Frage von Qnuba, 77

Meine Katze ist verrückt oder so?

Hallo, ich habe eine ca. 9 Monate alte Katze. Am anfang war sie immer ganz lieb und hat auch nie irgendwas "böses" getan. In letzter Zeit wird sie aber immer "böser". Mal darf ich sie streicheln, dann aus heiterem Himmel stößt sie einen weg oder beißt gar (umklammernd ohne krallen aber mit schmerzenden Biss). Das ist den ganzen Tag über so, man weiss nie ob sie gerade freundlich ist oder mies gelaunt.

Das ulkigste ist aber, das sie immer jeden Tag wenn ich zu Bett gehe sich zu mir stellt wärend ich meine Zähne putze und super dolle lieb ist, mit Kopf stoßen, streicheln, ablecken usw. Springt auch mit auf den kleine Tisch der neben dem Bad steht. Dort hat sie mich noch nie "angegriffen", es ist wie ausgetauscht als wenn das Geräusch meiner elektrischen Zahnbürste sie besänftigt...

Sie ist kastriert und Freigänger, kann rein und raus wie sie will und bekommt auch genug Aufmerksamkeit (sind zu 3, immer jemand da). Ich versteh sie einfach nicht.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Qnuba,

Schau mal bitte hier:
Katze Verhalten

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kleckshexe, 29

Katzen sind allgemein leider so. Wenn es ihnen reicht, dann zeigen sie das recht deutlich und schnell. Aber eigentlich gibt es vorher Anzeichen, dass sie bene jetzt nicht (mehr) gestreichelt werden wollen.

Ansonsten auch einfach mal erziehen - tut sie Dinge, die sie nicht soll, dann zeig ihr das auch, immer wieder und konsequent, sonst bringt das bei Katzen nämlich gar nichts. Soll sie nicht beißen, schieb sie weg und strafe sie mit Nichtachtung - hilft das nichts, leg dir eventuell eine Spritzflasche zu mit Wasser (Achtung: nicht in die Ohren oder ins Gesicht spritzen).

Vielleicht ist deine Katze aber auch nicht ausgelastet und "greift an" um zum Spielen zu animieren. Nur weil immer jemand da ist oder ihr sie gerne kuschelt, heißt nicht, dass sie genug spielt. Wie ein Hund möchte auch eine Katze ausreichend beschäftigt werden - körperlich und geistig - und nicht nur 5 Minuten am Tag.

Ansonsten immer dran denken, auch Katzen brauchen Erziehung.

Kommentar von NaniW ,

Mittelalterliche Methoden wie Wasserspritze oder Zitrusdüfte, Pfeffer, Zwiebeln, Chinaöl ect. auch unbedingt meiden.
Dies kann das Vertrauen zwischen Mensch und Katze derart schaden, das die ganze Situation nur schlimmer und am Ende, möglicherweise, die Katze Unsauber wird.

Kommentar von kleckshexe ,

Ich stimme dir bei allem zu, aber die Wasserspritze - vorausgesetzt nur am Körper treffend und nur wenn nicht anders möglich - ist weder schädlich für die Katze, noch das Verhältnis zum Menschen. Wenn die Katze tatsächlich angreift, mit heftigem Beißen, kann ihr dadurch einfach gezeigt werden, dass es ein nicht willkommenes und nicht geduldetes Verhalten mit entsprechenden Konsequenzen ist. Davon wird die Katze nicht unsauber und verliert auch nicht das Vertrauen in ihren Menschen (es sei denn die Wasserspritze wird völlig missbraucht) - das ist nicht mittelalterlich, sollte aber eines der letzten Mittel sein. Aber wie wäre es lieber mit einem konstruktiven und hilfreichen Vorschlag für den OP, statt nur Bemängelung anderer Tipps, die vielleicht schon erprobt und bewährt sind, und zu sagen, was alles NICHT hilft?

