Frage von flipsi13, 181

Meine Kollegin bekommt einen Tag Urlaub geschenkt ich nicht, kann ich was dagegen sagen?

Hallo:-) Folgendes Problem, mein Chef macht einen Tag blau und schließt an dem Tag seine Arztpraxis und da meine Kollegin (Ganztagskraft)keinen Urlaub mehr hat, bekommt sie ihn geschenkt und ich (Dreiviertelkraft) habe noch eineige Ü-Stunden soll diese dann abbummeln. Ich finde das Ungerecht, was meint ihr?

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Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 68

Dein AG macht das so wie der Gesetzgeber es vorsieht.

Den Urlaub der AN darf er nur zu einem Teil  (3/5) verplanen (Betriebsferien, Brückentage). Dies muss aber lange vorher geplant und bekannt sein.

Wenn ein AN Überstunden für Freizeitausgleich hat und selbst bestimmen kann, wann er diesen nimmt ist das toll. Rechtlich darf der AG den Überstundenabbau an bestimmten Tagen anordnen.

Bei Dir kann er also sagen dass Du den Freizeitausgleich nehmen sollst, bei Deiner Kollegin die keine Überstunden hat, ist er nach kurzfristiger Ansage dass die Praxis für einen Tag geschlossen hat nach § 615 BGB in Annahmeverzug. Er muss den Tag also so bezahlen als hätte die Kollegin gearbeitet. Minusstunden dürfen hier nicht entstehen und es muss auch nicht nachgearbeitet werden. Dass der AG nicht einfach an den Urlaub kann ist selbstverständlich.

Dass Du das nicht fair findest, kann ich zu einem gewissen Teil nachvollziehen. Wie aber auch schon gesagt, der AG handelt rechtmäßig.

Antwort
von Schwoaze, 75

Jaa, ok, ist halt so! Da Du Überstunden hast, ist das eine praktikable Lösung.

In diesem Fall hat Deine Kollegin mehr Glück gehabt. In einem anderen Fall bist Du vielleicht die Begünstigte.

Antwort
von Gerneso, 91

Gerecht ist es nicht aber rechtlich ist es in Ordnung. Der Chef darf sie freistellen. Er muss das dann nicht bei Dir auch tun. 

Ein solcher Tag eignet sich dafür Überstunden abzubauen, wenn ein Mitarbeiter welche hat.

Er muss Euch auch nicht den gleichen Stundenlohn zahlen, auch wenn ihr die gleichen Aufgaben habt. 

Antwort
von alexbababu, 90

Dir selbst entsteht kein Nachteil daraus, dir fehlt nur der Vorteil, den die Kollegin bekommt. 

Dein Chef ist sogar dazu gezwungen dies so zu tun. Er möchte die Praxis schließen: Dadurch dürfen euch keine Minusstunden entstehen und er kann euch auch nich dazu zwingen einen Tag Urlaub zu nehmen (ausser er kündigt es mit Vorlauf als Betriebsurlaub an).Jetzt hast du aber Überstunden. Den Abbau von Überstunden kann er anordnen. Hättest du keine Überstunden, aber noch einen Urlaubstag und er würde die Praxis kurzfristig schließen, dann müsste er dir auch so frei geben. (Meine Antwort ist nach meinem bisherigen Kenntnisstand verfasst. Es kann sein, das sie nicht richtig ist, dann wird mich aber einer der Experten hier korrigieren)

Antwort
von Novos, 75

Das ist kleinkariert von Dir. Würdest Du es, wenn der Fall umgekehrt wäre, ablehnen, weil Du keinen Urlaub mehr hast?


Kommentar von flipsi13 ,

Nein, natürlich nicht und ich bin echt überrascht wie die Antworten oder einige Antworten hier ausfallen, Neid!?Nein und ich komme mit meiner Kollegin sehr gut aus und es sollte auch nicht gegen sie sein, sie findet es übrigens auch nicht gerecht.Aber egal danke für alle Antworten;-) Vielleicht habe ich mich auch nicht richtig ausgedrückt und es kommt so neidisch vor.

Kommentar von Nightstick ,

Nein, das hat Kleinkariertheit (oder wie Andere sagen) mit Neid, Kinderkram oder Erbärmlichkeit nichts zu tun!

Wer dies so betrachtet, geht an der Ralität des ungerechten Verhaltens des "Chefs" ziemlich gedankenlos vorbei...

Antwort
von Centario, 90

Deine Sichtweise kann ich nachvollziehen, er hätte ihr auch auferlegen können mit zukunftigen Überstunden zu verrechnen oder dir auch die Stunden schenken können. Er hat ein zweierlei Maß angewendet, leider.

Kommentar von Nightstick ,

So ist es - schlechter Chef :((

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 39

Was du da von dir gibst, sieht ganz nach Neid der Besitzlosen aus. Was willst du denn sonst mit den Überstunden machen?

Kommentar von Nightstick ,

Diese Antwort halte ich für unsachlich - @lenzing42, schaue Dir bitte einmal die (richtige) Antwort von @Centario an!

Antwort
von GenExperiment, 69

Komisch dass sie am Anfang des Jahres schon keinen Urlaub mehr hat

Kommentar von Schwoaze ,

So viel ich weiß, beginnt das "Jahr" ab Arbeitsantritt und nicht ab 1. Jan.

Kommentar von GenExperiment ,

Seit wann ist das denn so? Als ich begonnen hatte zu arbeiten, da war es 1. September. Für das restliche Jahr habe ich dann noch 10 Urlaubstage bekommen (weil 30T/Jahr = 2,5T/Monat). Ab Januar waren es dann wieder 30 Tage

Kommentar von Schwoaze ,

Hm... vielleicht ein Unterschied zu Ö?  Ich handhabe es in meiner Firma jedenfalls so.

Kommentar von Nightstick ,

Im deutschen Arbeitsrecht entsteht bei bestehendem Arbeitsverhältnis der gesamte Urlaubsanspruch des Kalenderjahres am 1. Januar!

Antwort
von Snake34, 72

Ganz ehrlich? Das hat ja nun echt was von Kinderkram. Es ist einfach nett vom Chef und gut. Sei doch nicht neidisch sondern freu dich für die Kollegin dass ihr stundentechnisch kein Nachteil entsteht. 

Kommentar von Nightstick ,

Nein, es war nicht nett vom Chef - schaue Dir bitte einmal die (richtige) Antwort von @Centario an!

Und Kínderkram ist solch eine Ungleichbehandlung auch nicht!

Antwort
von Shiftclick, 50

Neid ist die zweite der sieben Todsünden...

Kommentar von Nightstick ,

Unfähigkeit, Situationen zu beurteilen, ist die achte Todsünde!

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