Frage von chiara0408, 112

Meine Mutter ist verstorben, wie soll es jetzt nur weitergehen?

Hallo, ich habe im ganzen Internet nach irgendeinem Forum gesucht oder nach irgendwas das mir helfen kann, aber ich habe nichts gefunden was mir richtig erschien nun werde ich es hier versuchen.. Meine Mutter ist am 17.11.2015 an einer Hirnblutung gestorben, ganz plötzlich. Am 13.11 ist sie einfach zusammengebrochen und ihr Lebensgefährte musste sie wiederbeleben, aber die Notärztin meinte dann schon es wäre schwierig, sie lag dann bis zu ihrem Tod auf der Intensivstation, ich habe sie mehrmals am Tag dort besucht. Seit dem kann ich nicht mehr schlafen, habe ständig diese Bilder im Kopf wie sie dort auf dem Boden liegt oder im Krankenhaus an die ganzen Geräte angeschlossen ist. Ich hatte immer ein tolles Verhältnis zu meiner Mutter, sie war wie meine Beste Freundin, mit ihr konnte ich alles machen, jeglichen Blödsinn. Ich weiß einfach nicht wie ich ohne meine Mutter, meine beste Freundin, weiterleben soll, ich bin erst 18 Jahre alt, soll jetzt alleine leben und muss all meine Probleme ohne meine Mutter meistern. Ich weiß einfach nicht wie das gehen soll, ich habe zwar viele Leute die mir helfen können und wollen, aber wie soll ich mein Leben einfach so weiterleben, einfach wieder in meine tägliche Routine übergehen? Ich habe so schreckliche Angst ohne sie, nie wieder von ihr in Arm genommen zu werden und nie wieder ihre Stimme zu hören macht mir so riesige Angst.. Ich habe auch das Gefühl ich trauer nicht richtig und hab in der Zeit wo meine Mutter gelebt hat viel zu selten etwas mit ihr gemacht, gesagt das ich sie liebe.. Es ging einfach alles viel zu schnell. Ich kann es einfach nicht begreifen und vielleicht will es auch einfach nicht richtig realisieren, aber ich weiß auch einfach nicht wie. Ich bin in der Ausbildung, aber Arbeiten erscheint mir grad einfach unmöglich.

Ich hoffe es gibt Leute denen es hier genauso geht oder die irgendeinen Rat für mich haben, ich weiß nämlich nicht wie es so weitergehen soll.

Danke schon einmal im voraus..

Antwort
von Windlicht2015, 80

Mein herzliches Beileid!
Ich kann dich gut verstehen und gut nachvollziehen wie es dir geht.
Belaste dich bitte nicht mit Schuldgefühlen, weil du deiner Mutter nicht oft genug gesagt hast, dass du sie liebst, oder mehr mit ihr unternommen hast. Das geht jedem Hinterbliebenem so, jeder hat solche Gedanken! Das ist ein Aspekt der Trauer. Du hast deine Mutter geliebt und das weiß sie auch! Und eure Liebe wird euch für immer verbinden!Du bist in einem Schockzustand und es wird noch eine Weile dauern, bis du wirklich realisieren kannst, dass deine Mama nicht mehr zurückkommt! Es wird eine schwere Zeit für dich! So ein Verlust, ein Trauma, muss unbedingt mit Hilfe eines Psychotherapeuten verarbeitet werden! Habe nach dem Tod meiner 16 jährigen Tochter auch schlimme Phasen durchlebt, und bin  erst nach über 1,5 Jahren zu einer Therapie gegangen. Die Therapie hat mir insofern geholfen, dass ich nicht in eine tiefere, schwere Depression abgerutscht bin, dass ich gelernt habe mit dem Schmerz umzugehen, um den Alltag einigermaßen wieder zu meistern.
Erwarte nicht zu viel von dir! Weine wenn es dir danach ist, schreie deine Wut heraus, wenn du denkst" warum gerade sie?" Und mache nur was du kannst, du funktionierst nur im Moment! Später erst, (je nachdem wie schnell du dir Hilfe suchst),wirst du Schritt für Schritt ins Leben zurückfinden! Du musst aber dein Leben weiterleben und denke daran, dass deine Mama bestimmt nicht gewollt hätte, dass du leidest, dass es dir schlecht geht.
Falls du Anverwandte hast, versuche da unterzukommen um ein wenig Zuwendung und Halt für die nächste Zeit zu bekommen.
Wünsche dir viel Kraft und drücke dich in Gedanken ganz lieb!

