Frage von blauemarlboros, 76

Meine Katze spielt verrückt - was macht sie da?

Oft kuschle ich mit meinem Kater auf dem Bett. Manchmal fängt er dann an (wenn mein Bein unter der Decke ist) auf dem Bein herum zu trampeln und er macht Milchtritte, schnurrt und mauzt ab und an mal. Kastriert ist er. Was macht er da?  

Expertenantwort
von NaniW, Community-Experte für Katze, 32

Hallo blauemarlboros,

dein Kater ist überhaupt nicht verrückt. Ganz im Gegenteil.

Den Milchtritt behalten ALLE Katzen ein Leben lang bei. Denn dies gehört zu dem umfangreichen Kommunikationssystem einer Katze. Es gibt einmal die Lautsprache und einmal die Körpersprache. Der Milchtritt gehört zur Körpersprache.

Mit dieser Instinkthandlung, durch tretelnde Bewegung an der Zitze, regen Kitten den Milchfluss beim säugen an. Daher der Name Milchtritt.
Wenn eine Katze sich wohl und Zufrieden fühlt, bearbeitet sie ihren Menschen oder einen Gegenstand mit diesen tretelnden Bewegungen. Der Milchtritt wird auch oft von lautem schnurren begleitet. Ein weiteres Anzeichen, das sich die Katze Sicher und geborgen fühlt.

Im weiteren dient der Milchtritt auch der Reviermarkierung. Mit den Duftdrüsen an der Pfoten Unterseite, gibt die Katze ihre Pheromone ab. So kennzeichnet die Katze z.B. ihren Menschen oder einen Gegenstand mit ihren Duftstoffen, um ihn als ihren Besitz zu markieren.

Allgemeininfo zum Thema Kommunikation:

Katzen haben ein kompliziertes Kommunikationssystem mit Hunderten von Vokalisierungen und verfügen über ein umfangreiches Repertoire.

Die Kommunikation bei Katzen, besteht aus verschiedenen Ausdrucksformen. Es gibt einmal die Lautsprache, dazu gehört Miauen, schnurren, Knurren, zischen, fauchen, schreien, schnattern/Keckern, gurren und so weiter.

Und die Körpersprache über Augen, Ohren, Schwanz, Nase, Schnurrhaare, Körperhaltung, Pfoten und beißen. Auch Unsauberkeit ist eine Kommunikationsform, mit der die Katzen versucht, dem Menschen etwas mit zu teilen.

Katzen miauen z.B. wenn sie Wehklagen, um zu Grüßen, oder Menschliche Aufmerksamkeit einzufordern. Manche Katzen sind sehr gesprächig, andere miauen nur sehr selten.
Im weiteren ist die Lautsprache übrigens wie bei uns Menschen. Jede Stimme ist einzigartig ! So unterscheiden sich die unterschiedlichen Rassen in ihrem Ton deutlich voneinander. Siamkatzen sind zum Beispiel dafür bekannt, ein merkwürdiges und schrilles Heulen ertönen zu lassen.
Wenn eine ruhige Katze plötzlich zu miauen anfängt oder eine oft miauende Katze plötzlich ruhig ist - ihr normales Kommunikationsverhalten also umschlägt – sollte man bitte schnellst Möglichst zum TA. Denn dies ist ein Hinweis auf eine eventuelle Erkrankung.

Schnurren
Katzen schnurren als aller erstes mal zur Kommunikation. Die Katze äußert so ihr Wohlbefinden, ihre Zufriedenheit. Doch die Schnurrerei hat auch einen Haken. In Ausnahmefällen, wie z.B. massiver Stress, schnurrt die Katze um sich selbst zu beruhigen. Das Stress- und Schmerzschnurren kann man bei Geburtswehen, schweren Verletzungen oder auch im Moment kurz vor dem Tot einer Katze beobachten.
Wie man sieht, dient das Schnurren einer Katze nicht ausschließlich der Kommunikation zum Ausdrücken von Wohlbefinden, sondern wirkt sich auch auf andere Situationen aus. Ein amerikanisches Forscherteam hat heraus gefunden, das schnurren sich direkt positiv auf die Heilung von Verletzungen auswirkt. Katzen mit Knochenbrüchen heilen unter schnurren besser. Und Musekverspannungen lösen sich ebenfalls besser.

Wie schnurren Katzen ? Ja, wie eigentlich. Da sind sich selbst die Forscher nicht wirklich eins. Die derzeitige herausragende Hypothese erklärt, dass der Schnurrakt aus einer subtilen Umleitung des Atemluftstroms resultiert, für die irgendwie die Anatomie des Kehlkopf eingespannt wird. Das schnurren entsteht durch Reibung der Atemluft am Zungenbein. Das Zungenbein ist ein U-förmiger Knochen unterhalb der Zunge, der durch Bänder und Muskeln aufgehängt ist und ganz knochenuntypisch nicht mit dem Skelett verbunden ist, aber an den Kehlkopf. Und somit also zur Laut- und Stimmbildung beiträgt. Der Zungenbeinapparat ist bei Klein- und Hauskatzen, sowie bei Geparden vollkommen verknöchert, was eben die Vermutung nahe legt, das es dadurch zum schnurren kommt.
Übrigens: Beim Schnurren einer Katze entstehen Vibrationen von 27-44 Hz

Knurren, Zischen, fauchen: dies sind meist Zeichen der Aggression oder auch Wut.
Schreien: Katzen die große Schmerzen leiden, können regelrecht schreien.
Schnattern/Keckern: dies hört man oft, wenn Katzen etwas sehen was sie fangen möchten, dies aber nicht in Reichweite ist. Bei reinen Wohnungskatzen fällt das oft auf, wenn sie auf der Fensterbank sitzen und draußen Vögel fliegen sehen.

Zum Thema Körpersprache bei Katzen:
http://www.diesunddas.de/Katze\_verhalten.htm

Deine Katze fühlt sich bei dir also super.

Alles Gute

LG


Kommentar von maxi6 ,

Danke für den Super-Kommentar. Noch etwas zum Miauen von Katzen. Nicht nur die verschiedenen Rassen miauen unterschiedlich, sondern jede Katze klingt anders. Meine 5er-Bande kann ich jedenfalls schon am Ton erkennen, auch wenn ich sie nicht sehe.

Expertenantwort
von maxi6, Community-Experte für Katze, 27

Weder ist Dein Kater verrückt, noch spielt er das. Sein Verhalten zeigt nur, dass er sich in diesem Fall sehr wohl fühlt. Also freu Dich drüber.

Im übrigen machen das fast alle Katzen, egal wie alt, ob kastriert oder noch nicht.

Antwort
von muschmuschiii, 33

er will dir damit zeigen, dass er sich wohl fühlt.

Das macht mein Kater auch mit großer Leidenschaft und Ausdauer!

Antwort
von PeterKremsner, 33

Er macht es sich einfach nur gemütlich, das ist normal bei Katzen.

Antwort
von altgenug60, 25

Der mag dich und er fühlt sich wohl.

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