Frage von ale35, 94

Meine Mutter hat Demenz mit Psychose und wir sind am Ende unserer Kräfte?

Bei meiner Mutter wurde vor ca. drei Jahren Demenz diagnostiziert. Sie war in den letzten Jahren sehr vergesslich geworden und da wir bis dato nicht mit der Krankheit konfrontiert waren, dachten wir, dass es sich um Altersvergesslichkeit handelt . Erst nachdem sie zusätzlich erste Anzeichen einer Psychose zeigte sind wir dann mit ihr zum Arzt gegangen. Dabei hat sie sich so merkwürdige Sachen vorgestellt, dass jemand in die Wohnung eingedrungen sei und einen Stuhl gestohlen hätte usw.

Der Arzt diagnostizierte bei ihr Demenz mit einer zusätzlichen Psychose. Mein Vater und ich wollten sie zuhause pflegen und versuchen dass immer noch. Jedoch sind wir beide am Ende unserer Kräfte angelangt.

Ihr Zustand wird immer schlimmer. Sie will nicht schlafen und geistert die ganze Nacht in der Wohnung umher. Sie erkennt meinen Vater nicht und hält ihn für einen Fremden. Sobald sie alleine mit ihm ist schreit sie rum und schlägt ihn und zwingt ihn die Wohnungstür zu öffen, weil sie gehen will. Sie will die ganze Zeit nur gehen und dabei spielt es keine Rolle wo sie ist, sie will einfach nur gehen. Auf die Frage wohin sie eigentlich gehen will, weiß sie keine Antwort und dann wird sie wütend und beschimpft uns verbal und wird aggressiv.

Wenn sie aggressiv wird, dann fängt sie an auf uns einzuschlagen und zu kratzen. Wenn sie meinen Vater nicht erkennt, oder ihn für jemand anderen hält macht sie solange rum, bis er die Wohnung für ein zwei Stunden verlassen muss.

Im Endefekt haben mein Vater und ich in den letzten zwei bis drei Jahren keine Nacht mehr richtig schlafen können. Meine Freundin hat aus diesem Grund mich verlassen und soziale Kontakte können wir auch nicht mehr pflegen. Müssen die ganze Zeit bei ihr sein. Sie hat sich extrem auf mich fixiert. Sie sucht die ganze Zeit nach mir und wenn sie mich nicht sieht, dann beschuldigt sie meinen Vater, dass er mir was angetan hätte.

Ich bin selbst Berufstätig und gehe ständig so müde zur Arbeit. Meine Urlaubstage nutze ich dazu um sie zu pflegen.

Eines Nachts haben wir den Notarzt rufen müssen weil sie richtig durchgedreht war, der Notarzt ist ca. drei Stunden später gekommen und hat nur gemeint, dass er nichts tun kann, da sie psychisch krank sei und nicht körperlich.

Sobald ich im Büro bin erhalte ich kurz darauf einen Anruf, dass Zuhause wieder die Hölle los sei. Wir haben nur eine drei Zimmer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Die Nachbarn beschweren sich schon ständig, weil sie immer schreit und dann bei den Nachbarn klingelt, weil sie lieber da bleiben will.

Ihr Arzt schreibt leider nur die standard Medikamente für Demenzkranke auf, die jedoch bei Ihr garnicht wirken.

Das Ende vom Lied ist, dass wir nicht mehr wissen was wir machen sollen und können. Sind beide am Ende unserer Kräfte. Hat einer vieleicht einen hilfreichen Tip, was wir machen können um wieder etwas normalität zu erhalten. Gibt es irgendwelche Medikamente die die Psychose etwas abstellen kann.

Sind froh für jede Hilfe.

Antwort
von ale35, 43

Hallo Zusammen,

erstmal danke für Eure Antwort!

Zu dem Thema muss ich vieleicht noch ergänzen, das sie schon in der Pflegestufe 1 ist und ich auch als Betreuer notariell eingetragen bin. Ich hatte schon bei uns in der Umgebung nach einer Kurzzeitpflege für Demenzkranke geschaut, nur leider ist hier nur ein Pflegeheim, die sowas anbietet. Leider sind da die Plätze voll und wir sind immernoch auf der Warteliste.

Zudem muss ich noch erwähnen, dass meine Eltern ursprünglich aus der Türkei stammen und beherrschen nur gebrochen die deutsche Sprache . Seitdem sie so schwer erkrankt ist, ist es so, als ob sie die Sprache vollkommen vergessen hat. Sie versucht sich nur noch in der Muttersprache mit jedem zu unterhalten.

