Frage von f1nnf0nt49, 210

Meine Freundin will ihre Tochter weggeben, weil sie der Meinung ist, dass es ihr nicht gut geht bei ihr?

Hi, habe mich extra wegen der Frage hier angemeldet und hoffe auf einige Lösungen :/ Meine Freundin (24) hat eine 3jährige Tochter mit ihrem Exfreund. Ihr Exfreund wurde während der Beziehung und auch Schwangerschaft handgreiflich - hat sie geschlagen, pausenlos angeschrien (so genau möchte ich nun nicht drauf eingehen) und sie hat alles mit gemacht, nur für ihre Tochter. Ich hätte heulen können, als sie mir alles erzählt hat. Naja, wenige Wochen nach der Geburt hat sie sich von ihm getrennt. Sie hatte Suizidgedanken, war deshalb auch beim Psychologen.. naja.

Als ich vor einigen Wochen von der Arbeit nach Hause kam, rannte die Kleine auf mich zu und schrei "Mama weint!". Meine Freundin saß zitternd und heulen auf der Couch. Ich hab mich zu ihr gesetzt und bekam dann gleich einen positiven Schwangerschaftstest mit den Worten "Wenn du es nicht will, dann lasse ich es sofort abtreiben." in die Hand gequetscht. Ich habe sie erstmal in den Arm genommen und dann saßen wir bestimmt 30 Minuten schweigend so da.

Mittlerweile ist sie in der 14. SSW und vor ein paar Tagen hat sie mir anvertraut, dass es noch einen zweiten Grund gab und gibt, weshalb sie so geweint hat. Sie meint zu wissen, dass sie Rominas Geschwisterchen viel mehr lieben und Romina wahrscheinlich benachteiligen wird. Sie findet, dass sie eine schreckliche Mutter ist und Romina jemand besseren verdient hätte, da sie ihr viel mehr gibt, als meine Freundin ihr geben kann. Sie will, dass es ihr gut geht und solange sie bei ihr ist, kann es ihr niemals gut gehen. Danach hat sie angefangen zu weinen. Die Nacht darauf war sie total unruhig, ist ständig auf gewacht, hat im Schlaf geweint und um sich getreten.

Ich weiß, dass sie eine gute Mutter ist und auch bleiben wird. Sie liebt Romina sehr, dass weiß ich einfach! Das würde keinem der beiden gut tun, wenn sie Romina weggeben würde.. ständig würde sich es sich vorwerfen.

Ich weiß nun nicht was ich tun kann. Es tut mir so leid, wenn ich meine Freundin so traurig sehe. Sie ist seit ein paar Wochen auch wieder bei einem Psychologen in Behandlung (nennt man das so :/?) Ich weiß einfach nicht, wie ich mich nun verhalten soll?

Antwort
von imehl47, 79

Du bist jetzt der wichtigste Eckpfeiler in dieser Familie. Deine Freundin hat starke Versagensängste, da die erste Partnerschaft scheiterte und der frühere Partner ihr wahrscheinlich auch Versagen suggeriert und eingeprügelt hat, dann die Mutterschaft, bei der sie zu versagen glaubte, jetzt die Schwangerschaft.....

Du wirst sie fast jeden Tag aufs neue geduldig motivieren müssen, und das kannst du. Sie hat zu dir Vertrauen, Romina hat ebenfalls Vertrauen zu dir.  "Wir 4 gehören zusammen." muß jetzt dein/euer Mantra werden.

Es ist richtig und wichtig, dass sie zur psych. Behandlung geht. Ich würde auch sagen, dass es wichtig wäre, dass sie noch vor der Entbindung mit Romina zu einer Mutter - Kind - Kur fährt. Das hat einer meiner Kolleginnen in ähnlich schwieriger familiärer Situation sehr geholfen.

Antwort
von Ostsee1982, 57

Hi, habe mich extra wegen der Frage hier angemeldet und hoffe auf einige Lösungen :/

Man kann Denkanstöße geben, eine Lösung müsst ihr bzw. sie selbst finden.

und sie hat alles mit gemacht, nur für ihre Tochter.

Sie hat die Schläge FÜR ihre Tochter mitgemacht? Du meinst damit die Tochter in einem Mama-Papa-Konstrukt aufwächst? Wenn das so sein sollte denke ich nicht, dass die Tochter etwas davon hat, wenn häufige Handgreiflichkeiten, Spannungen und Geschreie vorliegen, das ist nur schädigend. Ein Kind braucht ein stabiles Umfeld und Strukturen.