Kommentar von Qnuba ,

Danke, ja, es hilft mir nicht alles aufzuzählen was nicht hilft sondern wäre besser das zu schreiben was hilft. Auch den Vorschlag besser einen Hund usw. ist wohl jetzt recht sinnlos wenn ich die Katze schon seit sie klein ist besitze. Soll ich der Meinung von NaniW nach, die Katze einfach aussetzen oder ins Tierheim bringen? Hat sie es dann soviel besser als bei uns? Eine zweite Katze geht nicht.

Ich habs jetzt mit leichtem Zwacken probiert sobald sie anfängt zu stark zu beißen. Das scheint zu wirken da sie aufhört sobald ich auch mal mich "wehre". ;)

Expertenantwort
von NaniW, Community-Experte für Katze, 30

Hallo Qnuba,

hat sie einen Artgenossen ? Denn nur weil sie raus geht, heißt das nicht, das sie alleine leben möchte. Die Katze hat Langeweile.

Allgemeininfo zum Thema Einzelhaltung:

Das Katzen Einzelgänger sind, ist leider noch immer ein weit verbreiteter Irrglaube. Studien belegen, das Katzen die Gesellschaft von Artgenossen brauchen. Einzig auf der Jagd, sind sie wirklich lieber alleine. Freilebenden Katzen bilden sogar, freiwillig, große Kolonien in denen sie zusammen leben. Auch Hauskatzen pflegen draußen soziale Kontakte.

Natürlich gibt es vermeintliche Einzelgänger, denen Artgenossen nicht all zu viel bedeuten oder die in einer Gruppe einfach nicht Fuß fassen können. Doch diese haben, meist schon in der Prägezeit, eine sehr tiefe und enge Bindung zu Menschen aufgebaut, oder ein Traumatisches Erlebnis im zusammen leben mit Artgenossen erlitten und sind absolute Ausnahmen. Und selbst diese „Einzelgänger“ pflegen, auf ihre Art und Weise, draußen soziale Kontakte.

Eine Katze in Einzelhaft, vor allem noch schlimmer wenn es eine reine Wohnungskatze ist, wird mit großer Sicherheit auf kurz oder lang, Verhaltensauffällig.
Auch die Meinung, Katzen kann man lange alleine lassen, ist seit Jahrzehnten veraltet. Katzen stumpfen mit der Zeit ab und vegetieren eher vor sich hin, wenn sie zu viel alleine gelassen werden.

Selbst wenn der Besitzer viel zu Hause ist, ist es kein Vergleich zu einem Spielgefährten mit dem man raufen, toben und spielen oder auch mal Kräftemessen kann. Das was Katzen untereinander teilen, können wir Menschen ihnen niemals geben.
Bitte ermögliche deiner Katze Gesellschaft durch einen Artgenossen !

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Also such der Katze schnell einen Artgenossen.

Die Katzen sollten vom alter und Charakter zusammen passen. Dann klappt eine Zusammenführung Stressfreier. Das Geschlecht ist dabei Nebensache. Bei einer Zusammenführung gibt es immer kleinere Aufreger. Es gibt Prügeleien, Kreisch-Orgien und wenn es ganz hart wird, fließt auch mal Blut. Darauf muss man sich einstellen, das ist völlig normal.

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Allgemeininfo zum Thema Erziehung:

Katzen lassen sich nur in einem gewissen Maß erziehen, sagen wir lieber Trainieren. Und es gibt einfach Dinge, die sie nie lernen kann, weil sie gegen ihre Natur sind. Dann hättest du dir vielleicht besser einen Hund anschaffen sollen.

Katzen werden Verbote immer übertreten und Reviergrenzen, z.B. wie der verbotene Sessel, überschreiten.