Ich habe daher die Befürchtnis, dass so ein Aufenthalt im Pflegeheim sie noch mehr schädigt, da sie auch sehr oft Angstzustände hat und diese eventuell noch verstärkt werden.

Antwort
von AnOnYm19055, 24

Irgendwann seit ihr gezwungen das sie ins heim muss bei uns war es auch so meine mutter hat alzheimer demenz einmal brachten wir sie zum arzt und der arzt meinte sie muss ins heim weil niemand mehr bei uns zuhsue richtig aufpassen konnte ich war noch 12 jahre alt meine schwester 15 und mein bruder ist uwar älter muss aber immer atbeiten (Schichten) und jetzt ist sie seit jahren im heim sie kann nicht mehr laufen nurnoch rumgucken einige geräusche rausbringen sonst nichts also sobald sich ihre lage verschlechtert wird sie ruhiger meine mutte lief auch immer nachts rum sie kam in mein zimmer und weckte mich immer auf ich wünsch dir viel glück und kraft bringt sie am besten ina heim auch wenn es euch schwer fällt uns fiel es auch schwer wir waren aber dazu gezwungen...

Kommentar von AnOnYm19055 ,

tut mir leid wegen meiner Rechtschreibung

Antwort
von wilees, 39

Schau bitte einmal, ob es für Euch erreichbar einen Pflegestützpunkt gibt. Dort erfährt man i.d.R. gute Beratungund Unterstützngsangebote, wie man in einer solchen Situation vorgehen kann.

Desweiteren solltet Ihr zumindest erst einmal über eine Kurzzeitpflege nachdenken, damit Ihr beide einmal Luft holen könnt.

Antwort
von klausjosef1955, 30

Du bist Betreuerin - demnach ist schon viel gelaufen.

Die Hilfen am Wohnort wirst Du kennen. Es sind offenbar erheblich weniger, als beispielsweise in einer Großstadt. Anlaufstellen wären z.B. Gesndheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst, Nervenärzte, Sozialstationen, Halma e.V. in Würzburg. Auch die Ambulanz der nächsten geriatrischen oder psychiatrischen Klinik.

Ich habe vor 20 Jahren für meine Tante einen geschlossenen Heimplatz suchen müssen und nur etwas weit weg vom Wohnort gefunden, wo dann auch Einiges schief gelaufen ist. Das Angebot an Heimen ist zwar heute besser, aber Du musst mit Deinen Ansprüchen heruntergehen, was eine optimale Betreuung betrifft.

Noch ein Tipp: Im ZDF bei der Sendung "sonntags" habe ich vor einigen Monaten einen Beitrag gesehen über Pflegeangebote und Pflegeheime speziell für Muslime. Da wird man wohl auch türkisch sprechendes Personal haben. Frag`doch einfach mal bei der Redaktion nach. 

Antwort
von Griesuh, 27

Umfangreiche Beratungen zu diesem Problem bekommt ihr bei allen örtl. ambulanten Pflegediensten, dem Seniorenbüro, dem Pflegestützpunkt und anderen sozialen Einrichtungen wie z. B. dem VdK.

Grundsätzlich gilt: bei der Pflegekasse der Mutter einen Antrag zur Einstufung stellen.

Ihr könnt Pflegegeld beantragen, wenn privat gepflegt wird, Kombileistung wird beantrag wenn ein ambul. PD mit ins Boot geholt werden soll und Sachleistung wird beantragt bei Unterbringung in einem Pflegeheim.

Das nächste was ihr beantragen müsst ist eine Betreuung. Das geschieht über das Amtsgericht. Sinnvoll wäre auch Vollmachten einzuholen, damit ihr die "Geschäfte" der Mutter erledigen dürft. Dabei hilft ein Notar.

Dann habt ihr die Möglichkeit Infoversanstaltungen zu besuchen, die euch einen Leitfaden im Umgang mit Demenz vermitteln.

Hat sie eine Pflegestufe, so kann sie in eine Tages  - oder Nachtpflege gehen. Dazu stellt die Pflegekasse paralell zur Pflegestufe den jeweiligen Betrag nochmals zur Verfügung.

Ihr könnt eine Kurzzeitpflege in anspruch nehmen. Das geht bis zu 12 Wochen oder 3224€, im Jahr, die die Pflegekasse bereitstellt.

Weiter gibt es noch einen Zusätzlichen Betrag bei an Demenzerkranken von 104 oder 204€ mtl. für sogenannte Entlastungsund Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI. Dieses Geld ist jedoch nur von zugelassenen Einrichtungen mit der Pflegekasse abrechenbar.

