Frage von rotezoralinden, 64

Meine fristlos gekündigte Untermieterin hat beim Auszug die Schlüssel nicht abgegeben, einige wenige Sachen hier gelassen, ist nicht mehr erreichbar. Was tun?

Ich bin alleinige Hauptmieterin unserer 4-er WG-Wohnung. Meine eine Untermieterin hat von mir die fristlose Kündigung erhalten, nachdem sie 2 Mieten im Rückstand war und auch keine Kaution gezahlt hat. Sie hat vor 5 Tagen unsere Wohnung verlassen und ist seitdem nicht mehr erreichbar. Heute endet die Frist zum Auszug nach fristloser Kündigung (2 Wochen). Die Untermieterin hat die Haus- und Wohnungsschlüssel nicht abgegeben. Im Zimmer, das ich betreten musste (sie hat das Fenster weit geöffnet hinterlassen, es schlug bei Wind hin und her, es hätte während unserer Abwesenheit hineinregnen können) befinden sich noch einige wenige Dinge aus ihrem persönlichen Besitz: Bett, Kühlschrank (beides hat sie geschenkt bekommen) mit Lebensmitteln, 3 Paar Schuhe, ca 20 Kleidungsstücke. Im gemeinsam genutzten Bad stehen noch wenige Kosmetika, in der Küche ein paar Gewürze. Laptop, ein Großteil der Kleidung und Schuhe, ihren Koffer und ihre Reisetasche mit denen sie einzog sind weg. Die weiteren im Zimmer befindlichen Möbel sind vor 2 Wochen von der Vormieterin, die den vereinbarten Abstand von 250 € nie erhalten hat, in Anwesenheit der jetzt "flüchtigen" Untermieterin abgeholt worden. Darf ich (moralisch gesehen selbstverständlich, aber ich meine juristisch betrachtet) das Zimmer zum nächstmöglichen Zeitpunkt neu vermieten oder heißt, dass sie Dinge hier zurückgelassen hat, dass sie die Kündigung nicht akzeptiert? Ich bin alleinerziehend, außer mir leben mein schulpflichtiger Sohn und ein weiterer Mibewohner im Untermietverhältniss, ein Hartz IV Empfänger, in der Wohnung, so dass wir die Kosten nicht allein tragen können, wenn wir tatsächlich aus juristischen Gründen z. Z. nicht vermieten dürfen. Können wir also vermieten und die zurückgelassenen Gegenstände einlagern? Uns fehlen jetzt schon 600€. Weitere Kosten (z. B. für Gerichtsvollzieher zum Räumen nach einer weiteren Frist von 2 Monaten und noch einmal 600€ Mietausfall) kann ich mir nicht leisten. Selbst wenn wir die Exmitbewohnerin finden sollten, ist sie mangels Masse finanziell nicht belangbar, so dass ich tatsächlich noch zusätzlich auf den entstehenden Folgekosten sitzenbliebe. Was also tun???

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von AnglerAut, 43

Sperrt ihre Sachen weg, wenn sie sie wieder haben will, soll sie zumindest die Schlüssel und einen Teil ihrer Schulden zahlen.

Vermiete die Wohnung gleich weiter. 

Natürlich bist du hiermit rechtlich alles andere als auf der richtigen Seite, aber du wendest erst einmal Schaden von dir ab und dann ist deine Untermieterin erst einmal in der Situation, dass sie ihr Recht durchsetzen müsste. 

Antwort
von Flintsch, 44

Lass die Schlösser, zu denen sie noch Schlüssel hat, auswechseln und lager ihre Sachen im Keller oder einem anderen Lagerraum ein, zu dem nur du Zutritt hast. Wenn sie ihre sonstigen Sachen alle mitgenommen hat und sich nicht mehr meldet, hat sie die Kündigung akzeptiert und kein Zutrittsrecht zur Wohnung mehr.

Sie muß sich also bei dir melden, wenn sie ihre restlichen Sachen wieder zurückhaben will. Dann kannst du ihr gleich sagen, welche Summe sie dir noch schuldet. Zusätzlich würde ich Anzeige gegen sie erstatten. Auch wenn momentan nichts von ihr zu holen ist, kann sich das ja jederzeit wieder ändern.

Kommentar von bronkhorst ,
Zusätzlich würde ich Anzeige gegen sie erstatten.

Wegen welcher Straftat denn?

Nicht Zivilklage mit Strafanzeige verwechseln...

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 31

Ich bin alleinerziehend, außer mir leben mein schulpflichtiger Sohn und ein weiterer Mibewohner im Untermietverhältniss, ein Hartz IV Empfänger, in der Wohnung, so dass wir die Kosten nicht allein tragen können, wenn wir tatsächlich aus juristischen Gründen z. Z. nicht vermieten dürfen. 

Richtig, Du darfst nicht neue vermieten und das Zimmer nicht betreten, denn es hat keine Übergabe stattgefunden.

Du könntest beim Einwohnermeldeamt herausfinden wo die Mieterin hingezogen ist und sie schriftlich auffordern eine Übergabe der Wohnung zu machen und Ihr androhen, dass sie sonst auf Schadenersatz. bzw. Nutzungsausfall verklagt wird.

Reagiert sie nicht, musst Du wohl zum Anwalt.

Antwort
von Schneefall222, 30

Falls ihr einen Speicher habt, würde ich Ich die Möbelstücke auf dem Speicher abstellen.

Dann versuchen nahe verwandte ausfindig zu machen Eltern/Geschwister/...
Denen eine Frist geben zur Abholung der Möbelstücke da ihr sonst den Sperrmüll holt.
Und
Solltest du keine nahen Verwandten finden kannst du mal einen Anwalt /Verbraucherzentrale/... Fragen wie lange aufbewahrt werden muss (Zeitangabe) uns welche Schritte du schon unternommen hast.

Kommentar von harmersbachtal ,

und nachher wieder runter schleppen die Möbel

Kommentar von Schneefall222 ,

War ein Gedanke, wenn du aber nicht willst ist das deine Sache.

Antwort
von harmersbachtal, 9

aufjedenfall schlösser auswechseln, ihre Sachen ausräumen und einlagern und frist setzen zur abhohlung ansonsten ab damit auf den spermüll

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