Antwort
von Influxis, 81

Denk nicht an die Vergangenheit. Das Leben geht weiter. Wenn du mit einem Lächeln durchs Leben gehst, wird dir schon mal was schönes in die Arme fallen. Ich weiß es ist hart für dich, aber du darfst nicht in der Vergangenheit rumschwelgen. Die Zeit heilt Wunden und ich bin mir sicher, dass du Freunde oder Verwandte hast, die dir in dieser schweren Zeit helfen werden. Denk immer daran: Du bist nie allein, denn es gibt millionen Menschen, die es genauso schwer haben wie du oder denen es sogar noch beschissener geht. Ich wünsche dir noch alles Glück der Welt und hoffe, dass du auch bald wieder Lächeln kannst :) LG

Antwort
von Idowhatido, 61

Mein Beileid...du musst jetzt richtig stark sein. Denn du spürst den Schmerz den du so bisher noch nicht gespürt hast. Du hast die wichtigste Person in deinem Leben verloren die dir je so viel bedeutet hat. Deine Mutter, die beste Freundin und Bezugsperson wenn man Probleme hat. Aber du darfst nicht vergessen, dass sie in deinen Herzen ist und immer bei dir ist, egal wohin du gehst. Du wirst immer ihre Nähe spüren und du darfst auch nicht versuchen sie zu vergessen oder die Trauer abzulenken. Stell dich dem entgegen was passiert ist. Weine soviel du kannst, lass deine Trauer raus, denke an die schöne Zeit mit ihr, aber hab keine Schuldgefühle. Deine Mutter wusste und weiss es immernoch, das du sie geliebt hast, du brauchst jetzt deswegen nicht traurig zu sein es ihr nicht genug gesagt zu haben. Eine Mutter weiss das einfach. Du musst Abschied nehmen können sonst wirst du nicht glücklich werden. Und das will deine Mutter das ihre kleine Prinzessin glücklich wird und ihrer Mutter zeigt das sie stark sein kann. Um die Trauer, Schmerz und die Verzweiflung loszuwerden musst du sie erst annehmen. Aber du darfst keine Angst haben, diese Trauer und dieser Schmerz werden dich nicht ewig begleiten. Sie werden vergehen. Und du wirst an die schönen Dinge denken die du mit deiner Mutter hattest. Du musst mit dem allem nicht alleine sein, sprich mit einer Freundin oder einem Familienmitglied(od.Therapeut) darüber. Sprich über deine Gefühle und deine Gedanken die sich immer wieder um das gleiche drehen. Man wird dir zuhören. Und man wird dir beistehen. Versuch dein Leben wieder aufrecht zuhalten. Deine Mutter würde das so wollen. Zeig ihr wie stark du bist,bring dich in Bewegung, Bewegung treibt die Traurigkeit davon. Und vergiss nicht..jeder wird iwann sterben, niemand bleibt für immer, kein Star kein Politiker oder Millionär. Mensch ist Mensch. Jeder wird iwann fortgehen..so ist es nun mal. Man muss sich nur mit dem Schicksal abfinden das es immer so sein wird. Besuch deine Mutter so oft du kannst am Friedhof und erzähle deiner besten Freundin weiter was dich im Alltag beklagt. Sie wird dich sehen und stolz auf dich sein, wie erwachsen du geworden bist und wie stark du auch in schwierigen Situationen sein kannst. Du darfst nicht an das Ende der Welt denken. Das Leben muss für dich weitergehen..du musst nur die richtige Richtung gehen die dir deine Mutter empfohlen hätte. Ich wünsche dir alles GUte und Kraft damit klar zu kommen.

Kommentar von chiara0408 ,

Danke für deine tolle Antwort.. Danke. 

Kommentar von Idowhatido ,

Hab ich gern geschrieben:)!

Antwort
von Lukasx97, 112

Mein Beileid. Hast du nicht die Möglichkeit zu einen Verwandten zu ziehen?

Kommentar von chiara0408 ,

Danke. Theoretisch schon, aber ich möchte auch gar nicht aus der Wohnung raus, da sind all die Erinnerungen und dann müsste ich alles einpacken und weg räumen. Es ist einfach, ich hab so wenig Erfahrung mit all dem alleine-wohnen-kram und wenn ich ausgezogen wäre, meine Mutter noch leben würde und ich ein Problem hätte würde ich als erstes sie anrufen. Ich habe auch Unterstützung was die Wohnsituation angeht, aber mir fehlt einfach ihr Rat so sehr. 

Kommentar von Lukasx97 ,

Ich kenne dein Umfeld zu wenig, aber du weißt doch sicher was dir deine Mutter raten würde. Und du hast auch noch andere die dir helfen. Das Leben geht mit lieben Menschen weiter, vergessen wirst du sie nie, auch wenn du die Wohnung verlässt..  

ps.: (und ich glaube das du sie wieder sehen wirst...)

Antwort
von Dickerchen123, 48

Hallo

das tut mir sehr leid für dich. In vielen Kliniken gibt es eine Trauerbegleitung, vielleicht magst du dort mal anfragen.

Alles Gute

LG

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