Ich finde, dass sich deine Freundin diese Entscheidung nochmal sehr gründlich überlegen sollte im Fall auch mit Unterstützung von Pro Familia, mit Unterstützung eines Psychotherapeuten und mit Unterstützung des Jugendamtes. Deine Freundin scheint psychisch ziemlich belastet zu sein und man könnte meinen sie versucht sich selbst zu entlasten und denkt wenn sie das Kind abgibt dann wäre es für sie, für euch und für das Kind besser. Ich denke, dass das für das Kind eine Katastrophe wäre von den engsten Bezugspersonen weggerissen zu werden. Wartet noch ein paar Jahre dann habt ihr irgendwann eine Jugendliche vor der Tür stehen die euch/sie mit Vorwürfen überhäuft warum sie die Mutter nicht haben wollte. Ich sehe eine Abgabe des Kindes nicht als Lösung sondern nur als ein abstreifen der Vergangenheit wofür das Kind nichts kann.

Kommentar von f1nnf0nt49 ,

Ja, die Schläge hat sie für ihre Tochter durchgestanden. Sie meinte, dass sie dachte, er sich ändert, wenn er seine Tochter auf dem Arm hat. Geändert hat er sich nicht, stattdessen hat er auch seine Gewalt an SEINEM KIND ausgelassen.. hat mit einem Kissen auf es geschlagen. Meine Freundin konnte zu Beginn aus Angst nicht eingreifen! Über Nacht ist sie dann mit der Kleinen weg.. hat ihren Freund angezeigt, sich das alleinige Sorgerecht geangelt und den Kontakt abgebrochen

Kommentar von Ostsee1982 ,

Gerade wenn das Kind schon solche schrecklichen Erlebnisse hatte braucht es umso mehr eine liebende Mutter die sich um das Kind kümmert, es auffängt. Daran muss sie ja in irgendeiner Weise interessiert sein und Lösungen suchen die für das Kind wirklich gut sind und nicht glauben mit einer Abgabe sei alles geklärt.... das ist es nicht weil das Problem IN IHR liegt

Antwort
von autmsen, 9

So weit mir bekannt besitzen Frauen die ihre Kinder weggeben wollen um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen eine höhere Befähigung zu Mitgefühl und Liebe als jene Frauen die lieber ihre Kinder bei sich behalten und womöglich massiv leiden lassen laut wissenschaftlicher Untersuchungen. 

Den Satz musste ich jetzt vorweg erst mal loswerden. 

Sie sollte Tagebuch schreiben. Täglich vor dem einschlafen eine halbe Stunde von Hand auf Papier ohne nachzudenken. Muss nicht leserlich sein und auch nicht verständlich. 

Es geht darum, dass unser Gehirn normalerweise viele verschiedene Gedanken und Erinnerungen gleichzeitig aktiviert. Schreiben wir von Hand auf Papier können wir nur einen einzigen Gedanken leben. Auf diese Weise können wir uns strukturieren, also unsere Erinnerungen nach und nach verarbeiten. Und wir haben die Möglichkeit alle belastenden Erinnerungen und Gedanken dem Papier anzuvertrauen, es aus unserem Kopf heraus zu lassen. 

Weiter helfe ihr bitte dabei täglich ein Positiv-Tagebuch zu führen. Da bietet sich jene Zeit an wenn das Kind schon im Bett ist und Ihr zusammen sitzt. Überlege mit ihr wie oft am Tag sie ihr Kind gestreichelt hat, wie oft sie es gelobt hat..... Vergiss nicht wie liebevoll sie ihre Tochter gekleidet hat, wie viel Mühe sie sich wegen der Ernährung ihrer Tochter gegeben hat.....

Tränen reinigen die Seele. Sie sind also gut und gesund. 

Es gibt an immer mehr Orten Leihomas und Leihopas. Das ist gut so. Denn es ist für uns Menschen sehr unnatürlich Kinder nur von ihren Eltern erziehen zu lassen. 

Um ein einziges Kind zu einem wertvollen Mitglied der Gesellschaft heranwachsen zu lassen braucht es ein ganzes Dorf.

Dieses Sprichwort gilt nicht nur für Afrika sondern für alle Menschen. 

Leihgroßeltern werden von Ort zu Ort anders als Angebot geregelt. Oft, aber nicht immer, unterstützen die Jugendämter. 

Leihgroßeltern können die Tochter für einige Stunden, später vielleicht auch für einen ganzen Tag, zu sich nehmen. Nutzt die Zeit und macht einen langen Spaziergang in der Natur. Hier sortieren sich Gefühle leichter und besser. 

Deine Partnerin sollte ein kreatives Hobby pflegen. Überlege alleine oder mit ihr gemeinsam welches infrage kommen mag. Dienlich wird ihr bei der Auswahl der Ausweis einer öffentlichen Bibliothek sein. Dort sind nicht nur eine Menge Bücher die unter anderem die große Welt der kreativen Hobbys vorstellen, es arbeiten dort auch kompetente Fachmenschen die gerne kostenlos beraten. 

