Frage von DerMann89, 266

Meine Mutter ist schwer krank. Wie kann ich damit klar kommen?

Sie hat schweren Lungenkrebs.... Die halbe Lunge wurde entfernt, danach ist der Krebs in ihr Kleinhirn gewandert und wurde operativ entfernt... Danach war sie komplett anders... Es tut mir so verdammt weh meine mama so zu sehen... Jetzt ist auch noch ihre Niere befallen und auch wieder die Lunge.... Jetzt ist sie so hart es für mich ist ein Pflegefall.... Mama hat alles für mich getan! Und ich mache jetzt alles für meine mama denn das hat sie verdient! Mein Problem ist , auf einmal kommen Familienmitglieder die sich jahrelang nicht gemeldet haben... Traurig aber okay... Das schlimme ist ich habe am 12.12.2010 mein Vater verloren ... Er erlitt einen schweren Herzinfarkt und ich habe ihn wiederbelebt erfolgreich... Im Krankenhaus ist er dann verstorben.... Vielleicht kann mir jemand einen tipp geben .. Ich hoffe das meine mama noch 10-20 Jahre lebt.... Aber so hart es ist bin ich froh wenn sie den dritten Geburtstag in 2 Jahren meiner Tochter erlebt... Es tut echt gut mal alles von der Seele zu schreiben... Ich habe Angst das ich es dann nicht mehr packe! Soll ich jetzt schon zum Psychologen? Habe als das mit meinen Vater war ein Jahr lang opipramol und Citalopram bekommen.... Ich habe keine Angst um mich ....ich habe Angst davor das der erste auf der Straße einen dummen soruch bringt oder einer von den Pseudofamiliennutgliedern .... Was kann ich tun? Bitte ehrlich sein...

Antwort
von ponyfliege, 227

hallo,

erst mal... puh... es ist echt schwer für dich.

du bräuchtest einen profi... und zwar einen profi, der nicht kommerziell interessiert ist, sondern wirklich und kompetent interessiert. beste anlaufpunkte wären entweder die telefonseelsorge oder der gemeindepfarrer. beide hören dir zu. beide können dir kompetenten rat geben. und beide können dir konkrete anlaufstellen nennen, an die du dich in deiner not wenden kannst.

wenn du dich mit medikamenten dämpfen lässt, kann das vorübergehend gut sein. einfach, damit du es aushalten kannst. aber - du hast selber ein kind. du hast verantwortung. da solltest du dir die einnahme von psychopharmaka zweimal überlegen.

und auch wenn du sehr viel angst hast davor... informiere dich über den wirklichen zustand deiner ma. ich entschuldige mich, falls es sich herzlos anhört... aber ich fürchte, da ist nicht mehr viel zu machen. deine ma wird wohl nicht mehr lange leben.

falls sie wach und ansprechbar ist, lass sie eine patientenverfügung machen. damit sie nicht so leiden muss, wenn es zuende geht.

oh verd... ich wünsche dir und deiner kleinen familie alles erdenklich gute. ich wünsche dir persönlich viel kraft behalte deine mum immer in deinem herzen und erzähle deiner tochter von ihr...

alles alles gute für euch. ich hoffe, es ist okay, wenn ich für deine mum bete.

Kommentar von DerMann89 ,

danke.... ich bin echt kein unbeschriebenes Blatt ... wie oft sie mich aus jeden mist razsgehauen hat.... ich kam aus Spanien sie hat mich in Frankfurt nach Kassel abgeholt da wussten vwur nichts vom Gehirntumor.... und sie konnte kaum laufen... und holt mich ab..... so liebevoll

Kommentar von ponyfliege ,

weisst du... gute eltern tun sowas ganz selbstverständlich. du bis IHR kind. versuche deiner tochter ein ebenso guter vater zu sein.

mein grösstes vorbild war und ist meine oma. auch wenn sie nun schon eine ganze weile nicht mehr lebt.

liebe ist sogar stärker als der tod.

nochmal - alles erdenklich gute für euch alle.

