Frage von MissAmerika00, 93

Meine Mutter ist voller Missgunst- was machen?

Meine Mutter (38) ist an und für sich eine gute Mutter, die sich um ihre Kinder viele Sorgen macht und nur das Beste möchte.
Doch seit ein paar Jahren hat sie sich sehr verändert.
So möchte sie zum Beispiel nicht, dass meine große Schwester (fast 18) und ich (15) was gemeinsam unternehmen.
Meine Mutter ist vom Beruf Krankenschwester und musste oft Schichtarbeit und Überstunden machen, weshalb wir beide oft auf unsere jüngeren Geschwister aufgepasst haben oder sie abends ins Bett gebracht haben. Vor allem ich habe eine enge Bindung zu meiner achtjährigen Schwester und meinem elfjährigen Bruder und würde alles für die beiden geben.
Meine beiden besten Freundinnen haben Geschwister im gleichen Alter meiner Schwester, weswegen wir oft was mit ihnen unternommen haben. Vor einem Jahr habe ich das erste Mal bemerkt, dass meine Mutter richtig wütend wird, wenn meine Geschwister mit mir über ihre Probleme reden und mich um Hilfe fragen. Das liegt nur daran, dass sich meine Mutter immer fürchterlich aufregt und in alles hineinsteigert.
Einmal ist sie sehr liebevoll und im nächsten Moment stößt sie mich vor den Kopf und beleidigt oder verletzt mich. Meine große Schwester und ich können damit einigermaßen umgehen, aber für die Kleinen ist es unbegreiflich. Wenn ich zum Beispiel meiner kleinen Schwester was vorlese, weigert sich meine Mutter sie zu drücken oder ihr einen Gute-Nachtkuss zugeben.
Jetzt ist sie wieder schwanger und bekommt in dreieinhalb Monaten noch ein kleines Mädchen und hat bereits zu mir gesagt, dass ich ihr dieses Kind aber nicht wegnehmen darf, dabei will ich das gar nicht! Ich liebe meine Geschwister nunmal und kann sie ja schlecht ignorieren.
Sie unterstellt auch meinen Vater permanent, dass er uns mehr liebt, als sie. Ich finde das richtig traurig. Man liebt seine Kinder doch auf eine andere Weise als seinen Partner oder?
Nun ziehen wir am ersten April nach Portland, Oregon. Meine kleine Schwester liegt jetzt aber mit einer Bauchfellentzündung und nach einer Blinddarmoperation im Krankenhaus und kann so erst in frühestens drei Wochen fliegen. Meine Mutter kann aber nicht solange hier bleiben, weil sie nächste Woche Mittwoch ihren neuen Job antreten muss, also schlug ich vor, dass ich dann hier bleibe. (Würde schulisch alles klappen). Doch meine Mutter stellt sich quer und sagt, dass meine Schwester meine Anwesenheit nicht braucht, was überhaupt nicht stimmt. Im Gegenteil.

Ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Bitte helft mir.

Antwort
von Tasha, 30

Google mal "narzisstische Mütter"...

Selbst wenn das nicht zwingend auf Deine Mutter zutrifft, erkennt man einige Punkte wieder: Deine Mutter hat große Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl und mit ihrer Selbstkontrolle.

Sie scheint Angst zu haben, nicht genug Liebe und Wertschätzung zu bekommen, sonst hätte sie nicht das Gefühl, dass Du ihr die Geschwister "wegnimmt". Narzisstische Mütter vereinnahmen oft ein (einziges) Kind, das dann bitte diese Mutter anhimmeln soll und das dafür sorgen soll, dass sie von anderen Menschen für ihre Aufopferung dem Kind gegenüber bewundert wird. Allg. haben viele Betroffene die ganze Zeit das Gefühl, nicht genug Wertschätzung zu erhalten und tun alles Mögliche, um das zu erlagen, z.B. auch lügen, andere schlecht machen (um Mitleid zu erregen), sich als aufopfernd darstellen (um Anerkennung mit Mitleid zu erregen) oder auch engere Angehörige oder Partner anschreien/ unter Druck setzen, weil sie sich nicht wertgeschätzt genug fühlen (das sind dann Sätze wie "nie hilfst du mir! Alles mache ich für dich, und was machst du?! Nur einmal will ich Unterstützung von dir, und du bist wieder so egoistisch!") oder auch sehr gezielte Verletzungen des anderen (bekannte Schwachpunkte werden ihm immer wieder vorgehalten, egal, was er tut - es war zu wenig, statt Lob für Engagement gibt es harsche Kritik über kleinste Fehler etc.).

