Frage von Jedidja7, 29

Meine Mieterin hat zum 3.12. gekündigt + möchte aufgrund v. Schimmel bereits zum 31.12. aus der Wohnung raus, ist das zulässig, wo kann ich mich beraten lassen?

Über den Schimmelvorfall hatte Sie micht bis dato noch nicht informiert. Sie kann es wohl aber mit ärztlichen Atest beweisen. Gibt es im Internet einen Fachanwalt den man damit beauftragen kann?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 29

Ich nehme an, die Mieterin hat Dir am 3.12. die Kündigung zugestellt.

Entweder sie hat ordentlich zum 29.02.2016 gekündigt oder sie hat fristlos gekündigt, wünscht aber, bis 31.12. in der Wohnung bleiben zu dürfen. Eine fristgerechte Kündigung zum 31.12.2015 ist jedoch nicht möglich, auch wenn es angeblich wegen Schimmelbefall unzumutbar ist.

Mit einem ärztlichen Attest kann sie allenfalls belegen, dass Schimmel zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei ihr geführt hat.

Das Attest sagt aber rein gar nichts über Ort, Ausmaß und Ursache eines Schimmelbefalls aus. Sollte es wirklich so sein, dass Schimmel in ihrer Wohnung aufgetreten ist, kann es sehr leicht sein, dass sie selbst die Verursacherin ist.

Selbstverständlich kann sie, wenn sie ordentlich gekündigt hat, am 31.12. ausziehen. Die Miete muss sie aber bis 29.02.2016 weiter bezahlen.

Hat sie fristlos gekündigt, würde ich sie fragen, warum sie dann erst am 31.12. ausziehen will, wo doch die Schimmelbelastung angeblich so schädlich für sie ist. Sie wird dann vermutlich antworten, dass sie erst ab 1. Januar eine neue Wohnung hat. Spätestens in dem Moment würde ich die fristlose Kündigung zurück weisen und ihr diese allenfalls als ordentliche Kündigung zum 29.02.2016 bestätigen.

Wie auch immer, da sie offenbar schon eine neue Wohnung hat, wird sie spätestens am 31.12. ausziehen und die Mietzahlung an Dich einstellen, denn sie will ja nicht doppelt Miete bezahlen.

Nun liegt es an Dir, möglichst rasch die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sie auch die restliche Miete noch bezahlt + ggf. Schadensersatz für die Schimmelbeseitigung, wenn der Befall von ihr verursacht wurde.

Du solltest einen Spezialisten beauftragen, der der Ursache des Schimmelbefalls auf den Grund geht. Handelt es sich um eine Eigentumswohnung in einer größeren Wohnanlage, kann Dir sicher die Hausverwaltung dabei helfen.

In jedem Fall rate ich Dir von einem Internetanwalt ab. Gehe lieber zu Haus&Grund in Deiner Nähe und lass Dich beraten und Dir ggf. Spezialisten und einen geeigneten Rechtsanwalt empfehlen, der sich möglichst frühzeitig mit dem Fall befasst.

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung.

Antwort
von Nemisis2010, 19

Grundsätzlich besteht für die Mieterin die Pflicht den Mangel bezüglich des Schimmelsbefalls beim Vermieter unverzüglich - am besten nachweisbar schriftlich per Einwurfeinschreiben - zu melden.

Falls die Mieterin tatsächlich fristlos gekündigt hat, ist das Mietverhältnis eigentlich sofort beendet und die Wohnung und Schlüssel unverzüglich an den Vermieter herauszugeben. Die Mieterin müßte praktisch beim Schreiben der  fristlosen Kündigung auf den gepackten Koffern setzen.

Stellt die Mieterin in Ihrem Kündigungsschreiben auf eine erhebliche Gesundheitsgefährdung durch Schimmel ab, dann ist sie bezüglich dieses geltend gemachten fristlosen Kündigungsgrundes gegenüber der Vermieterin in der Beweispflicht. Die tatsächliche erhebliche Gesundheitsgefährdung müßte durch ein amtsärztliches Gutachten (Hausarzt reicht nicht aus) und/bzw. ein toxisches Gutachten im Bestreitensfall nachgewiesen werden.

Du solltest Dir einen Anwalt über Haus & Grund besorgen.

http://www.bmgev.de/mietrecht/tipps-a-z/artikel/schimmel.html

Antwort
von schelm1, 12

Der Zugang der Kündigung zum 3.Werktag des Dezember bewirkt die ordentliche Kündigung zum 29.02.2016. Sofern ein anderer Kündigungstermin vor dem 29.02.2016 genannt wäre, ist die Kündigung mangels Frsitwahrung von Ihnen zurückzuweisen.

Die Ursache des Schimmels wäre ggfs. durch einen Sachverständigen zu klären. Der für den Schaden ursächlich ist, muß die Beseitigung des Schimmels auf seine Kosten veranlassen.

Auf die Kündigungsfrist wirkt eine solche Maßnahme keinesfalls.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 26

Zum oder am 3.12. gekündigt?

Sie kann es wohl aber mit ärztlichen Atest beweisen.

Ahja. Ein Arzt kann beweisen das in der Wohnung gesundheitsgefährdender Schimmel vorhanden ist.

  Gibt es im Internet einen Fachanwalt den man damit beauftragen kann? 

Sicher. Geh aber besser zu einem aus Fleisch und Blut.

Kommentar von Jedidja7 ,

Mieterin hat am 03.12. gekündigt

Kommentar von anitari ,

Wenn Dir die Kündigung auch am 03.12.15 zugegangen ist bestätige dies mit Mietvertragsende 29.02.2016, fertig.

Ist die Kündigung nach dem 03.12.15 zugegangen zum 31.03.2106 bestätigen.

Ist die Mieterin der Meinung sie ist zur außerordentlichen Kündigung berechtigt soll sie das nachweisen.

   

Antwort
von captron15, 26

in praktisch jeder größeren stadt gibt es fachanwälte für mietrecht...

wie kann ein arzt schimmel in der wohnung feststellen??? da braucht es einen gutachter...

Antwort
von wolfram0815, 22

Da brauchst einen Fachanwalt! ich frag mich gerade, warum die Mieterin den Schimmel noch nicht gemeldet hat? Wie lang ist dort schon Schimmel? Schäden sind übrigens dem Vermieter zu melden! Wenn aber der Mieter dem nicht nach kommt, ist das schlecht. Eventuell sogar für den Mieter!

Kommentar von Jedidja7 ,

Die Mieterin hat am 03.12. gekündigt und bisher wurde nie der Schaden/Schimmel angezeigt.

Kommentar von wolfram0815 ,

"Ein Mieter hat nicht nur das Recht, dass der Vermieter Mängel beseitigt, sondern auch die Pflicht, Mängel zu melden. Tun er das nicht, und es entstehen deshalb Folgeschäden, kann er unter Umständen sogar zu Schadensersatz verpflichtet sein." Dann wirds wohl lustig!

Antwort
von berlina76, 25

Bitte mal die Daten korrigieren.

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