Manche öffentliche Bibliothek hat auch eine extra Kinder-Abteilung. Oder zumindest einen Bereich wo sich kleine Kinder wohl fühlen. Sie kann also ruhig mit ihrer Tochter da hingehen. 

Ansonsten schließe ich mich dem Rat an Unterstützung vom Jugendamt als sinnvolle Hilfe anzunehmen. 

Darüber hinaus gibt es auch manche Unterstützung für gewalterfahrene Mädchen und Frauen. http://www.cileli.de/hilfe/madchen-frauen/ Sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können kann, muss aber nicht, hilfreich sein. Immerhin sind auch manche technischen Fragen im Raum wie 

Das Umgangsrecht des Kindes mit seinem biologischen Vater

Wie nimmt das Kind seinen tatsächlichen Vater wahr?

Welche Rechte und Pflichten hat der biologische Vater? - Sollten unbedingt im Interesse des Kindes geklärt werden. 

Welche Rechte und Pflichten haben Opfer?

Und so weiter. 

Titelträger kennen sich durchaus nicht zwangsläufig in diesem speziellen Bereich gut aus. Zudem verläuft der Austausch unter Gleichen stressfreier. 

Es wird Zeit brauchen bis sie akzeptieren kann dass sie selbst Opfer ist und nicht Täterin. Von da aus kann sie das Erlebte dort anlasten wo es angelastet gehört: Beim Täter. 

Von da aus wird sie ihr Kind freier als besonderes Lebensgeschenk ohne jede Erinnerung sehen und fühlen. 

Jetzt, aktuell, wird sie das Erlebte stark erinnern. Ist ihre Therapie gut wird sie lernen dass wir Menschen sind und keine Götter. Götter können mit allen, auch den schwierigsten Situationen und Lebensherausforderungen, locker umgehen. Wir Menschen können nur versuchen dass nach unserem jeweiligen Verständnis Beste zu entscheiden und zu tun. 

Euch Vieren alles erdenklich Gute. :))))

Antwort
von PassionOfSecret, 58

Was ganz wichtig ist:

Wenn du ihr sagen wirst, dass sie eine gute Mutter sein wird, wird sie es dir wahrscheinlich nicht glauben. Aber trotzdem ist es wichtig, dass du es ihr immer wieder vor Augen hältst, egal wie oft sie es abstreitet. Und sag ihr ebenso, dass du Romina auch ein guter Vater sein wirst, und dass ihr Ex(nur weil er der leibliche Vater ist) nichts mehr mit eurer Beziehung zu tun hat.

Familie definiert sich nicht über das Blut, das musst du ihr bewusst machen. Lass dich nicht von ihrer "Negativität" anstecken. Klar, es ist belastend, wenn sie psychische Probleme deswegen hat und es ist auch schon mal sehr sehr gut, dass sie sich bereits in psychologischer Behandlung befindet, dort wird nämlich versucht ihr bewusst zu machen, dass ihre Minderwertigkeitskomplexe (Sie sei keine gute Mutter und so weiter) nicht wahr sind. Also musst du an diesen Grundsätzen festhalten und ihr immer zeigen, dass du sie nicht im Stich lässt, das ist das Wichtigste! Denn wenn du auch Zweifel zeigst (es müssen keine Zweifel daran sein, ob sie jetzt wirklich eine gute Mutter ist oder nicht, es reicht auch schon wenn du Zweifel an der Beziehung zu ihr hast) dann wird ihr das eine Bestätigung in ihrem Denken sein.

Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn du dem Ganzen standhälst, denn auch für dich ist es ja sehr schwierig, ihr das Beide zusammen packt und schon bald glücklich zu viert sein werdet. :)

Antwort
von anikaines, 56

Sei für deine Freundin da!
Versuche ihr gut zu zusprechen. Ich kenne deine Freundin nicht, aber Trennung von Mutter und Kind ist immer schwer und sollte die allerletzte Lösung sein!
Vielleicht wäre es auch nicht schlecht Hilfe bei Beratungsstellen zu holen!
Viel Glück :)

Antwort
von Sanja2, 16

Deine Freundin ist in einer tiefen Krise und reines beteuern vom Gegenteil hört sie wahrscheinlich nicht mal richtig. Sie wird in ihrem Alltag jetzt tausend Sachen suchen und finden die ihrer Meinung für ihre Wahrnehmung als schlechte Mutter stehen. Sei du für deine Freundin und die Kleine da. Nimm deine Freundin ernst in ihren Befürchtungen in ihren Ängsten. Manchmal wird aus so einer Angst eine selbsterfüllende Prophezeiung. Es ist gut, dass sie einen Termin beim Psychologen hat. Vielleicht kann man das etwas beschleunigen. Ansonsten bestätige sie im Alltag. Immer wenn etwas passiert das du gut findest sag es ihr. Sie muss sich wieder als handlungsfähig erleben und als positiv. So wie du das beschreibst kann das der Beginn einer Depression sein. Wie gesagt, kann, muss aber nicht. Um so schneller das behandelt werden kann um so besser. Und wenn es wirklich eine Depression ist, dann ist sie im Moment wirklich keine gute Mutter für Romina, aber nicht weil sie keine gute Mutter ist, sondern weil sie im Moment die Kraft nicht hat sich auf das Kind einzulassen. Ich drücke dir die Daumen, dass sich das alles lösen lässt.

