Frage von Bunt1versum, 99

Meine Mutter ist gestorben in der CH und ich leb in Jamaica. Kann ich von meiner Schwester verlangen, dass sie wartet mit der Beerdigung bis Mitte Dezember?

Meine Mutter ist gestorben. Ich kann jetzt hier unmöglich weg. Am 18. Dez. könnte ich dort sein. Ist das zu lange bis zur Beerdigung? Sie wird kremiert. Muss sie dann auch gleich beerdigt werden? Sie hat sich das gewünscht, dass ich dabei bin bei der Beerdigung. Meine Schwester möchte es vorher machen, dh ohne mich.

Antwort
von Tellensohn, 16

Salue

Ich wünsche Dir viel Kraft.  

Die diesbezüglichen Vorschriften sind in der Schweiz wesentlich lockerer als in anderen Ländern.

Vor zwei Jahren verstarb ein guter Kollege von mir. Ich habe der hinterbliebenen Mutter alle Formaltäten, als letzte Ehre für meinen Kollegen, abgenommen. Der Kollege hatte immer gesagt, dass er keine Beerdigung wünsche und seine Asche an einen Aussichtsplatz verstreut werden soll.

Das Verstreuen der Asche ist bei uns erlaubt und es steht den Hinterbliebenen frei, diese, wenn sie dies möchten, z.B. im eigenen Garten zu vergraben oder im Wohnzimmer aufzustellen.

Wir haben uns deshalb die Urne mit der Asche aushändigen lassen.

Später zeigte sich, dass die Mutter einen Ort der Trauer braucht. Wir haben deshalb nur einen kleinen Teil der Asche am gewünschten Ort verstreut und nachträglich eine offizielle Beerdigung auf dem Friedhof organsiert. Das war problemlos möglich.

Ein Beerdigungsinstitut muss übrigens nicht beauftragt werden. Deine Schwester kann alle nötigen Abklärungen mit dem Bestattungsamt der Gemeinde machen.

Deine Schwester kann also ruhig zuwarten, bis Du wieder in der Schweiz bist.

Es freut mich, wenn Ihr den letzten Wunsch Deiner Mutter erfüllen könnt.

Es grüsst Dich

Tellensohn  

Kommentar von Bunt1versum ,

Vielen Dank. Das beruhigt mich. Muss ich nur noch meine Schwester überzeugen.

Antwort
von azallee, 22

Mein herzliches Beileid. Eine Urnenbeisetzung dauert immer etwas länger. Bei meinem Vater dauerte es gut zwei Wochen,  bis die Urne aus dem Krematorium kam. Die Beisetzung kann man dann ganz individuell etwas nach hinten schieben. So ein bis zwei Wochen nach dem Krematorium sind machbar.

Die nächsten Wochen werden hart für dich.

Antwort
von Elektrina, 23

In der Schweiz gibt es meines Wissens dazu strenge Regeln. Ich kenne sie nicht genau. Gewönlich geht es sehr schnell bis zur Beerdigung, allerdings weiss ich nicht wie es bei Kremierung aussieht.
Vielleicht kannst du bitten, dass die Trauerfeier aufgeschoben wird.

Ich drücke dir die Daumen. Tut mir sehr leid für deinen Verlust, mein Beileid.

Antwort
von Daisy80, 21

Ich glaube, bei einer Kremierung kann bis zu 6 Wochen gewartet werden, bin aber nicht sicher.

Kommentar von Bunt1versum ,

Hoffe, das stimmt. Meine Schwester klärt es ab bis Donnerstag.

Antwort
von KonigDesNordens, 18

Ich denke nicht, dass du sie "zwingen" kannst. Aber ich würde versuchen sie zu überzeugen. Schließlich kann jeder verstehen, dass man bei der Beerdigung der eigenen Mutter dabei sein möchte, besonders die eigene Schwester!

Antwort
von Lycaa, 20

Mein Beileid.

Am besten wendest Du Dich an das zuständige Bestattungsunternehmen, die können Dir genaue Auskunft geben und vielleicht zwischen Deiner Schwester und Dir vermitteln.

Antwort
von derbas, 12

Hallo,
Bei einer Einäscherung ist das von Gesetzes wegen kein Problem.
Du musst es halt mit deiner Schwester ausdiskutieren, wenn sie es gegen deinen Willen vorher macht, wirst du von Jamaica aus nichts groß machen können.
Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit und dass du mit deiner Schwester reden kannst.

