Frage von Duesseldorfer01, 123

Meine Katze zerkratzt mein teures Sofa - was soll ich tun?

Antwort
von Margotier, 48

Du hattest die Frage eben schonmal gestellt und erwähnt, dass die Katze erst zwei Monate alt ist.

Die gehört noch für mindestens vier Wochen zurück zu Mutter und Geschwistern, danach könnt Ihr sie, zusammen mit einem Geschwisterchen, zurück holen.


Noch kratzt die Katze wohl zum Teil aus kindlichem Übermut, aber leicht entwickeln sich bei Katzen, die keinen geeigneten Artgenossen als Sozialpartner haben,Verhaltensstörungen, zu denen oft auch das Zerstören von Möbeln gehört.

Völlig vom Sofa fernhalten kannst Du Katzen nicht. Auch, wenn sie nicht gezielt daran kratzen, bleiben sie mal hängen oder rutschen mit den Krallen ab. 

Die Schäden minimal halten kann man, in dem man Kratzmöglichkeiten an aus Katzensicht geeigneten Stellen anbringt (Kratzen dient nicht nur der Krallenpflege, sondern auch zum Markieren) und das Sofa mit einer Decke abdeckt.

Vergiss bitte alle Tipps, bei denen die Katzen erschreckt oder bestraft werden, das zerstört das Vertrauen und/oder bringt nur nichts, da die meisten Katzen merken, dass das Unangenehme nur passiert, wenn der Mensch in der Nähe ist.


Expertenantwort
von NaniW, Community-Experte für Katze, 29

Hallo Duesseldorfer01,

die Katze ist bitte wie alt ? Erst 2 Monate ? Wo sind Mutter & Geschwister ? Kitten gehören mindestens 12-14 Wochen zu Mutter & Geschwister.

Na toll, das Kind ist in den Brunnen gefallen. Jetzt darfst du lernen. Infos zu Kitten und Kratzverhalten und Einzelhaltung...viel Spaß

Allgemeininfo zum Thema Kitten Abgabealter:

Kitten brauchen mindestens 12-14 Wochen bei Mutter & Geschwistern. Sie lernen in dieser Zeit ihr Sozialverhalten und viele, viele andere Dinge fürs ganze Leben. Im weiteren bekommen sie über die Muttermilch alle Lebenswichtige Nährstoffe und Abwehrstoffe. Eine Abgabe vor der 12. Woche, kommt der Tierquälerei gleich. Denn eine zu frühe Abgabe ist weder für die Mutter-Katze, Geschwister oder dem Kitten alles andere als Ratsam. Die Mutter-Katze kann, durch die zu frühe Trennung von den Kitten, eine Gesäugeentzündung (Mastitis) bekommen, die durch Milchstau ausgelöst wird. Die Kätzin hat starke schmerzen, Fieber und das Allgemeinempfinden ist stark gestört. Wird diese zu spät oder gar nicht erkannt, kann es zur lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) kommen.
Entwicklung:

Woche 1 – 2: Die Neugeborenen-Phase
Die blinden und tauben Welpen sind vollständig auf ihre Mutter angewiesen Außerdem ist diese Phase vor allem durch Schlafen und Trinken geprägt.
Ab der zweiten Wochen entdecken Kitten ihren eigenen Körper, die Geschwister und ihre direkte Umgebung. Ihre Koordination, sowie ihr Kraft verbessern sich. Sie fangen an zu spielen und tragen ihre ersten Kämpfe mit den Wurfgeschwistern aus. Sie lernen, unter den Pfoten ihrer Mutter, wie andere Katzen auf Fauchen, Miauen, beißen oder Flucht reagieren.
Woche 3 – 7: Die Sozialisierungs-Phase
Ab 3 Wochen können sie schon ganz gut stehen und fangen an das Klettern und Sitzen zu erproben. Dann passen sie sich nach und nach dem Rhythmus (z.B. Schlafrhythmus) der Mutter an. Ab jetzt werden die Kitten immer lebhafter, verspielter und neugieriger und werden nach wie vor von der Mutter unterstützt. So über nehmen die kleinen z.B. wie man sich putzt und vieles mehr.
Woche 8 – 28: Die Jugendphase
Dann folgt die Jugendphase, die weiterhin durch lernen und Sozialisierung geprägt wird. Katzen die viel zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt werden, weisen oft ihren Artgenossen gegenüber eine Verschlossenheit auf. In der Jugendphase lernen Kätzchen also Selbstbewusstsein und Vertrauen auch den Artgenossen gegenüber. In dieser Zeit Entwickelt sich auch das Verhältnis zwischen Mensch und Katze.

Die Kitten sind, bei viel zu früher Abgabe, meist in der Entwicklung gehemmt. Oft werden solche Kitten auch Verhaltensauffällig, weil ihnen die Lebenswichtigen Entwicklungsphasen fehlen.

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Allgemeininfo zum Thema Kratzverhalten:

Wenn die Katzen täglich deinen Nippes neu dekorieren oder deinem Sofa ein neues Design verpassen...

Katzen kratzen um ihr Revier zu markieren, es dient zur Kommunikation. Daher nennt man dieses Verhalten auch schlicht weg Kratz-Markieren. Das kratzen gehört zum natürlichen Verhalten einer Katze, abgewöhnen ist daher unmöglich.
Kratz-Markieren führt oft zu Problemen, da die Besitzer das Verhalten ihrer Katze nicht verstehen und man erfüllt, auf irgendeine Weise, nicht die Bedürfnisse der Katze.
Ursachen können sein : Die Katze hat Langeweile und ist unterfordert oder man bietet der Katze einfach nicht genügend, oder die richtigen, Kratzmöbel an. Auch ist es bei Kratzmarkieren wichtig, das die Kratzmöbel an der richtigen Stelle stehen.

