichputzhiernur ,

Ich weiß. Das ist vermutlich meine Größte Sorge. Ihre Mutter war ähnlich wenn auch nicht ganz so extrem, ihr Vater hat sich auch immer rausgehalten. Ich distanziere mich so gut ich kann, aber was soll ich weiter schon groß tun? Ich kann nicht mit Menschen reden die ich nicht kenne, wobei das Netz eine Ausnahme darstellt. Würde man mich neben einen Psychiater setzen ich würde schweigend dasitzen und nichts tun. Sie ist einfach unberechenbar, wer weiß ob sie wieder gewalttätig werden würde, wenn ich ihr drohen sollte? Ich lebe neben ihr, aber sie ist einfach nicht berechenbar... Ich weiß nicht ob ich Angst habe ich weiß das ich wütend bin und das ich traurig und enttäuscht bin, aber ob ich Angst habe weiß ich einfach nicht...

Kommentar von Spuky7 ,

Schnapp dir deinen Vater und unternehme mal was alleine nur mit ihm. Ohne sie. Willst du nicht in eine betreute WG vom Jugendamt ziehen, wird es schwierig. Da deine Mutter Therapeutin ist, werden sie ausserdem eher ihr als dir glauben! Borderlinerinnen haben sehr große Verlassensangst. Das ist ihr Thema. Sie hat versucht, durch das Studium sich selbst zu helfen. Versuche an deine Zukunft zu glauben. Du wirst nicht immer zuhause wohnen. Such dir Freunde, die bauen dich auf.

Antwort
von Spectre007, 17

Geh zum Jugendamt mit dein Vater zusammen
Die helfen auf jeden Fall

So kann es ja nicht weitergehen

Antwort
von berii35, 71

Vielleicht könntest du Hilfe für deine Mutter besorgen. Ansonsten Abstand von ihr halten und die Sachen nicht so ernst nehmen und eher um dich selbst kümmern.

Kommentar von McBlaBla ,

Die war doch bei ein Arzt

Antwort
von OwnCharm, 64

Hallo,

Woran liegt es das sie so ist?


Benachrichtige das Jugendamt.

Kommentar von 0Ichputzhiernur ,

Vermutlich an ihrer Mutter, sie war ebenfalls ähnlich, auch wenn ich von keiner Borderlinestörung ausgehe... Ich habe Angst genau so zu werden wie sie, darum spreche ich nach Möglichkeit kaum mit ihr. Ignoriere ihre Bemerkungen, aber manchmal bricht es einfach aus mir heraus und ich werde so wütend weil sie uns das antut, weil ich nie eine Mutter hatte und nie eine Mutter haben werde, weil ich nie Kind sein könnte mein Leben lang jeden Schritt abwägen musste um nichts falsches zu sagen. Stattdessen hatte ich eine psychisch Kranke mit der man nicht reden kann, bei der jedes Wort einen Anfall auslösen könnte und vor der man Angst hat...
Das Jugendamt kommt nicht in Frage. Ich bin kein guter Mensch, aber wenn ich mit etwas nicht klar komme dann den Leuten die ich liebe zu Schaden... Ich könnte das meinem Vater und meinen Geschwistern nicht antun... Darum geht das nicht. Mein Glück ist nicht so wichtig, wie das der Leute die ich liebe...

Antwort
von pilot350, 74

Die einzige Möglichkeit ist das Jugendamt um Hilfe zu bitten.

Kommentar von 0Ichputzhiernur ,

Ich bin kein guter Mensch, aber wenn ich mit etwas nicht klar komme dann den Leuten die ich liebe zu Schaden... Ich könnte das meinem Vater und meinen Geschwistern nicht antun... Darum kommt das nicht in Frage. Mein Glück ist nicht so wichtig, wie das ihre und das würde ich damit zerstören, vermutlich würde ich dadurch mehr verlieren als gewinnen, nämlich die Zuneigung der Leute die mir wichtig sind... Dann hätte ich nichts mehr das mich am Leben hält

Kommentar von pilot350 ,

Wie lange willst du das noch aushalten und Du in eine Klinik musst?

Kommentar von 0Ichputzhiernur ,

Ich kann nicht! Wie schon gesagt. In einer Klink würde ich den Totalzusammenbruch schlecht hin erleben. Was sollte mich dann noch irgendwo aufrecht erhalten?! Das würde mich eher noch tiefer in den Abgrund treiben... Ich käme nicht damit klar. Ich weiß das mir diese Dinge eher schaden als helfen würden, so blöd das auch klingt. Für manche Menschen mag es ein Ausweg und eine Hilfe sein, aber nicht für mich.

Kommentar von pilot350 ,

Wenn Deine Probleme mit Zahnschmerzen verbunden wären, wie schnell würdest Du dann beim Zahnarzt sein? Leider tun psychische Probleme und Störungen nicht so weh, körperlich. Das was Du ohne Behandlung aushältst wird Dich in kurzer Zeit zu einem intensiven Aufenthalt in einer Psychiatrie bringen, der dann sehr lange dauern kann nur weil Du Angst vor einer ambulanten Behandlung hast. Es ist völlig falsch zu behaupten dass Dir eine psychologische Behandlung schaden kann. Das kannst Du nicht beurteilen. Die meisten psychsich Kranken merken nicht wie krank sie sind, wissen alles besser ohne die eigene Krankheit erkennen zu können.

Antwort
von Asdfmovie99e, 52

So wie du das beschrieben hast versteh ich nicht warum du nix vom Jugendamt willst

Kommentar von 0Ichputzhiernur ,

Ich bin kein guter Mensch, aber wenn ich mit etwas nicht klar komme dann den Leuten die ich liebe zu Schaden... Ich könnte das meinem Vater und meinen Geschwistern nicht antun... Darum kommt das nicht in Frage. Mein Glück ist nicht so wichtig, wie das ihre.

Antwort
von McBlaBla, 58

Man kann leider nichts machen -.- vermute ich...Aber hab keine suizietgedanken!!!!!!!!

Kommentar von 0Ichputzhiernur ,

Keine Sorge ich habe im Moment nicht vor Suizid zu begehen, nicht weil mir das Leben wichtig ist. Ganz im Gegenteil dem Leben messe ich keinerlei Bedeutung zu, sondern weil ich das keinem zumuten könnte. Was wäre ich für ein Mensch der den Leuten die er liebt derartiges antut? Das könnte ich nicht mit mit selbst vereinbaren...

Kommentar von McBlaBla ,

Gut:D es wär auch schlimm für die Familie Freunde...

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