Antwort
von klausjosef1955, 22

Noch ein Tipp: Im ZDF habe ich in der Sendung "sonntags" vor einigen Monaten einen Beitrag gesehen über eine Einrichtung, die speziell Muslime pflegt. Da wird man auch türkisch sprechendes Personal haben. Frag`doch einfach mal bei der Redaktion nach. 

Ansonsten Halma e.V. in Würzburg, gerontopsychiatrische Tagesklinik in Würzburg. Man kann da natürlich nicht Deine Mutter aufnehmen, aber man hat vielleicht Adressen.

Antwort
von pewdiecuts, 43

Wie wäre es sie in ein Heim zu bringen? Ich weiß so etwas ist alles andere als wünschenswert, allerdings leidet die Lebensqualität wenn man jemanden rund um die Ihr pflegen muss. Sie braucht professionelle Betreuung und Hilfe.

Antwort
von lindgren, 36

Hi, das hört sich schlimm an. Habt ihr euch schon mit der Pflege befasst (Pflegedienst)? Google mal bitte nach einem Pflegestützpunkthttp://www.gesundheits-und-pflegeberatung.de/ ; in deiner Nähe. Auch eure Krankenkasse wäre der Ansprechpartner. Es gibt Hilfen. Häusliche ambulante Pflegedienste wären eine Alternative. Tageskliniken ebenso. Ich weiß nicht, ob ihr die Mutter in ein Pflegeheim geben wollt, aber auch darüber solltet ihr nachdenken.

Nehmt euch Zeit, eine Auszeit. Es gibt auch Kurzzeitpflegestellen, in die ihr eure Mutter geben könnt - vorübergehend. Damit ihr durchatmen könnt.

Gegen Demenz kann man nichts tun - sie wird fortschreiten. Medikamente können nur etwas aufhalten, mehr nicht. Man kann auch Medikamente verabreichen, die den Patienten ruhig stellen, damit sie nachts schlafen.

Alles Gute!


Antwort
von SchakKlusoh, 34
  • Du solltest Dich mit ihrer/Deiner Krankenkasse in Verbindung setzen. Ihr benötigt eine Einstufung der Pflegestufe und die entsprechende Kostenübernahmezusagen. Dort bekommst Du auch Beratung.
  • Du oder ein anderes Familienmitglied sollte die Vormundschaft beantragen.
  • In Eurer Stadt (oder der nächstgrößeren) gibt es bestimmt einen Selbsthilfeverein für Angehörige von Demenzkranken. Also ab ins Internet und nachschauen. Dort bekommst Du Beratung.
  • Ihr solltet Euch schon darauf vorbereiten, daß Dein Mutter in ein Heim muß. Laien können mit so einem Patienten nicht umgehen.
  • usw.
Kommentar von wilees ,

Nicht Vormundschaft, sondern einer von Euch sollte beantragen als Betreuer eingesetzt zu werden.

Antwort
von derhandkuss, 27

Zunächst einmal spreche ich aus eigener Erfahrung. Auch ich habe eine Angehörige in (fast) gleicher Situation gepflegt. (Mittlerweile ist die Angehörige verstorben.)

Deine Mutter ist in einem Stadium, in der sie eine 24-Stunden-Betreuung benötigt. Dies ist kaum machbar von (zwei) Angehörigen, insbesondere dann, wenn sie noch berufstätig sind. 

Ihr könnt versuchen, hier einen ambulanten Pflegedienst mit einzubeziehen. Dies setzt aber eine entsprechende Pflegestufe voraus. Weiterhin gibt es noch eine Demenzbetreuung, die von der Krankenkasse finanziert wird. Dies bringt auch einige Stunden Entlastung pro Woche. Wie es so klappt, müsst Ihr schauen.

Befasst Euch allerdings bereits jetzt mit dem Gedanken, für die Mutter einen geeigneten Platz in einer stationären Einrichtung zu finden. Daran führt letztendlich wohl kein Weg vorbei.

Antwort
von ale35, 7

Hallo und nochmals danke für die Tipps!

Wir haben jetzt erstmal einen Pflegeheim gefunden, wo wir sie erstmal für sechs Wochen unterbringen werden. Die Zeit werden wir erstmal nutzen um uns etwas zu regenerieren und zu beobachten, wie sie sich in dem Pflegeheim zurecht findet. Anschließend möchten wir dann entscheiden, ob sie in eine Vollzeitpflege gehen muss.

Antwort
von Leisewolke, 34

Ich würde den Arzt wechseln und ihr müsst euch dazu durchringen, deine Mutter eventuell in einem Heim unterzubringen. Dort gibt es professionelle Hilfe für sie.

Antwort
von stoffband, 15

In der Psychatrie werden solche Menschen fixiert, den die Leute dort haben auch kaum Zeit.

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