Das massive kratzen an Möbeln, Tapeten oder anderen Gegenständen wird oft als eine Verhaltensstörung angesehen.
Ursachen können sein: die Katze ist überfordert, wenn zum Beispiel eine Veränderung in ihrem gewohnten Umfeld statt fand z.B. durch Umzug, Renovierung, Urlaub, neues Katzenklo/Streu, neue Möbel, Streit unter den Besitzern, fremde (neue) Katze in der Nachbarschaft oder im Garten, Schwangerschaft, Verlust der Bezugsperson. Ebenso können aber auch Stress und Angst dafür zuständig sein, wenn die Katze massiv an einem Gegenstand kratzt.

Kratzmöbel: Kratzbaum, Kratzecke, Kratzbrett, Sisalteppisch ect.

Was man bei einem solchen Kratz-Markieren auf KEINEN Fall machen darf, ist Bestrafen. Bestrafungen wie Wasserspritzen, Ätherische Öle, Zwiebel-/Zitronenduft und solche Dinge, sind ein absolutes No go !! Denn zum Beispiel die Ätherischen Öle, wie Japanisches Heilöl, greifen die feine Nase der Katze an und können diese sogar, bei Überdosierung, schädigen. Katzen können eine Bestrafung nicht mit ihrer vermeintlichen Tat verknüpfen. Durch eine Bestrafung kann man das Vertrauen seiner Katze erschüttern und die Situation nur noch verschlimmern.

Um also dieses massive Verhalten ernsthaft in den Griff zu bekommen braucht man viel Geduld !! Aber auch Verständnis, Liebe und Zuneigung für die Katze. In ganz schlimmen Fällen kann oft nur noch eine Katzentherapeutische Hilfe helfen.

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Allgemeininfo zum Thema Einzelhaltung:

Das Katzen Einzelgänger sind, ist leider noch immer ein weit verbreiteter Irrglaube. Studien belegen, das Katzen die Gesellschaft von Artgenossen brauchen. Einzig auf der Jagd, sind sie wirklich lieber alleine. Freilebenden Katzen bilden sogar, freiwillig, große Kolonien in denen sie zusammen leben. Auch Hauskatzen pflegen draußen soziale Kontakte.

Natürlich gibt es vermeintliche Einzelgänger, denen Artgenossen nicht all zu viel bedeuten oder die in einer Gruppe einfach nicht Fuß fassen können. Doch diese haben, meist schon in der Prägezeit, eine sehr tiefe und enge Bindung zu Menschen aufgebaut, oder ein Traumatisches Erlebnis im zusammen leben mit Artgenossen erlitten und sind absolute Ausnahmen. Und selbst diese „Einzelgänger“ pflegen, auf ihre Art und Weise, draußen soziale Kontakte.

Eine Katze in Einzelhaft, vor allem noch schlimmer wenn es eine reine Wohnungskatze ist, wird mit großer Sicherheit auf kurz oder lang, Verhaltensauffällig.
Auch die Meinung, Katzen kann man lange alleine lassen, ist seit Jahrzehnten veraltet. Katzen stumpfen mit der Zeit ab und vegetieren eher vor sich hin, wenn sie zu viel alleine gelassen werden. Selbst wenn der Besitzer viel zu Hause ist, ist es kein Vergleich zu einem Spielgefährten mit dem man raufen, toben und spielen oder auch mal Kräftemessen kann. Das was Katzen untereinander teilen, können wir Menschen ihnen niemals geben.
Bitte ermögliche deiner Katze Gesellschaft durch einen Artgenossen !

Alles Gute

LG

Antwort
von GravityZero, 52

Wirklich viel kannst du da nicht machen, so geht es eigentlich allen Katzenbesitzern, vor allem mit einem Ledersofa. Du kannst es einsprühen etc. aber wirklich verhindern kannst du es nicht.

Antwort
von nettermensch, 54

hast du ein kratzbaum für die katze. oder kratzteppiche.

Antwort
von VeryBestAnswers, 45

Wenn eine Katze zu frech wird, muss man ihr Grenzen aufzeigen und unerwünschtes Verhalten bestrafen. Du solltest sie nicht gleich schlagen, sonst hasst sie dich, aber du könntest sie für eine Weile aussperren. Katzen sind lernfähig. Wenn sie merken, dass die Strafe durch ein bestimmtes Verhalten ausgelöst wurde, hören sie normalerweise damit auf.

Kommentar von lieblingsmam ,

Diese Erziehungsmethode wird die Katze nicht verstehen! Entweder sie darf auf die Couch oder nicht.Egal ob mit oder ohne Decke. Das macht für sie keinen Unterschied.

Antwort
von lieblingsmam, 55

Leg eine Decke drauf :)

Antwort
von Oelfrosch, 51

Sie liebt das Neue,decke es mit billigen Teppichen,Decken etc.ab

Antwort
von TheWiseLady, 46

Haben unsere auch gemacht. 

Bei uns hat es geholfen 1. eine Alternative anzubieten (also Kratzbäume, alte Teppichreste an Türrahmen...), das Kratzen ist schließlich Teil eines natürlichen Verhaltens und keine "Böswilligkeit", 2. Fehlverhalten "bestrafen", also beim Kratzen am Sofa beherzt packen und wegsetzen und richtiges Verhalten Loben, also beim kratzen am Baum loben oder streicheln und 3. wenn die Katze partout auf das Sofa aus ist einfach eine kleine Putzflasche mit Sprühkopf mit lauwarmem Wasser füllen und abwarten bis die Katze das nächste mal auf das Sofa losgeht und sie nass spritzen. Ist radikal, hat bei uns aber sofort geholfen. 

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