Antwort
von celaenasardotin, 56

Also erstmal hast du alles richtig gemacht und ihr beigestanden. Du kannst sie einfach umarmen und bei ihr sein und evt auch fragen , ob sie reden will. Das sie in Behandlung ist , ist ein guter Anfang. Die wird sie lernen , dass sie ihr Kind liebt und diese Liebe nicht wertend ist oder weniger werden kann. Ich wünsche euch alles gute

Antwort
von pablopikante876, 42

Da sein zuhören.

Man muss das Kind ja nicht sofort ganz weggeben; man könnte es ja auch mal für eine Zeit zur Oma bringen, falls die Oma damit einverstanden ist.

Die Situation ist möglicherweise nicht gerade einfach für deine Freundin und sie braucht einfach etwas Zeit für sich, die man ihr auf jeden Fall geben sollte.

Danach kann man sich immer noch Gedanken über den Verbleib des Kindes machen, sofern diese noch bestehen.

Antwort
von fusselchen70, 48

Ich finde die Situation schwierig, freue mich aber, das du so ein verantwortungsvoller Mensch bist.

Romina soll natürlich bei euch aufwachsen. Sag deiner Freundin, das du auch immer für Romina da sein wirst und sie sich nicht so viele Sorgen machen soll. Sie kann auch mal ihren Psychologen dazu befragen und auch fragen, ob du vielleicht mal zu einer Sitzung mitkommen kannst.

Ich denke, viel mehr kannst du erst mal nicht machen aber lehne es weiterhin kategorisch ab, Romina weg zu geben.

Antwort
von motivatio, 38

Das Kind sollte zu einer stabilen Familie, solange es der Mutter nicht so gut geht

Kommentar von celaenasardotin ,

Das ist Schwachsinn , jede Mutter hat mal Probleme. Das Kind aus dem gewohnten Umfeld zu reißen sollte immer der allerletzte Ausweg sein , weil das auch für das Kind psychisch unglaublich belastend ist. In der geschilderten Situation hat die Mutter eine stabile Partnerschaft und jemanden , der sie unterstützt. Außerdem nimmt sie bereits Hilfe in Anspruch,was sehr wichtig ist. Dein Ansatz wäre hier völlig fehl am Platz und ist auch reichlich unqualifiziert

Kommentar von motivatio ,

Danke für deine Meinung. Ich respektiere sie auch wenn sie von meiner abweicht. Ich hätte sie mir auch gerne durchgelesen aber nach dem Wort Schwachsinn ist mir die Lust vergangen. Trotzdem alles Gute für dich :)

Kommentar von celaenasardotin ,

Was ist denn deiner Meinung nach eine stabile Familie? Eine Familie in der es nie Streit oder Unstimmigkeiten gibt? Eine fremde Familie , die dann das Kind an einem Tag kennenlernt und perfekt auf die Bedürfnisse eingeht , sowas die Trennung von der Mutter quasi egal ist. Ich verstehe den Standpunkt , wenn die Mutter Drogen nimmt , ihr Kind schlägt oder etwas in die Richtung. Aber das oben genannte Problem kann man in den Griff bekommen und die Unterstützung ist da. warum sollte man einem Kind die psychische Belastung zumuten , die vielleicht das ganze Leben nicht verkraftet wird

Kommentar von motivatio ,

Mir geht es um das Kind. Bis das Kind circa sieben ist läuft es wie eine Kamera durch die Gegend und nimmt alles was es sieht für immer auf. Wenn es sieht es ist eine Belastung fühlt es sich das Leben lang überall nicht willkommen und grenzt sich selbst aus und fühlt sich minderwertig. Es speichert das Gefühl ab und nicht das Erlebnis. Und eine liebe Familie auf Zeit wird ihm vllt dieses Gefühl geben.

Kommentar von celaenasardotin ,

Aber es speichert auch das Gefühl abgegeben worden zu sein , weg von der Mama zu müssen , bei fremden Leuten zu wohnen und die Ungewissheit. Die Mutter ist verzweifelt , aber die Situation in der Vergangenheit war sicher schlimmer

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