Man tendiert dazu, mit solchen Leuten zu argumentieren, zu erklären, wie sehr man sich eingesetzt hat, dass sie die Sache falsch sehen, dass man z.B. das Geschwisterkind doch nicht "weg nimmt" etc.

Wenn es sich um einen Menschen mit echten narzisstischen Tendenzen handelt, macht das die Sache leider nur schlimmer, weil diese Menschen ständig Angst haben, untergebuttert zu werden, übersehen zu werden, keine Wertschätzung zu erhalten und überall nach Beweisen dafür suchen.

Besser ist es, solche Menschen (leider) wie kleine Kinder zu sehen und so oft es geht zu bestätigen. Lobe sie für alles, was sie tut und was ihr wichtig ist (z.B. die Erziehung der anderen Kinder, auch wenn Du meinst, einen Großteil davon geleistet zu haben)! Bewundere sie, bewundere ihre Arbeit/ Aufopferung, frage, wie sie das alles geschafft hat, sage, dass Du Dir nicht vorstellen könntest, problemlos so viele Kinder großzuziehen, bitte sie um Rat in Bereichen, die ihr wichtig sind etc.

Evtl. wird sie dann irgendwann zugeben, dass Du ihr eben nicht die Kinder weggenommen hast, sondern versucht hast, ihr zu helfen - Achtung: Echten Narzissten hilft man nie, weil sie dann eingestehen müssten, dass sie nicht alles alleine können, und dann wären sie zutiefst verletzt, weil sie ein "Versagen" = nicht alles perfekt alleine schaffen eingestehen müssten.

Wenn sie genug Anerkennung/ Bestätigung/ Lob bekommen hat, leider gepaart mit Deinem Eingeständnis des Gegenteils (Du kannst halt nicht alles alleine/ so gut wie sie), kann es sein, dass sich Eure Beziehung deutlich bessert.

Vielleicht hilft es Dir, über Töchter narzisstischer Mütter zu lesen:

http://www.narzissmus.org

Es muss nicht alles auf Deine Mutter zutreffen und sie muss auch keine Betroffene sein, es kann aber sein, dass sie Tendenzen dieser Störung aufweist, und dann hilft es, zu wissen, wie andere damit umgehen und dass man nicht immer alle Vorwürfe annehmen muss, die andere einem auferlegen (obwohl man durchaus überlegen darf, was tatsächlich auf einen zutreffen könnte ;-) - man selbst ist ja auch nicht perfekt und macht durchaus Fehler oder hat Eigenschaften, die anderen das Leben schwer machen...).

Das Ganze geht übrigens fließend über in Eigenschaften von Menschen, die einfach gestresst, überfordert, "ausgebrannt" sind. Auch hier kann es zu Überreaktionen, ungerechtem Verhalten, Verlustängsten, Ängsten vor zu wenig Anerkennung trotz großer Arbeitsbelastung etc. kommen.

Kommentar von MissAmerika00 ,

Wow, danke. So habe ich das noch nie gesehen, aber deine Punkte treffen echt zu. Meine Mutter hat einen anstrengenden Job, das zweifelt keiner an, aber wenn sie nach Hause kommt und dann das Essen vom Mittag aufwärmt, dass WIR gekocht haben, tut sie so, als wäre das eine Wunderleistung. Sie bemerkt zum Beispiel nie, wenn meine große Schwester und ich den kompletten Haushalt erledigt haben, obwohl wir auch bis 16:00 Uhr in der Schule waren.
Sie sagt immer, dass sie es sehr schwer hat und sich immer um alles kümmern muss..

Antwort
von tafelwerk24, 16

Wieso stellst du die gleiche Frage mehrmals, nur unter anderem Titel? Da fühlt man sich als Antwortender schon etwas verarscht... Inzwischen müsstest du genug Antworten haben. Und denk dran, keine Mutter ist perfekt. Und du bald fertig mit der Ausbildung und dann machst du es mit deiner Familie besser. Viel Glück in Amerika!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community