Antwort
von schwarzwaldkarl, 20

Zunächst herzliches Beileid...

weiß jetzt nicht, wann genau Deine Mutter gestorben ist, aber die Beerdigung über vier Wochen zu verschieben ist eher unrealistisch. Kann mir auch kaum vorstellen, dass das in der Schweiz so einfach möglich ist... Bei uns in Deutschland findet die Beerdigung spätestens innerhalb von einer Woche statt...

Kann aus dem Grund Deine Schwester sehr gut verstehen und Du solltest Dir echt Gedanken machen, ob die Beerdigung Deiner Mutter nicht so wichtig ist, dass Du schon früher von Jamaica in die Schweiz kommst... 

Kommentar von Lycaa ,

Bei einer Urnenbestattung ist man deutlich flexibler und man hat durchaus eine Karenz von mehreren Wochen.

Kommentar von schwarzwaldkarl ,

richtig, aber die eigentliche Trauerfeier ist trotzdem früher, dort sollte doch die Tochter auch dabei sein... 

Kommentar von Lycaa ,

Die Trauerfeier muss auch nicht früher sein. Das kann man alles Regeln. In meiner Verwandtschaft hatten wir schon umständehalber eine Besetzung incl. Trauerfeier und allem Drumherum etwa vier nach Todestag und einmal sogar acht oder mehr. Man muss sich nur einigen.

Kommentar von Lycaa ,

Wochen meinte ich.

Antwort
von nachdenklich30, 3

Ich wünsche Dir und Euch viel Kraft.

Zunächst zu einigen Antworten hier: In der Gegend, wo ich (in Deutschland) wohne, ist eine Einäschrung fast über Nacht möglich (sobald die zweite Leichenschau durch den Amtsarzt erfolgt ist). Die Zeiten, in denen man darauf lange warten musste, sind vielerorts dank vieler privat geführter Krematorien inzwischen vorbei.

Wenn man es wünscht und mit dem Bestatter abspricht, ist es sicherlich auch in der Schweiz möglich, mit der Beisetzung bis zum 18.12. zu warten.

Allerdings ist diese Wartezeit für manche Angehörige eine Belastung.

Für Dich ist es eine Belastung, nicht dabei sein zu können.

Am einfachsten wäre es sicherlich, wenn Ihr Schwestern Euch beide friedlich einigen könntet.

Wenn sich Deine Mutter ausdrücklich gewünscht hat, dass Du bei der Beisetzung dabei sein sollst und dass man daher mit der Beisetzung entsprechend warten solle (und wenn sie sich vielleicht sogar extra deswegen hat einäschern lassen), dann kannst Du m.E. auch verlangen, dass gewartet wird.

Du könntest auf diesen letzten Willen hinweisen und darauf dringen, dass er auch umgesetzt wird.

Die nächste Eskalationsstufe könnte darin bestehen, dass Du versuchst, diesen Willen gerichtlich durchzusetzen (in Deutschland würde man ggf. versuchen, eine einstweilige gerichtliche Entscheidung mit aufschiebender Wirkung zu erlangen).

Ich bin kein Jurist, Du müsstest Dich also ggf. beraten lassen.

Allerdings kämen dann Gerichts- und Anwaltskosten auf Dich zu. Die Frage wäre wahrscheinlich auch, ob Du in der Lage bist, diesen Willen Deiner Mutter nachzuweisen. Und Du könntest davon ausgehen, dass die Beziehung zu Deiner Schwester und anderen Angehörigen auf lange Zeit zerrüttet ist. 

Das ist keine einfache Situation. Manche Familien finden als Lösung, dass jemand die Beerdigung auf Video aufnimmt. Ich habe sogar schon davon gehört, dass jemand eine Teilnahme per Handy und Skype möglich gemacht hat. (Gute Mobilfunkanbindung auf dem Friedhof wäre die Voraussetzung.)

Wenn ich der Pfarrer oder Trauerredner wäre, würde ich Dir auf jeden Fall die Ansprache zu Verfügung stellen.

Ich wünsche Euch, dass Ihr gegenseitig auf Eure Bedürfnisse Rücksicht nehmen könnt und eine Lösung findet, ohne Euch zu zerstreiten.

Antwort
von Bunt1versum, 2

ES hat alles so geklappt, dass ich wie geplant reise. War also kein Problem. Danke für die vielen Antworten

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