Antwort
von MyExistence, 206

Hey,

Ich verstehe dich. Meine Mutter ist am 10.12.2010 gestorben und weiß daher, weshalb du Angst wegen deiner Mutter hast. Du solltest dir einen guten Psychologen suchen (bei mir hat es auch etwas gedauert, bis ich den richtigen hatte) da ich zB. fünf Jahre gebraucht habe, meinen Frieden mit all dem zu schließen.

Bei deiner Mutter kann ich dir leider auch nicht sagen, was du machen kannst, da ich mich damit nicht auskenne. Aber wichtig ist, dass du bei den Menschen bist, die dich glücklich machem! Genieße die kleinen (vll auch großen) Momente mit ihr und versuche stark zu bleiben.

Viel Glück!

Antwort
von Keira1996, 141

Hallo

Ich kenne deine Situation nur zu gut.

 Mein Onkeln wurde vor einem Jahr mit ALS diagnostiziert, meine Tante hatte kurze Zeit später einen schweren Hinterwandinfarkt (wie Vater und Mutter für mich), durch mehrere Fehler und Versäumnisse seitens der Ärzte hatte sie bis heute mehrere Schlaganfälle, musste mehrmals reanimiert werden und seit 3 Mon.  hat sie dauerhaft Epileptische Anfälle, sie war seit einem Jahr (seit dem Herzinfarkt) nicht mehr Zuhause ist immer nur von der Reha in die Notaufnahme und wieder zurück, mein Onkel blieb zuhause, er konnte sich immer weniger bewegen (zuerst Hände, dann Arme, dann Füße, dann Beine usw) die Krankenkasse gewährte ihm aber bis vor 2 Mon. nur eine Haushaltshilfe für 30 Min morgens. Alles andere mussten wir übernehmen. Obwohl sie Privatversichert sind bekommen sie kaum finanzielle Unterstützung, wir mussten beide 600 km entfernt in ein Pflegeheim geben (in Nortddeutschland). Dort musste meine Tante einen Stuhl für 5000 Euro haben ,doch weil die Ergotherapeutin gekündigt hat und der Stuhl nutzlos geworden ist, müssen wir ihn selbst bezahlen (NIX von der Kasse!) eig. müsste sie 6 STD. am Tag einzeln betreut werden (dafür haben wir bezahlt) leider hat eine Pflegerin dort 10 Patienten so dass am Ende nicht mal 30 Min rauskommen. Sie wird dort viel zu selten gewaschen usw. Wir gehen dagegen vor, haben aber eig. keine Chance. Wir kommen so oft wie möglich.Die beiden vereinsamen dort,  ua. deshalb hat meine Tante ihr Kurzzeitgedächtnis verloren. Zudem hat ihre Gehirnfunktion seit der Epilepsie stark abgenommen (und nimmt weiter ab) sie schläft eig. immer,ist hals abwärts gelähmt, manchmal kann sie etwas lächeln oder weinen, kann aber nur Ja und Nein sagen, manchmal sitzt sie komplett regungslos da (wie im Wachkoma), es tut unheimlich weh sie so zu sehen, weil man weiß, wie sie früher mal war, als wäre ein Teil von ihr bereits gestorben, mein Onkel hat vor kurzem eine Magensonde bekommen, weil er nicht mehr essen kann. Im Moment lösen wir ihren Haushalt auf, fischen uns Erinnerungsstücke heraus und schmeißen alles weg was wir nicht behalten können und was nicht verkauft werden kann.

Wir sind Machtlos, in einer Art schwebe, wir wünschen ihnen die Erlösung, aber können sie nicht gehen lassen. 

Verhöhne deine Verwandten nicht, weil sie "erst" jetzt kommen, sei dankbar dass du mit der Situation nicht alleine bist! Unterstützt euch gegenseitig, setzt euch zusammen, genießt die Zeit die ihr noch habt. Deine Verwandten trauern auch um deine Mutter, gebt euch kraft, unternehmt mal was (auch ohne deine Mutter) geht essen oä. und vor allem, sorge dafür das deine Mutter sich so wohl wie möglich fühlt und mach ihr kein schlechtes Gewissen, weil sie nicht mehr so lange leben wird. Sei froh um jeden Tag den sie fröhlich lebt und gelebt hat und gönne ihr die Erlösung wenn sie nicht mehr will/kann.