Du kannst es mit dem Kommando "NEIN!" versuchen. Immer dann, wenn du die Katze bei einer Tat erwischst, in einem strengen, möglichst immer gleichen Tonfall "Nein" sagen. Manche Katzen reagieren besser auf "Lass das!" Hierbei sollte die Betonung auf dem "S" liegen, da es für die Katze wie ein fauchen eines Artgenossen klingt.

Bitte niemals eine Katze für ihr Fehlverhalten bestrafen. Denn Katzen sind einfach nicht in der Lage, eine Bestrafung mit der vermeintlichen Tat zu verknüpfen.

Mittelalterliche Methoden wie Wasserspritze oder Zitrusdüfte, Pfeffer, Zwiebeln, Chinaöl ect. auch unbedingt meiden. Dies kann das Vertrauen zwischen Mensch und Katze derart schaden, das die ganze Situation nur schlimmer und am Ende, möglicherweise, die Katze Unsauber wird.

Alles Gute

LG


Kommentar von kleckshexe ,

Und wieder jemand, der die Natur der Katze zu kennen denkt und ihre Intelligenz unterschätzt.

Katzen können sehr wohl Bestrafungen mit der Tat verbinden und auch sehr gut erzogen werden. Freilich sind Katzen etwas eigenständiger als Hunde und werden ihre Grenzen anders austesten (eben weniger untergeben) - und Bestrafungen funktionieren bei allen Lebewesen weniger gut als Belohnungen, sind aber manchmal nötig. Wir nennen es Strafe, das Tier sieht aber Tat und Konsequenz - vorausgesetzt der zeitliche Rahmen stimmt.

Ich habe noch keine Katze erlebt, die sich nicht erziehen ließ und gute Manieren lernen konnte.

Nur eben haben manche Katzen einen weniger manierlichen Start als andere und brauchen dann jemanden, der ihnen hilft ihre schlechten Manieren wieder abzulegen.

Gerade die Einstellung, dass man Katzen weniger gut oder gar nicht erziehen kann und auf gar keinen Fall bestrafen sollte, weil sie es sowieso nicht verstehen und feindlich werden, führt leider dazu, dass Katzen so einen schlechten Ruf haben und schnell als garstig abgestempelt werden.

--> Das Phänomen kann man auch sehr gut an einigen antiautoritär erzogenen Kindern sehen, die keine Regeln kennen,  immer hören, wenn sie etwas toll gemacht haben, aber eben nie die Konsequenzen sehen, wenn sie etwas eben nicht so toll machen!

Kommentar von NaniW ,

Hallo kleckshexe,

ich habe vielleicht nicht immer Recht und lerne auch gerne etwas neues dazu. Aber ich bin keineswegs unerfahren. Ich habe über 30 Jahre Erfahrung mit Katzen und seit 2010 befasse ich mich ganz Intensiv mit den Tieren.

Katzen kann man nicht Erziehen, aber man kann sie Trainieren. Hunde werden Erzogen.

Es gibt nun mal einfach Dinge, das ist Fakt, die eine Katze nie lernen wird. Du kannst eine Katze mit Wasser bespritzen das sie vom Sessel weg bleibt, aber sobald du den Raum verläßt, wird die Katze auch wieder auf den verbotenen Sessel gehen.

Die Katzenverhaltensberaterin Christine Hauschild hat diese "Therapiemaßnahme" mit dem Wasserspritzen z.B. mal unter die Lupe genommen.

Kannst du gerne mal hier lesen:

http://www.snautz.de/magazin/katzenerziehung-ohne-spruehflasche.html

LG

Antwort
von AlterEgo1, 27

Manche Katzen sind einfach so! Am Anfang noch lieb und verspielt, später unberechenbar und kratzbürstig, mal lassen sie sich streicheln, plötzlich fauchen sie und versuchen dich zu kratzen! Kann man nichts machen! Aber mit der Zeit wirst du die kleinen Anzeichen schon bemerken, wann sie nicht gestreichelt werden will, dann solltest du dich in Acht nehmen! ;)

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