Ich wünsche euch viel Kraft. 

Antwort
von Korinna, 200

hi, das tut mir so leid für dich, da brauchst du viel Kraft. Hast du denn jemand, der dich unterstützt? Frag doch mal deine Mutter, ob sie diese Leute, mit denen sie so lange keinen Kontakt hatte, überhaupt sehen will. Wenn nein, halte sie ihr fern. Die Idee mit einer psychotherapeutischen Begleitung für dich, finde ich gut. Das tut dir sicher gut in dieser schweren Zeit. Trotzdem, gib die Hoffnung nicht auf. Alles Gute für dich und deine Mutter, Korinna

Antwort
von peer80, 165

"Bitte ehrlich sein" das werde ich versuchen.

So wie Du es schilderst hat Deine Mutter Krebs, der bereits in viele Organe metastasiert ist, sich also ausgebreitet hat. Zudem ist sie bereits jetzt ein Pflegefall. Du kannst nur versuchen ihr die letzte Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Das heißt: Kümmere Dich, so gut wie Du es schaffst, denk aber unbedingt auch an Dich und Deine Familie. Es hilft keinem wenn Du selbst dich überforderst. Hole Hilfe! Vielleicht ein Platz im Hospitz, vielleicht ambulante Pflege, vielleicht auch die Familie, die sich jahrelang nicht hat blicken lassen. Vielleicht kommt man sich wieder näher. Und das Ziel sollte ein friedliches, angenehmes Sterben sein. Nicht noch Jahre des Leidens, damit der 2. Geburtstag deines Kindes erlebt wird. Es ist traurig, ganz sicher. Trauer darf man zulassen.

Antwort
von critter, 119

Nach deiner Beschreibung des Krankheitsverlaufs hat es den Anschein, dass deiner Mutter nicht mehr die vielen gewünschten Jahre vergönnt sind. Umsorge sie die Zeit, die sie noch hat, weiterhin mit Liebe. Es tut mir so leid um deine Mutter und auch um dich, dass schon wieder nach so kurzer Zeit ein solcher Schicksalsschlag auf dich zukommt. 

Es war gut, dass du dir deinen Kummer hier von der Seele geschrieben hast. Aber ich empfehle dir, deinen Hausarzt aufzusuchen oder auch den Arzt deiner Mutter anzusprechen und ihn zu fragen, was dieser für dich tun kann, damit du die kurze oder hoffentlich noch längere Zeit möglichst voller Kraft und seelisch gefestigter bewältigen kannst. Das müssen nicht immer Medikamente sein, vielleicht ist auch eine Gesprächstherapie viel wertvoller für dich. Denn in diesen Fällen braucht man Menschen zum Reden. 

Ich wünsche deiner Mutter eine möglichst schmerzlose Zeit und dir viel Kraft für deine kleine Familie und die Pflege deiner Mutter. 

Antwort
von ZuumZuum, 142

Ehrlich? Dich und deine Mutter darauf vorbereiten das sie nicht mehr lange zu leben hat. Hoffen kann man immer aber die Erfahrung mit dieser schweren Erkrankung zeigt das sich das Blatt immer zum Schlechten wendet vor allem in diesem Stadium. Meine Mutter hat nach ähnlich schweren Eingriffen noch 4 Monate gelebt. Traurig aber leider ist es so. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Kommentar von DerMann89 ,

danke für die info.... ich werde ihr diesen weg so schön es geht machen.... hier geht es nicht um mich... aber ich habe Angst das ivh das nicht packe

Kommentar von ZuumZuum ,

Dafür gibt es Einrichtungen, Hospitze, die helfen dir wo es nur geht.

Antwort
von dafee01, 121

Ich bin kein Arzt! Aber nach deinem Beitrag zu urteilen, solltest du dich darauf vorbereiten, dich von deiner Mutter zu verabschieden. Noch hast du die Zeit dazu! Sprich mit deinem Hausarzt, wie du vorgehen sollst!

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